Überblick Pflegeausbildung und Studium – Wege in den Pflegeberuf

Veröffentlicht am 03.09.2025

Nahaufnahme einer Person in typischer Pflegekleidung mit einem Herz aus Papier in der Brusttasche.

Die Pflege ist ein bedeutendes Berufsfeld im Gesundheitswesen. Angesichts des demografischen Wandels und des steigenden Fachkräftebedarfs gewinnt die Pflegeausbildung zunehmend an Bedeutung. Hier warten verschiedene berufliche Perspektiven: Es gibt die generalistische Pflegeausbildung, die einjährige Pflegeausbildung und das akademische Pflegestudium. Der folgende Überblick stellt die wichtigsten Ausbildungs- und Studienwege vor, beschreibt deren Aufbau sowie Struktur und gibt Orientierung zu Karriere- und Weiterbildungschancen.

Pflegeberufe und Ausbildungssystem

Mit dem Pflegeberufegesetz (PflBG) wurde das deutsche Ausbildungssystem im Bereich Pflege 2017 grundlegend reformiert. Das Ziel dabei war, die Pflegeberufe attraktiver und zukunftssicherer zu gestalten. Kern der Reform ist die generalistische Pflegeausbildung. Seit 2020 werden die bis dorthin getrennten Ausbildungswege in Altenpflege, Gesundheits- und Krankenpflege sowie Kinderkrankenpflege in dieser Ausbildung zusammengeführt.

Daneben bestehen weiterhin spezialisierte Ausbildungen (zum Beispiel Heilerziehungspflege oder operationstechnische Assistenz) sowie ein zunehmendes Angebot an Pflegestudiengängen. Auch einjährige Pflegeausbildungen wie die Altenpflegehilfe oder die Pflegefachassistenz ermöglichen einen Einstieg und können auf eine weiterführende Ausbildung angerechnet werden. 

Die wichtigsten Pflegeausbildungen

In der Pflege gibt es viele Berufe, mit denen du dich aktiv einbringen kannst. 

Generalistische Pflegeausbildung (Pflegefachfrau/Pflegefachmann)

  • Dauer: 3 Jahre (Vollzeit)
  • Abschluss: Pflegefachfrau/Pflegefachmann (EU-weit anerkannt)
  • Inhalte: Vermittlung von Kompetenzen zur ganzheitlichen Pflege aller Altersgruppen und in allen Versorgungsbereichen (Krankenhaus, Langzeitpflege, ambulante Pflege).
  • Besonderheit: Bis 2026 kann im dritten Ausbildungsjahr ein Vertiefungsschwerpunkt gewählt werden (Altenpflege, Kinderkrankenpflege).

Die Kompetenzbereiche der Pflegeausbildung umfassen u. a.:

  1. Pflege von Menschen aller Altersstufen
  2. Gestaltung des Pflegeprozesses
  3. Kommunikation und Beratung
  4. Rechtliche und ethische Grundlagen
  5. Qualitätsentwicklung in der Pflege 

Gesundheits- und Krankenpflegehilfe (1-jährige Pflegeausbildung)

  • Dauer: 1 Jahr
  • Einsatzbereiche: Krankenhäuser, Kliniken, ambulante Pflegedienste.
  • Aufgaben: Grundpflege, Unterstützung bei medizinischen Tätigkeiten.

Altenpflegehilfe (1-jährige Pflegeausbildung)

  • Dauer: 1 Jahr
  • Abschluss: Altenpflegehelfer/in
  • Aufgaben: Unterstützung von Pflegefachkräften in Altenpflegeeinrichtungen und ambulanter Versorgung.
  • Perspektive: Anrechenbar auf die generalistische Ausbildung (Verkürzung um 1 Jahr).

Pflegefachassistenz

  • Dauer: 1–2 Jahre (je nach Bundesland)
  • Ziel: Qualifikation über die Helferausbildungen hinaus, inkl. Einsatz in verschiedenen Pflegebereichen.
  • Besonderheit: Möglichkeit, in die generalistische Ausbildung einzusteigen.

Operationstechnische Assistenz (OTA)

  • Dauer: 3 Jahre
  • Aufgaben: Assistenz bei Operationen, Vorbereitung und Nachsorge von OP-Sälen, Instrumentieren. 

Anästhesietechnische Assistenz (ATA)

  • Dauer: 3 Jahre
  • Aufgaben: Assistenz bei Narkosen, Überwachung der Patienten, Dokumentation.

Heilerziehungspflege

  • Dauer: 2–3 Jahre
  • Schwerpunkt: Betreuung, Förderung und Pflege von Menschen mit Behinderungen.

Kinderkrankenpflege

  • Zugang: Über die generalistische Ausbildung mit Schwerpunktwahl im dritten Ausbildungsjahr.
  • Aufgaben: Pflege von Säuglingen, Kindern und Jugendlichen in Kliniken oder der ambulanten Pädiatrie.

Ausbildungswege und -formen

Die meisten Pflegeausbildungen werden in Vollzeit absolviert. Es gibt jedoch auch Teilzeitmodelle. Vertragspartner ist in der Regel ein Krankenhaus, ein Pflegeheim oder ein ambulanter Pflegedienst.

Ablauf der generalistischen Pflegeausbildung:

  • Theoretischer Unterricht an einer Pflegeschule (ca. 2.100 Stunden).
  • Praktische Einsätze in verschiedenen Einrichtungen (ca. 2.500 Stunden).
  • Zwischenprüfung nach 2 Jahren, Abschluss mit staatlicher Prüfung (schriftlich, mündlich, praktisch).

Ausbildungsvergütung:

  • Abhängig vom Ausbildungsträger, steigt mit den Ausbildungsjahren.
  • Recht auf Zuschläge, Überstundenvergütung und Urlaub.  

Weiterbildungsmöglichkeiten nach der Ausbildung

Nach der Ausbildung stehen zahlreiche Wege offen:

  • Fachweiterbildungen: z. B. Intensivpflege, Onkologie, Pädiatrie, Palliative Care.
  • Pflegemanagement oder Pflegepädagogik: Führungs- oder Lehrtätigkeiten.
  • Studium: Übergang in Bachelor- oder Masterprogramme (z. B. Pflegewissenschaft, Advanced Practice Nursing). 

Studium in der Pflege

Neben der Ausbildung gewinnt das Pflegestudium zunehmend an Bedeutung. Es verbindet akademische Inhalte mit praktischen Anteilen. Ein Studium eröffnet erweiterte Jobmöglichkeiten und Karrierechancen.

Arten des Pflegestudiums

  1. Primärqualifizierendes Studium
  • Dauer: 3 Jahre
  • Abschluss: Bachelor + Berufszulassung (Pflegefachfrau/-mann)
  • Lernorte: Hochschule und Praxiseinsätze
  1. Duales Studium
  • Kombination aus Ausbildung und Studium
  • Nach Abschluss: Pflegeexamen + Bachelor in 3,5–4 Jahren
  1. Bachelor nach Ausbildung
  • Dauer: 6–7 Semester
  • Berufsbegleitend oder als Fernstudium möglich
  1. Masterstudium
  • Vertiefung in Pflegewissenschaft, Management oder Pädagogik
  • Dauer: 3–5 Semester 
Welche Vorteile hat ein Studium?
Zu den Vorteilen zählen: höhere Karriere- und Aufstiegschancen, wissenschaftlich fundiertes Arbeiten, Möglichkeiten für Führungs- und Lehrtätigkeiten, besseres Gehalt. 

Anna Liebig

Pflegia Karriereberaterin

Unsicher? Wir beraten dich kostenlos zu deinem nächsten Karriereschritt

Unsere Karriereberater finden passende Jobs für dich – und melden sich persönlich bei dir zurück.
  • 100 % kostenlos & unverbindlich
  • Persönliche Beratung statt Bewerbungsstress
  • Wir finden passende Jobs für dich
  • Schneller Rückruf

Fazit

Die Pflegeausbildung in Deutschland bietet ein breites Spektrum an Einstiegsmöglichkeiten – von der einjährigen Ausbildung bis zum akademischen Studium. Besonders die generalistische Pflegeausbildung, die durch das Pflegeberufegesetz gestärkt wird, eröffnet vielfältige Chancen. Wer sich für eine Laufbahn in der Pflege entscheidet, kann je nach Neigung einen praktisch orientierten Einstieg wählen oder einen akademischen Weg gehen und sich weiterqualifizieren. Angesichts des Fachkräftemangels und der großen gesellschaftlichen Bedeutung des Pflegeberufs sind die Berufsaussichten hervorragend. 

Häufige Fragen zur Pflegeausbildung

Kann man die 3-jährige Pflegeausbildung verkürzen?

Ja, bei einer abgeschlossenen Helferausbildung oder einschlägigen Vorerfahrungen kann die Ausbildungszeit um bis zu ein Jahr verkürzt werden.

Welche Ausbildung dauert 1 Jahr im Bereich Pflege?

Die Altenpflegehilfe und die Gesundheits- und Krankenpflegehilfe sind klassische einjährige Pflegeausbildungen. Auch die Pflegefachassistenz kann, je nach Bundesland, in einem Jahr absolviert werden.

Was hat sich durch das Pflegeberufegesetz geändert?

Die generalistische Ausbildung ersetzt die früher getrennten Ausbildungen. Sie ist EU-weit anerkannt und eröffnet mehr Einsatzmöglichkeiten. Darüber hinaus wurden die Kompetenzbereiche und die vorbehaltenen Tätigkeiten klar definiert.

Welche Berufe fallen unter das Pflegeberufegesetz?

Die Ausbildung zur Pflegefachfrau/zum Pflegefachmann sowie die Kinderkrankenpflege und die Altenpflege sind Teil des Pflegeberufegesetzes.

Quellen

  1. Bundesministerium für Gesundheit. Pflegeausbildung. Abgerufen am 25. August 2025, von: https://www.pflegeausbildung.net
  2. Bundesinstitut für Berufsbildung. Pflegeberufe. Abgerufen am 25. August 2025, von: https://www.bibb.de/de/82236.php
  3. Thieme. I care – PflegeExamen KOMPAKT. Die Pflegeausbildung. Heiligmann S, Herbers T, Klimek L, Komander-Wergner G, Lauber A, Ludwig J, Schleyer D, Adelt H, Cecconi L et al., Hrsg. 2., überarbeitete Auflage. Stuttgart: Thieme; 2022.
  4. Bundesinstitut für Berufsbildung: Pflegehilfe und Pflegeassistenz. Ein Überblick über die landesrechtlichen Regelungen für die Ausbildung und den Beruf. Jürgensen, Anke. 2. Aufl. Bonn 2023. 

Stellenangebote

Mehr zum Thema