Osteoporose: Ursachen und Therapie

Veröffentlicht am 05.09.2025

Eine Gruppe älterer Menschen sitzt auf Stühlen und hebt die Arme in die Höhe.

Osteoporose zählt hierzulande zu den weitverbreitetsten Volkskrankheiten. Vor allem Frauen nach den Wechseljahren, aber auch zunehmend Männer sind von der chronischen Knochenerkrankung betroffen. Charakteristisch für Osteoporose ist der fortschreitende Abbau der Knochensubstanz, wodurch die Knochen porös, instabil und bruchanfällig werden. Häufig bleibt die Krankheit lange Zeit unbemerkt. Kommt es schließlich zu einem Knochenbruch –sind die Folgen oft erheblich für Lebensqualität, Mobilität und Selbstständigkeit der Betroffenen.

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Definition Osteoporose - Was ist Osteoporose?

Osteoporose ist eine weit verbreitete Erkrankung der Knochen. Dabei wird das Knochengerüst im ganzen Körper schwächer. Die Knochen verlieren an Masse und ihre innere Struktur verschlechtert sich. Dadurch steigt das Risiko, dass Knochen schon bei kleinen Belastungen wie bei einem harmlosen Sturz oder sogar beim Heben schwererer Gegenstände brechen.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat eine Messmethode entwickelt, um Osteoporose zu erkennen. Dabei wird mit dem sogenannten T-Score gemessen, wie dicht der Knochen ist. Ein T-Score von -2,5 oder niedriger zeigt, dass eine Osteoporose vorliegt.

Medizinische Grafik der Osteoporose
Abb.: Osteoporose (Illustration, Quelle: Pflegia)

Unterschieden wird zwischen:

  • Wenn durch diese Knochenschwäche schon ein oder mehrere Brüche aufgetreten sind, spricht man von einer manifesten Osteoporose – also einer Osteoporose, die sich bereits deutlich bemerkbar gemacht hat.
  • Vorstufe der Osteoporose ist die sogenannte Osteopenie. Auch hier ist die Knochendichte schon verringert, aber noch nicht so stark wie bei der Osteoporose. Der T-Score liegt dann zwischen -1 und -2,5. Menschen mit Osteopenie haben ein erhöhtes Risiko, später Osteoporose zu entwickeln.
  • Neben der Osteoporose gibt es noch eine andere Knochenkrankheit, die Osteomalazie genannt wird. Hier ist nicht die Knochendichte das Hauptproblem, sondern eine gestörte Einlagerung von Mineralien in den Knochen. Die Knochen bleiben dadurch weich und verformbar, was ebenfalls zu Schmerzen und Brüchen führen kann.

Osteoporose - Ursachen

Primäre Osteoporose

Altersbedingter, natürlicher (physiologischer) und schleichender Knochenschwund

Anna Liebig

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Typ Bezeichnung Erläuterung
Typ I Postmenopausale Osteoporose Tritt bei Frauen nach den Wechseljahren auf, meist durch Östrogenmangel
Typ II Senile Osteoporose Betrifft ältere Männer und Frauen, entsteht durch altersbedingte Knochenschwächung
Sonderform Idiopathische juvenile Osteoporose Seltene Form im Kindes- oder Jugendalter, Ursache unbekannt

Sekundäre Osteoporose

Folge anderer Erkrankungen oder deren Behandlung, nicht altersbedingt

Typ Bezeichnung Erläuterung
Endokrine Störungen Diabetes mellitus, Hypogonadismus, Hyperthyreose, Cushing-Syndrom, Hyperparathyreoidismus Hormonelle Störungen beeinflussen den Knochenstoffwechsel negativ
Chronische Entzündungen Rheumatoide Arthritis, zystische Fibrose, COPD, chronische Nierenerkrankung Entzündungsprozesse und Medikamente (z. B. Kortison) schwächen die Knochen
Neuromuskuläre Erkrankungen Infantile Zerebralparese, Spina bifida, Muskeldystrophien, Multiple Sklerose, Morbus Parkinson, Schlaganfall Eingeschränkte Mobilität und Muskelkraft führen zu Knochenschwund
Gastrointestinale Erkrankungen Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, Zöliakie, chronische Lebererkrankung Nährstoffaufnahme (z. B. Kalzium, Vitamin D) kann gestört sein
Fehlernährung Anorexia nervosa, Adipositas Mangelernährung oder gestörte Nährstoffaufnahme schwächen die Knochenbildung
Andere Ursachen Zustand nach Transplantation, HIV, Medikamente (z. B. Kortikosteroide, Chemotherapie) Vielfältige Ursachen, häufig durch Medikamente oder schwere Grunderkrankungen

Welche typischen Symptome treten bei Osteoporose auf, und wie machen sie sich im Alltag bemerkbar?

Osteoporose kann dazu führen, dass die Knochen sehr brüchig werden und leichter brechen. Solche Brüche nennt man Insuffizienzfrakturen oder auch Fragilitätsfrakturen. Je nach Art der Osteoporose treten unterschiedliche Brüche häufiger auf:

  • Bei der senilen Osteoporose, die vor allem ältere Menschen betrifft, brechen oft der Oberschenkelhals (also der obere Teil des Oberschenkelknochens), der obere Teil des Oberarmknochens und das Handgelenk.
  • Bei der postmenopausalen Osteoporose, die häufig bei Frauen nach den Wechseljahren auftritt, sind oft die Wirbel der Wirbelsäule betroffen.

Durch Brüche der Wirbel kann es zu Veränderungen der Wirbelsäule kommen. Manchmal drücken sich die Wirbel zusammen, was eine Rundung des Rückens verursacht, die man Kyphose nennt. Dadurch werden Betroffene kleiner. Ein besonderes Zeichen ist das sogenannte Tannenbaumphänomen: Es entstehen Hautfalten am Rücken, die aussehen wie ein Tannenbaum, weil der Körper durch die Wirbelverformungen schrumpft.

Osteoporose kann außerdem zu chronischen Schmerzen führen, besonders im Rückenbereich.

T-Score und Bedeutung für die Knochendichte

Der T-Score ist ein Wert, der dabei hilft, herauszufinden, wie stark deine Knochen sind. Um den T-Score zu messen, macht man eine spezielle Untersuchung, die Knochendichtemessung oder Knochendichtescan genannt wird.

Diese Untersuchung heißt Dual-Röntgen-Absorptiometrie, kurz DXA-Scan. Dabei liegt man kurz auf einem Gerät, das mit sehr wenig Röntgenstrahlung misst, wie viele Mineralstoffe – also Kalk und andere wichtige Bestandteile – in deinen Knochen enthalten sind. Die Untersuchung ist schnell, schmerzfrei und sehr genau.

Die meisten Ärzte messen die Knochendichte am Oberschenkelknochen oder an der Wirbelsäule, da diese Bereiche besonders anfällig für Osteoporose sind.

Der gemessene Wert wird dann mit dem Durchschnittswert eines gesunden jungen Erwachsenen verglichen. Dieser Vergleichswert gilt als Norm. Wie stark dein Knochenwert von diesem Normalwert abweicht, zeigt der T-Score an:

T-Score Bedeutung Erläuterung
-1,0 und höher Normal Normale Knochendichte, geringes Frakturrisiko
Zwischen -1,0 und -2,5 Osteopenie (Knochenschwund) Leicht verminderte Knochendichte, erhöhtes Risiko für Osteoporose
-2,5 oder niedriger Osteoporose Deutlich verminderte Knochendichte, hohes Risiko für Knochenbrüche
-2,5 oder niedriger + Frakturen Manifeste Osteoporose Osteoporose mit bereits aufgetretenen Knochenbrüchen

Osteoporose - Therapie

Die moderne Behandlung von Osteoporose kombiniert verschiedene Methoden. Dazu gehören Medikamente, die Einnahme von wichtigen Nährstoffen wie Calcium und Vitamin D sowie Maßnahmen, die helfen, beweglich zu bleiben und Stürze zu verhindern. Das Ziel der Therapie ist es, das Fortschreiten der Krankheit zu verlangsamen und die Gefahr von Knochenbrüchen zu reduzieren.

Medikamentöse Therapie

Medikament Wirkungsweise Besonderheiten
Bisphosphonate Verhindern den Abbau der Knochen Gut verträglich, häufig eingesetzt; Beispiele: Alendronat, Ibandronat, Risedronat, Zoledronat
Denosumab Biologikum, bremst den Knochenabbau Gentechnologisch hergestellt
Raloxifen Wirkt ähnlich wie Östrogen, schützt die Knochen Speziell für Frauen, die Behandlung erfolgt nach den Wechseljahren
Teriparatid Fördert den Knochenaufbau Wird maximal 24 Monate einmal im Leben genutzt; tägliche Injektion unter die Haut
Abaloparatid Stimuliert die Knochenneubildung Für Frauen nach den Wechseljahren mit hohem Bruchrisiko; tägliche Injektion unter die Haut
Romosozumab Gentechnologisch hergestelltes Biologikum, fördert starken Knochenaufbau Anwendung nur 12 Monate; Vorsicht bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Körperliche Aktivität bei Osteoporose – wichtige Punkte:

  • Regelmäßige Bewegung fördert den Knochenstoffwechsel und stärkt die Knochen.
  • Der größte Reiz für den Knochen entsteht durch Belastung in aufrechter Körperhaltung.
  • Besonders empfehlenswerte Sportarten:
    • Spazieren
    • Wandern
    • Nordic Walking (geringes Sturzrisiko und gute Belastung für Knochen und Muskeln)
  • Positive Effekte regelmäßiger Bewegung:
    • Stärkung der Muskulatur
    • Verbesserung der Beweglichkeit
    • Verbesserung des Gleichgewichtssinns
      Verringertes Sturzrisiko
  • Für Muskelaufbau, Koordination und Gleichgewicht besonders geeignet:
    • Moderates Krafttraining
    • Medizinische Trainingstherapie
    • Gezielte Gymnastikübungen

Sturzrisiko und Sturzprävention bei Osteoporose

  • Schon ein harmloser Sturz kann bei Osteoporose zu einem schweren Knochenbruch führen.
  • Besonders ältere Menschen, die allein zu Hause wohnen, sind gefährdet.

Ernährung bei Osteoporose – wichtig für Vorbeugung und Behandlung

  • Ausgewogene Ernährung ist eine zentrale Grundlage
  • Wichtige Nährstoffe:
    • Eiweiß (für Muskelaufbau und Knochenerhalt)
    • Calcium (für starke Knochen)
    • Vitamine – besonders:
      • Vitamin D (unterstützt die Calciumaufnahme)
      • Weitere Vitamine für den Knochenstoffwechsel (z. B. Vitamin K, B-Vitamine)
Hinweis: Gilt sowohl zur Vorbeugung als auch zur Behandlung von Osteoporose

Psychosoziale Aspekte

Osteoporose betrifft nicht nur die Knochen – sie kann auch das seelische Wohlbefinden und den Alltag stark beeinflussen. Viele Betroffene leiden unter der ständigen Angst zu stürzen und sich zu verletzen. Diese Unsicherheit kann dazu führen, dass sie sich immer weniger bewegen oder sich sogar aus dem sozialen Leben zurückziehen.

Hinzu kommt, dass sichtbare Veränderungen wie ein Rundrücken oder ein Größenverlust das Selbstwertgefühl beeinträchtigen können – vor allem bei älteren Menschen. Die Sorge, im Alltag auf Hilfe angewiesen zu sein, belastet viele zusätzlich.

Wichtig ist deshalb:

  • Die Erkrankung offen anzusprechen,
  • sich nicht zu isolieren,
  • und gezielt Unterstützung zu suchen – z. B. durch Bewegungskurse, Gespräche mit anderen Betroffenen oder psychologische Beratung.

Eine gute medizinische Versorgung, gepaart mit Bewegung, Austausch und Verständnis, kann helfen, das Vertrauen in den eigenen Körper zurückzugewinnen und die Lebensqualität deutlich zu verbessern.

Fazit: Knochengesundheit im Blick behalten

Osteoporose ist eine weit verbreitete Knochenerkrankung, die vor allem ältere Menschen betrifft – besonders Frauen nach den Wechseljahren. Sie verläuft oft unbemerkt, bis es zu Knochenbrüchen kommt. Daher sind Früherkennung und Prävention besonders wichtig.

Durch eine Kombination aus gesunder Ernährung, ausreichender Bewegung, der Vermeidung von Stürzen und – wenn nötig – medikamentöser Behandlung lässt sich das Fortschreiten der Krankheit deutlich verlangsamen. Ziel der Therapie ist es, die Knochen zu stärken, Brüche zu verhindern und die Lebensqualität der Betroffenen zu erhalten.

Osteoporose ist zwar nicht heilbar, aber mit dem richtigen Wissen und gezielten Maßnahmen gut behandelbar.

Häufige Fragen zu Osteoporose

Was ist Osteoporose?

Osteoporose ist eine Erkrankung des Knochens, bei der die Knochendichte abnimmt und die Knochenstruktur porös wird. Dadurch steigt das Risiko für Knochenbrüche deutlich, auch schon bei geringen Belastungen. Besonders häufig betroffen sind ältere Menschen und Frauen nach den Wechseljahren.

Welche Symptome können auf Osteoporose hinweisen?

Am Anfang verursacht Osteoporose oft keine spürbaren Beschwerden. Erste Anzeichen können Rückenschmerzen, eine Abnahme der Körpergröße oder eine gekrümmte Haltung sein. Typisch sind auch Knochenbrüche nach leichten Stürzen, etwa an Hüfte, Wirbelkörpern oder Handgelenken.

Wie lässt sich Osteoporose behandeln oder vorbeugen?

Zur Behandlung gehören meist Medikamente, die den Knochenabbau bremsen oder den Knochenaufbau fördern. Auch Bewegung, gezieltes Muskeltraining, eine kalzium- und vitamin-D-reiche Ernährung sowie ein gesunder Lebensstil (z. B. kein Rauchen, wenig Alkohol) sind wichtige Bausteine. Vorbeugung beginnt am besten schon in jüngeren Jahren durch regelmäßige Bewegung und eine ausgewogene Ernährung.

Medizinische und rechtliche Hinweise:

Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und ersetzt keinesfalls eine professionelle medizinische Beratung. Die enthaltenen Informationen sind nicht dafür geeignet, eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen zu beginnen bzw. abzubrechen. Bei gesundheitlichen Anliegen und zur Klärung individueller Fragen sollte stets ein qualifizierter Arzt oder eine qualifizierte Ärztin konsultiert werden. Im Falle gesundheitlicher Probleme ist es wichtig, rechtzeitig ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Quellen

  1. Deutsche Rheuma-Liga, Osteoporose: Ursachen, Symptome, Therapie; abgerufen am 21.08.2025 von https://www.rheuma-liga.de/rheuma/krankheitsbilder/osteoporose
  2. Rheuma-Liga Schweiz, Osteoporose; abgerufen am 21.08.2025 von https://www.rheumaliga.ch/rheuma-von-a-z/osteoporose
  3. MSD Manual Ausgabe für Patienten, Erkrankung Osteoporose; abgerufen am 21.08.2025 von https://www.msdmanuals.com/de/heim/knochen-gelenk-und-muskelerkrankungen/osteoporose/osteoporose
  4. DVO Dachverband Osteologie e.V., DVO Leitlinie Osteoporose 2023; abgerufen am 21.08.2025 von https://leitlinien.dv-osteologie.org/
  5. AMBOSS SE, Kapitel: Osteoporose, zuletzt aktualisiert am 08.07.2025, Stand: 21.08.2025, https://next.amboss.com/de/article/cT0ap2?q=osteoporose 

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