Pflegefachfrau / Pflegefachmann – Ausbildung und Berufsbild

Veröffentlicht am 11.02.2025

Pflegefachfrau legt Patientin Blutdruckmessgerät an
AusbildungstypAusbildung
Ausbildungsdauer3 Jahre
VorraussetzungMittlere Reife

Anna Liebig

Pflegia Karriereberaterin

Unsicher? Wir beraten dich kostenlos zu deinem nächsten Karriereschritt

Unsere Karriereberater finden passende Jobs für dich – und melden sich persönlich bei dir zurück.
  • 100 % kostenlos & unverbindlich
  • Persönliche Beratung statt Bewerbungsstress
  • Wir finden passende Jobs für dich
  • Schneller Rückruf

Die Pflege ist einer der wichtigsten Berufe in unserem Gesundheitssystem – und gleichzeitig einer der vielseitigsten. Seit 2020 gibt es in Deutschland die generalistische Pflegeausbildung, die Dir die Möglichkeit eröffnet, Pflegefachfrau oder Pflegefachmann zu werden und Dich dabei optimal auf die Herausforderungen in Deinem späteren Pflegeberuf vorbereitet.

In diesem Artikel erfährst Du alles Wichtige über die Ausbildung und den Beruf, lernst die verschiedenen Einsatzbereiche kennen und erhältst einen Einblick in den Arbeitsalltag. Außerdem verraten wir Dir, mit welchem Gehalt Du als Pflegefachfrau/Pflegefachmann rechnen kannst und wie Du Deinen Verdienst aufbessern kannst.

Pflegefachfrau / Pflegefachmann - Übersicht

Als Pflegefachfrau oder Pflegefachmann übernimmst Du die Pflege von Menschen aller Altersstufen. Deine Aufgaben sind dabei so vielfältig wie die Menschen, die Du betreust. Im Zentrum steht aber immer die ganzheitliche und individuelle Pflege der Patient:innen oder Bewohner:innen, die neben medizinischen Behandlungen zum Beispiel auch die Nahrungsaufnahme und die Körperpflege umfasst.

Was sind Deine Kernaufgaben als Pflegefachfrau / Pflegefachmann?

Du übernimmst als Pflegefachfrau/Pflegefachmann die selbstständige und eigenverantwortliche Planung, Durchführung, Dokumentation und Evaluation der Pflege. Im Rahmen der Grundpflege leistest Du also zum Beispiel Unterstützung bei der Körperpflege, Ernährung und Mobilität, achtest aber gleichzeitig darauf, dass Deine Patient:innen so selbstbestimmt wie möglich leben dürfen.

Darüber hinaus bist Du für die Behandlungspflege zuständig, die von dem Verabreichen von Medikamenten und Injektionen, über den Verbandswechsel bis hin zum Überwachen von Vitalzeichen reicht. Nicht zu kurz kommen darf auch die psychosoziale Betreuung: Du führst Gespräche mit Patient:innen und Angehörigen, bietest emotionale Unterstützung und ein offenes Ohr und hilfst ihnen so dabei, mit ihrer Situation besser umgehen zu können.

Pflegefachfrau / Pflegefachmann - ein vielfältiges Berufsfeld

Längst nicht Deine gesamte Arbeit spielt sich bei Deinen Patient:innen ab. Ebenso bist Du verantwortlich für organisatorische Aufgaben wie die Verwaltung des Arzeimittelbestandes oder die Qualitätssicherung. Auch arbeitest Du eng im Team mit Ärzt:innen, Therapeut:innen und anderen Gesundheitsfachkräften zusammen und wirst dabei zu einer Art Schnittstelle zwischen allen Beteiligten.

Hinzu kommt, dass Du auch digitale Kompetenzen in Deinem Arbeitsalltag einsetzt: Denn Du arbeitest zum Beispiel mit elektronischer Pflegedokumentation, digitalen Assistenzsystemen und verschiedenen medizintechnischen Geräten. Auf deren Bedienung bereitet Dich aber Deine Ausbildung bestens vor - also keine Sorge! Das Schöne am technischen Fortschritt in der Pflege ist, dass er Dir mehr Zeit für die direkte Pflege von Patient:innen und Bewohner:innen schenkt und Du so umso besser für sie da sein kannst.

Gleichzeitig wird deutlich, wie wichtig qualifizierte Pflegefachkräfte für das Gesundheitssystem sind. Eine aktuelle Analyse von über 9.000 Stellenanzeigen in den 30 größten deutschen Städten hat ergeben, dass Pflegefachfrauen und -männer bundesweit zu den am stärksten nachgefragten Berufsgruppen im Pflegebereich gehören. Besonders in Städten wie Braunschweig, Bonn oder Essen ist der Bedarf an Pflegepersonal sehr hoch. Die Studie macht deutlich, dass gut ausgebildete Pflegefachkräfte auf dem Arbeitsmarkt hervorragende Chancen haben und in nahezu allen Regionen dringend gesucht werden. Gerade deshalb gewinnen digitale Dokumentationssysteme, moderne Medizintechnik und effiziente Arbeitsabläufe zunehmend an Bedeutung. Sie sollen Pflegekräfte entlasten und ihnen mehr Zeit für die direkte Betreuung von Patientinnen und Patienten bzw. Bewohnerinnen und Bewohnern ermöglichen.

Pflegefachfrau / Pflegefachmann – Ausbildung

Die generalistische Pflegeausbildung wurde 2020 in Deutschland eingeführt und vereint die bisherigen getrennten Ausbildungen in der Kranken-, Kinderkranken- und Altenpflege. Sie dauert in der Regel drei Jahre (bei Teilzeit maximal fünf Jahre) und besteht aus einem theoretischen und einem praktischen Teil. Der theoretische Teil der Ausbildung findet an einer Pflegeschule statt und umfasst mindestens 2.100 Stunden, während Du die praktische Ausbildung (mindestens 2.500 Stunden) in Einrichtungen des Gesundheitswesens absolvierst.

Das Schöne an der Ausbildung (neben den spannenden Inhalten): Du erhältst eine Ausbildungsvergütung! Du verdienst vom ersten Tag an ein Gehalt, das sich von Jahr zu Jahr steigert. Die genaue Höhe hängt dabei von Deinen Ausbildungsträger:innen und der Region ab, orientiert sich aber meist an diesen Richtwerten:

Ausbildungsjahr Bruttovergütung ab 01.05.2026
1. Jahr 1.490,69 €
2. Jahr 1.552,07 €
3. Jahr 1.653,38 €

Zugangsvoraussetzungen zur Ausbildung zur:m Pflegefachfrau / Pflegefachmann

Um eine Ausbildung zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann beginnen zu können, benötigst Du einen der folgenden Bildungsabschlüsse:

  • Mittlerer Schulabschluss (Realschulabschluss) oder
  • Hauptschulabschluss zusammen mit einer erfolgreich abgeschlossenen Berufsausbildung von mindestens zweijähriger Dauer oder
  • Hauptschulabschluss zusammen mit einer erfolgreich abgeschlossenen Ausbildung in der Pflegeassistenz oder Pflegehilfe von mindestens einjähriger Dauer

Neben den formalen Bildungsabschlüssen musst Du auch gesundheitlich für Deinen zukünftigen Beruf geeignet sein und dies durch ein ärztliches Attest nachweisen. Das ist nicht nur für potenzielle Ausbildungsträger:innen, sondern auch für Dich wichtig, da der Pflegeberuf körperlich und psychisch anspruchsvoll ist.

In der Regel möchten Ausbildungsträger:innen zudem ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis von Dir sehen. Auch ausreichende Deutschkenntnisse sind erforderlich, damit Du die Ausbildung erfolgreich absolvieren kannst. Bei Bewerber:innen, deren Muttersprache nicht Deutsch ist, wird deshalb in der Regel mindestens das Sprachniveau B2 vorausgesetzt.

Ausbildungsform und -aufbau

Der theoretische Unterricht in Deiner Ausbildung findet an einer Pflegeschule statt, wo Du in verschiedenen Modulen alle wichtigen Grundlagen der professionellen Pflege kennenlernst. Der Unterricht wird von Pflegepädagog:innen durchgeführt, die Dir nicht nur Fachwissen vermitteln, sondern Dir auch mit praktischen Tipps aus ihrer eigenen Berufserfahrung zur Seite stehen können.

Die praktische Ausbildung macht den größten Teil Deiner Ausbildungszeit aus. Sie findet in verschiedenen Einrichtungen (zum Beispiel Kliniken, Altenwohnheimen, Krankenhäusern und Pflegeheimen) statt, wodurch Du einen guten Einblick in die Bereiche der Pflege erhältst, in denen Du später einmal tätig werden kannst. Die Praxiseinsätze sind dabei so aufgebaut, dass Du erstmal eingearbeitet wirst und dann schrittweise mehr Verantwortung übernehmen kannst.

Deine Praxiseinsätze verteilen sich auf folgende Bereiche:

  • Stationäre Akutpflege (Krankenhaus)
  • Stationäre Langzeitpflege (Pflegeheim)
  • Ambulante Akut- und Langzeitpflege
  • Psychiatrische Versorgung
  • Pädiatrische Versorgung

In jedem dieser Bereiche wirst Du von Praxisanleiter:innen betreut, die Dich unterstützen und Dir Feedback geben.

Im letzten Ausbildungsdrittel kannst Du Dich schließlich in einem der folgenden Bereiche zu vertiefen:

  • Stationäre Akutpflege
  • Stationäre Langzeitpflege
  • Ambulante Pflege
  • Pädiatrische Versorgung
  • Psychiatrische Versorgung

Auf diese Weise kannst Du Dir ein Spezialwissen in dem Bereich aneignen, in dem Du später einmal tätig werden möchtest. Dank den ersten zwei generalistischen Jahren der Ausbildung hast Du zu diesem Zeitpunkt bereits ein fundiertes Wissen hinsichtlich diverser Pflegebereiche erlangt.

Ausbildungsinhalte

In Deiner Ausbildung zur:m Pflegefachfrau/Pflegefachmann steht der Erwerb umfassender pflegerischer Kompetenzen im Fokus. Du lernst also, wie Du Menschen aller Altersstufen in verschiedenen Gesundheitssituationen pflegst. Hierzu gehört insbesondere Pflegeprozessgestaltung, die die Planung, Durchführung und Evaluation der Pflege umfasst. Dabei übst Du, wie Du überhaupt an eine Pflegesituation herangeht und wie Du den individuellen Pflegebedarf Deiner Patient:innen ermittelst, anhand dessen geeignete Maßnahmen planst und später ihre Wirksamkeit überprüfst.

Aber auch in der Prävention und Gesundheitsförderung leistest Du wertvolle Arbeit, indem Du dazu beiträgst, dass die von Dir betreuten Menschen möglichst gesund leben und auf diese Weise viele Erkrankungen umgehen können, bevor sie überhaupt entstanden sind.

Um all das leisten zu können, eignest Du Dir ein breites Fachwissen in den facettenreichen Disziplin der Pflege an:

Medizinische und naturwissenschaftliche Grundlagen

  • Anatomie und Physiologie des menschlichen Körpers
  • Krankheitslehre (Pathologie)
  • Hygiene und Mikrobiologie
  • Pharmakologie und Arzneimittellehre

Kommunikative und soziale Kompetenzen

  • Professionelle Gesprächsführung und Beratung
  • Konfliktmanagement
  • Teamarbeit und interdisziplinäre Zusammenarbeit
  • Kultursensible Pflege

Wissenschaftliche Grundlagen

  • Grundlagen der Pflegewissenschaft
  • Evidenzbasierte Pflege
  • Pflegeforschung und deren Anwendung in der Praxis
  • Qualitätsentwicklung in der Pflege

Rechtliche und berufliche Rahmenbedingungen

  • Pflegerechtliche Grundlagen
  • Berufsrecht und Berufskunde
  • Gesundheitspolitik und Gesundheitssystem
  • Pflegemanagement und Organisation

Dauer der Ausbildung zur:m Pflegefachfrau / Pflegefachmann

Die reguläre Ausbildungszeit beträgt drei Jahre. In dieser Zeit durchläufst Du insgesamt 4.600 Stunden Ausbildung, die sich wie folgt aufteilen:

Ausbildungsbestandteil Umfang
Theoretischer und praktischer Unterricht an der Pflegeschule 2.100 Stunden
Praktische Ausbildung in verschiedenen Einsatzbereichen 2.500 Stunden
Gesamtumfang der Ausbildung 4.600 Stunden

Du kannst Deine Ausbildung hingegen auch in Teilzeit absolvieren, wodurch sich die Ausbildungsdauer auf maximal fünf Jahre verlängert. Auszubildende entscheiden sich zum Beispiel für das Teilzeitmodell, wenn sie:

  • Familiäre Verpflichtungen haben
  • Nebenbei noch andere berufliche Tätigkeiten ausüben
  • Aus gesundheitlichen Gründen nicht Vollzeit ausgebildet werden können

Du kannst Deine Ausbildung aber nicht nur zeitlich strecken, sondern sie unter bestimmten Voraussetzungen auch verkürzen. Das ist etwa der Fall, wenn Du bereits eine pflegerische Vorbildung hast - beispielsweise als Pflegehelfer:in. Auch andere relevante Ausbildungen oder Studiengänge können Deine Ausbildung um bis zu ein Drittel verkürzen.

Ausbildungsorte

Den theoretischen Teil Deiner Ausbildung absolvierst Du an einer Pflegeschule. Hier gibt es auch spezielle Übungsräume (Skills-Labs), in denen Du praktische Fertigkeiten unter realitätsnahen Bedingungen trainieren kannst - zum Beispiel indem Du an Pflegepuppen verschiedene Pflegetechniken übst. Viele Schulen bieten zudem digitale Lernplattformen an.

Während Deiner praktischen Ausbildung lernst Du verschiedene Einrichtungen kennen: Im Krankenhaus erlebst Du die Akutpflege auf verschiedenen Stationen und erlernst den Umgang mit unterschiedlichen Krankheitsbildern und medizinischen Behandlungen. In der stationären Langzeitpflege (also in Pflegeheimen) steht hingegen eher die dauerhafte Betreuung und Begleitung pflegebedürftiger Menschen im Mittelpunkt.

Bei ambulanten Pflegediensten arbeitest Du mit Patient:innen bei ihnen zuhause und musst Dich deshalb auf wechselnde Umgebungen einstellen. Schließlich kannst Du auch in psychiatrischen Einrichtungen und in der Kinderkrankenpflege eingesetzt werden, wo ebenfalls spannende Eindrücke auf Dich warten.

Abschluss der Ausbildung zur:m Pflegefachfrau / Pflegefachmann

Die Ausbildung schließt mit einer staatlichen Prüfung ab, die sich aus einem schriftlichen, einem mündlichen und einem praktischen Teil zusammensetzt. Bei erfolgreichem Abschluss erhältst Du eine deutsche und eine europäische Berufsanerkennung. Das bedeutet, dass Dein Abschluss in der gesamten EU anerkannt wird. Je nach gewähltem Vertiefungseinsatz kannst Du zusätzlich einen gesonderten Abschluss in der Kinderkranken- oder Altenpflege erwerben. Nun darfst Du endlich die Berufsbezeichnung "Pflegefachfrau" bzw. "Pflegefachmann" führen, die gesetzlich geschützt ist.

Perspektiven nach der Ausbildung zur:m Pflegefachfrau / Pflegefachmann

Nach dem erfolgreichen Abschluss Deiner Ausbildung kannst Du direkt in den Beruf einsteigen. Die Nachfrage nach qualifizierten Pflegefachkräften ist sehr hoch, wodurch Du in der Regel problemlos einen Arbeitsplatz findest, der Deinen Anforderungen entspricht. Häufige Einsatzorte sind zum Beispiel:

Darüber hinaus hast Du die Möglichkeit, Dich weiterzubilden und zu spezialisieren - zum Beispiel in der Intensivpflege oder im Pflegemanagement. Dein Abschluss berechtigt Dich zudem zu einem pflegewissenschaftlichen Studium, falls Du Dich akademisch weiterentwickeln möchtest.

Pflegefachfrau / Pflegefachmann - Gehalt

Als frisch examinierte Pflegefachkraft kannst Du mit einem attraktiven Einstiegsgehalt rechnen. Die genaue Höhe hängt jedoch von Faktoren wie dem Arbeitgeber, dem angewendeten Tarifvertrag, dem Einsatzbereich und dem Bundesland ab.

Im öffentlichen Dienst (TVöD-P) wirst Du nach erfolgreichem Abschluss der Ausbildung in der Regel in die Entgeltgruppe P7 eingruppiert. Das monatliche Bruttogehalt liegt 2026 je nach Erfahrungsstufe bei etwa 3.500 Euro zum Berufseinstieg und kann mit zunehmender Berufserfahrung auf über 4.300 Euro ansteigen.  

Zusätzlich erhalten Pflegefachkräfte Zuschläge für Nacht-, Sonn- und Feiertagsarbeit sowie weitere tarifliche Zulagen. Dadurch kann das tatsächliche Monatsgehalt je nach Einsatzbereich und Schichtmodell mehrere hundert Euro über dem Tabellenentgelt liegen. Ein Teil dieser Zuschläge ist steuerbegünstigt oder steuerfrei, wodurch sich auch das Nettogehalt spürbar erhöhen kann. 

Mit einigen Jahren Berufserfahrung steigt das Grundgehalt in der Entgeltgruppe P7 auf rund 4.000 bis 4.300 Euro brutto monatlich. Wer eine Fachweiterbildung absolviert, beispielsweise in der Intensiv- oder Anästhesiepflege, kann häufig in höhere Entgeltgruppen aufsteigen und sein Einkommen weiter steigern.

Pflegefachfrau / Pflegefachmann - Aufgaben im Arbeitsalltag

Dein Arbeitsalltag als Pflegefachfrau oder Pflegefachmann ist vielfältig und hängt in seinen Einzelheiten stark davon ab, in welcher Einrichtung Du tätig wirst. In jedem Fall trägst Du eine zentrale Rolle in der Gesundheitsversorgung und bist die wichtigste Bezugsperson für Deine Patient:innen oder Bewohner:innen. Aber was genau heißt das? Lass uns gemeinsam durch einen typischen Arbeitstag gehen, um Dir ein realistisches Bild zu vermitteln:

Der Schichtbeginn

Dein Arbeitstag beginnt mit der Übergabe von der vorherigen Schicht. Dabei erfährst Du alle relevanten Informationen über die Menschen, die Du betreuen wirst, sodass Du Deine Arbeit entsprechend planen kannst. Nach der Übergabe verschaffst Du Dir einen eigenen Eindruck von Deinen Patient:innen oder Bewohner:innen. Du kontrollierst die Vitalzeichen, sprichst mit den Menschen und aktualisierst bei Bedarf die Pflegeplanung - Du weißt also jetzt, was Dich heute auf Deiner To-Do-Liste erwartet.

Grundpflege

Ein wesentlicher Teil Deiner Arbeit besteht in der Grundpflege und der Unterstützung Deiner Patient:innen und Bewohner:innen bei ihren alltäglichen Tätigkeiten. Los geht es bei Bedarf mit der morgendlichen Körperpflege - die übrigens mehr ist als nur Waschen und Anziehen: Sie gibt Dir Gelegenheit, den Menschen ganzheitlich wahrzunehmen, seinen Gesundheitszustand zu beurteilen und eine vertrauensvolle Beziehung zu ihm aufzubauen.

Weiter geht es mit der Unterstützung bei der Nahrungsaufnahme und der Mobilisation: Du unterstützt Deine Patient:innen dabei, sich zu bewegen oder ihre Position zu verändern. Gleichzeitig förderst Du ihre Bewegungsfähigkeit und damit die Lebensqualität der Menschen.

Medizinische Pflege und Behandlung

Ist die Grundpflege erledigt, stehen medizinische Pflegemaßnahmen auf dem Plan: Du stellst Medikamente zusammen, verabreichst sie fachgerecht und beobachtest ihre Wirkungen und mögliche Nebenwirkungen. All das dokumentierst Du. Auch der Verbandswechsel und die Wundversorgung gehören zu Deinen Aufgaben, genauso wie das Legen von Zugängen und die Durchführung von Injektionen.

Kommunikation und Koordination

Als Pflegefachfrau/Pflegefachmann bist Du die zentrale Schnittstelle im Gesundheitssystem: Mit den Patient:innen oder Bewohner:innen führst Du regelmäßig Gespräche und informierst und berätst sie, leistest aber auch emotionale Unterstützung. So baust Du schnell eine vertrauensvolle Beziehung zu ihnen auf.

 Gleichzeitig stehst Du im engen Austausch mit Ärzt:innen, Therapeut:innen und anderen Fachkräften und trägst so zur bestmöglichen Versorgung bei. Auch für Angehörige bist Du ein:e wichtige:r Ansprechpartner:in bei Fragen und Sorgen.

Dokumentation und Organisation

Ohne die sorgfältige Dokumentation von pflegerischen Maßnahmen bricht im hektischen Pflegealltag schnell das Chaos aus. Deshalb sind die Aufzeichnungen nicht nur rechtlich wichtig, sondern dienen auch der Qualitätssicherung und der Kommunikation im Team. Daneben gehören auch die Pflegeplanung sowie das Qualitäts- und Notfallmanagement zu Deinen täglichen Aufgaben. In Notfällen führst Du lebensrettende Sofortmaßnahmen durch und arbeitest dabei eng mit dem Notfallteam zusammen.

Pflegefachfrau / Pflegefachmann - Weiterbildungsmöglichkeiten

Die Pflege ist ein dynamisches Berufsfeld, das sich ständig weiterentwickelt. Nach Deiner Ausbildung sind die Lernphasen also nicht vorbei. Zudem stehen Dir vielfältige Möglichkeiten offen, Dich beruflich weiterzuentwickeln und zu spezialisieren. Auf diese Weise kannst Du in neuen Einsatzbereichen tätig werden und Dich oft auch auf ein höheres Gehalt freuen.

Fachweiterbildungen

Fachweiterbildungen vertiefen Dein Wissen in speziellen Bereichen der Pflege. Diese Weiterbildungen dauern in der Regel zwei Jahre und werden berufsbegleitend absolviert. Aufgrund der großen Auswahl an Fachweiterbildungen für Pflegekräfte hast Du die Qual der Wahl: Du kannst Dich zum Beispiel für den Bereich der Intensivpflege und Anästhesie entscheiden, für eine Fachweiterbildung in der Onkologie oder in der psychiatrischen Pflege.

Funktionsbezogene Weiterbildungen

Möchtest Du Dich für spezielle Aufgaben und Funktionen im Pflegealltag qualifizieren, kannst Du Dich für eine funktionsbezogene Weiterbildung entscheiden:

  • Als Praxisanleiter:in gibst Du Dein Wissen an den pflegerischen Nachwuchs weiter und lernst, wie Du Auszubildende pädagogisch und fachlich begleitest und ihre Lernprozesse unterstützt
  • Die Weiterbildung zur Hygienefachkraft befähigt Dich, in Deiner Einrichtung für die Einhaltung der Hygienestandards zu sorgen und andere Mitarbeitende zu schulen
  • Als Wundexpert:in spezialisierst Du Dich auf die professionelle Versorgung chronischer Wunden und berätst sowohl Patient:innen als auch Kolleg:innen

Aufstiegsweiterbildungen

Zieht es Dich in eine Führungsposition, ist vielleicht die Weiterbildung zur Stationsleitung oder zur Pflegedienstleitung die richtige Wahl für Dich. Hier werden Dir neben Führungskompetenzen auch betriebswirtschaftliche Kenntnisse vermittelt.

Akademische Weiterbildung

Schließlich kannst Du Dich auch für einen akademischen Weg entscheiden, der Dir neue Perspektiven eröffnet und Dich für anspruchsvolle Aufgaben qualifiziert: Mit einem Bachelor- und/oder Masterstudium im Bereich Pflegewissenschaft oder Pflegemanagement vertiefst Du Dein bisher erworbenes Wissen noch einmal stark und kannst anschließend Aufgaben im Management oder in Forschung und Lehre wahrnehmen oder Dich für höhere Managementpositionen bewerben. Du kannst zum Beispiel in der Pflegeforschung arbeiten oder als Dozent:in an einer Pflegeschule unterrichten.

Pflegefachfrau / Pflegefachmann – Arbeitszeiten

Die Arbeitszeiten in der Pflege sind so gestaltet, dass eine Rund-um-die-Uhr-Versorgung gewährleistet ist. Das bedeutet für Dich:

Im Schichtdienst arbeitest Du im Wechsel von Früh-, Spät- und gegebenenfalls Nachtschichten. Die genauen Schichtzeiten können dabei variieren:

Arbeitszeiten als Pflegefrau/Pflegefachmann
Arbeitszeiten als Pflegefrau / Pflegefachmann

Die Dienstplangestaltung berücksichtigt gesetzliche Vorgaben zu Ruhezeiten und maximaler Arbeitszeit - denn zwischen zwei Schichten muss eine Ruhezeit von mindestens 11 Stunden liegen. Dies dient nicht nur Deiner Erholung, sondern auch der Patientensicherheit.

Pflegefachfrau / Pflegefachmann – Einsatzorte

Als Pflegefachfrau/Pflegefachmann kannst Du in diversen Einrichtungen arbeiten:

  • Im Krankenhaus
  • In der stationären Altenpflege
  • In der ambulante Pflege
  • In Rehabilitationseinrichtungen
  • In der betrieblichen Gesundheitsvorsorge
  • In Beratungsstellen und Pflegestützpunkten
  • In der Forschung oder an Pflegeschulen

Zwar ist der Schichtdienst in der Pflege üblich, aber nicht unumgänglich. Je nach Arbeitgeber:in können Dir auch andere Arbeitszeitmodelle begegnen, die Dir eine bessere Planung ermöglichen. Dazu gehören Teilzeitmodelle, Wunschdienstpläne oder konzentrierte Arbeitszeiten mit längeren Freizeitblöcken. Geregeltere Arbeitszeiten als im Krankenhaus findest Du zum Beispiel in Einrichtungen des betreuten Wohnens, in der ambulanten Pflege oder im Gesundheitsamt.

Häufige Fragen

Kann ich die Ausbildung auch ohne Abitur machen?

Ja, für die Ausbildung benötigst du kein Abitur. Ein mittlerer Schulabschluss reicht aus. Auch mit einem Hauptschulabschluss kannst du zugelassen werden, wenn du zusätzlich eine passende Berufsausbildung oder eine Ausbildung zur Pflegeassistentin bzw. zum Pflegeassistenten oder zur Pflegehelferin bzw. zum Pflegehelfer abgeschlossen hast.

Wird mein Abschluss als Pflegefachfrau bzw. Pflegefachmann im Ausland anerkannt?

Ja, denn die generalistische Pflegeausbildung entspricht europäischen Standards. Nach erfolgreichem Abschluss erhältst du eine EU-weit anerkannte Berufsqualifikation, wodurch sich grundsätzlich auch Beschäftigungsmöglichkeiten in anderen europäischen Ländern eröffnen.

Wie hoch sind die Übernahmechancen nach der Ausbildung?

Die Übernahmechancen sind sehr gut. Aufgrund des anhaltenden Fachkräftemangels übernehmen viele Einrichtungen ihre Auszubildenden direkt nach dem Abschluss. Oft erhältst du bereits vor dem Ende deiner Ausbildung erste Stellenangebote.

Welche persönlichen Eigenschaften sind für den Pflegeberuf besonders wichtig?

Neben fachlichem Interesse sind vor allem Empathie, Verantwortungsbewusstsein, Kommunikationsfähigkeit und Belastbarkeit gefragt. Da du täglich mit Menschen in unterschiedlichen Lebenssituationen arbeitest, helfen dir außerdem Geduld, Teamfähigkeit und eine sorgfältige Arbeitsweise im Berufsalltag.

Fazit

Die Ausbildung zur Pflegefachfrau bzw. zum Pflegefachmann bietet dir einen abwechslungsreichen Berufsalltag, ausgezeichnete Zukunftsperspektiven und vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten. Dank der generalistischen Ausbildung bist du nicht auf einen bestimmten Pflegebereich festgelegt und kannst in Krankenhäusern, Pflegeheimen, ambulanten Diensten, psychiatrischen Einrichtungen und vielen weiteren Bereichen arbeiten. Hinzu kommen eine attraktive Ausbildungsvergütung, gute Einstiegsgehälter und zahlreiche Weiterbildungs- sowie Karrieremöglichkeiten. Wenn du gerne mit Menschen arbeitest, Verantwortung übernehmen möchtest und einen sinnvollen Beruf suchst, kann die Pflege genau die richtige Wahl für dich sein.

Quellen:

  1. Bundesagentur für Arbeit (o. J.): Pflegefachfrau / Pflegefachmann – Berufsinformationen: https://web.arbeitsagentur.de/berufenet/beruf/132173#ueberblick (Abrufdatum: 03.02.2025)2
  2. Kommunalforum (o. J.): TVöD-Tabelle – Gehälter im öffentlichen Dienst: https://www.kommunalforum.de/p_tabelle_tvoed.php (Abrufdatum: 03.02.2025)

Stellenangebote

Mehr zum Thema