Urlaubsanspruch in der Pflege: In diesen Bundesländern haben Pflegekräfte die meisten freien Tage

Veröffentlicht am 27.07.2026

Nahaufnahme eines Flugzeugflügels mit Wolken und Landschaft im Hintergrund.

Die durchschnittlich angegebenen Urlaubstage in Pflegejobs liegen je nach Bundesland zwischen 29,9 und 31 Tagen pro Jahr. Bildquelle: canva.com

Wie viel Urlaub steht Pflegepersonal eigentlich zu? Diese Frage beschäftigt viele Pflegekräfte – vor allem, weil Stellenanzeigen häufig nicht transparent genug zeigen, wie viele Urlaubstage ein Job tatsächlich bietet. Um mehr Transparenz zu schaffen, hat Pflegia 26.791 auf Pflegia.de inserierte Stellen ausgewertet. Die Analyse zeigt, in welchen Bundesländern Arbeitgeber besonders viele Urlaubstage angeben und wo Pflegekräfte inklusive gesetzlicher Feiertage rechnerisch auf die meisten freien Tage kommen.

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Das wichtigste in Kürze:

  • 🌴 Mehr Urlaub als gesetzlich vorgeschrieben: Die Auswertung von 26.791 Stellenanzeigen auf Pflegia.de zeigt, dass Pflegekräfte in Deutschland durchschnittlich rund 30 Urlaubstage pro Jahr angeboten bekommen.
  • 📍 Große Unterschiede zwischen den Bundesländern: Rechnet man gesetzliche Feiertage hinzu, kommen Pflegekräfte je nach Bundesland auf rund 40 bis 43 freie Tage pro Jahr. Bayern führt das Ranking aufgrund seiner vielen Feiertage an.
  • 📊 Nicht nur Urlaubstage vergleichen: Bei der Jobsuche spielen neben der Anzahl der Urlaubstage auch Feiertagsregelungen, Dienstplanmodelle, Wochenendarbeit und Freizeitausgleich eine wichtige Rolle.
  • 🚑 Feiertage sind nicht automatisch frei: Da Pflegeeinrichtungen auch an Sonn- und Feiertagen geöffnet sind, arbeiten viele Pflegekräfte an diesen Tagen. Dafür muss in der Regel ein Ersatzruhetag gewährt werden.
  • 💶 Feiertagszuschläge sind nicht selbstverständlich: Ein gesetzlicher Anspruch auf Zuschläge besteht nicht. Ob Zuschläge gezahlt werden, richtet sich nach Tarifvertrag, Betriebsvereinbarung oder Arbeitsvertrag.
  • 🧮 Teilzeit beeinflusst den Urlaubsanspruch: Entscheidend ist nicht die Wochenarbeitszeit, sondern an wie vielen Tagen pro Woche gearbeitet wird. Der Urlaubsanspruch wird entsprechend anteilig berechnet.

Grundsätzlich gilt: Auch in der Pflege greift zunächst der gesetzliche Urlaubsanspruch. Nach dem Bundesurlaubsgesetz beträgt der Mindesturlaub 24 Werktage pro Jahr; bei einer klassischen 5-Tage-Woche entspricht das mindestens 20 Arbeitstagen Urlaub. Für viele Beschäftigte in Pflegebetrieben kommt jedoch ein zusätzlicher Mindestanspruch hinzu: Die Pflegearbeitsbedingungenverordnung sieht bei einer 5-Tage-Woche neun weitere bezahlte Urlaubstage pro Kalenderjahr vor. Damit liegt der Mindestanspruch für Beschäftigte im Geltungsbereich der Verordnung bei insgesamt 29 Urlaubstagen pro Jahr.

Wichtig ist dabei:
Die Pflegearbeitsbedingungenverordnung gilt nicht automatisch für jede Person, die in der Pflege arbeitet. Erfasst sind Pflegebetriebe, also Betriebe oder selbstständige Betriebsabteilungen, die überwiegend ambulante, teilstationäre oder stationäre Pflegeleistungen oder ambulante Krankenpflegeleistungen erbringen. Krankenhäuser sind nach der Verordnung ausdrücklich keine Pflegebetriebe. Für Pflegekräfte im Krankenhaus können deshalb andere Regelungen gelten, etwa aus Tarifvertrag, Arbeitsvertrag oder Betriebsvereinbarung.

Pflegia-Auswertung: Wie viele Urlaubstage werden in Pflege-Stellenanzeigen angeboten?

Eine Auswertung der auf Pflegia.de inserierten Stellen im Zeitraum vom 15.04.2025 bis 15.04.2026 zeigt: Die durchschnittlich angegebenen Urlaubstage in Pflegejobs liegen je nach Bundesland zwischen 29,9 und 31 Tagen pro Jahr. Rechnet man die regulären gesetzlichen Feiertage im jeweiligen Bundesland hinzu, kommen Pflegekräfte je nach Standort rechnerisch auf rund 40 bis 43 freie Tage pro Jahr.

Wie viel Urlaub steht mir zu? Tabelle nach Bundesland

Rang Bundesland Ausgewertete Stellen Durchschnittliche Urlaubstage Berücksichtigte Feiertage Urlaubstage inkl. Feiertage
1 Bayern 3.033 30,0 13 43,0
2 Baden-Württemberg 3.861 30,6 12 42,6
3 Saarland 349 30,5 12 42,5
4 Nordrhein-Westfalen 5.915 31,0 11 42,0
5 Rheinland-Pfalz 1.281 30,8 11 41,8
6 Sachsen-Anhalt 617 30,5 11 41,5
7 Mecklenburg-Vorpommern 450 30,2 11 41,2
8 Sachsen 1.167 30,0 11 41,0
9 Thüringen 742 29,9 11 40,9
10 Niedersachsen 2.900 30,7 10 40,7
11 Hessen 1.783 30,5 10 40,5
12 Schleswig-Holstein 1.483 30,5 10 40,5
13 Bremen 256 30,2 10 40,2
14 Hamburg 691 30,2 10 40,2
15 Berlin 1.373 30,0 10 40,0
16 Brandenburg 890 29,9 10 39,9

Bayern liegt vorne – obwohl NRW die meisten Urlaubstage bietet

Auf den ersten Blick bietet Nordrhein-Westfalen in der Auswertung mit durchschnittlich 31 Urlaubstagen die meisten Urlaubstage. Rechnet man jedoch die berücksichtigten Feiertage hinzu, liegt Bayern mit insgesamt 43 rechnerisch freien Tagen pro Jahr an der Spitze.

Anna Liebig

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Das liegt daran, dass Bayern im Bundesländervergleich besonders viele gesetzliche Feiertage hat. Dahinter folgen Baden-Württemberg mit rechnerisch 42,6 freien Tagen und das Saarland mit 42,5 freien Tagen. Nordrhein-Westfalen landet trotz des höchsten durchschnittlichen Urlaubsanspruchs bei 42,0 Tagen auf Platz vier.

Am Ende der Tabelle stehen Berlin und Brandenburg. Dort kommen Pflegekräfte in den ausgewerteten Stellen rechnerisch auf rund 40 freie Tage pro Jahr, wenn man durchschnittlich angegebene Urlaubstage und berücksichtigte gesetzliche Feiertage kombiniert.

Was die Auswertung für Pflegekräfte bedeutet

Für Pflegekräfte lohnt es sich, bei Jobangeboten nicht nur auf das Gehalt zu schauen. Auch Urlaubstage, Dienstplanmodelle, Wochenendarbeit, Feiertagsregelungen und Ausgleichstage können einen großen Unterschied machen.

Ein Job mit 30 Urlaubstagen kann sich je nach Bundesland unterschiedlich anfühlen: In einem Bundesland mit vielen Feiertagen entstehen rechnerisch mehr freie Tage als in einem Bundesland mit weniger Feiertagen. Gleichzeitig kommt es in der Pflege besonders darauf an, wie Feiertagsarbeit, Wochenenddienste und Freizeitausgleich konkret geregelt sind.

Denn Feiertage sind in der Pflege nicht automatisch freie Tage. Krankenhäuser, Pflegeheime und ambulante Dienste müssen die Versorgung auch an Feiertagen sicherstellen. Deshalb kann es vorkommen, dass Pflegekräfte an Feiertagen arbeiten.

Feiertage in der Pflege: Dienst, Ausgleich und Zuschläge

Wenn Pflegekräfte an einem Feiertag arbeiten, muss der Dienst an anderen Tagen ausgeglichen werden. Nach dem Arbeitszeitgesetz müssen Arbeitnehmer:innen, die an einem auf einen Werktag fallenden Feiertag beschäftigt werden, einen Ersatzruhetag erhalten. Dieser muss innerhalb eines Zeitraums von acht Wochen gewährt werden.

Ein allgemeiner gesetzlicher Anspruch auf Feiertagszuschläge besteht dagegen nicht automatisch. Zuschläge sind in der Regel nur dann geschuldet, wenn sie im Tarifvertrag, in einer Betriebsvereinbarung oder im Arbeitsvertrag geregelt sind. In der Praxis bieten viele Arbeitgeber solche Zuschläge trotzdem an, vor allem für Dienste an Sonn- und Feiertagen.

Für Bewerber:innen heißt das: Beim Vergleich von Stellenangeboten lohnt sich nicht nur der Blick auf die Anzahl der Urlaubstage. Entscheidend ist auch, ob Feiertagsdienste fair verteilt werden, ob es Ersatzruhetage gibt und ob Zuschläge oder andere Ausgleichsregelungen klar geregelt sind.

Urlaubstage Rechner: So kannst du deinen Anspruch grob einschätzen

Wer wissen möchte, wie viele Urlaubstage ihm oder ihr zustehen, kann den Anspruch grob mit folgender Formel berechnen:

Urlaubstage bei Vollzeit ÷ Arbeitstage pro Woche bei Vollzeit × eigene Arbeitstage pro Woche = persönlicher Urlaubsanspruch

Beispiel: Wenn eine Vollzeitstelle mit 5 Arbeitstagen pro Woche 30 Urlaubstage vorsieht und eine Pflegekraft an 4 Tagen pro Woche arbeitet, ergibt sich rechnerisch:

30 ÷ 5 × 4 = 24 Urlaubstage

Wichtig ist dabei: Entscheidend ist nicht nur die Stundenanzahl, sondern vor allem, an wie vielen Tagen pro Woche gearbeitet wird. Auch bei Teilzeit zählt für den Urlaubsanspruch vor allem die tatsächliche Verteilung der Arbeitstage.

Fazit: Urlaubstage sind ein wichtiger Teil guter Arbeitsbedingungen

Die Auswertung zeigt: Pflegekräfte können in vielen Stellenangeboten mit rund 30 Urlaubstagen pro Jahr rechnen.Damit erhalten sie häufig mehr Urlaub als der gesetzliche Mindestanspruch vorgibt. In Kombination mit den Feiertagen ergeben sich je nach Bundesland deutliche Unterschiede.

Beim Vergleich von Jobangeboten lohnt sich nicht nur der Blick auf Urlaubstage, Feiertagsregelungen, Dienstplanmodelle und Ausgleichstage sollten ebenfalls berücksichtigt werden. Denn wie erholsam ein Job wirklich ist, entscheidet sich nicht nur an der Zahl der Urlaubstage, sondern auch daran, wie planbar freie Tage, Wochenenden und Feiertage im Arbeitsalltag gestaltet sind.

Häufige Fragen zu Urlaubstagen in der Pflege

Wie viel Urlaubstage stehen mir zu in der Pflege?

In der Pflege gilt wie in anderen Branchen der gesetzliche Mindesturlaub. Bei einer 5-Tage-Woche sind das mindestens 20 Arbeitstage pro Jahr. Viele Arbeitgeber in der Pflege bieten jedoch mehr Urlaubstage an. In der Pflegia-Auswertung der inserierten Pflegejobs im Zeitraum vom 15.04.2025 bis 15.04.2026 lagen die durchschnittlich angegebenen Urlaubstage je nach Bundesland bei rund 30 Tagen pro Jahr.

Wie viele Urlaubstage haben Pflegehelfer?

Pflegehelfer:innen haben denselben gesetzlichen Mindesturlaubsanspruch wie andere Arbeitnehmer:innen. Der konkrete Anspruch hängt davon ab, wie viele Tage pro Woche gearbeitet wird und was im Arbeitsvertrag oder Tarifvertrag geregelt ist. In vielen Pflegejobs liegen die angebotenen Urlaubstage über dem gesetzlichen Minimum.

Muss ich in der Pflege an Feiertagen arbeiten?

Ja, das ist möglich. Grundsätzlich gilt zwar ein Beschäftigungsverbot an Sonn- und gesetzlichen Feiertagen. Für Krankenhäuser und andere Einrichtungen zur Behandlung, Pflege und Betreuung von Personen gibt es aber eine Ausnahme, wenn die Arbeit nicht an Werktagen erledigt werden kann. Deshalb können Pflegekräfte auch an Feiertagen zum Dienst eingeteilt werden.

Was steht mir zu, wenn ich in der Pflege an einem Feiertag arbeite?

Wer an einem auf einen Werktag fallenden Feiertag arbeitet, hat Anspruch auf einen Ersatzruhetag innerhalb von acht Wochen. Ein gesetzlicher Anspruch auf Feiertagszuschläge besteht dagegen nicht automatisch. Ob Zuschläge gezahlt werden, hängt vom Arbeitsvertrag, Tarifvertrag oder einer Betriebsvereinbarung ab.

Warum unterscheiden sich die freien Tage je nach Bundesland?

Die Urlaubstage hängen vom Arbeitgeber ab. Die Feiertage unterscheiden sich zusätzlich je nach Bundesland. Deshalb kommen Pflegekräfte in Bayern, Baden-Württemberg oder dem Saarland rechnerisch auf mehr freie Tage als Pflegekräfte in Bundesländern mit weniger gesetzlichen Feiertagen.

Wie kann ich meinen Urlaubsanspruch berechnen?

Als grober Urlaubstage Rechner hilft folgende Formel: Urlaubstage bei Vollzeit geteilt durch die regulären Arbeitstage pro Woche bei Vollzeit, multipliziert mit den eigenen Arbeitstagen pro Woche. Wer zum Beispiel bei einer 5-Tage-Woche 30 Urlaubstage hätte, aber nur 4 Tage pro Woche arbeitet, kommt rechnerisch auf 24 Urlaubstage.

Quellen

Bundesministerium der Justiz. „Bundesurlaubsgesetz (BUrlG) – § 3 Dauer des Urlaubs.“ Abgerufen am 23. Juli 2026 von https://www.gesetze-im-internet.de/burlg/__3.html

Bundesministerium der Justiz. „Siebte Pflegearbeitsbedingungenverordnung (7. PflegeArbbV) – § 4 Urlaub.“ Abgerufen am 23. Juli 2026 von https://www.gesetze-im-internet.de/pflegearbbv_7/__4.html

Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB). „Gesetzliche Feiertage 2026.“ Abgerufen am 23. Juli 2026 von https://www.dgb.de/service/ratgeber/feiertage/

Bundesministerium der Justiz. „Arbeitszeitgesetz (ArbZG) – § 11 Ausgleich für Sonn- und Feiertagsbeschäftigung.“ Abgerufen am 23. Juli 2026 von https://www.gesetze-im-internet.de/arbzg/__11.html

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