Der Herbst ist da – Herausforderungen durch Zeitumstellung und Infektionsrisiko

Veröffentlicht am 24.10.2025

Abbildung einer Uhr, die an einer weißen Wand hängt.

Die Zeitumstellung kann Pflegebedürftigen zusetzen. Quelle: Canva.de

Bald ist es wieder soweit und die Uhren werden auf die Winterzeit umgestellt. Das kann unser Zeitgefühl und das körperliche Wohlbefinden etwas durcheinanderbringen. Vor allem Kindern, älteren Personen und Pflegebedürftigen fällt die Umstellung oft schwer. Gleichzeitig steigt im Herbst das Infektionsrisiko. Für dich als Pflegekraft ergibt sich daraus eine doppelte Herausforderung: den Biorhythmus der Patient:innen zu stabilisieren und gleichzeitig den Infektionsschutz im Auge zu behalten. 

Gesundheitliche Beschwerden durch Zeitumstellung 

Die innere Uhr des Menschen ist fein abgestimmt. Schon kleine Verschiebungen im Tag-Nacht-Rhythmus können den Schlaf stören, die Stimmung beeinflussen oder die körperliche Leistungsfähigkeit verringern. Pflegebedürftige Menschen reagieren hier besonders sensibel, da ihr Schlaf-Wach-Rhythmus oft ohnehin instabil ist. 

Typische Auswirkungen nach der Zeitumstellung: 

  • Schlafprobleme: Einschlafen und Durchschlafen fallen schwerer.  
  • Desorientierung: Vor allem Demenzerkrankte orientieren sich im Tagesablauf stark an den Zeiten für Mahlzeiten oder Medikamentengaben. Nach der Zeitumstellung kann hier die innere Uhr durcheinandergeraten und zu verstärkter Verwirrung führen. 
  • Sturzrisiko: Müdigkeit und Unsicherheit erhöhen das Risiko im Alltag. 
  • Immunschwäche: Durch weniger erholsamen Schlaf sinkt die Abwehrkraft, so haben Infekte leichteres Spiel. 
Tipp:
Oft ist die abrupte Verschiebung um eine ganze Stunde von einem Tag auf den anderen zu viel. Dann kann es helfen, die Schlafens-, Medikations- und Essenszeiten an die neue Uhrzeit langsam anzupassen, etwa jeden Tag eine Viertelstunde näher an der neuen Zeit.

Kommunikation im Team 

Damit keine Lücken entstehen, sollten Pflegekräfte die Zeitumstellung aktiv in Dienstübergaben thematisieren. Wer übernimmt wann am Tag der Umstellung? Welche Bewohner:innen brauchen besondere Aufmerksamkeit? Wann erfolgen die Medikationsgaben? 

Anna Liebig

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Angehörige einbeziehen 

Oft fällt es Angehörigen schwer, die Veränderungen im Verhalten ihrer Liebsten einzuordnen. Eine kurze Erklärung zur Zeitumstellung kann hier viel Verständnis schaffen. Außerdem sollten Besuchszeiten so geplant werden, dass sie die neue Tagesstruktur nicht durcheinanderbringen. 

Herbstzeit = Infektionszeit 

Parallel zur Zeitumstellung beginnt die Erkältungs- und Grippesaison. Das Immunsystem wird durch kältere Temperaturen und weniger Sonnenlicht ohnehin geschwächt. Dazu kommt, dass Menschen sich im Herbst und Winter häufiger in geschlossenen Räumen aufhalten, in denen die Luft schnell trocken wird. Viren und Bakterien verbreiten sich dadurch schneller. 

Für pflegebedürftige Menschen bedeutet das: 

  • Erhöhtes Risiko für Atemwegsinfekte, die schnell schwer verlaufen können. 
  • Gefahr von Komplikationen wie Lungenentzündungen. 
  • Höhere Belastung für das ohnehin geschwächte Herz-Kreislauf-System. 
  • In stationären Einrichtungen besteht eine hohe Ansteckungsgefahr, sodass schnell auch mal ganze Wohnbereiche betroffen sein können.  

Infektionsschutz ist die beste Prävention 

Der beste Infekt ist der, den man erst gar nicht bekommt. Somit gilt es in der kalten Jahreszeit, die üblichen Hygienevorschriften ganz besonders konsequent einzuhalten und gegebenenfalls zu erweitern. Je geschwächter eine pflegebedürftige Person ist, desto strikter solltest du auf die Hygienemaßnahmen achten. 

  • Handhygiene: Vor und nach jedem Kontakt mit Patient:innen, Kolleg:innen und Besucher:innen ist die sorgsame Desinfektion der Hände wichtig.  
  • Flächendesinfektion: Besonders Türgriffe, Tische, Bettgitter und sanitäre Bereiche müssen sorgfältig und regelmäßig gereinigt werden. 
  • Schutzausrüstung: Handschuhe, Mund- und Nasenschutzmasken oder Kittel sollten, je nach Pflegesituation, angezogen werden. Sie helfen beidseitig: Das Risiko, dass du Viren oder Bakterien an Patient:innen weitergibst, sinkt genauso wie auch dein eigener Infektionsschutz dadurch steigt. 
  • Husten- und Niesetikette: 1. Während des Hustens oder Niesens möglichst viel Abstand zu anderen Personen halten. 2. In die Armbeuge oder ein Taschentuch husten/niesen. 3. Benutzte Taschentücher sofort entsorgen. 4. Händehygiene im Anschluss. 5. Wenn Handschuhe oder ein Mund-Nasen-Schutz getragen wurde, sofort auswechseln 
Achtung:
Es ist wichtig, dass nicht nur du als Pflegekraft, sondern auch die Patient:innen und Besucher:innen sich an die Husten- und Niesetikette halten, um Ansteckung zu vermeiden. 

Lüften und Raumklima 

Pflegebedürftige frieren oft schnell, daher wird in stationären Einrichtungen häufig stark geheizt. Doch die trockene Luft begünstigt die Vermehrung und Verbreitung von Viren. Wichtig ist dann das regelmäßige Stoßlüften. Zudem sollte die Luftfeuchtigkeit in den Wohnräumen im Auge behalten werden. Ideal sind etwa 40 bis 60 Prozent.  

Impfungen checken 

Der Impfschutz der Patient:innen sollte auf dem aktuellen Stand sein und – wenn nötig – rechtzeitig aufgefrischt werden. Der Frühherbst ist die ideale Zeit, um die Grippe- und COVID-19-Impfung zu geben. Wichtig für ältere Menschen und Vorerkrankte sind außerdem die Pneumokokken- und die RSV-Schutzimpfung.  

Booster fürs Immunsystem 

Neben Hygiene und Impfungen spielt die allgemeine Stärkung des Immunsystems eine Rolle: 

  • Ernährung: Jetzt sollten vitaminreiche Lebensmittel mit ausreichend Protein auf dem Speiseplan stehen. Als Snacks eignen sich frisches und getrocknetes Obst, Nüsse und Kerne oder Rohkost - das beugt auch Mangelernährung vor.  
  • Flüssigkeit: Viele ältere Menschen trinken zu wenig, das trocknet die Schleimhäute aus. So haben Viren und Bakterien leichteres Spiel. 
  • Bewegung: Patient:innen, die gerne kleine Spaziergänge machen, sollten dies auch bei etwas trüberem Herbstwetter tun. Die Bewegung und die frische Luft aktivieren die Abwehrkräfte. 
  • Tageslicht: Sonnenlicht fördert die Vitamin-D-Produktion und stabilisiert die Stimmung. Es kann auch auf dem Balkon oder am Fenster genossen werden. 

Fazit 

Die Zeitumstellung am 26. Oktober 2025 kann für pflegebedürftige Menschen vorübergehend den Alltag und das Wohlbefinden beeinflussen. Außerdem steigt zeitgleich im Herbst das Risiko für Infektionen. Du als Pflegekraft stehst in dieser Zeit daher vor zwei Aufgaben: die innere Uhr der Bewohner:innen und die tatsächliche Uhrzeit wieder in Einklang zu bringen und möglichst konsequenten Infektionsschutz zu leisten. Eine gute Teamorganisation, klare Aufgabenverteilung und die Einbeziehung von Patient:innen und Angehörigen können einen wichtigen Beitrag dazu leisten. 

Häufige Fragen zur Zeitumstellung und der Infektionsgefahr 

Wann ist die Zeitumstellung 2025?

In der Nacht vom 25. auf den 26. Oktober 2025 wird die Uhr von 3:00 Uhr auf 2:00 Uhr zurückgestellt. Das hat zur Folge, dass es morgens erstmal wieder früher hell wird, die Dunkelheit am Abend jedoch früher hereinbricht. Am 21./22. Dezember zur Wintersonnenwende sind die Tage am kürzesten und die Nächte am längsten. 

Wie beeinflusst die Zeitumstellung die Gesundheit? 

Der verschobene Rhythmus kann Schlafprobleme, Müdigkeit, Gereiztheit und Orientierungsprobleme verursachen. Bei pflegebedürftigen Menschen wirkt sich das stärker aus, weil ihr Schlaf-Wach-Rhythmus ohnehin häufig störungsanfälliger ist. Vor allem Menschen mit Demenz können eine verstärkte Symptomatik zeigen, wenn Schlafens-, Essens- und Aktivitätszeiten plötzlich entgegen ihrer inneren Uhr stattfinden. 

Warum steigt das Infektionsrisiko im Herbst? 

Die Menschen verbringen viel mehr Zeit in geheizten Räumen. Frische Luft, Sonnenlicht und Bewegung kommen dann häufig zu kurz. Zudem sind mehr Infekte im Umlauf, die durch Pflegekräfte oder Besucher:innen mitgebracht werden können. Trockene Heizungsluft fördert die Verbreitung von Viren. 

Wie kann man das Immunsystem von Pflegebedürftigen stärken? 

Noch wichtiger als sonst sind:

  • Vitaminreiche Ernährung und ausreichend Flüssigkeit 
  • Bewegung und frische Luft 
  • Ein aktueller Impfstatus der wichtigsten Impfungen (Grippe, COVID-19, RSV) 
  • Ausreichend Schlaf und feste Tagesstrukturen 
  • Räume regelmäßig lüften und auf Luftfeuchtigkeit achten 

Medizinische und rechtliche Hinweise:

Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und ersetzt keinesfalls eine professionelle medizinische Beratung. Die enthaltenen Informationen sind nicht dafür geeignet, eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen zu beginnen bzw. abzubrechen. Bei gesundheitlichen Anliegen und zur Klärung individueller Fragen sollte stets ein qualifizierter Arzt oder eine qualifizierte Ärztin konsultiert werden. Im Falle gesundheitlicher Probleme ist es wichtig, rechtzeitig ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Quellen

Robert-Koch-Institut, rki.de, Impfen, Influenza, FAQ-Liste, abgerufen am 22.09.25 unter https://www.rki.de/SharedDocs/FAQs/DE/Impfen/Influenza/FAQ-Liste_gesamt.html

Stiftung ZQP, zqp.de, Schutz-Infektionen-Pflege, Schutz vor Infektionen, abgerufen am 25.09.25 unter https://www.zqp.de/thema/schutz-infektionen-pflege/

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