Arbeitgeber-Analyse: Pflegekräfte zieht es in die Altenpflege

Veröffentlicht am 03.06.2026

Pflegekraft gibt Patientin die Hand.

31 % der Pflegekräfte bevorzugen die Arbeit in Pflegeheimen. (Bildquelle: canva.com)

Wo Pflegekräfte arbeiten wollen, entscheidet sich längst nicht mehr nur an Gehalt oder politischen Rahmenbedingungen. Während Krankenhäuser zuletzt finanziell gestärkt wurden, behauptet sich die Altenpflege weiterhin als attraktiver Arbeitsort. Eine aktuelle Analyse von Pflegia zeigt, welche Einrichtungstypen im Wettbewerb um Fachkräfte vorne liegen und warum sich mit wachsender Berufserfahrung die Prioritäten vieler Pflegekräfte spürbar verschieben.

Seit 2020 werden Pflegekosten in Krankenhäusern vollständig über ein eigenes Pflegebudget refinanziert und sind damit nicht mehr Teil der Fallpauschalen. Für Krankenhäuser bedeutet das mehr finanziellen Handlungsspielraum und weniger direkten Kostendruck auf das Pflegepersonal. Einrichtungen der Altenpflege wie Pflegeheime und ambulante Dienste profitieren von dieser Reform hingegen nicht und verbleiben in ihren bisherigen Finanzierungsstrukturen. Doch hat diese politische Verschiebung auch die Präferenzen von Pflegekräften verändert? Eine aktuelle Analyse von Pflegia zeigt, in welchen Einrichtungen Pflegekräfte tatsächlich arbeiten wollen und ob der gestärkte Krankenhaussektor als Arbeitgeber an Attraktivität gewonnen hat.

Beliebteste Einrichtungstypen im Überblick

Die Auswertung basiert auf einer Befragung von mehr als 330.000 Pflegekräften auf der Plattform Pflegia im Zeitraum vom 01.02.2025 bis 31.01.2026. Die Daten zeigen ein klares Ranking bei den bevorzugten Einrichtungstypen: Am beliebtesten sind Pflegeheime mit 31 Prozent, gefolgt von Krankenhäusern (24 Prozent) und der ambulanten Pflege (19 Prozent). Diese drei Bereiche vereinen zusammen rund drei Viertel aller Präferenzen. Spezialisierte Einrichtungen wie Rehakliniken (0,34 Prozent), Hospize (0,42 Prozent) sowie physiotherapeutische Einrichtungen (0,83 Prozent) werden seltener als die bevorzugte erste Wahl genannt. „Die starke Konzentration hängt auch mit der Struktur des Arbeitsmarkts zusammen: Große Versorgungsbereiche wie Altenpflege und Krankenhäuser bieten deutlich mehr Stellen und Einsatzmöglichkeiten als spezialisierte Einrichtungen und sind entsprechend präsenter im Wettbewerb um Pflegekräfte“, sagt Felix Westphal, Geschäftsführer von Pflegia.

Altenpflege vs. Kliniksektor

Die gesundheitspolitischen Reformen der vergangenen Jahre haben vor allem den Kliniksektor gestärkt. Insbesondere die Ausgliederung der Pflegekosten aus den Fallpauschalen hat den Druck auf Personalkosten in Krankenhäusern spürbar verringert. Dadurch entstanden zusätzliche Spielräume für den Personalaufbau und für wettbewerbsfähigere Gehälter. Das zeigt sich auch in unseren Daten: Krankenhäuser gehören weiterhin zu den beliebtesten Arbeitgebern im Pflegesektor. Gleichzeitig sehen wir, dass viele Pflegekräfte, insbesondere mit zunehmender Berufserfahrung, die Altenpflege als attraktives Arbeitsumfeld wahrnehmen. Pflegeheime und ambulante Dienste kommen zusammen auf 49 Prozent der Präferenzen, während Krankenhäuser und Intensivpflege bei rund 36 Prozent liegen. Die Wahl des Arbeitgebers hängt nicht allein von strukturellen oder finanziellen Faktoren ab, sondern auch stark von individuellen Prioritäten und Arbeitsbedingungen im Alltag.”, betont Felix Westphal, Geschäftsführer von Pflegia.

Anna Liebig

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Erfahrene Pflegekräfte bevorzugen die Altenpflege

Mit zunehmendem Alter verschieben sich die Präferenzen von Pflegekräften merklich: Während Pflegeheime an Attraktivität gewinnen, werden Krankenhäuser weniger bevorzugt. So steigt die Präferenz für Pflegeheime von 30 Prozent (<25 Jahre) auf rund 37 Prozent (55+ Jahre), während sie bei Krankenhäusern im gleichen Zeitraum von knapp 28 Prozent auf rund 20 Prozent sinkt.

„Die Verschiebung mit zunehmendem Alter lässt sich auch durch die Arbeitsbedingungen erklären: Während Krankenhäuser häufig von hoher Arbeitsintensität, Schichtdiensten und kurzfristigen Belastungsspitzen geprägt sind, bieten Pflegeheime oft stabilere und planbarere Arbeitsstrukturen. Mit zunehmender Berufserfahrung gewinnen diese Faktoren für viele Pflegekräfte an Bedeutung“, ordnet Felix Westphal, Geschäftsführer von Pflegia, ein.

Über die Untersuchung

Die Auswertung basiert auf einer Befragung von Pflegekräften der Plattform Pflegia nach ihren Bewerbungspräferenzen. Berücksichtigt wurden alle Interaktionen im Zeitraum 01.02.2025 bis 31.01.2026 (n = 333.413), die nach bevorzugtem Einrichtungstyp aggregiert und ausgewertet wurden. Bei den gestellten Fragen waren Mehrfachnennungen  möglich.

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