COPD: Symptome, Diagnostik und Behandlung

Veröffentlicht am 23.06.2025

Es ist eine Abbildung einer Lunge zu sehen.

Atemnot, Husten und Auswurf zählen zu den typischen Symptomen bei COPD. Quelle: canva.de

Die chronisch-obstruktive Lungenerkrankung (COPD, engl. chronic obstructive pulmonary disease) ist weit verbreitet, aber oft unterschätzt. Sie zählt zu den häufigsten chronischen Atemwegserkrankungen. Betroffene leiden unter Husten, Auswurf und zunehmender Atemnot, die ihr Leben zunehmend einschränken können. 

Was ist COPD? 

Dieser Artikel gibt einen umfassenden Überblick über die chronisch-obstruktive Lungenerkrankung (COPD) – von Ursachen und Symptomen bis zu Diagnose und Behandlung.

COPD ist eine dauerhafte (chronische) und fortschreitende Erkrankung der Atemwege. Die Bronchien, also die luftleitenden Wege in der Lunge, sind dauerhaft verengt (obstruktiv). Dadurch kann die Luft nicht mehr ungehindert ein- und ausgeatmet werden. 

Oft entsteht zusätzlich ein Lungenemphysem: Dabei werden die feinen Lungenbläschen (Alveolen) geschädigt, was den Sauerstoffaustausch ebenfalls beeinträchtigt. 

Anna Liebig

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COPD entwickelt sich meist schleichend über viele Jahre hinweg. Die ersten Beschwerden werden oft als „Raucherhusten“ abgetan und nicht ernst genommen. Erst wenn die Atemnot im Alltag deutlich spürbar wird, suchen viele Betroffene ärztliche Hilfe. 

Es ist eine Abbildung einer gesunden und kranken Lunge zu sehen.
Abb.: Anatomie der Lunge & COPD (Illustration, Quelle: Pflegia)

Ursachen und Risikofaktoren 

Rauchen ist die häufigste Ursache der COPD. Rund 80 - 90 % der Patient:innen sind aktuelle oder ehemalige Raucher: innen. Doch auch andere Schadstoffe, wie z. B. Staub, Dämpfe oder giftige Gase am Arbeitsplatz (z. B. in der Industrie), können die Atemwege dauerhaft schädigen. 

Risikofaktoren im Überblick: 

  • Rauchen (aktiv und passiv) 
  • Luftverschmutzung 
  • häufige Schadstoffbelastung 
  • genetische Veranlagung (z. B. Alpha-1-Antitrypsin-Mangel) 

Symptome: Woran erkennt man COPD? 

Typischerweise verläuft die Erkrankung anfangs schleichend. Viele Betroffene verspüren zunächst nur gelegentlichen Husten, der mit der Zeit häufiger wird. Erst im späteren Verlauf kommen Atemnot und Leistungseinschränkungen hinzu. 

Die drei klassischen Hauptsymptome lassen sich mit der sogenannten „AHA-Regel“ zusammenfassen: 

  • Auswurf (Schleimproduktion) 
  • Husten 
  • Atemnot 

Zu Beginn ist die Atemnot meist nur unter Belastung spürbar. In etwa beim Treppensteigen. Im fortgeschrittenen Verlauf tritt sie bereits in Ruhe auf. In schweren Fällen genügen schon geringe Anstrengungen wie Anziehen oder Waschen aus, um Atemnot auszulösen. 

Weitere mögliche Anzeichen sind: 

  • pfeifende oder brummende Atemgeräusche 
  • Engegefühl in der Brust 
  • häufige Atemwegsinfektionen 
  • Gewichtsverlust (Kachexie) 
  • bläuliche Verfärbung der Lippen und Nägel (Zyanose) 
  • geschwollene Unterschenkel (Wasseransammlungen bei Herzbelastung) 

Exazerbationen 

Bei vielen Patient: innen kommt es immer wieder zu akuten Verschlechterungen (Exazerbationen). Diese sind häufig ausgelöst durch Infekte oder Luftschadstoffe. In solchen Phasen verstärken sich Husten, Atemnot und Schleimproduktion deutlich. Exazerbationen belasten die Lunge zusätzlich und beschleunigen den Krankheitsverlauf. 

Diagnose 

Der wichtigste Schritt zur Diagnose ist eine gründliche Anamnese. Hierbei erfragt der Arzt oder die Ärztin verschiedene Punkte u. a.:  

  • Dauer und Art der Beschwerden 
  • Rauchgewohnheiten (z. B. Packungsjahre) 
  • beruflicher Schadstoffbelastung 
  • Häufigkeit von Infekten 
  • familiären Lungenkrankheiten 

Es folgt eine körperliche Untersuchung. Typische Auffälligkeiten sind ein verstärkter Einsatz der Atemhilfsmuskulatur, ein verlängertes Ausatmen (Exspiration), pfeifende Geräusche (Giemen) sowie bei fortgeschrittener COPD ein sogenannter „Fassthorax“. Ein Fassthorax ist eine fassförmige Erweiterung des Brustkorbs, die vor allem bei Lungenüberblähung (Emphysem) auftritt.  

Der wichtigste Test ist die Lungenfunktionsprüfung (Spirometrie). Dabei wird gemessen, wie viel Luft der/die Patient:in maximal ausatmen kann (FEV₁-Wert). Je niedriger dieser Wert ist, desto schwerer ist die Erkrankung. Durch die Obstruktion können die Patient:innen nicht mehr so gut ausatmen, sodass die Luft in der Lunge verbleibt. Oft wird zusätzlich ein Reversibilitätstest durchgeführt, um COPD von Asthma abzugrenzen. 

Weitere Untersuchungen: 

  • Blutgasanalyse (Sauerstoff- und Kohlendioxidwerte im Blut) 
  • Röntgen oder CT der Lunge (vor allem zum Ausschluss anderer Erkrankungen) 
  • EKG und Ultraschall des Herzens (bei Verdacht auf Herzbeteiligung) 

Wie unterscheiden sich COPD und Asthma voneinander?

  • Asthma ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung der Atemwege. Betroffene reagieren überempfindlich auf bestimmte Reize wie beispielsweise Pollen, Staub, Kälte oder Anstrengung. Es kommt zu einer vorübergehenden Verengung der Atemwege (Obstruktion), die sich in der Regel gut behandeln lässt und meist reversibel ist. 
  • COPD ist ebenfalls eine chronische Erkrankung, bei der die Atemwege dauerhaft und irreversibel verengt sind. Die Erkrankung schreitet im Verlauf kontinuierlich fort. 

Schweregradeinteilung: GOLD-Klassifikation 

Zur Einteilung der COPD wird weltweit die sogenannte GOLD-Klassifikation verwendet. Dabei sind die Lungenfunktion (FEV₁) sowie die Häufigkeit von Exazerbationen und die Symptomlast von Bedeutung. Je nach Schweregrad erfolgt eine individuell angepasste Therapie. 

Therapie 

Die Heilung der COPD ist bisher nicht möglich. Ziel der Behandlung ist es, das Fortschreiten der Erkrankung zu bremsen. Zudem werden Beschwerden gelindert und Exazerbationen verhindert. 

Rauchstopp als wichtigste Maßnahme 

Der Rauchstopp ist die wichtigste Maßnahme. In der Therapie ist der Verzicht auf das Rauchen die entscheidende Maßnahme. Nur wer dauerhaft das Rauchen aufgibt, kann den Krankheitsverlauf deutlich verlangsamen. Dabei können spezielle Entwöhnungsprogramme, Beratungen und Medikamente helfen. 

Medikamentöse Therapie 

Die meisten Medikamente werden als Inhalationssprays verabreicht. Sie wirken bronchienerweiternd und reduzieren Entzündungen.  

  • Bronchodilatatoren (bronchienerweiternde Medikamente) 
  • Inhalative Kortisonpräparate zur Vorbeugung von Exazerbationen, vor allem bei schweren Verläufen 
  • In akuten Phasen können zusätzlich Antibiotika oder kurzfristig Kortisontabletten notwendig werden. 

Sauerstofftherapie 

Bei fortgeschrittener COPD und dauerhaft niedrigem Sauerstoffgehalt im Blut kann eine Langzeit-Sauerstofftherapie erforderlich sein. Hier sollte eine passende Applikationsform gewählt werden.  

Lungensport und Physiotherapie 

Atemgymnastik, spezielle Übungen und kontrolliertes Training unter Anleitung, wie es beispielsweise in Lungensportgruppen angeboten wird, können die Leistungsfähigkeit und die Lebensqualität deutlich verbessern. Zudem kann der Umgang mit Situationen der Atemnot geschult werden. 

Impfschutz 

Besonders wichtig sind regelmäßige Impfungen gegen Grippe und Pneumokokken, um gefährliche Atemwegsinfekte zu verhindern. 

Leben mit COPD: Alltag und Prognose 

Der Verlauf von COPD ist sehr unterschiedlich. Je früher die Erkrankung erkannt und behandelt wird, desto besser sind die Chancen, das Fortschreiten zu bremsen. Bei guter Therapie können viele Patient:innen trotz der Erkrankung noch lange ein aktives Leben führen. 

Wichtige Alltagstipps: 

  • Nikotinstopp 
  • Körperliche Bewegung 
  • Gewichtsregulation 
  • Vermeidung von Schadstoffen 
  • Regelmäßige Arztkontrollen 

Gut eingestellte COPD-Patient:innen können durchaus viele Jahre mit stabiler Lebensqualität leben. Wichtig ist eine enge Zusammenarbeit zwischen Patienten: innen, Hausarzt/-ärztin, Lungenfacharzt/-ärztin und Physiotherapie. 

Fazit: Behandlung kann Lebensqualität deutlich verbessern

COPD ist eine ernstzunehmende, aber behandelbare Erkrankung. Eine frühzeitige Diagnose, ein konsequenter Rauchstopp und individuell angepasste Therapien können den Krankheitsverlauf erheblich verlangsamen und die Lebensqualität deutlich verbessern. Moderne Behandlungsansätze, gute Aufklärung und aktive Mitarbeit der Patient: innen ermöglichen es, das Leben trotz COPD weitgehend selbstbestimmt zu gestalten. 

Medizinische und rechtliche Hinweise:  

Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und ersetzt keinesfalls eine professionelle medizinische Beratung. Die enthaltenen Informationen sind nicht dafür geeignet, eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen zu beginnen bzw. abzubrechen. Bei gesundheitlichen Anliegen und zur Klärung individueller Fragen sollte stets ein qualifizierter Arzt oder eine qualifizierte Ärztin konsultiert werden. Im Falle gesundheitlicher Probleme ist es wichtig, rechtzeitig ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. 

Quellenverzeichnis:

  1. Gesundheitsinformation.de. Chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD). Abgerufen am 15. Juni 2025, von: https://www.gesundheitsinformation.de/chronisch-obstruktive-lungenerkrankung-copd.html
  2. Flexikon DocCheck. COPD. Abgerufen am 15. Juni 2025, von: https://flexikon.doccheck.com/de/COPD
  3. Amboss. Chronisch-obstruktive Lungenerkrankung (COPD). Abgerufen am 15. Juni 2025, von: https://next.amboss.com/de/article/3h0Sdf?q=copd
  4. Duale Reihe Innere Medizin. 5. Chronische Bronchitis und COPD. Pfeifer M. In: Arastéh K, Baenkler H, Bieber C, Boesecke C, Brandt R, Bruns B, Bugaj T, Chatterjee T, Ditting T et al., vollständig überarbeitete Auflage. Stuttgart: Thieme; 2024. 

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