Fieber bei Pflegebedürftigen - das können Pflegende tun
Veröffentlicht am 22.01.2026

Fieber ist immer ein Warnsignal des Körper. Quelle: Canva.de
Fieber bei pflegebedürftigen Menschen ist ein ernst zu nehmendes Warnsignal. Oft sind es kleine Veränderungen, die zuerst auffallen: ungewöhnliche Müdigkeit, Verwirrtheit, Frieren oder ein heißes Hautgefühl. Gerade bei älteren oder geschwächten Menschen zeigt sich Fieber nicht immer eindeutig. Umso wichtiger sind dein aufmerksamer Blick und dein Handeln. Du kannst entscheidend dazu beitragen, Beschwerden früh zu erkennen, richtig zu reagieren und Sicherheit zu geben.
Warum braucht Fieber in der Pflege besondere Aufmerksamkeit?
Der Körper älterer Pflegebedürftiger reagiert oft anders als bei jungen, gesunden Menschen. Manchmal steigt die Temperatur nur leicht oder Fieber zeigt sich durch ungewöhnliche Symptome wie Verwirrtheit, starke Müdigkeit oder Unruhe. Gerade deshalb ist deine Aufmerksamkeit so wichtig. Du bist oft der oder die Erste, die Veränderungen bemerkt, und kannst frühzeitig handeln. Wenn Fieber rechtzeitig erkannt und richtig begleitet wird, lassen sich Komplikationen vermeiden und die Sicherheit der pflegebedürftigen Person deutlich verbessern.
Was genau ist eigentlich Fieber?
Fieber ist keine Krankheit, sondern eine Reaktion des Körpers. Es zeigt, dass das Immunsystem aktiv ist und gegen etwas ankämpft, zum Beispiel gegen Viren, Bakterien oder Entzündungen. Dabei erhöht der Körper bewusst seine Temperatur, weil sich Krankheitserreger bei höheren Temperaturen schlechter vermehren können.
Bei gesunden Erwachsenen liegt die normale Körpertemperatur meist zwischen 36,3 °C und 37,4 °C. Von Fieber spricht man in der Regel ab 38,0 °C.

Anna Liebig
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Fieber verläuft häufig in drei typischen Phasen, die sich durch unterschiedliche Anzeichen bemerkbar machen. Für dich als Pflegeperson, ist es hilfreich, diese Phasen zu kennen, um richtig zu reagieren.
| Fieberphase | Was passiert im Körper? | Typische Anzeichen |
|---|---|---|
| Fieberanstieg | Der Körper erhöht die Soll-Temperatur | Frieren, Zittern, kalte Hände und Füße, blasse Haut |
| Fieberhöhe | Die erhöhte Temperatur bleibt bestehen | Heiße Haut, Durst, Schwäche, evtl. Verwirrtheit |
| Fieberabfall | Die Temperatur sinkt wieder | Starkes Schwitzen, Erschöpfung |
Wie misst du Fieber richtig in der Pflege?
Als Pflegeperson spielst du eine zentrale Rolle beim Fiebermessen. Eine korrekt gemessene Körpertemperatur hilft dabei, den Gesundheitszustand richtig einzuschätzen und Veränderungen frühzeitig zu erkennen. Wichtig ist dabei nicht nur wie oft, sondern auch wie und wo gemessen wird.
Wann sollte Fieber gemessen werden?
- Bei sichtbaren Veränderungen wie Frösteln, Schwäche oder Verwirrtheit
- Bei bekannten Infekten oder nach Impfungen
- Regelmäßig bei bereits bestehendem Fieber (z.B. 2–3 Mal täglich)
- Immer dann, wenn sich der Allgemeinzustand der pflegebedürftigen Person auffällig verändert.
Wo wird Fieber gemessen? Messorte im Überblick
| Messort | Vorteile | Hinweise |
|---|---|---|
| Rektal (After) | Sehr genau | Intimsphäre wahren, evtl. unangenehm |
| Oral (Mund) | Relativ genau | Nicht geeignet bei Verwirrtheit, Mundatmung |
| Axillar (Achsel) | Einfach, gut akzeptiert | Weniger genau, meist niedrigere Werte |
| Ohr (Trommelfell) | Schnell, hygienisch | Technikabhängig, korrektes Platzieren wichtig |
| Stirn (Infrarot) | Kontaktlos, schnell | Ungenauer, stark umgebungsabhängig |
Wie wird Fieber gemessen?
- Ruhe vor dem Messen (keine körperliche Anstrengung kurz davor)
- Thermometer sauber und funktionsfähig
- Messwert mit Uhrzeit dokumentieren
- Auffälligkeiten zusätzlich notieren (z.B. Schüttelfrost, Schwitzen)
Typische und untypische Anzeichen: Wie kannst du Fieber bei Pflegebedürftigen erkennen?
Pflegende merken oft als erstes, dass „etwas nicht stimmt“. Gerade bei pflegebedürftigen Menschen zeigt sich Fieber nicht immer eindeutig. Deshalb ist es wichtig, neben der gemessenen Körpertemperatur auch auf Veränderungen im Verhalten und im Allgemeinzustand zu achten.
| Typische Anzeichen von Fieber | Untypische Anzeichen von Fieber |
|---|---|
| Erhöhte Körpertemperatur (ab ca. 38,0 °C) | Plötzliche Verwirrtheit oder Orientierungslosigkeit |
| Warme oder heiße Haut | Unruhe oder ungewöhnliche Teilnahmslosigkeit |
| Frieren, Schüttelfrost | Appetitlosigkeit oder Trinkverweigerung |
| Schwitzen | Verschlechterung der Mobilität (z.B. unsicheres Gehen) |
| Müdigkeit und körperliche Schwäche | Allgemeine Verschlechterung ohne klaren Grund |
Schon kleine Abweichungen vom gewohnten Zustand können auf Fieber oder eine beginnende Erkrankung hinweisen, auch wenn die Temperatur nur leicht erhöht oder sogar noch im Normalbereich liegt. Nimm solche Veränderungen ernst und kontrolliere die Körpertemperatur regelmäßig.
Was sind erste fiebersenkende Maßnahmen, die du anwenden kannst?
Wenn eine pflegebedürftige Person Fieber hat, kannst du mit einfachen Maßnahmen helfen, das Wohlbefinden zu verbessern und den Körper zu unterstützen. Dazu gehören lauwarme Wadenwickel oder das Abwischen der Haut mit einem feuchten Tuch, die Raumtemperatur anpassen und leichte Kleidung wählen, damit der Körper nicht überhitzt. Außerdem ist ausreichend Flüssigkeit wichtig, um den Kreislauf zu stabilisieren und Austrocknung zu verhindern.
Wadenwickel bei Fieber – Schritt-für-Schritt
- Vorbereitung:
Lauwarmes Wasser (ca. 28–32 °C) bereitstellen.
Zwei saubere Tücher oder Mullbinden bereithalten. - Anlegen:
Tücher in Wasser tränken, leicht auswringen.
Feuchte Tücher um die Waden der Pflegebedürftigen wickeln. - Dauer:
Wickel 10–15 Minuten belassen.
Dabei den Allgemeinzustand beobachten. - Abschluss:
Tücher entfernen und die Beine sanft abtrocknen.
Beine wieder warm zudecken.
Häufige Ursachen für Fieber in der Pflege
Für Pflegende ist es wichtig, mögliche Ursachen zu kennen, um Veränderungen richtig einzuordnen und rechtzeitig zu handeln. Gerade bei pflegebedürftigen Menschen können auch scheinbar harmlose Auslöser ernsthafte Folgen haben.
Infektionen
Infektionen sind ein häufiger Auslöser für Fieber. Bakterien oder Viren können die Schleimhäute, die Atemwege oder die Harnwege angreifen. Auch kleine Wunden oder Druckstellen können sich entzünden und eine Temperaturerhöhung auslösen. Für dich ist es wichtig, auf Veränderungen wie Rötungen, Schwellungen oder ungewöhnliche Gerüche zu achten.
Flüssigkeitsmangel
Wenn zu wenig getrunken wird, kann der Körper die Temperatur nicht mehr optimal regulieren. Gerade ältere oder bewegungseingeschränkte Menschen trinken oft zu wenig, was das Risiko für Fieber erhöht. Dehydratation kann sich durch trockene Haut, dunklen Urin oder Schwindel bemerkbar machen.
Entzündliche Prozesse
Fieber kann auch durch chronische oder akute Entzündungen im Körper entstehen, zum Beispiel in Gelenken, Organen oder nach Operationen. Diese Entzündungen belasten den Körper, und eine Temperaturerhöhung ist oft das erste sichtbare Warnsignal.
Medikamente oder Impfungen
Manchmal reagiert der Körper auf neue Medikamente oder Impfungen mit Fieber. Meist handelt es sich um eine kurzfristige Reaktion, die nach wenigen Stunden oder Tagen wieder abklingt. Du solltest den zeitlichen Zusammenhang beobachten und bei ungewöhnlich hohem oder langanhaltendem Fieber ärztlichen Rat einholen.
Sonstige Ursachen
Neben Infektionen und Entzündungen können auch Stress, Schmerzen oder Überhitzung Fieber auslösen. Besonders in geschlossenen Räumen oder bei zu warmer Kleidung steigt die Körpertemperatur leicht an. Jede Auffälligkeit sollte ernst genommen und beobachtet werden.
Wann musst du ärztliche Hilfe holen? Klare Warnsignale
Als Pflegeperson weißt du: Fieber allein ist oft kein Grund zur Panik, doch es gibt Situationen, in denen schnelles Handeln lebenswichtig sein kann. Ärztliche Hilfe sollte immer dann eingeholt werden, wenn das Fieber besonders hoch ist, lange anhält oder von weiteren Symptomen begleitet wird.
Typische Warnsignale sind:
- Fieber über 39 °C oder anhaltendes Fieber über mehrere Tage
- Atemnot, starke Schmerzen oder Kreislaufprobleme
- Bewusstseinsveränderungen, plötzliche Verwirrtheit oder ungewöhnliche Schläfrigkeit
- Anzeichen von Dehydratation, z.B. sehr wenig Flüssigkeit, trockene Lippen oder Haut
- Schwere Verschlechterung des Allgemeinzustands ohne klaren Grund
Lieber einmal zu viel ärztliche Hilfe anfordern als zu wenig. Gerade bei pflegebedürftigen Personen können kleine Veränderungen schnell ernst werden. Notiere die Temperatur, die Dauer des Fiebers und begleitende Symptome, das hilft Ärzt:innen, die Situation richtig einzuschätzen.
Dokumentation und Kommunikation: Ein oft unterschätzter Teil der Pflege
Gute Dokumentation und klare Kommunikation sind entscheidend, um Fieber bei Pflegebedürftigen sicher zu begleiten. Notiere Temperaturwerte, Uhrzeit, Dauer und begleitenden Symptome zuverlässig. Auch kleine Veränderungen im Verhalten oder Allgemeinzustand sollten festgehalten werden. Diese Informationen sind wichtig für Ärzt:innen, Pflegeteams und Angehörige, damit Entscheidungen schnell und korrekt getroffen werden können. Regelmäßiger Austausch im Team und klare Weitergabe der Beobachtungen sorgen dafür, dass keine Warnsignale übersehen werden.
Fazit: Sicherheit durch Wissen und Aufmerksamkeit
Fieber ist ein warnendes Signal des Körpers, gerade bei pflegebedürftigen Menschen. Als Pflegeperson hast du eine entscheidende Rolle, weil du Veränderungen oft als erstes wahrnimmst und angemessen reagieren kannst.
Durch aufmerksames Beobachten, regelmäßiges Messen der Temperatur, Dokumentation der Werte und gezielte Begleitmaßnahmen trägst du wesentlich dazu bei, Beschwerden zu lindern und Komplikationen zu vermeiden. Achte auf typische und untypische Anzeichen, kenne die häufigsten Ursachen und hole bei Warnsignalen rechtzeitig ärztliche Hilfe.
Deine Sorgfalt, Fürsorge und klare Kommunikation im Team oder mit Angehörigen sorgt dafür, dass Fieber früh erkannt und sicher begleitet wird. Mit diesem Wissen kannst du Pflegebedürftige effektiv unterstützen und ihre Sicherheit und ihr Wohlbefinden deutlich erhöhen.
Häufige Fragen zu Fieber
Welche 3 Fieberphasen gibt es?
Fieber verläuft meist in drei Phasen: Fieberanstieg, bei dem die Körpertemperatur steigt und Schüttelfrost auftreten kann; Fieberhöhe, wenn die Temperatur auf einem hohen Niveau bleibt; und Fieberabfall, bei dem die Temperatur wieder sinkt und häufig starkes Schwitzen auftritt. Jede Phase zeigt unterschiedliche körperliche Reaktionen, die Pflegende beobachten sollten. Nicht jede Person durchläuft alle Phasen deutlich.
Wann sollten keine Wadenwickel bei Fieber gemacht werden?
Wadenwickel sollten nicht bei hohem Fieber über 39–39,5 °C, bei Schüttelfrost oder bei Herz- oder Kreislaufproblemen angewendet werden. Sie sind auch ungeeignet, wenn die pflegebedürftige Person sich stark unwohl fühlt oder friert. In solchen Fällen können sie den Kreislauf zusätzlich belasten.
Welche pflegerischen Maßnahmen bei Fieber?
Pflegende sollten für Ruhe und Schonung, ausreichende Flüssigkeitszufuhr und regelmäßige Temperaturkontrolle sorgen. Außerdem können angepasste Kleidung, angenehme Raumtemperatur und sanfte Maßnahmen wie lauwarme Wickel das Wohlbefinden unterstützen. Bei Warnsignalen muss immer ärztliche Hilfe hinzugezogen werden.
Welche drei Beispiele gibt es für fiebersenkende Maßnahmen?
Drei Beispiele sind: Wadenwickel, leichte Kleidung und Raumtemperatur anpassen. Medikamente zur Fiebersenkung sollten nach ärztlicher Anweisung gegeben werden. Alle Maßnahmen dienen dazu, das Wohlbefinden zu verbessern und Komplikationen zu vermeiden.
Wie mache ich richtig Wadenwickel bei Fieber?
Für Wadenwickel verwendet man lauwarmes Wasser und legt feuchte Tücher um die Waden, die dort etwa 10–15 Minuten verbleiben. Danach die Beine sanft abtrocknen und die Person warm zudecken, um Schüttelfrost zu verhindern. Währenddessen sollte der Gesamtzustand beobachtet werden.
Medizinische und rechtliche Hinweise:
Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und ersetzt keinesfalls eine professionelle medizinische Beratung. Die enthaltenen Informationen sind nicht dafür geeignet, eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen zu beginnen bzw. abzubrechen. Bei gesundheitlichen Anliegen und zur Klärung individueller Fragen sollte stets ein qualifizierter Arzt oder eine qualifizierte Ärztin konsultiert werden. Im Falle gesundheitlicher Probleme ist es wichtig, rechtzeitig ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Quellen
- AMBOSS SE, Kapitel: Fieber und Entzündungsreaktionen; Kapitel zuletzt aktualisiert am: 22.10.2025, Stand: 11.01.2026; https://next.amboss.com/de/article/j50_Pg?q=Fieber
- DocCheck Flexikon, Dr. rer. nat. Janica Nolte, Fieber; aufgerufen am 11.01.2026 von https://flexikon.doccheck.com/de/Fieber
- Stiftung Gesundheitswissen, Was ist Fieber?; aufgerufen am 11.01.2026 von https://www.stiftung-gesundheitswissen.de/erkaeltung-und-grippe/fieber
- Internisten im Netz, Berufsverband Deutscher Internistinnen und Internisten, Krankheiten/Fieber; aufgerufen am 11.01.2026 von https://www.internisten-im-netz.de/krankheiten/fieber/was-ist-fieber.html











