Was ist die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)?
Veröffentlicht am 10.07.2026
Verbringen Pflegebedürftige Zeit draußen, müssen Pflegende auch über mögliche Zeckenbisse Bescheid wissen. Bildquelle: Canva.de
Mit den warmen Tagen zieht es viele Menschen nach draußen, sei es in Parks, Wälder oder in den eigenen Garten. Gleichzeitig ist jedoch auch Zeckensaison. Für Pflegekräfte ist es daher wichtig, über durch Zecken übertragene Erkrankungen Bescheid zu wissen. Eine der bekanntesten ist die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Doch was genau steckt hinter dieser Erkrankung?
Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) ist eine durch Viren verursachte Infektionskrankheit, die vor allem durch Zeckenstiche übertragen wird. Sie kann das zentrale Nervensystem befallen und in schweren Fällen zu Entzündungen des Gehirns, der Hirnhäute oder des Rückenmarks führen.
Obwohl viele Infektionen mild verlaufen oder sogar unbemerkt bleiben, können schwere Verläufe langfristige gesundheitliche Folgen nach sich ziehen. Deshalb ist das Thema besonders für Pflegekräfte relevant, die häufig mit gesundheitlich vorbelasteten oder älteren Menschen arbeiten.
Der Begriff Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) setzt sich aus mehreren medizinischen Fachbegriffen zusammen:
„Meningo“ steht für die Hirnhäute
„Enzephalitis“ bedeutet Gehirnentzündung
Die Kombination beschreibt eine Entzündung von Gehirn und Hirnhäuten. Die Erkrankung tritt bevorzugt in den warmen Monaten auf, da Zecken in dieser Zeit besonders aktiv sind. Daher stammt auch der Name „Frühsommer-Meningoenzephalitis“.
Anna Liebig
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Was bedeutet Frühsommer-Meningoenzephalitis?
Der Begriff Frühsommer-Meningoenzephalitis bedeutet wörtlich übersetzt „Entzündung von Gehirn und Hirnhäuten, die typischerweise in der warmen Jahreszeit auftritt“. Der Name kann jedoch irreführend sein, da Zecken bereits im Frühjahr aktiv werden und bis in den Herbst hinein FSME-Viren übertragen können.
Was heißt Frühsommer-Meningoenzephalitis auf Deutsch?
Der Begriff selbst ist bereits deutsch. Vereinfacht ausgedrückt handelt es sich um eine durch Zecken übertragene Virusinfektion, die Entzündungen im Gehirn und im Nervensystem verursachen kann. International wird die Erkrankung häufig als „Tick-Borne Encephalitis“ (TBE) bezeichnet.
Welcher Erreger verursacht die Frühsommer-Meningoenzephalitis?
FSME wird durch das FSME-Virus verursacht. Dieses gehört zur Familie der Flaviviren. Es befindet sich in den Speicheldrüsen infizierter Zecken und kann bereits kurz nach dem Stich auf den Menschen übertragen werden.
Im Gegensatz zur ebenfalls durch Zecken übertragenen Borreliose handelt es sich bei FSME um eine Virusinfektion. Deshalb helfen gegen FSME keine Antibiotika.
In Deutschland gibt es vor allem in Bayern, Baden-Württemberg, Teilen Hessens, Thüringens und Sachsens FSME-Risikogebiete. Dennoch können Zecken grundsätzlich in ganz Deutschland vorkommen.
Was sind die Symptome einer FSME-Infektion?
Nicht jede Infektion führt zu Beschwerden. Treten jedoch Symptome auf, verläuft die Erkrankung in der Regel in zwei Phasen.
Erste Phase
Etwa eine bis zwei Wochen nach einem Zeckenstich können grippeähnliche Beschwerden auftreten:
Viele Betroffene halten diese Symptome für eine gewöhnliche Erkältung.
Zweite Phase
Bei einem Teil der Erkrankten kommt es nach einer kurzen beschwerdefreien Phase zu einer Beteiligung des Nervensystems. Mögliche Symptome sind:
hohes Fieber
starke Kopfschmerzen
Nackensteifigkeit
Schwindel
Bewusstseinsstörungen
Lähmungserscheinungen
In schweren Fällen kann eine stationäre Behandlung erforderlich werden.
FSME und mögliche Nervenschäden
Ein wichtiges Thema sind mögliche FSME-Nervenschäden. Vor allem schwere Verläufe können langfristige Folgen hinterlassen. Dazu gehören:
Konzentrationsstörungen
Gedächtnisprobleme
chronische Kopfschmerzen
Gleichgewichtsstörungen
Lähmungen
Einschränkungen der Beweglichkeit
Besonders ältere Menschen haben ein erhöhtes Risiko für schwere Verläufe und bleibende Nervenschäden. Deshalb ist Prävention entscheidend.
Was ist die Frühsommer-Meningoenzephalitis-Impfung?
Die FSME-Impfung schützt vor einer Infektion mit dem FSME-Virus. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt sie insbesondere Menschen, die in FSME-Risikogebieten leben oder sich dort regelmäßig aufhalten. Dazu gehören beispielsweise:
Menschen mit häufigen Aufenthalten in der Natur
Wanderer und Camper
Forst- und Landwirtschaftsbeschäftigte
Die Grundimmunisierung besteht in der Regel aus drei Impfungen. Anschließend sind Auffrischungsimpfungen erforderlich, um den Schutz aufrechtzuerhalten.
FSME-Impfung: Nebenwirkungen und Erfahrungen
Vor einer Impfung informieren sich viele Menschen über mögliche Risiken. Suchanfragen wie „FSME-Impfung Nebenwirkungen Erfahrungen?“ gehören deshalb zu den häufigsten Fragen bei diesem Thema.
Wie bei anderen Impfungen auch können nach der FSME-Impfung Nebenwirkungen auftreten. Diese sind in der Regel mild und vorübergehend. Mögliche Nebenwirkungen sind:
Schmerzen an der Einstichstelle
Rötung oder Schwellung
Müdigkeit
Kopfschmerzen
leichtes Fieber
Muskel- oder Gelenkschmerzen
Schwere Nebenwirkungen sind selten. Die Erfahrungen vieler Geimpfter zeigen, dass die Impfung in der Regel gut vertragen wird und einen wirksamen Schutz vor einer potenziell schweren Erkrankung bietet. Wenn du unsicher bist oder Vorerkrankungen hast, solltest du dich individuell ärztlich beraten lassen.
So kannst Du Dich zusätzlich vor Zecken schützen
Neben der Impfung helfen weitere Maßnahmen, das Risiko eines Zeckenstichs zu reduzieren:
lange Kleidung tragen
geschlossene Schuhe verwenden
Zeckenschutzmittel auftragen
hohes Gras und Unterholz meiden
den Körper nach Aufenthalten im Freien gründlich absuchen
Wird eine Zecke entdeckt, sollte sie möglichst schnell und sachgerecht entfernt werden.
Warum ist das Thema für Pflegekräfte besonders wichtig?
Als Pflegekraft trägst du Verantwortung für deine eigene Gesundheit und häufig auch für die Gesundheit anderer Menschen. Ein krankheitsbedingter Ausfall belastet nicht nur dich selbst, sondern auch deine Kolleginnen und Kollegen sowie die Pflegebedürftigen.
Zudem arbeitest du möglicherweise mit Menschen, die aufgrund ihres Alters oder bestehender Erkrankungen besonders gefährdet sind. Ein gutes Wissen über FSME, Zeckenschutz und Impfungen ist deshalb eine wichtige Gesundheitskompetenz im Pflegealltag.
Fazit
Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) ist eine durch Zecken übertragene Viruserkrankung, die in schweren Fällen das Nervensystem schädigen kann. Besonders die möglichen FSME-Nervenschäden machen die Erkrankung ernstzunehmend. Eine FSME-Impfung bietet wirksamen Schutz und wird für Menschen in Risikogebieten empfohlen. Auch wenn über Nebenwirkungen der FSME-Impfung und Erfahrungen damit häufig diskutiert wird, gilt die Impfung insgesamt als sicher und gut verträglich.
Für Pflegekräfte lohnt es sich daher, das Thema ernst zu nehmen und geeignete Schutzmaßnahmen in den Alltag zu integrieren.
FSME häufige Fragen
Kann man FSME mehr als einmal bekommen?
Eine durchgemachte FSME-Infektion führt in der Regel zu einer lang anhaltenden Immunität. Wer jedoch nicht geimpft ist oder bereits erkrankt war, kann sich nach einem Zeckenstich mit dem FSME-Virus infizieren.
Schützt die FSME-Impfung auch gegen Borreliose?
Nein, die FSME-Impfung schützt nur vor dem FSME-Virus. Borreliose wird durch Bakterien verursacht. Eine zugelassene Schutzimpfung gibt es nicht. Deshalb sind Maßnahmen wie Zeckenschutz und das Absuchen des Körpers weiterhin wichtig.
Was sollte ich nach einem Zeckenstich tun?
Entfernen Sie die Zecke möglichst schnell und desinfizieren Sie die Einstichstelle. Beobachte die Stelle und achte in den folgenden Wochen auf Beschwerden wie Fieber oder starke Kopfschmerzen. Treten solche Symptome auf, solltest du ärztlichen Rat einholen.