Anästhesieschwester/-pfleger – Ausbildung und Beruf

Veröffentlicht am 26.06.2025

Eine Anästhesieschwester ist in einem Operationssaal zu sehen.
AusbildungstypAusbildung
Ausbildungsdauer3 Jahre
VorraussetzungRealschulabschluss

Du interessierst dich für einen Beruf im medizinischen Bereich und möchtest ganz nah am Geschehen sein – zum Beispiel bei Operationen oder in Notfallsituationen? Du möchtest Menschen in schwierigen Momenten beistehen und medizinisch hoch qualifiziert arbeiten? Dann könnte der Beruf als Anästhesieschwester bzw. Anästhesiepfleger, auch bekannt als Anästhesietechnische Assistenz (ATA), genau das Richtige für dich sein.

Aktuelle Jobs als ATA

In diesem Beruf bist du ein unverzichtbarer Teil des OP-Teams. Du sorgst dafür, dass Patient:innen sicher und gut betreut durch eine Narkose und die gesamte Operation kommen. Dabei arbeitest du eng mit Anästhesist:innen, Chirurg:innen und Pflegekräften zusammen – ein echter Teamjob mit viel Verantwortung.

Was macht eine Anästhesieschwester bzw. ein Anästhesiepfleger?

Als Anästhesieschwester bzw. -pfleger bist du ein:e echte:r Spezialist:in für den Zustand von Patient:innen rund um eine Operation oder Untersuchung mit Narkose. Du arbeitest eng mit Ärzt:innen für Anästhesie (Narkoseärzt:innen) zusammen und sorgst dafür, dass alles sicher, hygienisch und professionell abläuft.

Was macht man als Anästhesieschwester/-pfleger?

Wann? Was machst du? Was bedeutet das genau?
Vor der Operation Patient:innen vorbereiten Du sprichst mit den Patient:innen, prüfst, ob sie Allergien haben oder bestimmte Medikamente nehmen, und hilfst ihnen, sich zu beruhigen.
Geräte vorbereiten Du stellst sicher, dass alle Maschinen – z. B. zum Messen von Herzschlag und Atmung – funktionieren.
Medikamente bereitstellen Du legst alle wichtigen Mittel für die Narkose griffbereit – z. B. Schlafmittel oder Schmerzmittel.
Auf Sauberkeit achten Du achtest darauf, dass alles sauber und steril ist – z. B. durch Desinfizieren und das Tragen von Schutzkleidung.
Während der Operation Körperfunktionen überwachen Du beobachtest, ob Herz, Atmung und Blutdruck stabil sind – und greifst ein, wenn sich etwas verändert.
Ärzt:innen bei der Narkose helfen Du hilfst z. B. beim Einführen von Schläuchen oder bei der Medikamentengabe.
Alles aufschreiben Du dokumentierst genau, was während der Operation passiert – das ist sehr wichtig für die Sicherheit.
Nach der Operation Patient:innen im Aufwachraum betreuen Du beobachtest, ob sie gut aus der Narkose aufwachen, ob sie Schmerzen haben oder Hilfe brauchen.
Frühzeitig Probleme erkennen Du achtest auf Anzeichen wie Übelkeit, Schwindel oder Kreislaufprobleme – und handelst sofort.
Infos weitergeben Du sprichst mit dem Pflegepersonal auf der Station und erklärst, wie es den Patient:innen geht und was als Nächstes zu tun ist.

So könnte dein typischer Tag als Anästhesieschwester/-pfleger aussehen

Uhrzeit Was machst du? Erklärung
6:45 Uhr Schichtbeginn Du bekommst Infos vom Nachtdienst: Welche Operationen stehen an? Gibt es Besonderheiten?
7:00 Uhr Vorbereitung Du prüfst alle Geräte, legst Medikamente bereit und schaust, ob alles hygienisch ist.
7:30 Uhr Erste Patient:innen Du redest mit den ersten Patient:innen, bereitest sie vor und hilfst beim Zugang für Medikamente.
8:00–12:00 Uhr Operationen begleiten Du bist während der OP dabei, überwachst die Patient:innen und hilfst der/dem Anästhesist:in.
12:00–13:00 Uhr Mittagspause Zeit zum Essen und Durchatmen – wenn gerade keine Notfälle sind.
13:00–15:30 Uhr Weitere OPs & Aufwachraum Du betreust neue Patient:innen und hilfst denen, die gerade aus der Narkose aufwachen.
15:30 Uhr Feierabend-Vorbereitung Du reinigst Geräte, schreibst alles fertig auf und gibst an die nächste Schicht weiter.

Du arbeitest eng mit verschiedenen Berufsgruppen zusammen:

  • Anästhesist:innen (Narkoseärzt:innen)
  • Chirurg:innen
  • Pflegekräften aus OP und Station
  • Notfallteams

Dabei kommt es auf Verlässlichkeit, gute Kommunikation und schnelle Reaktionen an. In kritischen Situationen musst du den Überblick behalten – aber keine Sorge: Du bist nie allein, sondern Teil eines eingespielten Teams.

Anna Liebig

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Wie wird man Anästhesieschwester oder Anästhesiepfleger?

Wenn du Anästhesieschwester oder Anästhesiepfleger werden willst, machst du in Deutschland eine spezielle Ausbildung. Diese nennt sich Ausbildung zur Anästhesietechnischen Assistenz (kurz: ATA). Sie dauert drei Jahre in Vollzeit und findet in einer Schule und in einem Krankenhaus statt. Du lernst also in der Schule die Theorie – also das Wissen – und kannst das Gelernte direkt in der Praxis im Krankenhaus anwenden.

Ausbildung zur Anästhesietechnischen Assistenz (ATA)

Schritt Was passiert in diesem Abschnitt? Zusatzinfos & Tipps
1. Bewerbung und Auswahlverfahren Du bewirbst dich bei einem Krankenhaus oder einer Berufsfachschule, die die ATA-Ausbildung anbietet. - Du brauchst meist: Lebenslauf, Anschreiben, Zeugnisse, evtl. ein ärztliches Attest.

- Oft gibt es ein Auswahlgespräch oder einen Eignungstest.

- Ein vorheriges Praktikum ist sehr empfehlenswert!
2. Schulische Ausbildung (Theorie) Du besuchst regelmäßig Unterricht in einer speziellen Schule für Gesundheitsberufe. - Der Unterricht findet meist in Blöcken statt (z. B. mehrere Wochen Schule, dann wieder Praxis).

- Du lernst dort z. B.: Medizinisches Grundwissen, Narkoseabläufe, Hygiene, Teamarbeit, rechtliche Grundlagen.

- Insgesamt ca. 1.600 Unterrichtsstunden in 3 Jahren.
3. Praktische Ausbildung im Krankenhaus Du arbeitest auf echten Stationen – z. B. im OP, im Aufwachraum oder auf der Intensivstation. - Du bist Teil eines Teams und bekommst eine Praxisanleitung.

- Du darfst viel beobachten, lernst Geräte kennen, bereitest Operationen mit vor und betreust Patient:innen.

- Insgesamt ca. 3.000 Praxisstunden.
4. Regelmäßige Leistungsnachweise In der Schule und im Krankenhaus wirst du regelmäßig geprüft – z. B. mit Tests, Berichten oder Praxisbewertungen. - Mach dir Notizen, frag bei Unsicherheiten nach und nutze die Praxiszeit aktiv, um zu lernen.

- Gute Zusammenarbeit mit Praxisanleiter:innen ist sehr wichtig.
5. Staatliche Abschlussprüfung Am Ende der Ausbildung legst du eine Prüfung ab – in drei Teilen: schriftlich, praktisch und mündlich. - Inhalte der Prüfung: z. B. Wissen über Narkoseabläufe, Hygiene, Notfallmaßnahmen, Patientenbetreuung.

- Nach dem Bestehen erhältst du ein staatlich anerkanntes ATA-Zeugnis.
6. Berufseinstieg Nach der Prüfung darfst du offiziell als Anästhesietechnische:r Assistent:in arbeiten. - Du kannst in Krankenhäusern, OP-Zentren oder auch im Ausland arbeiten.

- Oft wirst du vom Ausbildungsbetrieb übernommen – ein großer Vorteil!

Insgesamt machst du in den drei Jahren ungefähr:

  • 1.600 Stunden Theorieunterricht (also Schule)
  • 3.000 Stunden Praxis im Krankenhaus
Schon während der Ausbildung solltest du herausfinden, welcher Bereich dir besonders liegt: eher der OP-Alltag oder z. B. die Arbeit im Aufwachraum? Das hilft dir später beim Berufseinstieg oder bei Weiterbildungen.

Was lernst du in der Ausbildung zur Anästhesietechnischen Assistenz?

In der ATA-Ausbildung wirst du Schritt für Schritt auf deine späteren Aufgaben vorbereitet. Das lernst du unter anderem:

Themenbereich Was du lernst Warum das wichtig ist
Körper und Organe (Anatomie & Physiologie) Du lernst, wie der menschliche Körper aufgebaut ist (z. B. Herz, Lunge, Gehirn) und wie die Organe miteinander zusammenarbeiten. Du musst genau wissen, wie der Körper funktioniert, um z. B. bei einer Narkose Veränderungen schnell zu erkennen.
Anästhesie (Narkose) und Schmerztherapie Du verstehst, wie Narkosemittel wirken, wie man sie richtig dosiert und wie man Patient:innen sicher durch die Narkose begleitet. Du unterstützt die Ärzt:innen bei der Narkose. Wenn du verstehst, wie sie wirkt, kannst du auch in Notfällen richtig handeln.
Medikamentenkunde (Pharmakologie) Du lernst, welche Medikamente bei Operationen verwendet werden – und wie man sie richtig lagert, vorbereitet und gibt. Fehler bei Medikamenten können gefährlich sein – deshalb brauchst du hier sehr gutes Wissen und Genauigkeit.
Umgang mit Patient:innen (Kommunikation & Psychologie) Du lernst, wie du mit Menschen sprichst, die Angst vor einer OP haben, Schmerzen haben oder sich nicht gut ausdrücken können. Gute Kommunikation ist wichtig für das Vertrauen. Du bist oft die erste Ansprechperson vor und nach der Narkose.
Hygiene und Infektionsschutz Du lernst, wie man Keime vermeidet: z. B. durch Desinfektion, sterile Kleidung oder den richtigen Umgang mit Geräten. Im OP und Krankenhaus ist Sauberkeit lebenswichtig – du schützt dadurch Patient:innen und dich selbst.
Notfälle erkennen und handeln Du wirst auf Situationen vorbereitet, in denen schnell reagiert werden muss – z. B. bei Kreislaufproblemen oder Atemstillstand. In kritischen Momenten zählt jede Sekunde. Du musst wissen, was zu tun ist, bis die Ärzt:innen übernehmen.
Technik und Geräte im OP Du lernst, wie Geräte wie Beatmungsmaschinen, Monitore und Infusionssysteme funktionieren und richtig benutzt werden. Du arbeitest täglich mit moderner Technik. Du musst die Geräte sicher bedienen können und im Blick behalten, ob alles richtig läuft.
Dokumentation & rechtliche Grundlagen Du lernst, wie du alle Maßnahmen richtig dokumentierst und welche Gesetze du im Krankenhaus beachten musst. Gute Dokumentation ist Pflicht – sie schützt Patient:innen und dich. Auch bei Fehlern ist alles nachvollziehbar.
Teamarbeit im OP und auf Station Du lernst, wie du im Team mit Ärzt:innen, Pflegekräften und anderen Fachleuten arbeitest und kommunizierst. Im OP musst du dich auf dein Team verlassen können. Gute Zusammenarbeit ist entscheidend für Sicherheit und Ablauf.

Wer kann die Ausbildung zur Anästhesietechnischen Assistenz (ATA) machen?

Du brauchst kein Vorwissen in Medizin, aber ein paar formale Voraussetzungen musst du erfüllen, bevor du mit der Ausbildung starten kannst. Außerdem gibt es ein paar persönliche Eigenschaften, die dir den Einstieg leichter machen – und die zeigen, dass der Beruf wirklich zu dir passt.

1. Welchen Schulabschluss brauchst du für die Ausbildung zur Anästhesietechnischen Assistenz (ATA)?

Möglichkeit Was zählt? Wichtig zu wissen
Mittlerer Schulabschluss z. B. Realschule, Fachoberschulreife oder M-Zweig Das ist der klassische Weg in die ATA-Ausbildung. Mit diesem Abschluss erfüllst du alle schulischen Anforderungen.
Hauptschulabschluss + 2-jährige Ausbildung z. B. abgeschlossene Ausbildung als Pflegehelfer:in, Medizinische:r Fachangestellte:r oder in einem anderen anerkannten Beruf Wenn du nur einen Hauptschulabschluss hast, brauchst du zusätzlich eine mindestens zweijährige abgeschlossene Berufsausbildung in einem anerkannten Bereich. Das zeigt, dass du ausbildungsfähig bist.
Tipp:
Wenn du unsicher bist, ob dein Abschluss reicht, frag direkt bei der Berufsfachschule oder dem Krankenhaus nach – sie helfen dir gerne weiter.

2. Gute Deutschkenntnisse – für Kommunikation und Sicherheit

Du solltest die deutsche Sprache mündlich und schriftlich gut beherrschen, denn:

  • Du musst Patient:innen beruhigen und erklären, was passiert.
  • Du dokumentierst wichtige Dinge schriftlich – z. B. Medikamente, Narkoseabläufe.
  • Du sprichst mit Ärzt:innen, Kolleg:innen und im Notfall auch sehr schnell und deutlich.
Ein Sprachniveau von B2 nach dem europäischen Referenzrahmen wird oft empfohlen oder verlangt – besonders, wenn du keinen deutschen Schulabschluss hast.

3. Ärztliche Bescheinigung – für deine Gesundheit

Bevor du starten kannst, brauchst du ein Attest von einem Arzt oder einer Ärztin, das bestätigt:

  • Du bist körperlich belastbar (z. B. längeres Stehen, Heben, Tragen, Schichtdienst).
  • Du bist psychisch stabil (z. B. kannst du mit Stress, Blut oder Notfällen umgehen).
  • Du hast keine Krankheiten, die dich oder andere gefährden könnten.

Dafür bekommst du oft von der Schule oder Klinik ein Formular mit, das dein:e Hausärzt:in ausfüllt.

Tipp:
Mach den Gesundheits-Check frühzeitig – er ist meistens Teil der Bewerbungsunterlagen.

4. Interesse und persönliche Eignung – passt der Beruf zu dir?

Du brauchst keine perfekten Schulnoten, aber du solltest dir gut überlegen, ob der Beruf zu dir passt. Stell dir selbst folgende Fragen:

Frage Warum das wichtig ist
Interessierst du dich für Medizin und Technik? Du arbeitest mit Maschinen, Monitoren und Medikamenten – neugierig zu sein hilft dir beim Lernen.
Kannst du gut mit Menschen umgehen – auch in schwierigen Momenten? Viele Patient:innen sind nervös, verängstigt oder unruhig – du brauchst Einfühlungsvermögen und Ruhe.
Bist du sorgfältig und zuverlässig? Im OP zählt Genauigkeit – schon kleine Fehler können große Folgen haben.
Bleibst du ruhig, wenn es stressig wird? In Notfällen oder bei Komplikationen musst du einen kühlen Kopf behalten.
Bist du bereit, im Schichtdienst zu arbeiten (Früh, Spät, evtl. Nacht)? Der Beruf verlangt Flexibilität – aber viele finden auch gerade das spannend und abwechslungsreich.

Zusätzliche Tipps zur Vorbereitung

  • Mach ein Praktikum im Krankenhaus, am besten im OP-Bereich oder auf der Intensivstation. So bekommst du einen realistischen Einblick – und kannst zeigen, dass du motiviert bist.
  • Frag bei Kliniken direkt nach Infoveranstaltungen oder Hospitationstagen – manche bieten „Schnuppertage“ an.
  • Sprich mit Menschen, die den Beruf schon machen, z. B. beim Tag der offenen Tür oder über soziale Medien.

Wo kann man als Anästhesieschwester oder Anästhesiepfleger arbeiten?

Nach deiner Ausbildung zur Anästhesietechnischen Assistenz (ATA) kannst du an vielen spannenden Orten arbeiten – überall dort, wo Narkosen durchgeführt werden und Patient:innen vor, während oder nach einer Operation betreut werden müssen. Du bist mit deinem Wissen sehr gefragt!

Typische Arbeitsorte als Anästhesieschwester oder Anästhesiepfleger

Arbeitsbereich Was du dort machst Besonderheiten
Krankenhäuser (z. B. OP-Abteilung) Du bereitest die Narkose vor (Geräte, Medikamente, Überwachung), betreust Patient:innen beim Einschlafen, überwachst die Vitalzeichen während der Operation und begleitest sie in den Aufwachraum. Du dokumentierst alles genau und sorgst für Hygiene und Einsatzbereitschaft im OP. Der häufigste Arbeitsplatz für ATA. Schichtdienst (auch nachts, an Wochenenden/Feiertagen), Teil eines eingespielten OP-Teams mit viel Verantwortung.
Unikliniken Neben den üblichen Aufgaben arbeitest du mit seltenen Krankheitsbildern, komplexen OPs und medizinischen Spezialfällen. Du unterstützt auch Lehre/Forschung, z. B. bei der Einweisung von Medizinstudierenden oder neuen Methoden. Höheres medizinisches Niveau, mehr Personal, viele Weiterbildungs- und Spezialisierungsmöglichkeiten – ideal für ehrgeizige Berufseinsteiger:innen oder Karrieren.
Ambulante OP-Zentren (Tageskliniken) Du begleitest Patient:innen bei kleineren Eingriffen (z. B. Augen, Haut, Gelenke). Routiniert: Vorbereitung, kurze Narkosen, Überwachung im Aufwachraum, Vorbereitung für nächste OP. Geregelte Arbeitszeiten (meist ohne Nachtdienst), weniger schwere Eingriffe, kürzerer Patientenkontakt – gut für einen planbaren Arbeitsalltag.
Kinderkliniken oder Fachkliniken Du überwachst Anästhesien bei sensiblen Gruppen – Frühchen, Kinder oder in Spezial-OPs. Viel Feingefühl und Aufmerksamkeit notwendig, da Abläufe von der Erwachsenenpflege abweichen. Zusätzliche Anforderungen, oft interdisziplinär (z. B. mit Kinderchirurg:innen). Gute Nerven und kindgerechte Ansprache erforderlich.
Notfall- und Rettungsteams (z. B. Schockraum, Not-OPs) Du betreust lebensbedrohliche Notfälle – z. B. nach Unfällen oder bei inneren Blutungen. Narkose wird blitzschnell vorbereitet, Geräte angeschlossen, Patient:innen stabilisiert – oft unter hohem Zeitdruck. Sehr anspruchsvoll – du musst unter Stress ruhig und schnell reagieren können. Besonders geeignet für erfahrene ATA oder belastbare Berufseinsteiger:innen.
Wenn du dir noch unsicher bist, wo du später arbeiten möchtest, kannst du während der Ausbildung verschiedene Bereiche ausprobieren – oft hast du in der Praxisphase Einsätze in OP, Intensivstation, Aufwachraum und Spezialkliniken. So findest du heraus, was am besten zu dir passt.

Fazit: Ist der Beruf als Anästhesieschwester oder -pfleger das Richtige für dich?

Die Ausbildung zur Anästhesietechnischen Assistenz (ATA) ist anspruchsvoll, aber auch sehr erfüllend. Du lernst einen Beruf, in dem du Menschen in sehr sensiblen und oft kritischen Situationen begleitest – mit medizinischem Fachwissen, technischem Können und viel Mitgefühl.

Der Beruf passt gut zu dir, wenn du...

  • Verantwortung übernehmen willst, weil du weißt: Deine Arbeit kann Leben retten.
  • gerne medizinisch-technisch arbeitest, aber trotzdem mit Menschen im Mittelpunkt.
  • ruhig bleibst, auch wenn es hektisch wird, z. B. bei einem Notfall im OP.
  • körperlich und psychisch belastbar bist, z. B. für lange Schichten, emotional schwere Fälle.
  • gern im Team arbeitest, aber auch eigenständig Entscheidungen treffen kannst.
  • nicht jeden Tag das Gleiche machen willst – weil jeder Patient und jede OP anders ist.

Noch unsicher? Dann hilft dir vielleicht Folgendes:

Möglichkeit Was sie dir bringt Wie du sie nutzen kannst – Schritt für Schritt
Ein Schnupperpraktikum im OP oder Krankenhaus Du bekommst echten Einblick in den Alltag: Wie sieht der OP aus? Wie verhalten sich ATA im Team? Was musst du körperlich und psychisch mitbringen? Such dir ein Krankenhaus in deiner Nähe – z. B. per Google, Klinik-Webseite oder Empfehlungen. Ruf in der Personalabteilung oder Pflegedienstleitung an und frage: „Kann ich ein Praktikum im OP-Bereich machen?“ Frage nach den Voraussetzungen (z. B. Impfnachweis, Versicherung). Bewirb dich mit kurzem Lebenslauf und Anschreiben. Tipp: Auch ein freiwilliges Schulpraktikum oder ein Bundesfreiwilligendienst ist möglich.
Gespräche mit echten ATA oder Pflegekräften Du bekommst ehrliche Erfahrungsberichte aus dem Berufsalltag: Was ist schön? Was ist schwierig? Würden sie den Beruf wieder wählen? Frag im Freundes- oder Bekanntenkreis: „Kennst du jemanden, der im OP oder in der Anästhesie arbeitet?“ Such auf Plattformen wie YouTube oder Instagram nach „ATA Alltag“, „Anästhesiepflege Erfahrung“ o. Ä. Nimm Kontakt auf – höflich, interessiert und mit konkreten Fragen: „Was war die größte Herausforderung für dich in der Ausbildung?“ Tipp: Auch Pflege-Subreddits, Foren oder Facebook-Gruppen bieten viele offene Erfahrungsberichte.
Infoveranstaltungen an Kliniken oder Schulen Du erfährst direkt von Lehrkräften und Ausbilder:innen, wie die Ausbildung abläuft, welche Voraussetzungen du brauchst und wie der Alltag aussieht. Geh auf die Webseiten von Berufsfachschulen oder Krankenhäusern in deiner Nähe. Such nach „Tag der offenen Tür“, „Informationsabend“, „Pflegeausbildung live erleben“ o. Ä. Melde dich ggf. vorher an und bereite ein paar Fragen vor (z. B. „Wie viel Praxis gibt es in der ATA-Ausbildung?“). Tipp: Nimm jemanden mit – gemeinsam macht’s oft mehr Spaß und du vergisst weniger.
Beratung durch Berufsberater:innen (z. B. bei der Agentur für Arbeit) Du bekommst professionelle Hilfe bei der Berufsorientierung, Infos zur Bewerbung und evtl. Unterstützung bei Kosten (z. B. Schulgeld oder Fahrtkosten). Vereinbare einen Termin bei der Berufsberatung (telefonisch oder online über die Seite der Bundesagentur für Arbeit). Bring deine Schulzeugnisse, Lebenslauf und ggf. Bewerbungsunterlagen mit. Sag direkt, dass du dich für die ATA-Ausbildung interessierst – die Berater:in kann dir auch passende Schulen vorschlagen. Tipp: Manche Regionen bieten auch Bewerbungstrainings oder Förderprogramme an – einfach danach fragen!

Der Beruf als Anästhesieschwester oder -pfleger ist viel mehr als nur „im OP helfen“. Du bist eine wichtige Vertrauensperson für Patient:innen und ein unverzichtbares Mitglied im medizinischen Team. Wenn du den Mut, die Neugier und das Herz dafür mitbringst – dann ist dieser Beruf eine starke Wahl.

FAQ – Häufige Fragen zum Beruf Anästhesieschwester/-pfleger

Was macht ein:e Anästhesieschwester oder Anästhesiepfleger?

Du betreust Patient:innen vor, während und nach einer Operation, wenn sie eine Narkose bekommen. Konkret bedeutet das:

  • Du bereitest Narkosemittel und Geräte vor.
  • Du überwachst die Patient:innen während der OP – z. B. Puls, Atmung und Blutdruck.
  • Du betreust sie im Aufwachraum, wenn sie aus der Narkose aufwachen.
  • Du arbeitest dabei eng mit Anästhesist:innen (Narkoseärzt:innen), OP-Personal und Pflegekräften zusammen.

Kurz gesagt: Du sorgst dafür, dass es Patient:innen unter Narkose gut geht und sie sicher betreut sind.

Wie viel verdient ein:e Anästhesieschwester oder -pfleger?

Ein:e Anästhesieschwester oder -pfleger verdient im Durchschnitt ca. 52.728 Euro brutto pro Jahr, was etwa 4.394 Euro monatlich entspricht. Das Einstiegsgehalt liegt bei etwa 3.733 Euro brutto monatlich, kann aber mit Berufserfahrung auf bis zu 5.035 Euro steigen.

Wie wird man Anästhesieschwester oder -pfleger?

In Deutschland macht man die Ausbildung zur Anästhesietechnischen Assistenz (ATA). Diese dauert 3 Jahre in Vollzeit und besteht aus Theorie (Schule) und Praxis (im Krankenhaus). Am Ende legst du eine Prüfung ab und bekommst ein staatlich anerkanntes Abschlusszeugnis.

Ist ein:e Anästhesieschwester oder -pfleger ein:e Ärzt:in?

Nein. Anästhesieschwestern und -pfleger sind medizinisch-technische Fachkräfte – keine Ärzt:innen. Sie arbeiten aber sehr eng mit Anästhesist:innen (also Narkoseärzt:innen) zusammen und übernehmen viele verantwortungsvolle Aufgaben.

Unterschied:

  • Anästhesist:in: hat ein abgeschlossenes Medizinstudium + Facharztausbildung
  • Anästhesiepflegekraft (ATA): macht eine 3-jährige Fachausbildung und unterstützt ärztliche Maßnahmen fachlich und organisatorisch

Quellen

  1. Bundesagentur für Arbeit. (o. D.). Artzthelfer:in / Medizinische:r Technische:r Assistent:in – BERUFENET. Abgerufen am 13. Juni 2025, von arbeitsagentur.de/berufenet/beruf/51027
  2. München Klinik. (o. D.). Ausbildung zur Medizinisch-Technischen Assistenz (ATA). Abgerufen am 13. Juni 2025, von muenchen-klinik.de/ausbildung/mta/ata/
  3. Universitätsklinikum Bonn. (o. D.). ATA-Schule – Centrum für Aus‑ und Weiterbildung. Abgerufen am 13. Juni 2025, von ukbonn.de/centrum-fuer-aus-und-weiterbildung/schulen-ausbildungsorte/ata-schule/

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