Typische Alterskrankheiten: Überblick Krankheiten im Alter
Veröffentlicht am 12.07.2026

Erkrankungen des Bewegungsapparats zählen zu den häufigsten Ursachen für Beschwerden bei älteren Menschen. Bildquelle: Canva.de
Mit zunehmendem Alter unterliegt der Körper gewissen Veränderungen, was dazu führt, dass das Risiko für eine Vielzahl von Erkrankungen ansteigt. Herz-Kreislauf-Erkrankungen zählen zu den häufigsten Gesundheitsproblemen älterer Menschen. Ebenso zählen Demenz, Diabetes und Arthrose dazu. All diese Krankheiten beeinflussen den Pflegealltag.
Für Pflegekräfte ist es daher entscheidend, typische Alterskrankheiten zu kennen, erste Anzeichen frühzeitig zu erkennen und Betroffene individuell zu begleiten. In diesem Artikel erhältst du einen Überblick über die häufigsten Krankheiten im Alter, ihre Ursachen und worauf du in der Pflege achten musst.
Krankheiten im Alter: Warum sie häufiger auftreten
Mit fortschreitendem Alter verändert sich der menschliche Körper. Die Organe arbeiten langsamer, die Regenerationsfähigkeit nimmt ab und das Immunsystem reagiert weniger effektiv auf Krankheitserreger. Gleichzeitig steigt die Lebenserwartung, sodass chronische Erkrankungen immer häufiger werden und viele ältere Menschen mit mehreren Diagnosen gleichzeitig leben müssen. Dieses gleichzeitige Auftreten verschiedener Erkrankungen wird als Multimorbidität bezeichnet und ist heute Alltag in der Pflege.
Das bedeutet für dich als Pflegekraft, dass du nicht nur einzelne Krankheiten im Blick haben musst. Vielmehr musst du Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Erkrankungen und Medikamenten erkennen und die Menschen ganzheitlich begleiten.

Anna Liebig
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Wird man im Alter anfälliger für Krankheiten?
Mit zunehmendem Alter steigt tatsächlich die Anfälligkeit für viele Erkrankungen. Das liegt unter anderem daran, dass das Immunsystem weniger leistungsfähig wird und Infektionen schwerer abgewehrt werden können. Gleichzeitig verlieren Organe wie Herz, Lunge oder Nieren nach und nach an Funktion. Auch die Muskelmasse und die Knochendichte nehmen ab, wodurch das Risiko für Stürze und Verletzungen steigt.
Dennoch bedeutet Altern nicht automatisch Krankheit. Durch Bewegung, eine ausgewogene Ernährung, soziale Kontakte und regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen kann das Risiko vieler Erkrankungen deutlich gesenkt und die Selbstständigkeit lange erhalten werden.
Welche Krankheiten gibt es im Alter?
Im höheren Lebensalter treten vor allem chronische Erkrankungen auf, die den Alltag der Betroffenen unterschiedlich stark beeinflussen. Am häufigsten sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Stoffwechselerkrankungen, neurologische Erkrankungen und Erkrankungen des Bewegungsapparates.
1. Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Herz-Kreislauf-Erkrankungen zählen zu den häufigsten Gesundheitsproblemen im Alter und sind nach wie vor die häufigste Todesursache in Deutschland. Besonders verbreitet sind Bluthochdruck, Herzinsuffizienz, koronare Herzkrankheiten und Herzrhythmusstörungen. Auch das Risiko für einen Schlaganfall nimmt mit zunehmendem Alter deutlich zu.
2. Demenz
Demenz ist eine der bekanntesten Alterskrankheiten. Die häufigste Form ist die Alzheimer-Krankheit. Betroffene verlieren nach und nach ihre Gedächtnisleistung, ihre Orientierungsfähigkeit und ihre Selbstständigkeit. Gleichzeitig verändern sich häufig das Verhalten und die Persönlichkeit.
3. Parkinson
Morbus Parkinson ist eine chronisch fortschreitende Erkrankung des Nervensystems. Typische Symptome sind verlangsamte Bewegungen, Muskelsteifigkeit und Zittern. Im weiteren Verlauf können auch Schluckstörungen oder Gleichgewichtsprobleme hinzukommen.
4. Diabetes mellitus Typ 2
Mit zunehmendem Alter steigt auch das Risiko für Diabetes mellitus Typ 2, eine Erkrankung, die unbehandelt zahlreiche Folgeprobleme wie Nervenschäden, Durchblutungsstörungen oder Wundheilungsstörungen verursachen kann.
5. Arthrose und Osteoporose
Erkrankungen des Bewegungsapparats zählen zu den häufigsten Ursachen für Einschränkungen im Alltag älterer Menschen. Während Arthrose zu Schmerzen und einer eingeschränkten Beweglichkeit der Gelenke führt, nimmt bei Osteoporose die Knochendichte ab. Dadurch steigt das Risiko für Knochenbrüche bereits bei kleineren Stürzen erheblich.
6. Weitere häufige Erkrankungen
Neben den großen Volkskrankheiten treten im Alter auch chronische Lungenerkrankungen wie COPD, Depressionen, chronische Nierenerkrankungen sowie Krebserkrankungen häufiger auf. Darüber hinaus leiden viele ältere Menschen unter Seh- und Hörstörungen oder Harninkontinenz. Diese Erkrankungen wirken sich zwar unterschiedlich auf den Alltag aus, können die Selbstständigkeit jedoch erheblich einschränken und sollten deshalb frühzeitig erkannt werden.
Welche Krankheiten sollte man im Alter kennen?
Neben den bekannten Volkskrankheiten gibt es einige geriatrische Syndrome, die speziell im höheren Lebensalter auftreten. Dazu gehören beispielsweise Delir, Mangelernährung, Dekubitus und wiederkehrende Stürze. Ein Delir entwickelt sich häufig innerhalb weniger Stunden und stellt einen medizinischen Notfall dar. Als Pflegekraft kannst du durch aufmerksame Beobachtung wesentlich dazu beitragen, Veränderungen frühzeitig zu erkennen und schnell ärztliche Hilfe einzuleiten.
Ebenso wichtig ist es, altersbedingte Sinneseinschränkungen ernst zu nehmen. Eine nachlassende Seh- oder Hörfähigkeit erhöht nämlich nicht nur die Sturzgefahr, sondern kann auch soziale Isolation und kognitive Einschränkungen begünstigen.
Welche Krankheiten sind bei Männern ab 50 häufig?
Bereits ab dem 50. Lebensjahr steigt bei Männern das Risiko für verschiedene chronische Erkrankungen deutlich an. Besonders häufig treten Bluthochdruck, Diabetes mellitus Typ 2 und Fettstoffwechselstörungen auf. Auch Prostataerkrankungen gewinnen in dieser Lebensphase zunehmend an Bedeutung. Neben der gutartigen Prostatavergrößerung steigt mit dem Alter auch das Risiko für Prostatakrebs.
Für Pflegekräfte ist es wichtig, Beschwerden wie häufigen Harndrang, Schmerzen oder Veränderungen beim Wasserlassen ernst zu nehmen und Betroffene gegebenenfalls zur ärztlichen Abklärung zu motivieren. Gleichzeitig spielen Prävention und Aufklärung über Vorsorgeuntersuchungen eine wichtige Rolle.
Welche Krankheiten kommen ab 50?
Viele Erkrankungen entwickeln sich schleichend und machen sich erst ab dem 50. Lebensjahr bemerkbar. Dazu gehören beispielsweise Bluthochdruck, Arthrose, Diabetes mellitus Typ 2 und verschiedene Krebserkrankungen wie Darm- oder Hautkrebs. Auch Seh- und Hörstörungen nehmen in dieser Lebensphase zu.
Durch regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen ist es möglich, viele dieser Erkrankungen frühzeitig zu erkennen und erfolgreich zu behandeln. Pflegekräfte übernehmen dabei häufig eine beratende Funktion und motivieren Menschen, die angebotenen Vorsorgeprogramme wahrzunehmen.
Häufigste Krankheiten im Alter: Statistik
Die alternde Bevölkerung stellt das Gesundheitswesen vor neue Herausforderungen. Schon heute leben nach Angaben des Ärzteblatts rund zwei Drittel der über 65-Jährigen mit mindestens zwei chronischen Erkrankungen gleichzeitig. Bluthochdruck zählt zu den häufigsten chronischen Erkrankungen im höheren Lebensalter. Auch Demenz nimmt mit steigendem Alter deutlich zu: Während etwa jeder zehnte Mensch über 65 Jahren betroffen ist, lebt bei den über 90-Jährigen bereits ungefähr jede dritte Person mit einer Demenzerkrankung berichtet.
Hinzu kommt, dass Herz-Kreislauf-Erkrankungen nach Angaben des Robert Koch-Instuts (RKI) etwa 40 Prozent aller Todesfälle in Deutschland verursachen. Gleichzeitig zählen Stürze zu den häufigsten Gründen für Krankenhausaufenthalte älterer Menschen. Dies zeigt, wie wichtig Prävention, Gesundheitsförderung und eine individuell abgestimmte Pflege sind.
Die Rolle der Pflege bei Alterskrankheiten
Pflege bedeutet heute weit mehr, als nur bestehende Erkrankungen zu versorgen. Du kannst wesentlich dazu beitragen, gesundheitliche Veränderungen frühzeitig zu erkennen und Komplikationen zu vermeiden. Eine gute Beobachtungsgabe, regelmäßige Kommunikation mit Ärzt:innen und Angehörigen sowie die individuelle Förderung der Mobilität gehören dabei zu den wichtigsten Aufgaben.
Ebenso wichtig sind Maßnahmen zur Sturzprophylaxe, die Unterstützung bei der Medikamenteneinnahme und die Förderung einer ausgewogenen Ernährung sowie einer ausreichenden Flüssigkeitszufuhr. Gerade bei multimorbiden Patientinnen und Patienten entscheidet oft das Zusammenspiel vieler kleiner pflegerischer Maßnahmen darüber, wie lange Selbstständigkeit und Lebensqualität erhalten bleiben.
Fazit
Alter ist zwar keine Krankheit, dennoch steigt mit zunehmendem Lebensalter das Risiko für zahlreiche chronische Erkrankungen deutlich an. Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Demenz, Diabetes, Arthrose und Osteoporose gehören zu den häufigsten gesundheitlichen Herausforderungen im Pflegealltag.
Als Pflegekraft bedeutet das für dich vor allem, Veränderungen aufmerksam wahrzunehmen, präventiv zu handeln und Menschen individuell zu begleiten. Mit aktuellem Fachwissen über typische Alterskrankheiten kannst du Komplikationen vermeiden und älteren Menschen ein möglichst selbstbestimmtes Leben ermöglichen.
Häufige Fragen zu Krankheiten im Alter
Warum treten bei älteren Menschen häufiger Nebenwirkungen von Medikamenten auf?
Mit zunehmendem Alter verändern sich Stoffwechsel, Leber- und Nierenfunktion. Dadurch werden Medikamente langsamer abgebaut und es treten häufiger Wechselwirkungen auf. Eine regelmäßige Überprüfung der Medikation ist daher besonders wichtig.
Welche Impfungen sind für ältere Menschen besonders empfehlenswert?
Für sie werden unter anderem Impfungen gegen Influenza, SARS-CoV-2, Pneumokokken, Gürtelrose (Herpes zoster) und je nach individueller Situation RSV empfohlen. Die Empfehlungen richten sich nach den aktuellen Vorgaben der STIKO.
Was versteht man unter Gebrechlichkeit (Frailty)?
Frailty beschreibt ein geriatrisches Syndrom mit verminderter körperlicher Belastbarkeit. Typische Symptome sind Gewichtsverlust, Muskelschwäche, Erschöpfung, ein verlangsamtes Gehen und eine geringe Aktivität. Betroffene haben ein erhöhtes Risiko für Stürze und Krankenhausaufenthalte.
Warum ist ausreichendes Trinken im Alter so wichtig?
Das Durstgefühl nimmt im Alter häufig ab. Gleichzeitig erhöht Flüssigkeitsmangel das Risiko für Verwirrtheit, Harnwegsinfektionen, Verstopfung und Kreislaufprobleme. Pflegekräfte sollten deshalb auf eine ausreichende Trinkmenge achten.
Welche Bedeutung haben soziale Kontakte für die Gesundheit im Alter?
Regelmäßige soziale Kontakte können Einsamkeit reduzieren und das Risiko für Depressionen sowie kognitive Einschränkungen verringern. Sie tragen wesentlich zur Lebensqualität und zur psychischen Gesundheit älterer Menschen bei.
Quellen
- Robert Koch-Institut (RKI): Gesundheit im Alter. Zuletzt abgerufen am 27.06.2026 https://www.rki.de/DE/Themen/Nichtuebertragbare-Krankheiten/Gesundheit-im-Lebensverlauf/Gesundheit-im-Alter/gesundheit-im-alter-node.html
- Deutsche Gesellschaft für Geriatrie (DGG): Informationen zu geriatrischen Syndromen und Multimorbidität. Zuletzt abgerufen am 27.06.2026 https://www.dggeriatrie.de/ueber-uns/was-ist-geriatrie
- Bundesministerium für Gesundheit (BMG): Prävention und Gesundheitsförderung im Alter. Zuletzt abgerufen am 27.06.2026 https://www.bundesgesundheitsministerium.de/praevention-aeltere-menschen
- Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt. Ältere Menschen > Viele Erkrankungen werden mit dem Alter häufig. Zuletzt abgerufen am 27.06.2026. https://www.gesundheitsforschung-bmftr.de/de/viele-erkrankungen-werden-mit-dem-alter-haufig-6786.php
- Deutsches Ärzteblatt. Zwei Drittel der über 65-Jährigen mit mehreren chronischen Erkrankungen. Zuletzt abgerufen am 09.07.2026. https://www.aerzteblatt.de/news/zwei-drittel-der-ueber-65-jaehrigen-mit-mehreren-chronischen-erkrankungen-0bcc0d75-6baa-4f19-baa8-9cabc6079cf2
- Deutsche Hochdruckliga. Bluthochdruck in Zahlen. Zuletzt abgerufen am 09.07.2026. https://www.hochdruckliga.de/presse/informationen/bluthochdruck-in-zahlen
- Stiftung Gesundheitswissen. Demenz > Allgemeines. Zuletzt abgerufen am 09.07.2026. https://www.stiftung-gesundheitswissen.de/demenz/allgemeines










