Pflege-Analyse: 12-Stunden-Schichten unbeliebt – nur 7,3 Prozent der Pflegekräfte wollen lange Dienste

Veröffentlicht am 16.04.2026

Zwei Pflegekräfte besprechen ihren Dienstplan.

7,3 % der Pflegekräfte bevorzugen 12-Stunden-Dienste. Bildquelle: Pflegia.de

Anna Liebig

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Entgegen der öffentlichen Diskussion um 12-Stunden-Schichten zeigt eine aktuelle Pflegia-Analyse von über 101.000 Pflegekräften: Lange Dienste sind wenig gefragt. Nur 3,5 % wünschen sich 12-Stunden-Frühschichten, 3,8 % 12-Stunden-Nachtschichten. Damit zeigen lediglich 7,3 % aller Pflegekräfte Interesse an den viel diskutierten Langdiensten.

„Unsere Daten machen deutlich, dass 12-Stunden-Schichten für die große Mehrheit der Pflegekräfte weniger attraktiv sind“, erklärt Pflegia-Geschäftsführer Felix Westphal und sagt: „Pflegekräfte bevorzugen überwiegend klassische Arbeitszeitmodelle. Ein wichtiger Hinweis für die Gestaltung zukunftsfähiger Schichtsysteme.“

Klassische Modelle dominieren die Wünsche

Die Präferenzen der Pflegekräfte sind klar verteilt: 27 % bevorzugen das Drei-Schicht-System, 25,9 % reine Frühschichten und 21,3 % Zweischichtmodelle. Nachtschichten wünschen sich 13,2 %, Spätschichten 12,9 %. Die oft diskutierten 12-Stunden-Dienste landen mit zusammen 7,3 % am Ende der Beliebtheitsskala. 

7,8 % der Befragten benötigen Tagdienste (Elterndienste), ein Signal für den wachsenden Bedarf an familienfreundlichen Arbeitszeitmodellen.

Arbeitspräverenzen Prozentualer Anteil
Drei-Schicht-System 27 %
Frühschichten 25,9 %
Zwei-Schicht-System 21,3 %
Nachtschichten 13,2 %
Spätschichten 12,9 %
Tagdienste (Elterndienste) 7,8 %
12h-Dienste (Spätschicht) 3,8 %
12h-Dienste (Frühschicht) 3,5 %

Jüngere Pflegekräfte bevorzugen Abwechslung, Ältere Planbarkeit

Die Altersstruktur zeigt deutliche Unterschiede: Unter 25-Jährige bevorzugen am häufigsten das Drei-Schicht-System (44,1 %), während bei Pflegekräften über 55 Jahren das Zweischichtmodell (33 %) dominiert. „Jüngere Pflegekräfte sind experimentierfreudiger und schätzen die Abwechslung im Drei-Schicht-System“, interpretiert Westphal und erklärt: „Mit zunehmender Erfahrung wächst dagegen der Wunsch nach klareren und planbaren Strukturen.“ Auch bei 12-Stunden-Diensten zeigen sich junge Pflegekräfte offener. 5,8 % der unter 25-Jährigen können sich 12-Stunden-Frühschichten vorstellen, 7,3 % 12-Stunden-Nachtschichten. Bei den über 55-Jährigen sinken diese Werte auf 3,8 bzw. 3,2 %.

Frühschichten beliebt in der Familienphase

Ein interessantes Muster zeigt sich bei den Frühschichten: Während nur 27 % der unter 25-Jährigen diese bevorzugen, steigt der Anteil in der Altersgruppe 35–44 Jahre auf 39 %. In höheren Altersgruppen sinkt die Präferenz wieder (24,3 % bei den über 55-Jährigen). „Das spiegelt verschiedene Lebensphasen wider“, erklärt Westphal und sagt: „In den Dreißigern und Vierzigern passt die Frühschicht oft gut zur Familienplanung, während ältere Pflegekräfte wieder stärker auf Ausgleich und Flexibilität achten.“

Über die Datenanalyse

Für diese Analyse wurden anonymisierte Daten von 101.482 aktiven Pflegekräften ausgewertet, die sich zwischen dem 20. September 2024 und dem 20. September 2025 auf der Plattform Pflegia eingeloggt oder registriert haben. Die Stichprobe umfasst elf Berufsgruppen: Altenpflegefachkraft, Einrichtungsleitung, Hebamme, Hygienefachkraft, Kinderkrankenpfleger:in, Pflegedienstleitung, Pflegedirektion, Pflegefachkraft, Pflegehilfskraft, Stationsleitung und Wohnbereichsleitung. Die Berufserfahrung ist unterteilt in: keine Erfahrung (0 Jahre), Einsteiger (1-2 Jahre), mittlere Erfahrung (3-10 Jahre) und erfahrene Kräfte (über 10 Jahre).

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