Magnetresonanztomografie einfach erklärt: Wie funktioniert ein MRT?
Veröffentlicht am 19.08.2025
Die Magnetresonanztomografie (MRT) ist eine wichtige Untersuchungsmethode zur Abklärung verschiedener Erkrankungen. Quelle: Canva.de
Ob zur Abklärung plötzlicher Kopfschmerzen, bei Verdacht auf einen Bandscheibenvorfall oder zur Kontrolle nach einer Verletzung – die Magnetresonanztomografie (MRT) gehört heute zu den wichtigsten Untersuchungsmethoden. Das MRTliefert hochauflösende Bilder aus dem Körperinneren, ohne dabei Röntgenstrahlen einzusetzen. Doch wie funktioniert ein MRT eigentlich, wann kommt es zum Einsatz und was müssen Patient:innen vor der Untersuchung beachten?
Die Magnetresonanztomografie (MRT), auch Kernspintomografie genannt, ist ein modernes bildgebendes Verfahren. Es wird zur Darstellung von Weichteilen, Gehirn, Rückenmark, Gelenken und Organen eingesetzt. Im Gegensatz zur Computertomografie (CT) kommen beim MRT keine Röntgenstrahlen oder andere ionisierende Strahlen zum Einsatz, sondern ein starkes Magnetfeld und Radiowellen.
Dadurch ist die Untersuchung schonend und nach heutigem Stand nahezu frei von gesundheitlichen Langzeitrisiken. Besonders bei neurologischen Erkrankungen, Gelenkverletzungen oder der Tumordiagnostik liefert das MRT detaillierte, kontrastreiche Bilder, die mit anderen Verfahren oft nicht möglich sind.
Wie funktioniert ein MRT?
Bei der Magnetresonanztomografie (MRT) werden ein starkes Magnetfeld und Radiowellen genutzt, um präzise Schnittbilder des Körpers zu erstellen. Dabei macht sich die Technik eine besondere Eigenschaft unseres Körpers zunutze:
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Er besteht zu einem großen Teil aus Wasser und in jedem Wassermolekül befinden sich Wasserstoffatome. Die Kerne dieser Atome, die sogenannten Protonen, verhalten sich wie winzige Magneten. Wenn ein starkes Magnetfeld angelegt wird, richten sich diese Protonen in eine bestimmte Richtung aus.
Mithilfe kurzer Radiowellenimpulse werden sie aus dieser Position „angestoßen” und geraten in Bewegung. Sobald der Impuls endet, kehren die Protonen in ihre ursprüngliche Ausrichtung zurück. Dieser Prozess wird als „Relaxation“ bezeichnet.
Dabei senden sie messbare Signale aus, die von speziellen Spulen erfasst werden. Ein Computer rechnet diese Signale anschließend in hochauflösende Bilder um.
Da unterschiedliche Gewebearten, wie beispielsweise Muskeln, Nerven oder Knorpel, verschieden schnell auf den Impuls reagieren, entsteht auf den Bildern ein klarer Kontrast. So lassen sich selbst kleine Veränderungen im Gewebe deutlich sichtbar machen.
Wofür wird ein MRT verwendet?
Die Einsatzgebiete sind vielfältig, insbesondere bei der Diagnose von Weichteilveränderungen und Erkrankungen des Nervensystems:
Gehirn und Rückenmark: Schlaganfall, Multiple Sklerose, Tumore, Entzündungen
Gelenke und Muskeln: Meniskus- oder Kreuzbandverletzungen, Muskelrisse
Herz: Stress-Herz-MRT zur Untersuchung der Durchblutung
Bauchorgane: Leber, Nieren, Bauchspeicheldrüse
Onkologie: Tumorsuche, -ausbreitung und Therapiekontrolle
Vorbereitung für ein MRT
In den meisten Fällen ist für eine MRT-Untersuchung keine aufwendige Vorbereitung nötig. Dennoch gibt es einige Punkte, die vor dem Termin beachtet werden sollten.
So muss beispielsweise Schmuck und metallhaltige Kleidung vor der Untersuchung abgelegt werden, da das starke Magnetfeld mit Metall interagieren kann.
Auch über medizinische Implantate wie Herzschrittmacher, Defibrillatoren oder Metallclips muss das Radiologieteam unbedingt informiert werden, da sie je nach Material eine Kontraindikation darstellen können.
Bei bestimmten Fragestellungen, etwa wenn Blutgefäße oder Tumoren genauer dargestellt werden sollen, wird während der Untersuchung ein Kontrastmittel verabreicht. Hierbei handelt es sich in der Regel um Präparate mit dem Metall Gadolinium, die in den meisten Fällen gut verträglich sind.
Menschen mit Platzangst können vorab ein offenes MRT in Erwägung ziehen oder nach Absprache ein leichtes Beruhigungsmittel erhalten. Schwangere werden nur bei medizinischer Notwendigkeit untersucht, insbesondere in den ersten drei Monaten.
Eine gute Vorbereitung und das Klären offener Fragen vorab tragen dazu bei, dass die Untersuchung reibungslos und ohne Verzögerungen abläuft.
Ablauf während eines MRT-Scans
Lagerung: Du liegst auf einer verschiebbaren Liege, die in die MRT-Röhre fährt.
Spule: Für bestimmte Körperregionen (z. B. Knie-MRT, Kopf-MRT) werden spezielle Spulen genutzt.
Geräusche: Das Gerät erzeugt laute Klopfgeräusche. Ein Gehörschutz ist Pflicht.
Stillhalten: Während der Aufnahme darfst du dich nicht bewegen, sonst werden die Bilder unscharf.
Kommunikation: Über eine Sprechanlage bleibst du jederzeit mit dem Personal in Kontakt.
Dauer: Je nach Untersuchung zwischen 15 und 45 Minuten, komplexe Spezial-MRTs können länger dauern.
Risiken und Nebenwirkungen
Metallische Fremdkörper: Können sich im Magnetfeld bewegen oder erhitzen.
Kontrastmittel: Sehr selten allergische Reaktionen, bei Nierenerkrankungen besondere Vorsicht.
Lärm und Enge: Subjektiv belastend, aber ungefährlich.
Tätowierungen: Dunkle Tattoo-Farben mit Metallpigmenten können sich erwärmen.
Unterschiede zwischen MRT und CT
Merkmal
MRT
CT
Strahlenbelastung
Keine (Magnetfeld, Radiowellen)
Ja (Röntgenstrahlen)
Beste Darstellung
Weichteile, Nervengewebe, Knorpel
Knochen, Lunge, schnelle Traumadiagnostik
Dauer
Länger (15–45 min)
Kürzer (Sekunden bis wenige Minuten)
Kosten
Höher
Günstiger
Fazit: MRT einfach erklärt
Das MRT ist ein hochpräzises und schonendes Bildgebungsverfahren ohne Strahlenbelastung. Es wird vor allem bei Erkrankungen von Gehirn, Rückenmark, Gelenken, Herz und inneren Organen eingesetzt. Dank der hohen Auflösung lassen sich selbst kleinste Veränderungen sichtbar machen – oft lange bevor Symptome auftreten. Die Untersuchung ist sicher, aussagekräftig und bei guter Planung schnell durchführbar.
Medizinische und rechtliche Hinweise:
Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und ersetzt keinesfalls eine professionelle medizinische Beratung. Die enthaltenen Informationen sind nicht dafür geeignet, eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen zu beginnen bzw. abzubrechen. Bei gesundheitlichen Anliegen und zur Klärung individueller Fragen sollte stets ein qualifizierter Arzt oder eine qualifizierte Ärztin konsultiert werden. Im Falle gesundheitlicher Probleme ist es wichtig, rechtzeitig ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Die wichtigsten Fragen zur Magnetresonanztomografie
Wie lange dauert ein MRT?
Ein Standard-MRT dauert in der Regel 15 bis 30 Minuten. Spezielle Untersuchungen wie ein Stress-Herz-MRT oder Ganzkörper-MRT können bis zu 60 Minuten in Anspruch nehmen.
Was kostet ein MRT für Selbstzahler?
Die Kosten hängen von der Körperregion und der Fragestellung ab:
Kopf-MRT: ca. 300 bis 600 Euro
Knie-MRT: ca. 250 bis 500 Euro
Ganzkörper-MRT (Selbstzahlerleistung): ca. 950 Euro bis über 1.000 Euro
Mit Kontrastmittel ist es meist etwas teurer
Was wird bei einem MRT gemacht?
Es werden mithilfe eines Magnetfelds und Radiowellen Schnittbilder deines Körpers erstellt, um Krankheiten oder Verletzungen zu erkennen. Die Bildgebung erfolgt ohne Röntgenstrahlen.
Was ist der Unterschied zwischen MRT und CT?
Das MRT nutzt Magnetfelder, das CT hingegen Röntgenstrahlen. Ein MRT ist besser für die Bildgebung von Weichteilen geeignet, ein CT hingegen für Knochen und schnelle Notfalldiagnostik. Ein CT ist besser für Knochen und die schnelle Notfalldiagnostik geeignet.
Sind MRI und MRT das Gleiche?
Ja – MRI (Magnetic Resonance Imaging) ist die englische Bezeichnung, MRT die deutsche.
Welche Krankheiten kann man mit einem MRT feststellen?
Unter anderem: Schlaganfall, Multiple Sklerose, Tumore, Bänderrisse, Bandscheibenvorfälle, Entzündungen, Gefäßverengungen und viele mehr.