Richtig trinken im Alter

Veröffentlicht am 17.01.2026

Ein Glas Wasser mit Zitronenscheiben und Minze.

Wasser mit natürlichen Aromen schmeckt gut und ist erfrischend. Quelle: Canva.de

„Ich habe keinen Durst“ oder „Ich mag nichts trinken“ – diese Sätze von Senior:innen hörst du in deinem Pflegealltag regelmäßig, oder? Denn mit zunehmendem Alter lässt das Durstempfinden nach und das Trinkverhalten verändert sich. Parallel kommt es bei betagten Menschen häufig zu erhöhten Flüssigkeitsverlusten des Körpers, beispielsweise durch vorliegende Erkrankungen oder Medikamente. Die Folge: ein Flüssigkeitsmangel des Körpers mit möglicherweise beträchtlichen gesundheitlichen Auswirkungen.

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Als Pflegekräfte könnt ihr die Trinkmengen nicht nur wachsam im Blick behalten, sondern vor allem auch wertvolle Unterstützung anbieten, damit der Flüssigkeitshaushalt der von euch betreuten Personen nicht aus dem Lot gerät. Wichtige Hinweise und Tipps zum Thema „Richtig trinken im Alter“ haben wir daher hier einmal für euch zusammengestellt.

Gut zu wissen! „Wasser ist Leben“ – im wahrsten Sinne des Wortes. Schließlich besteht der menschliche Körper zu mehr als der Hälfte daraus und benötigt für zahlreihe Körperprozesse einen ausgeglichenen Flüssigkeitshaushalt. Ein anhaltender Flüssigkeitsmangel führt zu Austrocknungserscheinungen (Dehydratation, Exsikkose) und bereits nach wenigen Tagen zu schwerwiegenden gesundheitlichen Problemen mit mitunter tödlichem Ausgang; beispielsweise durch Kreislauf- oder Nierenversagen.

Genau hinschauen: Flüssigkeitsmangel im Alter erkennen

Auf Flüssigkeitsmangel reagiert der Körper mit typischen Symptomen, zum Beispiel:

Anna Liebig

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• Trockene Haut und Schleimhäute (Mundtrockenheit, rissige Lippen), verminderte Hautelastizität

• Konzentrationsschwäche, Müdigkeit, Leistungsminderung, Verwirrtheit (speziell bei Senior:innen)

Kopfschmerzen, Schwindel, Muskelkrämpfe

• Vermehrte Neigung zu Harnwegsinfekten, wenig und dunkler Urin

• Verstopfung (Obstipation)

• Erhöhte Körpertemperatur

Solltet ihr den Verdacht haben, dass bei jemandem ein bereits symptomatischer Flüssigkeitsmangel vorliegen könnte, veranlasst idealerweise eine sofortige ärztliche Abklärung!

Warum ist Flüssigkeitsmangel bei alten Menschen so ein großes Thema?

Die Gründe dafür sind vielfältig und hängen in erster Linie mit dem klassischen Alterungsprozess zusammen. Aber auch medizinische Gründe können eine Rolle spielen. Unterm Strich besteht häufig ein Ungleichgewicht zwischen einer zu geringen Flüssigkeitszufuhr bei parallel erhöhtem Flüssigkeitsverlust.

  • Altersbedingte (medizinische) Gründe: Dazu zählen vor allem das im Alter verminderte Durstgefühl, eine veränderte Körperzusammensetzung (verminderter Anteil an Körperwasser), zunehmende Vergesslichkeit oder gar Demenz. Viele alte Menschen mögen auch nicht gern trinken, um sich möglicherweise anstrengende Toilettengänge zu ersparen – auch Harninkontinenz und Prostatabeschwerden sind dabei häufig ein Thema.
  • Weitere medizinische Gründe: Hier stehen Niereninsuffizienz, Fieber, starker Bewegungsdrang beispielsweise angesichts von Demenz, Durchfall/Erbrechen, Fieber und die Einnahme von harntreibenden Medikamenten (Diuretika) oder Abführmitteln (Laxantien) im Vordergrund.

Ausreichend trinken- und zwar das Richtige

Älteren Menschen über 65 Jahren rät die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE e.V.), täglich mindestens 1,3 Liter zu trinken – idealerweise aber sogar 1,5 Liter. Zusätzlich erhält der Körper im Durchschnitt noch einmal zusätzlich 700 ml Flüssigkeit über feste Nahrung. Die enthält nämlich oft mehr Wasser, als sich auf den ersten Blick vermuten ließe.

Mehr als 90% Wasser verbergen sich beispielsweise in Spargel, Zucchini, Radieschen, Champignons, Gurken, Feld- und Eisbergsalat, Tomaten, Melonen, Erdbeeren und Zitrusfrüchten. In Weichkäse wie Camembert stecken immerhin rund 70% Wasser, in Brot ungefähr 34%. Außerdem entsteht beim Verdauungsprozess noch einmal gut ein ¼ Liter Oxidationswasser, das ebenfalls dem Flüssigkeitskonto hinzugerechnet wird.

Wichtig:
Manche Erkrankungen erfordern mitunter eine ärztlicherseits vorgegebene begrenzte Flüssigkeitszufuhr auch unterhalb der genannten Empfehlungen. Dazu zählen vor allem eine schwere Herzinsuffizienz, bestimmte Nierenerkrankungen oder auch eine Leberzirrhose. In manchen Fällen kann es sogar notwendig sein, die Flüssigkeitszufuhr und -ausscheidung zu kontrollieren. Auch für starke Hitzeperioden gelten andere Empfehlungen. Da dürfen es auch im Alter gern 2-3 Liter täglich sein, sofern keine medizinischen Gründe dagegensprechen. Kläre die individuelle tägliche Trinkmenge für die von dir betreuten Personen daher am besten mit dem ärztlichen Behandlungsteam.

Geeignete Getränke für eine gute Flüssigkeitsbilanz

• Maximal 4 Tassen Kaffee, schwarzer oder grüner Tee täglich

• Trink- und Mineralwasser

• Ungesüßte Früchte- und Kräutertees

• Leichte Saftschorlen (¼ Fruchtsaftanteil, ¾ Wasseranteil)

Übrigens: Milch, Buttermilch, Kefir und Trinkjoghurt zählen strenggenommen nicht zu Getränken, sondern aufgrund ihres Energiegehalts zu den Nahrungsmitteln. Bei Flüssigkeitsmangel oder bei ärztlicherseits verordneter begrenzter Flüssigkeitszufuhr fließen sie jedoch in die Berechnung der Flüssigkeitsbilanz mit ein!

Tipp:
Deine Patient:innen finden reines Wasser eher langweilig? Vielleicht kannst du sie ja von „Infused Water“ überzeugen, also einer bereitgestellten Wasserkaraffe mit aromatischer Einlage wie beispielsweise einigen Gurken- oder Ingwerscheiben, Kräuterzweigen (Minze, Zitronenmelisse), Zitrusfruchtscheiben oder einigen frischen Beeren.

Trinken nicht vergessen: Tipps für Trinkmuffel

Es gibt einige Tipps und Tricks, um ältere Menschen zum regelmäßigen Trinken zu motivieren, sie daran zu erinnern oder ihnen die Kontrolle ihrer täglichen Trinkmenge zu erleichtern. Und dabei darfst du auch gern mal „fünfe gerade sein lassen“, um die erforderliche Trinkmenge zu erzielen und sofern medizinisch nichts dagegenspricht. Also gegebenenfalls auch mal eine Limonade oder ein alkoholfreies Radler anbieten.

Trinkmotivation

• Lieblingsgetränke bereithalten und aktiv anbieten

• Auf immer gefüllte Getränkegläser achten, gern an mehreren Stellen der Wohnung/des Zimmers

• Wechselnde Getränke in hübschen (farbigen!) Gläsern servieren

• Zu jeder Mahlzeit ein frisches Getränk reichen

• Trinkrituale etablieren, beispielsweise nachmittäglich einen Fünf-Uhr-Tee

• Bereitstellen einer nächtlichen Wasserflasche am Bett

Trinkerinnerung

Es gibt diverse Möglichkeiten, sich ans regelmäßige Trinken erinnern zu lassen – vom einfachen Wecker bis hin zu digitalen Tools. So gibt es zum Beispiel Glasuntersetzer mit integriertem Digital-Timer, der per Lichtsensor eine Trinkerinnerung signalisiert oder auch speziell einzustellende Trinkwecker. Auch diverse Handy-Apps (Drink-Timer) erinnern an eine regelmäßige

Flüssigkeitszufuhr. Welche Möglichkeit sich da am besten für die von dir betreuten Personen anbietet, hängt natürlich von deren Vorlieben und (digitalen und kognitiven) Möglichkeiten ab – daher verzichten wir an dieser Stelle auch auf konkrete Produktempfehlungen.

Trinkkontrolle

Eine regelmäßige Trinkerinnerung allein reicht für manche älteren Menschen jedoch nicht aus, um eine ausreichende tägliche Flüssigkeitsversorgung zu gewährleisten. Hier hilft dann oft ein klassisches Trinktagebuch weiter, in das jedes täglich konsumierte Getränk eingetragen wird (digital oder handschriftlich). Dann lässt sich „schwarz auf weiß“ nachschauen, wie es um die tägliche Flüssigkeitszufuhr bestellt ist. Für alle, die das am liebsten handschriftlich dokumentieren wollen, empfehlen wir den Trinkplan der Universität Würzburg in Zusammenarbeit mit dem VerbraucherService Bayern.

Fazit

Üblicherweise trinken Menschen im Alter immer weniger aufgrund ihres nachlassenden Durstgefühls. Ein dadurch bedingter Flüssigkeitsmangel kann mitunter jedoch ernsthafte gesundheitliche Konsequenzen nach sich ziehen. Umso wichtiger ist es, die von dir betreuten Menschen zum regelmäßigen Trinken zu motivieren und die Trinkmengen zu kontrollieren – auch hinsichtlich einer möglicherweise ärztlicherseits vorgegebenen Flüssigkeitsbegrenzung.

Quellen

DGE e.V.: DGE-Praxiswissen Trinken im Alter; abgerufen am 27.12.2025 von: https://www.fitimalter-dge.de/fileadmin/user_upload/medien/Trinken_im_Alter.pdf

DGE e.V.: Fit im Alter – Trinken im Alter; abgerufen am 27.12.2025 von: https://www.fitimalter-dge.de/mehr-wissen/trinken-im-alter

Vernetzungsstelle Seniorenernährung Niedersachsen: Trinken im Alter; abgerufen am 27.12.2025 von: https://vernetzungsstellesenioren-dge-ni.de/trinken-im-alter/

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