Aktuelle Ernährungsempfehlungen bei Typ-2-Diabetes

Veröffentlicht am 04.03.2026

Ein Apfel und Mandeln liegen auf einem Notizbuch, daneben ein Blutzuckermessgerät.

Menschen mit Diabetes ernähren sich am besten ausgewogen. Quelle: Canva

Rund neun Millionen Menschen hierzulande sind zuckerkrank; zirka 95 Prozent davon mit der Diagnose „Typ-2-Diabetes“ – früher oft als „Altersdiabetes“ bezeichnet. Dieser Begriff ist inzwischen jedoch überholt, da mittlerweile auch immer mehr jüngere Menschen an dieser erst einmal meist nicht insulinpflichtigen Diabetesform erkranken, aufgrund von Übergewicht und einer ungesunden Lebensweise. In deinem Pflegealltag begegnet dir diese Diabetesform am häufigsten. Was du dazu wissen solltest – von der richtigen Ernährung bis hin zum Erkennen von diabetischen Folgeerkrankungen – haben wir hier einmal für dich zusammengefasst; natürlich mitsamt vielen praxisrelevanten Tipps. 

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Viele Menschen erhalten jährlich die Diagnose "Diabetes"

Alljährlich erhalten rund 450.000 Menschen hierzulande die Erst-Diagnose „Diabetes mellitus“. In den allermeisten Fällen (rund 95 Prozent) handelt es sich dabei um einen – zumindest erst einmal meist nicht insulinpflichtigen – Typ-2-Diabetes, der sich mit einer Kombination aus Lebensstiländerungen und einer medikamentösen Behandlung mit modernen Antidiabetika (z.B. mit Metformin, SGLT2-Hemmern und GLP-1-Antagonisten) gut in den Griff bekommen lässt. Mitunter benötigen aber auch Menschen mit Typ-2-Diabetes im Laufe ihrer Erkrankung Insulin per Spritze oder Pumpe. Die Entscheidung dazu fällt das ärztliche Behandlungsteam. 

Aber du als Bestandteil des Pflegeteams kannst eine ganze Menge dazu beitragen, diese „Insulinpflicht“ zu verhindern oder zumindest hinauszuzögern. 

Die Ernährung spielt dabei neben regelmäßigen Bewegungsangeboten und dem Abbau von potenziellem Übergewicht eine ganz entscheidende Rolle, da beides direkten Einfluss auf den Zuckerstoffwechsel nimmt.  

Anna Liebig

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Die richtige Ernährung bei Altersdiabetes allgemein 

Die Zeiten anstrengender Berechnungen von Kohlenhydraten in sogenannten Broteinheiten (BE) gehören dank moderner Diabetesbehandlungen erfreulicherweise längst der Vergangenheit an.  

Und auch die generellen Ernährungsempfehlungen fokussieren sich inzwischen keinesfalls mehr auf den reinen Zuckergehalt von Lebensmitteln, sondern sehen eher eine ganzheitlich orientierte gesunde Ernährungsweise vor – mit einem ausgewogenen Mix aus hochwertigem Eiweiß (Proteinen) vorwiegend pflanzlichen Ursprungs, komplexen und damit langsam abbaubaren Kohlenhydraten und hochwertigen Fetten.  

Gute Proteinquellen für Diabetespatient:innen

Gerade bei älteren Menschen ist generell eine hochwertige und ausreichende Eiweißzufuhr das A und O! Bei Patient:innen mit Diabetes mellitus gilt das umso mehr!

Perfekte Eiweiß-Lieferanten aus der Küche:
• Hülsenfrüchte, Pilze, Tofu, Haferflocken, Nüsse 
• Milch und Milchprodukte (fettarm) sowie Eier 
• Fisch und Fleisch – idealerweise beides jeweils mindestens 1x wöchentlich 

Die besten Kohlenhydrate für Diabetiker:innen 

Je komplexer, je besser! Das heißt konkret: Eher geizen mit sogenannten leeren und schnell verfügbaren Kohlenhydraten (Zucker) aus Weißmehlprodukten, wie beispielsweise Kuchen/Süßigkeiten und zuckerhaltigen Getränken. „Vollkorn“ lautet hier das Zauberwort, da der Körper die darin enthaltenen Kohlenhydrate langsam verstoffwechselt und den enthaltenen „Zucker“ nur portionsweise abgibt. Das wiederum entlastet den von der Bauchspeicheldrüse gesteuerten Zuckerstoffwechsel und verhindert spontane und stoffwechselbelastende „Zuckerfluten“ mit der Gefahr spontaner Überzuckerungen oder einer anschließenden Unterzuckerung. Eine regelmäßige Kontrolle des sogenannten HbA1c-Werts (per Bluttest) ist daher bei von dir betreuten Personen mit Diabetes unerlässlich! 

Der HbA1c-Wert – das persönliche Langzeit-Zuckergedächtnis:
Bei Diabetespatient:innen spielt der sogenannte HbA1c-Wert eine weit größere Rolle als tagesaktuelle Blutzucker-Werte. Denn dieser Wert aus dem Blutbild ermöglicht einen Rückblick auf den Blutzuckerhaushalt der zurückliegenden Wochen/Monate (bis zu 12 Wochen). Daher liefert dieser Wert auch wichtige Informationen dazu, wie gut Menschen mit Diabetes medikamentös eingestellt sind. 

Typ-2-Diabetes: Fett ist nicht gleich Fett 

In der modernen antidiabetischen Therapie besitzen hochwertige Fette mittlerweile einen enormen Stellenwert. Einst als Dickmacher verpönt, liefern hochwertige Fette aus pflanzlichen und marinen Quellen (= unter anderem fetter Seefisch wie Lachs, Hering, Makrele) jedoch einen wertvollen Beitrag für eine diabetesgerechte Ernährung. 

Gute pflanzliche Fette:
• Raps-, Walnuss- und Olivenöl, in Maßen auch Sonnenblumen-, Maiskeim- und Distelöl 
• Nüsse zum Knabbern zwischendurch, vor allem Walnüsse 

Geschmackvoll trinken trotz Diabetes 

Die von dir betreuten Menschen mit Diabetes haben keine Lust mehr auf Mineralwasser und zuckerfreie Kräuter- und Früchtetees aus Teebeuteln? Biete ihnen doch mal sogenanntes „Infused Water“ an oder einen frisch aufgebrühten Tee mit frischen Minzblättern oder frisch aufgeschnittenen Ingwerscheiben! 

Tipp: Infused Water – ganz einfach! 
Hinter dem Begriff „Infused Water“ verbirgt sich letztendlich nichts anderes als mit natürlichen Aromen angereichertes Wasser. Gebt dafür einfach ein paar aromatisierende Zutaten in eine Wasserkaraffe (mit Sprudel oder ohne) – beispielsweise Zitronenmelisse, Beeren, in Scheiben geschnittene Zitrusfrüchte oder auch ein paar Ingwerscheiben.

Nicht zu unterschätzen: Die Rolle gesunder Ernährung bei Diabetes im Alter 

Ganz ohne Frage: Eine gesunde Ernährung macht auch bei älteren Diabetespatient:innen Sinn und kann dazu beitragen, die erforderlichen Medikamente einzuschränken! Allein schon, um entsprechende Risikofaktoren für Folgeerkrankungen zu vermeiden. 

Denn dauerhaft nicht gut eingestellte und damit zu hohe Blutzuckerwerte bergen die Gefahr, dass die großen und auch kleinen Blutgefäße des Körpers in Mitleidenschaft gezogen werden. Dadurch drohen mitunter nicht mehr rückgängig zu machende gesundheitliche Schäden; beispielsweise  
 
• an den Augen (diabetische Retinopathie –> potenzielle Erblindungsgefahr) 
• den Nieren (Nierenversagen) 
• dem Herz-Kreislauf-System (z.B. Herzinfarkt
• am Nervensystem (diabetische Neuropathie) mit Wundheilungsstörungen bis schlimmstenfalls hin zum Amputationsbedarf (diabetischer Fuß) 

Umso wichtiger ist es daher, alle Chancen wahrzunehmen, die eine optimale Diabetes-Therapie unterstützen können – und dazu gehört auch eine entsprechend angepasste Ernährung mitsamt dem Abbau von eventuell vorhandenem Übergewicht. Denn zu viele Kilos auf der Waage gelten als eigenständiger Risikofaktor dafür, dass sich ein Typ-2-Diabtes entwickelt oder ein bereits bestehender Diabetes mellitus weiter „befeuert“ wird. 

Beratungs- und Schulungsangebote nutzen! 

Für Menschen mit Diabetes existieren spezielle Schulungsangebote in auf Diabetes spezialisierten Praxen (= Kassenleistung) – vor allem dann, wenn die Betroffenen sich für die Teilnahme an einem entsprechenden Disease-Management-Programm entschieden haben. Bei diesen Schulungen spielen auch Ernährungsfragen eine ganz wichtige Rolle. Aber auch individuelle Ernährungsberatungen kommen durchaus in Frage! 

Tipp: Ernährungswissen an Bord holen 
Animiere deine von dir betreuten Personen mit Diabetes zur Teilnahme an diesem Programm, sofern sie es mental und körperlich in ihren Alltag integrieren können. Alternativ bezuschussen auch die allermeisten gesetzlichen Krankenkassen eine individuelle (zertifizierte) Ernährungsberatung bei einer vorliegenden Diabetes-Erkrankung auf Basis einer ärztlichen Notwendigkeitsbescheinigung. Derartige Beratungen können oftmals auch online stattfinden und erfordern nicht zwingend Live-Termine. 

Fazit 

Gesunde Ernährung bei Menschen mit Diabetes geht heutzutage keinesfalls mehr mit Verzicht einher. Auch Zucker ist in geringen Maßen mittlerweile durchaus kein Tabu mehr. Eine ausgewogene und vollkorn- und pflanzenbetonte Ernährung mit gelegentlichen Fleisch- und vor allem Fischmahlzeiten kann nachweislich mit dazu beitragen, eine Diabeteserkrankung im Alter auszubremsen. 

Häufige Fragen zur Ernährung bei Diabetes

Welche Lebensmittel sind gut bei Diabetes? 

Eine diabetesgerechte Ernährung basiert vor allem auf Lebensmitteln, die den Blutzuckerspiegel eher langsam ansteigen lassen. Dazu zählen vor allem ballaststoffreiche Produkte mit einem geringen Zuckergehalt; beispielsweise Gemüse (speziell grünes Blattgemüse), Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte (Brot/Reis/Nudeln in jeweiligen Vollkornvarianten) sowie Nüsse und Samen und eher zuckerarme Obstsorten wie Beerenfrüchte. Auch Zitrusfrüchte, Äpfel und Birnen eignen sich gut. 

Welche Lebensmittel sind tabu bei Diabetes? 

All jene Lebensmittel mit einem hohen glykämischen Index sollten bei Diabetespatient:innen idealerweise vom Speisezettel verschwinden. Der glykämische Index gilt als Messlatte dafür, wie schnell der Blutzucker nach entsprechender Nahrungsaufnahme in die Höhe schnellt. Vor allem zuckerhaltige Getränke, Süßigkeiten, Weißmehlprodukte (Brot, Nudeln) aber auch Trockenobst, gezuckertes Kompott und stärkehaltige Beilagen aus „der Kartoffelecke“ gehören dazu (Pommes, Kroketten, Salzkartoffeln).

Was sollten Diabetespatient:innen abends essen? 

Um den Blutzuckerspiegel über Nacht stabil zu halten und morgens einen zu hohen Nüchtern-Blutzuckerspeigel zu vermeiden, empfiehlt sich ein kohlenhydratarmes und eiweißbetontes Abendessen; beispielsweise eine Kombination aus einer Scheibe Vollkornbrot mit fettarmem Käse, Gemüse-Sticks mit Kräuterquark und einem mit Ei, Thunfisch, gegrillter Hähnchenbrust oder Avocado angereicherten Salat. 

Quellen

Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG): Fakten zu Diabetes (Stand 02/2024); abgerufen am 10.02.2026 von: https://www.ddg.info/fileadmin/user_upload/Factsheet_DDG_Stand_Februar_2024.pdf

diabinfo – Das Diabetesinformationsportal (Hg. Helmholtz Zentrum München); abgerufen am 12.02.2026 von: 
https://www.diabinfo.de/leben/typ-2-diabetes/behandlung/ernaehrung.html

Verband der Diätassistenten (VDD e.V.): Wie und womit verordne ich eine Ernährungstherapie bzw. Ernährungsberatung?; abgerufen am 12.02.2026 von: 
https://www.vdd.de/diaetassistenten/informationen-aerzte/verordnung-ernaehrungstherapie-ernaehrungsberatung/

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