Lungenentzündung: Häufige Ursachen, Symptome und Behandlung
Veröffentlicht am 08.08.2025

Bei einer Lungenentzündung, auch eine Pneumonie, kommt es zu einer akuten oder chronischen Entzündung des Lungengewebes. Quelle: Canva.de
Die Lungenentzündung zählt weltweit zu den häufigsten und potenziell gefährlichen Atemwegserkrankungen. Gerade Menschen ab 65 Jahren gelten als besonders gefährdet für schwere Verläufe einer Lungenentzündung (Pneumonie). Besonders in der kalten Jahreszeit oder bei geschwächtem Immunsystem kann sie rasch auftreten und einen schweren Verlauf nehmen. Trotz medizinischer Fortschritte fordert die Lungenentzündung jährlich viele Todesopfer, weshalb eine frühzeitige Erkennung und gezielte Behandlung besonders wichtig sind.
Was genau ist eine Lungenentzündung? Wodurch wird sie verursacht und wie kann sie behandelt werden?
Was ist eine Lungenentzündung?
Die Ursachen einer Lungenentzündung sind meist eine akute oder chronische Entzündung des Lungengewebes, vor allem der Lungenbläschen (Alveolen) und des angrenzenden Gewebes. Durch die Entzündung füllen sich die normalerweise luftgefüllten Lungenbläschen mit Flüssigkeit oder Eiter, was den Gasaustausch erheblich beeinträchtigt. Die Folge ist, dass Sauerstoff schlechter ins Blut gelangt und Kohlendioxid weniger gut abgeatmet werden kann. Lungenentzündungen werden meist durch Bakterien (bakterielle Pneumonie), Viren (virale Pneumonie) oder – seltener – durch Pilze oder andere Erreger (atypische Pneumonie) verursacht. Auch das Einatmen von Reizstoffen, Magensäure (Aspiration) oder eine bestehende Grunderkrankung kann eine Pneumonie auslösen.

Einteilung der Lungenentzündung
| Art | Betroffene Areale |
|---|---|
| Lobärpneumonie | ganzer Lungenlappen |
| Bronchopneumonie | kleine Bronchien und umgebende Lungenbläschen (Alveolen) |
| Interstitielle Pneumonie | umgebendes Bindegewebe der Lungenbläschen (Alveolen) |

Ursachen einer Lungenentzündung
Die häufigste Ursache einer Lungenentzündung ist eine Infektion durch Krankheitserreger. An erster Stelle stehen Bakterien wie Streptococcus pneumoniae (Pneumokokken), die besonders bei Erwachsenen eine große Rolle spielen. Auch Viren wie Influenza- oder Coronaviren können eine Pneumonie auslösen, vor allem bei Kindern oder immungeschwächten Personen. Seltener sind Pilze, Parasiten oder atypische Erreger wie Mycoplasma pneumoniae beteiligt.

Anna Liebig
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Neben infektiösen Auslösern kann eine Lungenentzündung auch durch das Einatmen von Fremdstoffen entstehen, etwa von Magensaft (bei Erbrechen), Rauch, Gasen oder Chemikalien. In diesem Fall sprechen Mediziner von einer sogenannten Aspirationspneumonie oder chemisch-toxischen Pneumonie. Risikofaktoren wie ein geschwächtes Immunsystem, chronische Krankheiten (z. B. COPD, Diabetes), hohes Alter, Bettlägerigkeit oder das Rauchen erhöhen die Anfälligkeit für eine Lungenentzündung zusätzlich.
Symptome einer Lungenentzündung
Die Symptome einer Lungenentzündung hängen stark von der Art des Erregers, dem Alter der betroffenen Person und dem allgemeinen Gesundheitszustand ab, doch Husten ist meist ein Bestandteil. Grundsätzlich wird zwischen der typischen und der atypischen Pneumonie unterschieden – wobei die Grenzen in der Praxis oft fließend sind.
Typische Lungenentzündung
Diese Form wird meist durch Bakterien wie Streptococcus pneumoniae verursacht und zeichnet sich durch einen plötzlichen Krankheitsbeginn aus. Häufige Symptome sind:
- Hohes Fieber und Schüttelfrost
- Produktiver Husten mit eitrigem oder rostfarbenem Auswurf
- Brustschmerzen, insbesondere beim Einatmen (atembedingte Schmerzen)
- Atemnot und schneller, flacher Atem
- Allgemeines Krankheitsgefühl
Atypische Lungenentzündung
Atypische Pneumonien werden häufig durch andere Bakterien (Mycoplasma pneumoniae, Chlamydophila pneumoniae) oder Viren verursacht. Die Symptome entwickeln sich schleichender und sind oft unspezifischer:
- Trockener Reizhusten
- Nur leichtes oder gar kein Fieber
- Kopf-, Muskel- und Gliederschmerzen
- Müdigkeit, Schwäche und Appetitlosigkeit
- Seltener: Atemnot oder Brustschmerzen
In vielen Fällen zeigen Patient:innen Symptome beider Formen. Vor allem bei älteren Menschen, kleinen Kindern oder Personen mit Vorerkrankungen kann das Beschwerdebild untypisch oder abgeschwächt sein. Anzeichen wie Verwirrtheit, schnelle Erschöpfung oder eine plötzliche Verschlechterung des Allgemeinzustands können dann Hinweise auf eine beginnende Lungenentzündung sein.
Behandlung einer Lungenentzündung
Die Behandlung einer Lungenentzündung richtet sich nach dem Erreger, dem Schweregrad der Erkrankung sowie dem allgemeinen Gesundheitszustand der betroffenen Person. Sauerstofftherapie ist oft essenziell. Ziel der Therapie ist es, die Entzündung zu bekämpfen, die Symptome zu lindern und Komplikationen zu vermeiden. Festgestellt wird die Lungenentzündung meist durch ein Röntgen Thorax.
Medikamentöse Therapie
- Antibiotika bei Lungenentzündung: Bei bakteriellen Lungenentzündungen kommen in der Regel Antibiotika zum Einsatz. Die Auswahl des Wirkstoffs hängt vom vermuteten oder nachgewiesenen Erreger ab. Bei typischer Pneumonie wird meist mit sogenannten Breitbandantibiotika begonnen, später kann – falls notwendig – auf ein gezieltes Präparat umgestellt werden.
- Antivirale Mittel: Bei viralen Pneumonien, z. B. durch Influenzaviren oder SARS-CoV-2, können antivirale Medikamente eingesetzt werden, allerdings nur in bestimmten Fällen und meist früh im Krankheitsverlauf.
- Antimykotika: Wenn eine Pilzinfektion die Ursache ist (selten, meist bei immungeschwächten Patienten), werden spezielle pilzabtötende Mittel verabreicht.
Allgemeine Maßnahmen
- Bettruhe und Schonung: Körperliche Ruhe ist wichtig, um dem Immunsystem die nötige Energie zur Bekämpfung der Entzündung zu geben.
- Ausreichende Flüssigkeitszufuhr: Viel trinken hilft dabei, Schleim zu verflüssigen und das Abhusten zu erleichtern.
- Fiebersenkung und Schmerzmittel: Bei Bedarf werden fiebersenkende Mittel (z. B. Paracetamol, Ibuprofen) verabreicht, um das Allgemeinbefinden zu verbessern.
Stationäre Behandlung
In schweren Fällen – etwa bei starker Atemnot, hohem Fieber, schlechter Sauerstoffsättigung oder bei Risikopatienten – ist eine Krankenhausaufnahme notwendig. Dort können zusätzliche Maßnahmen erfolgen:
- Sauerstoffgabe oder Beatmung bei eingeschränkter Lungenfunktion
- Intravenöse Antibiotika oder Flüssigkeitszufuhr
- Intensivüberwachung bei drohendem Organversagen oder Komplikationen
Nachsorge und Erholung
Auch nach Abklingen der akuten Symptome kann die vollständige Genesung Wochen dauern. Eine ärztliche Nachkontrolle – ggf. inklusive Röntgenuntersuchung – ist empfehlenswert, um sicherzustellen, dass sich das Lungengewebe vollständig erholt hat. Eine langsame Rückkehr in den Alltag und körperliche Belastung sollte erst nach Rücksprache mit dem Arzt erfolgen.
Komplikationen einer Lungenentzündung
Obwohl viele Lungenentzündungen bei rechtzeitiger Behandlung gut heilbar sind, können – insbesondere bei schweren Verläufen oder Risikopatienten – ernsthafte Komplikationen auftreten. Diese können die Genesung verzögern, zu bleibenden Schäden führen oder sogar lebensbedrohlich sein.
- Pleuraerguss: Bei einem Pleuraerguss sammelt sich Flüssigkeit zwischen Lunge und Brustwand im sogenannten Pleuraspalt. Das kann zu verstärkter Atemnot führen und muss in manchen Fällen punktiert (abgesaugt) werden.
- Lungenabszess: Ein Lungenabszess ist eine eitrige Einschmelzung des Lungengewebes, die meist durch aggressive Bakterien verursacht wird. Er äußert sich durch anhaltendes Fieber, Husten mit übelriechendem Auswurf und allgemeine Schwäche. Die Behandlung erfolgt meist mit hochdosierten Antibiotika, in seltenen Fällen auch chirurgisch.
- Atemversagen: Bei schwerer Entzündung kann der Gasaustausch in der Lunge so stark beeinträchtigt sein, dass es zu einer akuten Atemnot oder sogar einem Atemversagen kommt. In solchen Fällen ist eine Sauerstoffgabe oder intensivmedizinische Betreuung erforderlich.
- Sepsis (Blutvergiftung): Gelangen Bakterien aus der Lunge in die Blutbahn, kann sich eine lebensbedrohliche Sepsis entwickeln. Diese ist durch hohes Fieber, niedrigen Blutdruck, Verwirrtheit und Kreislaufversagen gekennzeichnet und muss intensivmedizinisch behandelt werden.
- Herz-Kreislauf-Komplikationen: Vor allem ältere Menschen oder Personen mit bestehenden Herzerkrankungen haben ein erhöhtes Risiko für Herzrhythmusstörungen, Herzschwäche oder sogar Herzinfarkte im Zusammenhang mit einer Lungenentzündung.
- Chronische Lungenschäden: In seltenen Fällen – etwa bei wiederholten oder unbehandelten Pneumonien – kann es zu bleibenden Veränderungen des Lungengewebes kommen, wie Vernarbungen (Fibrosen) oder einer chronischen Bronchitis.
Die wichtigsten Fragen zur Lungenentzündung
Wie wird eine Lungenentzündung diagnostiziert?
Die Diagnose einer Lungenentzündung erfolgt durch eine Kombination aus Anamnese, körperlicher Untersuchung und verschiedenen diagnostischen Verfahren.
Zunächst fragt der Arzt nach den typischen Beschwerden wie Husten, Fieber, Atemnot und Brustschmerzen. Bei der körperlichen Untersuchung wird die Lunge mit dem Stethoskop abgehört, wobei auffällige Geräusche wie Rasselgeräusche oder verminderte Atemtöne Hinweise auf eine Entzündung geben können.
Ein Röntgenbild des Brustkorbs ist die wichtigste bildgebende Methode, um entzündliche Veränderungen im Lungengewebe sichtbar zu machen und andere Erkrankungen auszuschließen. Ergänzend werden Blutuntersuchungen durchgeführt, um Entzündungswerte wie das C-reaktive Protein (CRP) oder die Anzahl der weißen Blutkörperchen zu bestimmen.
Zur Erregerdiagnostik werden häufig Auswurfproben mikrobiologisch untersucht. Zusätzlich können Abstriche aus dem Nasen-Rachen-Raum, Blutkulturen oder in seltenen Fällen bronchoskopische Proben zur Identifikation des Erregers entnommen werden.
Bei komplizierten oder unklaren Fällen können weiterführende Untersuchungen wie eine Computertomografie (CT) oder eine Bronchoskopie notwendig sein, um das Ausmaß der Erkrankung genauer zu beurteilen und andere Ursachen auszuschließen.
Wer ist besonders gefährdet bei einer Lungenentzündung?
Eine Lungenentzündung kann grundsätzlich jeden treffen, doch einige Gruppen sind besonders anfällig für schwere Verläufe und Komplikationen:
- Ältere Menschen: Ab etwa 65 Jahren nimmt die Immunabwehr ab, was die Gefahr schwerer Infektionen erhöht.
- Kleinkinder und Säuglinge: Ihr Immunsystem ist noch nicht voll ausgereift.
- Menschen mit chronischen Erkrankungen: Dazu zählen unter anderem Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, chronische Lungenerkrankungen (z. B. COPD, Asthma) und Nierenerkrankungen.
- Immungeschwächte Personen: Menschen mit HIV, nach Organtransplantationen, unter Chemotherapie oder bei Einnahme immunsuppressiver Medikamente sind besonders gefährdet.
- Raucher: Das Rauchen schädigt die Atemwege und macht anfälliger für Infektionen.
- Menschen mit geschwächtem Allgemeinzustand: Dazu zählen beispielsweise stark Übergewichtige, Unterernährte oder Personen mit eingeschränkter Mobilität.
Wie lässt sich eine Lungenentzündung vermeiden?
Eine Lungenentzündung lässt sich nicht immer vollständig verhindern, doch durch gezielte Maßnahmen kann das Risiko deutlich reduziert werden:
- Impfungen: Schutzimpfungen gegen Pneumokokken, Grippe (Influenza) und COVID-19 sind besonders wichtig, da sie häufige Auslöser von Pneumonien verhindern oder deren Verlauf mildern können.
- Hygiene: Regelmäßiges Händewaschen und das Vermeiden von engem Kontakt mit Erkrankten reduzieren die Ansteckungsgefahr.
- Gesunder Lebensstil: Eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Bewegung und genügend Schlaf stärken das Immunsystem.
- Nicht rauchen: Rauchen schädigt die Atemwege und erhöht das Risiko für Lungenentzündungen erheblich.
- Atemwegsinfekte ernst nehmen: Bei Erkältungen oder Grippe sollten Risikopersonen frühzeitig ärztlichen Rat einholen, um Komplikationen zu vermeiden.
- Besondere Vorsicht bei Risikogruppen: Ältere Menschen, chronisch Kranke und Immungeschwächte sollten sich regelmäßig ärztlich beraten lassen und Impfungen wahrnehmen.
Fazit: Gut gewappnet, sicher geschützt
Die Lungenentzündung ist eine ernstzunehmende Erkrankung, die durch verschiedene Erreger ausgelöst werden kann und ein breites Spektrum an Symptomen zeigt. Eine frühzeitige Diagnose und gezielte Behandlung sind entscheidend, um Komplikationen zu vermeiden und die Heilungschancen zu verbessern. Besonders gefährdet sind ältere Menschen, kleine Kinder sowie Personen mit chronischen Krankheiten oder einem geschwächten Immunsystem. Durch vorbeugende Maßnahmen wie Impfungen, einen gesunden Lebensstil und gute Hygiene lässt sich das Risiko einer Lungenentzündung deutlich senken. Ein verantwortungsvoller Umgang mit der eigenen Gesundheit und bei Krankheitssymptomen eine zeitnahe ärztliche Abklärung sind die besten Voraussetzungen für eine schnelle Genesung.
Medizinische und rechtliche Hinweise:
Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und ersetzt keinesfalls eine professionelle medizinische Beratung. Die enthaltenen Informationen sind nicht dafür geeignet, eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen zu beginnen bzw. abzubrechen. Bei gesundheitlichen Anliegen und zur Klärung individueller Fragen sollte stets ein qualifizierter Arzt oder eine qualifizierte Ärztin konsultiert werden. Im Falle gesundheitlicher Probleme ist es wichtig, rechtzeitig ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Quellen:
- Brandes, R., Lang, F., Schmidt, R. F. (2019). Physiologie des Menschen - mit Pathophysiologie (32. Auflage). Deutschland: Springer-Verlag.
- Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e.V.. S3: Leitlinie Behandlung erwachsener Patienten mit ambulant erworbener Pneumonie [Internet]. Berlin: Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e.V.; 2021, abgerufen am 31. Juli 2025, Verfügbar unter: https://register.awmf.org/assets/guidelines/020-020l_S3_Behandlung-von-erwachsenen-Patienten-mit-ambulant-erworbener-Pneumonie__2021-05.pdf
- Steffers, G., Credner, S. (2020). Allgemeine Krankheitslehre und Innere Medizin für Physiotherapeuten (4. Aufl.). Stuttgart: Thieme.











