Mithilfe der Blutwerte lässt sich viel über den Gesundheitszustand sagen. Quelle: Canva.de
Laborwerte können Auskunft über unseren Gesundheitszustand geben. Die Blutwerte verraten beispielsweise, ob unsere Organe richtig arbeiten, eine Entzündung vorliegt oder Mangelerscheinungen drohen. Wer sich mit den Laborwerten ein bisschen auskennt, kann sein eigenes Blutbild oder andere Laborbefunde besser einordnen – und das auch ohne Vorkenntnisse. Welche Blutwerte es gibt, was die Abkürzungen bedeuten und ab wann ein Wert als „schlecht“ gilt.
Blutwerte sind Messgrößen, die Ärzt:innen aus einer Blutprobe ermitteln. Sie geben Auskunft über den Zustand verschiedener Organe, den Stoffwechsel, das Immunsystem und den Nährstoffhaushalt.
Oftmals sind noch keine Beschwerden spürbar, während sich im Blut bereits Veränderungen zeigen. Deshalb sind Blutwerte ein wichtiges Werkzeug, um Krankheiten früh zu erkennen, Therapien zu überwachen oder den Behandlungserfolg zu überprüfen.
Welche Blutwerte werden üblicherweise getestet?
Es eine Vielzahl an möglichen Laborwerten, die untersucht werden können. In der Praxis konzentriert man sich jedoch auf einige Standarduntersuchungen. Besonders häufig werden folgende Werte bestimmt:
Welche Werte im Einzelfall gemessen werden, hängt von den Beschwerden und der Fragestellung ab. Im Folgenden erhältst du einen Überblick über die Werte, die in der Praxis besonders häufig kontrolliert werden:
Anna Liebig
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Hämoglobin (Hb) – Sauerstofftransport im Blut
Hämatokrit (Hkt) – Anteil der festen Bestandteile im Blut
Leukozyten – weiße Blutkörperchen, Teil des Immunsystems
Thrombozyten – Blutgerinnung
CRP – Entzündungsmarker
LDL-Cholesterin – „schlechtes“ Cholesterin
HDL-Cholesterin – „gutes“ Cholesterin
Triglyzeride – Blutfette
Kreatinin – Nierenfunktion
TSH – Steuerhormon für die Schilddrüse
Abb.: Blutzellen (Illustration, Quelle: Pflegia)
Wie werden Blutwerte gemessen und interpretiert?
Für eine Blutuntersuchung wird in der Regel Blut aus einer Armvene entnommen. Die Probe wird im Labor mit speziellen Geräten analysiert.
Das Ergebnis wird in Zahlen angegeben, oft zusammen mit einem sogenannten „Referenzbereich“. Dieser Bereich umfasst die Werte, die bei 95 Prozent der gesunden Menschen gemessen werden. Liegt der eigene Wert außerhalb dieses Bereichs, bedeutet das nicht automatisch, dass man krank ist. Es ist jedoch ein Hinweis, der weiter untersucht werden sollte.
Welche Faktoren können Blutwerte beeinflussen?
Blutwerte sind keine statischen Größen. Sie können sich je nach Tageszeit, Ernährung, körperlicher Aktivität oder Hormonstatus ändern.
Beispiele:
Alter: Kinder und ältere Erwachsene haben teils andere Normalbereiche.
Geschlecht: Männer haben beispielsweise oft höhere Hb-Werte als Frauen.
Ernährung: Der Blutzuckerspiegel steigt nach einer Mahlzeit; und der Konsum von Eiweißen oder Fetten kann die Werte verändern.
Medikamente: Viele beeinflussen den Stoffwechsel oder die Messung direkt.
Lebensstil: Rauchen, Alkoholkonsum und Sport haben messbare Auswirkungen.
Welche Bedeutung haben abweichende Blutwerte für die Gesundheit?
Abweichungen können harmlose Schwankungen sein oder auf akute bzw. chronische Krankheiten hinweisen.
Beispiele:
Erhöhtes CRP: Entzündung oder Infektion.
Hohe Leberwerte: mögliche Leberschädigung, z. B. durch Alkohol, Medikamente oder Hepatitis.
Niedrige Hb-Werte: Blutarmut (Anämie), die oft durch Eisenmangel verursacht wird.
Hohe LDL-Werte: erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Die Interpretation der Werte erfolgt immer im Gesamtzusammenhang mit den Symptomen, anderen Werten und der Krankengeschichte.
Für eine Grundbeurteilung der Gesundheit sind Hb (Hämoglobin), Leukozyten, CRP, Cholesterin (insbesondere LDL) und Kreatinin häufig relevant.
Welche Blutwerte sind kritisch?
Besonders kritisch sind Werte, die auf akute Lebensgefahr hinweisen können, etwa stark erhöhte Troponinwerte (Herzinfarkt), ein sehr hoher Kaliumwert (Herzrhythmusstörungen) oder ein extrem niedriger Hb-Wert (starke Blutarmut).
Welche Blutwerte deuten auf Entzündungen hin?
CRP, die Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG) und erhöhte Leukozytenzahlen sind klassische Entzündungsmarker.
Welche Blutwerte sollte man checken lassen?
Im Rahmen eines Vorsorgechecks sind ein Blutbild, die Blutfette, der Blutzucker, die Leber- und Nierenwerte sowie die Schilddrüsenwerte sinnvoll.
Fazit
Blutwerte sind in der medizinischen Diagnostik von großer Bedeutung. Sie geben Hinweise auf den Zustand von Organen, den Nährstoffhaushalt und mögliche Krankheiten. Wichtig ist, dass einzelne Werte nie isoliert betrachtet werden. Ihre Bedeutung erschließt sich erst im Zusammenspiel mit anderen Befunden und der individuellen Situation. Ein einzelner „schlechter Blutwert” ist noch keine Diagnose – erst das Gesamtbild zählt.
Medizinische und rechtliche Hinweise:
Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und ersetzt keinesfalls eine professionelle medizinische Beratung. Die enthaltenen Informationen sind nicht dafür geeignet, eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen zu beginnen bzw. abzubrechen. Bei gesundheitlichen Anliegen und zur Klärung individueller Fragen sollte stets ein qualifizierter Arzt oder eine qualifizierte Ärztin konsultiert werden. Im Falle gesundheitlicher Probleme ist es wichtig, rechtzeitig ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Quellen
Amboss. Laboratoriumsmedizin (klinische Chemie). Abgerufen am 17. August 2025, von: https://next.amboss.com/de/article/Ln0wFg?q=laborwerte#_ac5Ma0
Stiftung Gesundheitswesen. Untersuchungsmethoden. Laborwerte. Abgerufen am 18. August 2025, von: https://www.stiftung-gesundheitswissen.de/untersuchungsmethoden/laborwerte
Pschyrembel. Laborwerte > Referenzbereiche. Abgerufen am 16. August 2025, von: https://www.pschyrembel.de/laborwerte/T0364/doc/
Taschenlehrbuch Klinische Chemie und Hämatologie. Klinisch-chemische Diagnostik von System- und Organerkrankungen > Hämatologie. Kohse K, Hrsg. 9., vollständig überarbeitete Auflage. Stuttgart: Thieme; 2019