Pflegefachperson (Krankenpfleger/Krankenschwester) – Ausbildung und Beruf
Veröffentlicht am 20.08.2025

Eine Pflegefachperson ist jemand, der Menschen in allen Lebensphasen unterstützt und sich gleichermaßen um Neugeborene, Kinder, Erwachsene und um Senior:innen kümmert. Du hilfst ihnen, gesund zu werden, mit Krankheiten umzugehen oder trotz Einschränkungen ein möglichst selbstbestimmtes Leben zu führen.
Vielleicht hast du schon einmal die Begriffe Krankenpfleger oder Krankenschwester gehört. Diese Bezeichnungen wurden früher oft verwendet. Heute spricht man offiziell von Pflegefachperson. Der neue Begriff ist moderner, geschlechtsneutral und passt besser zur heutigen Ausbildung, die viel breiter aufgestellt ist als früher: Das ist die generalistische Pflegeausbildung, die es seit 2020 in Deutschland gibt. In ihr lernst du nicht nur, wie man in einem bestimmten Bereich pflegt (z. B. Altenpflege oder Kinderkrankenpflege), sondern bekommst eine breite Ausbildung für alle Altersgruppen und Pflegebereiche. Dadurch kannst du später flexibel in vielen Einrichtungen arbeiten – vom Krankenhaus bis zum ambulanten Pflegedienst.
Pflegefachpersonen sind ein zentraler Teil unseres Gesundheitssystems. Sie sorgen dafür, dass Patient:innen nicht nur medizinisch behandelt, sondern auch im Alltag unterstützt und begleitet werden. Oft bist du als Pflegefachperson die Person, die am meisten Zeit mit den Patient:innen verbringt und damit auch diejenige, die kleine Veränderungen im Gesundheitszustand zuerst bemerkt. Du bist Bindeglied zwischen Ärzt:innen, Therapeut:innen, Angehörigen und den Patient:innen selbst.
Was macht eine Pflegefachperson?
Typische Aufgaben im Alltag als Pflegefachperson
Der Alltag einer Pflegefachperson ist sehr vielfältig. Du kümmerst dich nicht nur um die direkte medizinische Versorgung, sondern auch um viele organisatorische und zwischenmenschliche Aspekte:

Anna Liebig
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| Bereich | Aufgaben |
|---|---|
| Pflege und medizinische Versorgung | Du hilfst Patient:innen bei der Körperpflege, zum Beispiel beim Waschen, Anziehen oder Kämmen. Du unterstützt beim Essen und Trinken, wenn jemand das alleine nicht mehr kann. Du wechselst Verbände, kontrollierst Wunden und beobachtest, ob sie gut heilen. Du misst regelmäßig Blutdruck, Puls, Temperatur oder Blutzucker, um den Gesundheitszustand zu überwachen. Du verabreichst Medikamente, achtest auf die richtige Dosierung und dokumentierst alles sorgfältig. Du begleitest Ärzt:innen bei Untersuchungen oder assistierst bei kleineren medizinischen Eingriffen. |
| Beratung und emotionale Unterstützung | Du erklärst Patient:innen und Angehörigen medizinische Abläufe in einfacher Sprache, damit sie alles verstehen. Du gibst Tipps, wie der Alltag trotz Krankheit oder Einschränkung leichter bewältigt werden kann. Du hörst zu, spendest Trost und stärkst Menschen in schwierigen Situationen. Du unterstützt Angehörige, indem du ihnen zeigst, wie sie selbst bei der Pflege helfen können. |
| Organisation und Dokumentation | Du schreibst auf, was im Pflegealltag passiert ist. Das nennt man Pflegedokumentation. So können Ärzt:innen und Kolleg:innen immer nachvollziehen, wie es den Patient:innen geht. Du planst Pflegeabläufe, damit alle wichtigen Aufgaben rechtzeitig erledigt werden. Du stimmst dich mit anderen Fachkräften ab, damit die Versorgung reibungslos funktioniert. Du sorgst dafür, dass Hilfsmittel wie Rollstühle, Pflegebetten oder Infusionsständer einsatzbereit sind. |
Arbeitsorte als Pflegefachperson
Als Pflegefachperson hast du eine große Auswahl an möglichen Arbeitsplätzen. Weil die Ausbildung dich auf alle Altersgruppen und Pflegebereiche vorbereitet, kannst du in vielen unterschiedlichen Einrichtungen arbeiten. Die vier gängigsten stellen wir dir hier ausführlich vor:
Krankenhaus
Wenn du als Pflegefachperson im Krankenhaus arbeitest, bist du Teil eines großen Teams. Hier werden Menschen behandelt, die krank sind, verletzt wurden oder eine Operation hatten und für eine bestimmte Zeit stationär bleiben müssen. Dein Arbeitsplatz ist meist eine Station. Das ist ein Bereich im Krankenhaus, der auf bestimmte Behandlungen oder Krankheiten spezialisiert ist, zum Beispiel:
- Chirurgie (Operationen, etwa nach Knochenbrüchen)
- Innere Medizin (Krankheiten der Organe, zum Beispiel Herz oder Lunge)
- Gynäkologie (Frauenheilkunde)
- Kinderstation (Behandlung von Babys, Kindern und Jugendlichen)
- Intensivstation (Versorgung von Menschen, die schwer krank oder verletzt sind)
Im Krankenhaus kümmerst du dich sowohl um die medizinische Versorgung als auch um das Wohlbefinden der Patient:innen:
- Medizinische Versorgung: Du wechselst Verbände, legst Infusionen an oder hilfst bei der Wundversorgung. Du misst regelmäßig Blutdruck, Puls, Temperatur oder Blutzucker und trägst die Werte in die Patientenakte ein. Außerdem verteilst du Medikamente und achtest darauf, dass sie richtig eingenommen werden.
- Vorbereitung auf Untersuchungen oder Operationen: Du erklärst den Patient:innen, was passieren wird, bereitest sie vor (z. B. durch Waschen oder Anlegen spezieller Kleidung) und begleitest sie zu Untersuchungen.
- Unterstützung im Alltag: Manche Patient:innen können sich nach einer Operation oder wegen einer Krankheit nicht selbst waschen, anziehen oder essen. Du hilfst ihnen dabei und achtest darauf, dass sie sich wohlfühlen.
- Beobachtung und schnelle Reaktion: Du achtest darauf, ob sich der Zustand der Patient:innen verändert; zum Beispiel, ob sie Schmerzen haben, blass werden oder plötzlich schlechter atmen. Wenn dir etwas auffällt, informierst du sofort die Ärzt:innen.
- Zuwendung: Im Krankenhaus sind viele Menschen unsicher oder ängstlich. Du bist für sie da, erklärst, was gerade passiert, und hörst zu, wenn sie Sorgen haben.
Im Krankenhaus geht es oft hektisch zu. Notfälle können jederzeit passieren, und manchmal musst du schnell reagieren. Gleichzeitig gibt es feste Abläufe, zum Beispiel Visiten, bei denen Ärzt:innen, Pflegefachpersonen und andere Fachkräfte gemeinsam den Behandlungsplan besprechen. Du arbeitest im Schichtdienst, das heißt, es gibt Früh-, Spät- und manchmal auch Nachtschichten. So ist rund um die Uhr jemand für die Patient:innen da.
Arbeiten im Krankenhaus bedeutet, jeden Tag ganz unterschiedliche Situationen zu erleben: mal ruhig und routiniert, mal sehr herausfordernd. Dabei lernst du ständig Neues und entwickelst deine Fachkenntnisse weiter.
Pflegeheim
Ein Pflegeheim ist ein Ort, an dem vor allem ältere Menschen leben, die im Alltag dauerhaft Unterstützung brauchen. Manche Bewohner:innen können noch viele Dinge selbst, andere sind auf fast vollständige Hilfe angewiesen, zum Beispiel wegen Demenz, einer körperlichen Behinderung oder einer chronischen Krankheit.
Als Pflegefachperson bist du im Pflegeheim nicht nur für medizinische Aufgaben zuständig, sondern auch für den Alltag und das soziale Leben der Bewohner:innen. Hier bist du oft langfristig für dieselben Menschen da, was bedeutet, dass du eine enge Beziehung zu ihnen aufbaust.
- Medizinische Versorgung: Du verabreichst Medikamente, kontrollierst Blutdruck, Puls oder Blutzucker und versorgst Wunden. Wenn jemand ärztliche Untersuchungen oder Therapien braucht, organisierst du diese oder begleitest die Bewohner:innen dorthin.
- Körperpflege und Unterstützung im Alltag: Viele Bewohner:innen brauchen Hilfe beim Waschen, Anziehen, Essen oder beim Toilettengang. Dabei achtest du immer darauf, die Selbstständigkeit so weit wie möglich zu fördern, damit die Menschen das Gefühl behalten, ihr Leben selbst in der Hand zu haben.
- Beobachtung: Du merkst oft als Erste:r, wenn es jemandem schlechter geht, zum Beispiel, wenn eine Person weniger isst, sich zurückzieht oder körperliche Veränderungen zeigt. Solche Beobachtungen teilst du mit Ärzt:innen oder Kolleg:innen, damit schnell reagiert werden kann.
- Organisation des Tagesablaufs: Im Pflegeheim gibt es feste Abläufe, etwa Frühstück, Mittagessen, Pflegezeiten und Aktivitäten. Du planst mit, damit jede:r die Unterstützung bekommt, die er oder sie braucht.
- Soziale Betreuung: Du bist Gesprächspartner:in, motivierst zu Aktivitäten und sorgst dafür, dass sich die Bewohner:innen nicht einsam fühlen. Das kann ein Spaziergang, gemeinsames Basteln oder einfach ein nettes Gespräch sein.
Der große Unterschied zum Krankenhaus ist, dass die Bewohner:innen hier dauerhaft leben. Das gibt dir die Möglichkeit, sie sehr gut kennenzulernen mit ihren Gewohnheiten, Vorlieben und persönlichen Geschichten. Diese Nähe kann sehr schön sein, bringt aber auch mit sich, dass du mit dem Älterwerden und manchmal auch dem Sterben der Menschen umgehen musst.
Im Pflegeheim arbeitest du ebenfalls im Schichtdienst, weil auch hier rund um die Uhr Betreuung gebraucht wird. Der Tagesrhythmus ist allerdings oft ruhiger als im Krankenhaus, dafür ist der Kontakt zu den Bewohner:innen persönlicher und intensiver.
Ambulanter Pflegedienst
Ein ambulanter Pflegedienst bedeutet, dass die Pflegefachperson zu den Patient:innen nach Hause fährt, um sie dort zu versorgen. Das ist wichtig für Menschen, die Unterstützung brauchen, aber trotzdem in ihrer gewohnten Umgebung leben möchten, zum Beispiel ältere Personen, Menschen mit Behinderungen oder Patient:innen nach einer Operation.
Im Gegensatz zu Krankenhaus oder Pflegeheim hast du hier keine feste Station, sondern mehrere feste Routen. Du besuchst an einem Arbeitstag oft mehrere Patient:innen hintereinander, manchmal nur für wenige Minuten, manchmal für eine Stunde oder länger.
- Medizinische Versorgung: Du kontrollierst Blutdruck, Puls oder Blutzucker, wechselst Verbände, verabreichst Medikamente oder legst Infusionen an. Auch spezielle Pflege, wie die Versorgung von Kathetern oder das Anlegen von Kompressionsstrümpfen, gehört dazu.
- Hilfe im Alltag: Du unterstützt beim Waschen, Anziehen oder Essen, je nachdem, was die Patient:innen alleine schaffen und wo sie Hilfe brauchen.
- Beobachtung: Du achtest darauf, ob sich der Gesundheitszustand verändert, zum Beispiel, ob jemand plötzlich schwächer wirkt, Schmerzen hat oder verwirrt ist. Solche Beobachtungen meldest du an Ärzt:innen oder Angehörige.
- Anleitung und Beratung: Du erklärst Patient:innen und Angehörigen, wie sie selbst etwas tun können, etwa einen Verband wechseln oder die Medikamenteneinnahme organisieren.
- Organisation: Du dokumentierst jede Pflegehandlung sofort, damit alle im Team wissen, wie es den Patient:innen geht. Außerdem planst du mit, wann welche Besuche stattfinden müssen.
Im ambulanten Pflegedienst erwarten dich einige Besonderheiten:
- Viel unterwegs: Du fährst mit Auto, E-Bike oder manchmal zu Fuß von Haus zu Haus.
- Eigenständiges Arbeiten: Du bist oft allein bei den Patient:innen, musst also selbst Entscheidungen treffen und Prioritäten setzen.
- Persönlicher Kontakt: Weil du die Menschen regelmäßig in ihrer vertrauten Umgebung besuchst, lernst du ihren Alltag, ihre Familien und ihre Lebensgewohnheiten gut kennen.
- Flexible Pflege: Jeder Haushalt ist anders – du musst dich also immer wieder neu einstellen, egal ob es um das Badezimmer, die Küchensituation oder um die vorhandenen Hilfsmittel geht.
Der ambulante Pflegedienst verbindet Fachwissen mit Mobilität und Selbstständigkeit. Er ist ideal für Menschen, die gerne unterwegs sind und den persönlichen Kontakt in einer häuslichen Umgebung schätzen.
Reha-Klinik
Eine Reha-Klinik (kurz für „Rehabilitation“) ist ein Ort, an dem Menschen nach einer Krankheit, Operation oder Verletzung wieder fit werden sollen, um in ihren Alltag zurückzukehren. Der Aufenthalt kann nur wenige Wochen dauern oder mehrere Monate, je nachdem, wie schwer der Gesundheitszustand beeinträchtigt ist.
Patient:innen kommen zum Beispiel nach:
- einer Operation (zum Beispiel Gelenkersatz wie Hüfte oder Knie)
- einem Unfall (etwa Knochenbrüche oder Schädelverletzungen)
- einer schweren Krankheit (beispielsweise Schlaganfall, Herzinfarkt, Krebsbehandlung)
- chronischen Beschwerden, um ihre Lebensqualität zu verbessern
Das Ziel der Reha-Klinik ist nicht in erster Linie Heilung im medizinischen Sinn, sondern Wiederherstellung von Selbstständigkeit.
- Medizinische Pflege: Du überwachst den Gesundheitszustand der Patient:innen, wechselst Verbände, verabreichst Medikamente und unterstützt bei medizinischen Behandlungen.
- Begleitung zu Therapien: In der Reha gibt es viele Behandlungen – Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie, Atemtherapie. Du sorgst dafür, dass die Patient:innen pünktlich dort sind, und hilfst ihnen, falls sie Unterstützung brauchen.
- Motivation und Anleitung: Rehabilitation kann anstrengend sein. Du ermutigst die Patient:innen, aktiv mitzumachen, und erklärst Übungen oder Alltagstechniken, die sie selbst ausprobieren können.
- Hilfe im Alltag: Manche Patient:innen brauchen anfangs Unterstützung beim Waschen, Anziehen oder Essen. Mit der Zeit versuchst du, diese Hilfe immer weiter zu reduzieren, damit sie selbstständiger werden.
- Beobachtung und Dokumentation: Du hältst fest, welche Fortschritte jemand macht oder ob es Rückschläge gibt. Diese Infos sind wichtig für Ärzt:innen und Therapeut:innen.
Was macht die Arbeit in der Reha-Klinik besonders?
- Längere Beziehung zu Patient:innen: Anders als im Krankenhaus bleiben viele Patient:innen mehrere Wochen. Du kannst ihre Fortschritte miterleben und sie Schritt für Schritt begleiten.
- Teamarbeit mit vielen Berufsgruppen: Du arbeitest nicht nur mit Ärzt:innen zusammen, sondern auch mit Physiotherapeut:innen, Ergotherapeut:innen, Psycholog:innen und Sozialarbeiter:innen.
- Positive Atmosphäre: In der Reha geht es oft um Fortschritte und Erfolgserlebnisse. Das kann motivierend sein, weil du miterlebst, wie Menschen wieder selbstständig werden.
In der Reha-Klinik bist du nicht nur Pfleger:in, sondern auch Motivator:in, Unterstützer:in und Beobachter:in. Dein Ziel ist es, die Patient:innen so weit zu bringen, dass sie nach der Entlassung ihren Alltag wieder möglichst selbstständig meistern können.
Zusammenarbeit im Team
Als Pflegefachperson arbeitest du nie ganz allein, auch wenn du manchmal eigenständig Entscheidungen triffst. Du bist Teil eines größeren Netzwerks von Fachleuten und Angehörigen, die gemeinsam dafür sorgen, dass Patient:innen bestmöglich versorgt werden. Diese Zusammenarbeit nennt man interdisziplinäres Team.
| Mit wem | Wie die Zusammenarbeit aussieht |
|---|---|
| Ärzt:innen | Ärzt:innen stellen Diagnosen, legen Behandlungspläne fest und verschreiben Medikamente oder Therapien. Du übermittelst wichtige Beobachtungen, etwa wenn sich der Zustand einer Patientin oder eines Patienten verändert. Du setzt ärztliche Anordnungen um (etwa eine bestimmte Medikamentengabe) und meldest zurück, wie die Behandlung wirkt. In Visiten (gemeinsame Patient:innenbesprechungen) teilst du deine Beobachtungen und bekommst neue Infos zum Behandlungsplan. |
| Therapeut:innen (Physio-, Ergo-, Logopädie) | Diese Fachleute helfen Patient:innen, ihre körperlichen oder sprachlichen Fähigkeiten zu verbessern. Du bereitest Patient:innen auf die Therapien vor oder begleitest sie dorthin. Du unterstützt, indem du Übungen in den Pflegealltag integrierst, zum Beispiel eine Patientin bei Gehübungen sicher zu begleiten. Du gibst den Therapeut:innen Rückmeldung, ob die Übungen gut funktionieren oder ob es Schwierigkeiten gibt. |
| Angehörige | Angehörige sind oft wichtige Bezugspersonen für Patient:innen und kennen ihre Bedürfnisse am besten. Du erklärst ihnen, wie sie selbst bei der Pflege helfen können, zum Beispiel beim Umlagern, Waschen oder bei der Medikamentengabe. Du informierst sie über Veränderungen im Gesundheitszustand und gibst Tipps, wie der Alltag erleichtert werden kann. Du bist auch Ansprechpartner:in, wenn Angehörige Sorgen oder Ängste haben. |
Ausbildung zur Pflegefachperson
Dauer und Ablauf der Ausbildung zur Pflegefachperson
Die Ausbildung zur Pflegefachperson dauert in der Regel drei Jahre in Vollzeit. Es gibt auch eine Teilzeitausbildung, die vier bis fünf Jahre dauern kann. Sie ist vor allem für Menschen gedacht, die nebenbei Kinder erziehen oder Angehörige pflegen.
Die Ausbildung ist dual aufgebaut. Das heißt:
- Du lernst einen Teil in der Pflegeschule (Theorie).
- Den anderen Teil verbringst du in Praxis-Einsätzen (verschiedene Einrichtungen).
Theorie-Phase in der Schule
- Hier bekommst du das Fachwissen, das du für den Beruf brauchst.
- Unterrichtsfächer sind zum Beispiel: Pflegewissenschaft, Anatomie (Aufbau des Körpers), Krankheitslehre, Hygiene, Kommunikation, Recht und Organisation.
- Du lernst nicht nur Fakten, sondern auch, wie man mit schwierigen Situationen umgeht, etwa wenn Patient:innen Schmerzen haben oder traurig sind.
Praxis-Phase in den Einrichtungen
- Du arbeitest in Krankenhäusern, Pflegeheimen, bei ambulanten Pflegediensten, in Reha-Kliniken oder anderen Bereichen.
- Ziel ist, dass du Erfahrungen mit allen Altersgruppen und Pflegesituationen sammelst, vom Säugling bis zur Senior:in.
- Jede Praxiseinrichtung hat eine Praxisanleitung, die dir zeigt, wie die Theorie im echten Berufsalltag angewendet wird.
Prüfungen
- Während der Ausbildung gibt es Zwischenprüfungen und praktische Leistungsnachweise.
- Am Ende steht die staatliche Abschlussprüfung. Sie besteht aus einem schriftlichen, einem mündlichen und einem praktischen Teil. Wenn du bestehst, darfst du dich offiziell Pflegefachperson nennen.
Inhalte der Ausbildung zur Pflegefachperson
Die Ausbildung zur Pflegefachperson ist sehr breit angelegt. Sie soll dich darauf vorbereiten, Menschen in allen Altersgruppen und Lebenssituationen professionell zu pflegen.
| Bereich | Inhalte | Erklärung |
|---|---|---|
| Pflege von Menschen in allen Altersstufen | Neugeborene und Säuglinge: Versorgung, Baden, Wickeln, Stillen oder Fläschchen geben. Kinder und Jugendliche: Altersgerechte medizinische Versorgung und Kommunikation. Erwachsene: Pflege bei akuten und chronischen Krankheiten, Unterstützung nach Operationen. Senior:innen: Besonderheiten der Altenpflege, Umgang mit Demenz und altersbedingten Einschränkungen. | Du lernst, Menschen in jedem Alter zu pflegen. Dabei geht es sowohl um die medizinische Versorgung als auch um den richtigen Umgang und die passende Kommunikation. |
| Medizinische Grundlagen | Anatomie und Physiologie. Krankheitslehre. Medikamentenlehre (Wirkung, Dosierung, Nebenwirkungen). Diagnostische Verfahren wie Blutdruck messen oder EKG anlegen. | Du verstehst, wie der Körper aufgebaut ist und funktioniert, welche Krankheiten es gibt und wie man sie erkennt. Du lernst außerdem, wie Medikamente wirken und wie man medizinische Untersuchungen vorbereitet oder durchführt. |
| Pflegepraxis und -methoden | Grundpflege wie Körperpflege, Ernährung und Mobilisation. Behandlungspflege wie Wundversorgung, Injektionen oder Infusionen. Beobachtung von Gesundheitsveränderungen. Pflegedokumentation. | Du übst alle praktischen Pflegetätigkeiten vom Waschen und Anziehen über das Versorgen von Wunden bis hin zur fachgerechten Dokumentation. Ziel ist, dass du im Berufsalltag sicher und fachlich korrekt arbeiten kannst. |
| Kommunikation und Psychologie | Gesprächsführung mit Patient:innen und Angehörigen. Umgang mit schwierigen Situationen wie Angst, Trauer oder Aggression. Grundlagen der Psychologie. | Du lernst, wie du klar, verständlich und einfühlsam mit Menschen sprichst, auch in stressigen oder emotionalen Momenten. Psychologisches Wissen hilft dir, die Gefühle und Reaktionen deiner Patient:innen besser zu verstehen. |
| Recht, Ethik und Organisation | Patientenrechte und Schweigepflicht. Ethische Entscheidungen zum Beispiel am Lebensende. Planung von Pflegeeinsätzen und Organisation im Team. | Du kennst die Gesetze und Regeln, die in der Pflege gelten, und lernst, wie man in schwierigen moralischen Fragen handelt. Außerdem weißt du, wie man Arbeitsabläufe plant und im Team organisiert. |
Voraussetzungen für die Ausbildung zur Pflegefachperson
Damit du die Ausbildung zur Pflegefachperson beginnen kannst, brauchst du bestimmte formale, persönliche und gesundheitliche Voraussetzungen.
Schulische Voraussetzungen
Damit du die Ausbildung zur Pflegefachperson starten kannst, braucht es einen anerkannten Schulabschluss. Das ist gesetzlich geregelt. Es gibt mehrere Wege, die dich zum Ziel führen:
1) Direkter Einstieg mit Schulabschluss
- Mittlerer Schulabschluss (zum Beispiel Realschule, „Mittlere Reife“): Damit kannst du direkt anfangen.
- Fachhochschulreife oder Abitur: Ebenfalls direkter Einstieg möglich. (Mit Abi/FHR kannst du dir später auch ein Studium offenhalten, zum Beispiel Pflegepädagogik, Pflegemanagement.)
2) Einstieg mit Hauptschulabschluss – diese Zusatzwege gehen
Wenn du „nur“ einen Hauptschulabschluss hast, gibt es zwei Möglichkeiten:
- Hauptschule + 2‑jährige abgeschlossene Berufsausbildung Beispiel: eine zweijährige Ausbildung in einem anerkannten Beruf (muss nicht zwingend Pflege sein, denn jede anerkannte zweijährige Berufsausbildung kann die Voraussetzung erfüllen. Frag am besten bei der Pflegeschule selbst nach, welche Ausbildungen akzeptiert werden.). Danach erfüllst du die schulische Voraussetzung.
- Hauptschule + 1‑jährige Pflegefachassistenz (früher: Pflegehelfer:in) Nach dieser einjährigen Ausbildung (je nach Bundesland schulisch/praktisch organisiert) kannst du in die dreijährige Ausbildung zur Pflegefachperson einsteigen.
Sonstige Voraussetzungen
Neben einem passenden Schulabschluss musst du noch weitere Anforderungen erfüllen, bevor du mit der Ausbildung starten kannst. Diese betreffen vor allem Sprachkenntnisse, Gesundheit und gesetzliche Nachweise.
1. Sprachkenntnisse
Du brauchst ausreichende Deutschkenntnisse, in der Regel mindestens B2-Niveau nach dem „Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen“ (GER).
Einen Nachweis hierüber musst du meist nur erbringen, wenn du keinen deutschen Schulabschluss hast!
- Warum ist das wichtig?
- Du musst medizinische Fachbegriffe verstehen.
- Du musst Anweisungen von Ärzt:innen oder Praxisanleiter:innen korrekt umsetzen.
- Du musst Pflegeberichte schreiben und mit Patient:innen klar sprechen können.
- Für Bewerber:innen aus dem Ausland:
- Oft musst du ein offizielles Sprachzertifikat vorlegen (z. B. telc, Goethe, ÖSD).
- Manche Schulen bieten einen internen Sprachtest an, wenn du kein Zertifikat hast.
Wie erbringst du den Nachweis über deine Sprachkenntnisse?
Ein offizielles Sprachzertifikat auf B2-Niveau (GER) bekommst du, wenn du eine Prüfung bei einem anerkannten Anbieter bestehst, zum Beispiel telc, Goethe-Institut oder ÖSD. Die Kurse und Prüfungen kannst du oft bei Volkshochschulen, Sprachschulen oder auch online machen. Manche Pflegeschulen bieten eigene Sprachtests an, wenn du kein Zertifikat hast. Frag am besten vorab dort nach.
2. Gesundheitliche Eignung
Du brauchst ein ärztliches Attest, das bestätigt, dass du körperlich und psychisch in der Lage bist, den Beruf auszuüben. Das Attest bekommst du bei deiner Hausärztin oder deinem Hausarzt. In manchen Fällen hat die Pflegeschule feste Ärzt:innen, bei denen du den Gesundheitscheck machen musst. Das erfährst du dann in den Bewerbungsunterlagen. Bei der Untersuchung prüft der Arzt/die Ärztin, ob du körperlich und psychisch für den Beruf geeignet bist, und stellt dir eine schriftliche Bestätigung aus. Die Kosten liegen zwischen 20 und 50 Euro und du musst sie meist selbst zahlen.
- Körperliche Anforderungen:
- Du musst in der Lage sein, Patient:innen zu unterstützen (z. B. beim Aufstehen, Umlagern oder Heben).
- Du solltest genug Ausdauer haben, um mehrere Stunden am Stück auf den Beinen zu sein.
- Psychische Anforderungen:
- Du musst mit stressigen, manchmal traurigen Situationen umgehen können.
- Du solltest belastbar sein, wenn es um Krankheit, Schmerz oder Tod geht.
- Impfstatus (frag auch hier bei der Pflegeschule nach, welche Impfnachweise du benötigst):
- In vielen Einrichtungen wird ein aktueller Impfschutz verlangt (z. B. gegen Hepatitis B, Masern).
- Manche Einrichtungen fordern auch eine Titerbestimmung (Bluttest zum Nachweis des Impfschutzes).
3. Polizeiliches Führungszeugnis
Du musst ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis vorlegen, das keine relevanten Einträge enthält. Das erweiterte Führungszeugnis beantragst du persönlich bei deinem Einwohnermeldeamt/Bürgeramt oder online über das Bundesamt für Justiz. Dafür brauchst du meist:
- deinen Personalausweis oder Reisepass
- ein Schreiben der Pflegeschule, dass du das erweiterte Führungszeugnis benötigst
Die Bearbeitung dauert meist ein bis drei Wochen. Die Kosten liegen in der Regel bei 13 Euro. Das Führungszeugnis darf bei Ausbildungsstart oft nicht älter als drei Monate sein.
Als Pflegefachperson arbeitest du mit besonders schutzbedürftigen Menschen (Kranke, Kinder, Senior:innen). Deshalb wird überprüft, ob du für diesen verantwortungsvollen Beruf geeignet bist.
Persönliche Voraussetzungen
Neben Schulabschluss und offiziellen Nachweisen brauchst du vor allem bestimmte Eigenschaften, um in der Pflege erfolgreich und zufrieden zu arbeiten. Viele davon kannst du im Laufe der Ausbildung noch entwickeln – aber eine Grundbasis sollte schon vorhanden sein.
| Eigenschaft | Was das bedeutet | Warum es wichtig ist | Beispiel aus dem Alltag |
|---|---|---|---|
| Einfühlungsvermögen | Du kannst dich in andere Menschen hineinversetzen und spürst, wie es ihnen geht, körperlich und emotional. | In der Pflege geht es nicht nur um medizinische Versorgung, sondern auch darum, Menschen in schwierigen Momenten zu unterstützen. Wer sich verstanden fühlt, vertraut dir eher und kooperiert besser bei der Behandlung. | Eine Patientin hat Angst vor einer Untersuchung. Du nimmst dir Zeit, erklärst in einfachen Worten, was passiert, und bleibst bei ihr, bis sie sich beruhigt. |
| Belastbarkeit | Du kannst mit Stress, wechselnden Situationen und emotionalen Herausforderungen umgehen. | Im Pflegealltag kann es hektisch werden: Notfälle, Schichtarbeit, kranke oder verängstigte Menschen. Du musst in solchen Situationen ruhig und handlungsfähig bleiben. | Du hast gerade eine Wunde versorgt, als plötzlich ein Alarm ertönt. Du unterbrichst deine Arbeit, kümmerst dich um den Notfall und kehrst danach ruhig zu deiner Aufgabe zurück. |
| Verantwortungsbewusstsein | Du gehst sorgfältig mit deinen Aufgaben um und weißt, dass deine Arbeit direkte Auswirkungen auf die Gesundheit anderer Menschen hat. | Fehler in der Pflege können ernste Folgen haben. Deshalb ist Genauigkeit bei der Medikamentengabe, Dokumentation oder Beobachtung von Veränderungen im Gesundheitszustand entscheidend. | Auch wenn es stressig ist, kontrollierst du vor der Medikamentengabe noch einmal den Namen auf der Verpackung. So stellst du sicher, dass es die richtige Person bekommt. |
| Teamfähigkeit | Du kannst gut mit anderen zusammenarbeiten, Informationen austauschen und dich auf deine Kolleg:innen verlassen. | In der Pflege bist du Teil eines Teams aus Ärzt:innen, Therapeut:innen, anderen Pflegefachpersonen und Angehörigen. Gute Zusammenarbeit sorgt für bessere Versorgung. | Während einer Schicht teilst du wichtige Beobachtungen mit einer Kollegin, damit sie die Infos an den Arzt weitergibt. So wird eine Behandlung schnell angepasst. |
| Organisationstalent | Du kannst mehrere Aufgaben im Blick behalten, Prioritäten setzen und deinen Tag strukturieren. | Im Pflegealltag gibt es feste Abläufe, aber auch unvorhergesehene Situationen. Du musst beides unter einen Hut bekommen. | Während du die morgendliche Körperpflege planst, kommt ein Notfall rein. Du änderst deine Reihenfolge, ohne den Überblick zu verlieren. |
Fazit
Der Beruf der Pflegefachperson ist vielseitig, verantwortungsvoll und sinnstiftend. Du begleitest Menschen in allen Lebensphasen und hilfst ihnen, gesund zu werden, mit Krankheiten umzugehen oder trotz Einschränkungen ein möglichst selbstständiges Leben zu führen.
Die generalistische Ausbildung bereitet dich umfassend darauf vor: Du lernst medizinisches Fachwissen, praktische Pflegetechniken, den professionellen Umgang mit Patient:innen und Angehörigen sowie die Organisation des Pflegealltags. Theorie und Praxis wechseln sich ab, sodass du dein Wissen direkt anwenden kannst.
Um die Ausbildung zu beginnen, brauchst du einen passenden Schulabschluss, ausreichende Deutschkenntnisse, gesundheitliche Eignung und persönliche Eigenschaften wie Einfühlungsvermögen, Belastbarkeit, Verantwortungsbewusstsein, Teamfähigkeit und Organisationstalent. Diese Fähigkeiten sind entscheidend dafür, dass du in diesem Beruf langfristig erfolgreich und zufrieden bist.
Wenn du Freude daran hast, Menschen zu helfen, gerne im Team arbeitest und bereit bist, dich ständig weiterzuentwickeln, kann die Arbeit als Pflegefachperson eine erfüllende und sichere berufliche Zukunft für dich bieten.
Die wichtigsten Fragen zur Pflegefachperson
Was macht eine Pflegefachperson?
Eine Pflegefachperson versorgt, betreut und berät Menschen in allen Lebensphasen. Sie übernimmt medizinische Aufgaben wie Wundversorgung, Medikamentengabe oder Vitalzeichenkontrolle, unterstützt im Alltag (beispielsweise bei Körperpflege und Ernährung) und ist Bindeglied zwischen Ärzt:innen, Therapeut:innen, Angehörigen und Patient:innen.
Wer darf sich Pflegefachperson nennen?
Den Titel „Pflegefachperson“ darf nur führen, wer die staatlich anerkannte, dreijährige generalistische Pflegeausbildung erfolgreich abgeschlossen und die staatliche Abschlussprüfung bestanden hat.
Was ist der Unterschied zwischen Krankenschwester und Pflegefachfrau?
„Krankenschwester“ ist eine ältere Berufsbezeichnung, die heute nicht mehr offiziell verwendet wird. Mit der Einführung der generalistischen Pflegeausbildung 2020 wurde der Titel Pflegefachfrau bzw. Pflegefachmann eingeführt. Er umfasst nicht nur die frühere Krankenpflege, sondern auch die Altenpflege und Kinderkrankenpflege, also alle Pflegebereiche in einem Beruf.
Was verdient man als Pflegefachperson?
Während der Ausbildung bekommst du eine Ausbildungsvergütung (im öffentlichen Dienst aktuell ca. 1.190 € im 1. Jahr, 1.250 € im 2. Jahr, 1.350 € im 3. Jahr). Nach der Ausbildung liegt das Einstiegsgehalt je nach Tarif, Region und Einrichtung meist zwischen 3.000 € und 3.400 € brutto pro Monat. Mit Berufserfahrung, Spezialisierungen oder Leitungsfunktionen kann es deutlich höher sein.
Was kann ich als Pflegefachperson noch arbeiten?
Pflegefachpersonen können neben der klassischen Patientenversorgung auch in Bereichen wie Pflegeberatung, Qualitätsmanagement, Pflegeschulung, Case Management, Forschung, Lehre oder im medizinischen Außendienst arbeiten.
Ist Gesundheits- und Krankenpfleger das Gleiche wie Krankenschwester?
Ja, im Wesentlichen ist es das Gleiche. „Krankenschwester“ ist die ältere Berufsbezeichnung, „Gesundheits- und Krankenpfleger“ ist die modernisierte, geschlechtsneutrale Bezeichnung für denselben Beruf.
Quellen
- Bundesministerium für Gesundheit. (o. D.). Pflegefachperson – Aufgaben und Einsatzfelder. Abgerufen am 15. August 2025, von www.bundesgesundheitsministerium.de/themen/gesundheitswesen/gesundheitsberufe/pflegefachperson.html
- Bundesagentur für Arbeit. (o. D.). Pflegefachfrau/-fachmann – BERUFENET. Abgerufen am 15. August 2025, von web.arbeitsagentur.de/berufenet/beruf/132173
- Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW (MAGS). (o. D.). Pflegefachfrau/Pflegefachmann – Informationen zur Ausbildung in NRW. Abgerufen am 15. August 2025, von www.mags.nrw/pflegefachfrau-pflegefachmann











