Asthma: Arten, Ursachen und Symptome

Veröffentlicht am 04.07.2025

Ein Mann hält eine Asthma-Inhalator in der Hand.

Ein Inhalationssystem hilft bei verschiedenen Atemwegserkrankungen. Quelle: Canva.de

Asthma ist eine weit verbreitete Erkrankung der Atemwege. Die Erkrankung kann die Atmung zum Teil erheblich beeinträchtigen. In Deutschland sterben jedes Jahr rund 5.000 Menschen an den Folgen dieser Krankheit. Typischen Beschwerden sind Symptome wie Husten, Atemnot oder ein Engegefühl in der Brust – doch über die Ursachen und Zusammenhänge wissen die meisten Menschen nur wenig.  

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Asthma kann in unterschiedlichen Formen auftreten. Verschiedene Auslöser wie Allergien, Infektionen oder Umweltfaktoren begünstigen die Erkrankung. Doch welche Arten von Asthma gibt es? Wie entsteht die Erkrankung – und woran erkennt man sie? 

Was ist Asthma bronchiale?

Asthma bronchiale ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung der unteren Atemwege. Dabei verengen sich die Bronchien, es bildet sich zäher Schleim, und die natürliche Reinigungsfunktion der Flimmerhärchen (mukoziliäre Clearance) in den Lungen ist gestört. Dadurch wird das Atmen erschwert und die typischen Beschwerden entstehen. 

Arten

Einteilung Auslöser Häufigkeit
Extrinsisches Asthma (allergisches Asthma) Blütenstaub, Hausstaubmilben, Tierhaare & Schimmelpilze 30 %
Intrinsisches Asthma (nichtallergisches Asthma) Infektionen, Umweltschadstoffe, Klimaeinflüsse, Medikamente, körperliche Belastung & psychischer Stress 30 %
Mischform 40 %
  • Extrinsisches Asthma (allergisches Asthma): Typisch für allergisches Asthma ist ein direkter Zusammenhang zwischen dem Kontakt mit einem Allergen (Allergenexposition) und dem Auftreten von Asthma-Symptomen. Besonders häufig tritt diese Form des Asthmas im Kindesalter auf. Die allergische Reaktion führt zur Freisetzung von Histamin aus sogenannten Mastzellen, was eine Verengung der Bronchien und damit die typischen Beschwerden verursacht. 
  • Intrinsisches Asthma (nichtallergisches Asthma): Nichtallergisches Asthma tritt meist im Erwachsenenalter auf, häufig erstmals zwischen dem 40. und 50. Lebensjahr. Oft geht der Erkrankung ein Atemwegsinfekt voraus. In der Folge reagiert die Bronchialschleimhaut überempfindlich (hyperreagibel) auf verschiedene Reize wie Kälte, Rauch, Stress oder körperliche Anstrengung, was zu asthmatypischen Beschwerden führen kann. 
  • Mischform: Die Mehrheit der Asthma-Betroffenen leidet an einer Mischform aus allergischem (extrinsischem) und nicht-allergischem (intrinsischem) Asthma. In diesen Fällen spielen sowohl allergische Auslöser als auch andere Reize – wie Infekte, körperliche Belastung oder Umweltfaktoren eine Rolle bei der Entstehung und dem Verlauf der Erkrankung.

Ursachen

An der Entstehung von Asthma bronchiale sind sowohl äußere (exogene) Umweltfaktoren als auch genetische Veranlagungen beteiligt. Der Krankheitsverlauf kann zusätzlich durch Klimaveränderungen, Infekte und psychische Belastungen beeinflusst werden. 

Anna Liebig

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Wichtige auslösende oder verstärkende Faktoren sind: 

  • Allergene 
    • Umweltallergene z. B. Pollen, Hausstaubmilben, Tierhaare 
    • Berufsbedingte Allergene z. B. Mehlstaub, Holzstaub 
    • Nahrungsmittelallergene z. B. Nüsse, Eier 
  • Toxische Reize z. B. chemische Dämpfe, Reinigungsmittel 
  • Luftschadstoffe z. B. Zigarettenrauch, Feinstaub 
  • Atemwegsinfektionen 
  • Pseudoallergische Reaktionen z. B. auf Schmerzmittel wie Acetylsalicylsäure 
  • Körperliche Anstrengung häufiger Auslöser bei Kindern

Im Alltag sind viele Betroffene kaum oder nur gering eingeschränkt, da die Symptome bei Asthma bronchiale in der Regel vollständig reversibel sind. Beschwerden treten meist nur während eines akuten Asthmaanfalls auf und können mit geeigneter Therapie gut kontrolliert werden. 

Wie wird Asthma bronchiale ausgelöst?

Durch eine Kombination aus genetischer Veranlagung und Umweltfaktoren entsteht eine Überempfindlichkeit (Hyperreagibilität) der bronchialen Schleimhaut, die einen Asthmaanfall auslösen kann. Unterschiedliche Reize führen zu dieser akuten Entzündungsreaktion. Beim allergischen Asthma ist oft der Kontakt mit einem Allergen der Auslöser, beim nicht-allergischen Asthma kann beispielsweise körperliche Belastung einen Anfall hervorrufen. 

Diese Entzündungsreaktion, auch Asthma-Trias genannt, umfasst drei zentrale Prozesse: 

  • Bronchospasmus: 
    Die glatte Muskulatur der Bronchien verkrampft sich, was den Atemwegswiderstand erhöht. Dadurch wird die Belüftung der Lungenbläschen (Alveolen) erschwert und es kann zu einer Überblähung der Lunge kommen. 
  • Schleimhautödem: 
    Die Entzündung führt zu einer Flüssigkeitsansammlung (Ödem) in der Bronchialschleimhaut. Die dadurch bedingte Schwellung verengt die Bronchien und behindert den Luftstrom. 
  • Hypersekretion: 
    Als Reaktion auf Allergene oder andere Schadstoffe produzieren die Bronchien verstärkt Schleim, was zusätzlich die Atemwege verlegt. 

Diese Entzündungsprozesse führen insgesamt zu einer Verengung und Verlegung der Atemwege. Das typische pfeifende Atemgeräusch beim Ausatmen, der sogenannte exspiratorische Stridor, entsteht durch die verengten Bronchien. 

Bei schweren Asthmaanfällen kann es zum sogenannten „Air Trapping“ kommen: Durch den Verschluss kleinerer Bronchien (Bronchiolen) wird die Ausatemluft in der Lunge „gefangen“. Die Lunge überbläht sich dadurch zunehmend, was den Gasaustausch stark beeinträchtigt. In diesem Zustand können weder Sauerstoff ausreichend aufgenommen noch Kohlendioxid ausreichend abgegeben werden, was lebensbedrohlich sein kann. 

Symptome

Im Alltag haben Betroffene meist keine oder nur geringe Einschränkungen, da die Symptome beim Asthma bronchiale vollständig reversibel sind. Beschwerden treten daher überwiegend nur während eines akuten Asthmaanfalls auf. 

Typisch für einen Asthmaanfall ist Atemnot, begleitet von einem sogenannten exspiratorischen Stridor – einem pfeifenden oder zischenden Geräusch bei der Ausatmung. Hinzu kommen oft ein ausgeprägter Hustenreiz sowie eine beschleunigte Herzfrequenz (Tachykardie). 

Symptome eines Asthmaanfalls können sein: 

  • Einsatz der Atemhilfsmuskulatur, erkennbar am sogenannten Kutschersitz (aufrechtes Sitzen mit abgestützten Armen) 
  • Zyanose, beispielsweise bläuliche Verfärbung der Lippen 
  • Schnelle Atmung (Tachypnoe) 
  • Hörbare pfeifende Geräusche beim Ausatmen 
  • Starke Atemnot 
  • Erschöpfung 
  • Verwirrtheit 

Status asthmaticus (schwerer Asthmaanfall)

Ein Status asthmaticus ist ein besonders schwerer Asthmaanfall, der über einen längeren Zeitraum anhält und sich nicht durch die üblichen Behandlungsmethoden bessert. Ursache ist ein anhaltender Bronchospasmus, also eine dauerhafte Verengung der Bronchialmuskulatur. Die Symptome sind deutlich stärker ausgeprägt als beim gewöhnlichen Asthma bronchiale. Durch den zunehmenden Sauerstoffmangel und die Ansammlung von Kohlendioxid im Blut kann es zu Bewusstseinsstörungen und im schlimmsten Fall zum Atemstillstand (Apnoe) kommen. 

Erste-Hilfe-Maßnahmen beim Asthmaanfall

  1. Lippenbremse: 
    Die betroffene Person soll langsam und kontrolliert gegen die fast geschlossenen Lippen ausatmen. Dadurch verlängert sich die Ausatemphase, und der Druck in den verengten Bronchien steigt, was das Ausatmen erleichtert. 
  2. Kutschersitz: 
    Der oder die Betroffene setzt sich leicht nach vorne gebeugt auf einen Stuhl und stützt die Unterarme auf den Oberschenkeln ab. Diese Position aktiviert die Atemhilfsmuskulatur und erleichtert so die Atmung. 

Zusätzliche Empfehlungen: 

  • Betroffene Person beruhigen und für Ruhe sorgen, um Panik und Atemnot nicht zu verschlimmern. 
  • Beim Einsatz des verordneten Inhalators (z. B. mit einem Dosieraerosol) unterstützen und helfen. 
  • Frühzeitig den Notruf absetzen! 

Die wichtigsten Fragen zu Asthma

Wie wird Asthma diagnostiziert?

Asthma wird durch eine Kombination aus folgenden Methoden festgestellt: 

  • Anamnese: Der Arzt fragt nach Beschwerden wie Husten, Atemnot oder Auslösern. 
  • Lungenfunktionstest (z. B. Spirometrie): Misst, wie gut man ausatmen kann. 
  • Provokationstests oder Bronchodilatator-Test: Zeigen, ob sich die Atemwege verengen oder verbessern. 
  • Allergietests: Um allergisches Asthma zu erkennen. 
    Optional: Peak-Flow-Messung zu Hause, um Schwankungen der Atemfunktion über Tage zu beobachten. 

Kann man Asthma heilen?

Nein, Asthma ist derzeit nicht heilbar. 
Aber: Mit der richtigen Behandlung kann es sehr gut kontrolliert werden, sodass viele kaum noch Beschwerden haben und ein normales Leben führen können. 

Was können Asthma-Betroffene dazu beitragen, dass es ihnen besser geht?

  • Medikamente regelmäßig und korrekt einnehmen 
  • Auslöser meiden (z. B. Rauch, Pollen, Hausstaub) 
  • Sport treiben, ideal sind z. B. Schwimmen oder Wandern 
  • Inhalationstechnik üben, ggf. mit dem Arzt oder Apotheker 
  • Asthma-Tagebuch führen 
  • Impfschutz aufrechterhalten (Grippe, Pneumokokken) 
  • Entspannungsverfahren gegen Stress (z. B. Atemübungen, Yoga) 

Was schützt die Gesundheit der Lunge?

  • Rauchfrei leben (nicht rauchen, Rauch meiden) 
  • Saubere Luft atmen: Schadstoffe, Feinstaub und Schimmel reduzieren 
  • Bewegung an frischer Luft 
  • Gesunde Ernährung: Unterstützt Immunsystem & Entzündungshemmung 
  • Impfungen: Gegen Grippe, COVID-19 und Pneumokokken 
  • Atemschutz bei Arbeit mit Staub oder Dämpfen 
  • Frühzeitige Behandlung von Infekten 

Fazit: Asthma besser verstehen – für mehr Lebensqualität 

Asthma ist eine vielschichtige Erkrankung, die in unterschiedlichen Formen auftreten kann und durch verschiedene Auslöser beeinflusst wird. Die typischen Symptome wie Husten, Atemnot und Engegefühl in der Brust sollten ernst genommen und ärztlich abgeklärt werden. Wer die eigenen Beschwerden und Auslöser kennt, kann mit der richtigen Behandlung und Lebensweise viel zur Kontrolle der Erkrankung beitragen. Ein gutes Verständnis der Arten, Ursachen und Symptome von Asthma ist daher ein wichtiger Schritt, um die Lebensqualität der Betroffenen nachhaltig zu verbessern. 

Medizinische und rechtliche Hinweise:

Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und ersetzt keinesfalls eine professionelle medizinische Beratung. Die enthaltenen Informationen sind nicht dafür geeignet, eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen zu beginnen bzw. abzubrechen. Bei gesundheitlichen Anliegen und zur Klärung individueller Fragen sollte stets ein qualifizierter Arzt oder eine qualifizierte Ärztin konsultiert werden. Im Falle gesundheitlicher Probleme ist es wichtig, rechtzeitig ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Quellen:

  1. Brandes, R., Lang, F., Schmidt, R. F. (2019). Physiologie des Menschen - mit Pathophysiologie (32. Auflage). Deutschland: Springer-Verlag. 
  2. Steffers, G., Credner, S. (2020). Allgemeine Krankheitslehre und Innere Medizin für Physiotherapeuten (4. Aufl.). Stuttgart: Thieme. 

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