Beleghebamme - Gehalt

Veröffentlicht am 08.07.2025

Es ist eine Geldbörse mit Geld zu sehen.
Ausbildungsgehaltbisheriges Gehalt
Einstiegsgehalt3.500  Euro
Durchschnittsgehalt4.080  Euro

Der Moment, in dem ein Baby geboren wird, ist magisch – und du überlegst, genau dabei beruflich eine wichtige Rolle zu spielen? Dann hast du bestimmt schon von der Arbeit als Beleghebamme gehört. Als Beleghebamme begleitest du Geburten nicht im Schichtdienst, sondern individuell und persönlich – oft als vertraute Bezugsperson von Anfang bis Ende. Selbstbestimmt, flexibel, nah an den Familien. Aber so viel Freiheit wirft auch Fragen auf: Was verdient eine Beleghebamme überhaupt? Und was bleibt am Ende wirklich übrig?

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Bruttogehalt als Beleghebamme: So setzt sich dein Einkommen zusammen

Als Beleghebamme arbeitest du nicht angestellt in einer Klinik, sondern selbstständig auf Honorarbasis. Das bedeutet: Du bekommst Geld für jede einzelne Leistung, die du erbringst – zum Beispiel für eine Geburt, für die Rufbereitschaft oder für Vorsorge- und Nachsorgetermine.

Das Geld, das du insgesamt einnimmst, nennt man Bruttogehalt. Davon musst du später noch Steuern und Versicherungen zahlen – dazu kommen wir im nächsten Abschnitt.

Was heißt „Bruttogehalt“ genau?

Der Begriff „Bruttogehalt“ beschreibt den Gesamtbetrag, den du verdienst, bevor etwas abgezogen wird. Also:

Bruttogehalt = Einnahmen vor Abzug von Steuern, Versicherungen und anderen Kosten

Als angestellte Person zahlt dein:e Arbeitgeber:in viele dieser Kosten für dich. Als Beleghebamme musst du selbst dafür aufkommen – zum Beispiel für:

  • Krankenversicherung,
  • Rentenversicherung (wenn du dich dafür entscheidest),
  • Berufshaftpflichtversicherung (verpflichtend!),
  • und natürlich: Steuern.

Welche Leistungen bezahlt werden – und wie viel

Hier siehst du typische Leistungen, die du als Beleghebamme abrechnest – inklusive der aktuellen Vergütung (Stand 2025, durchschnittliche Werte nach Hebammenvergütungsvertrag):

Leistung Vergütung (brutto) Geschätzter Nettobetrag
Geburt im Krankenhaus 750 € – 900 € 450 € – 540 €
Rufbereitschaft (pro Monat) 250 € – 300 € 150 € – 180 €
Vorsorge oder Nachsorge (je Termin) 40 € – 60 € 24 € – 36 €
Geburtsvorbereitungskurs (pro Frau) 80 € – 100 € 48 € – 60 €
Wichtig!
Du kannst mehrere dieser Leistungen kombinieren – zum Beispiel eine Frau über mehrere Wochen betreuen und dann auch ihre Geburt begleiten.

Rechenbeispiel: So viel kannst du im Monat verdienen

Hier ein einfaches Beispiel, das dir eine grobe Orientierung gibt:

Leistung Anzahl Einzelpreis (brutto) Gesamt (brutto) Gesamt (netto, ca. 60 %)
Geburten im Monat 4 850 € 3.400 € ca. 2.040 €
Rufbereitschaft (einmalig) 1 280 € 280 € ca. 168 €
Nachsorgetermine 20 50 € 1.000 € ca. 600 €
Bruttogesamtumsatz 4.680 € ca. 2.808 € netto

Beleghebammen verdienen im bundesweiten Durchschnitt etwa 4.080 € brutto im Monat. Das entspricht einem Jahresumsatz von rund 49.000 € – vor Steuern und Abzügen.

Wenn du neu in den Beruf startest, liegt dein monatlicher Verdienst meist bei etwa 3.500 € brutto. Mit wachsender Erfahrung, besserer Organisation und einer stabilen Auftragslage kannst du dein Einkommen auf bis zu 4.600 € im Monat steigern.

Beleghebamme Nettogehalt: Was am Ende wirklich bei dir ankommt

Du hast jetzt gesehen, wie dein Bruttogehalt als Beleghebamme entsteht, also die Einnahmen, die du für deine Arbeit bekommst. Aber wie viel davon kannst du tatsächlich zum Leben nutzen?

Das, was dir nach allen Abzügen bleibt, nennt man Nettogehalt – oder als Selbstständige:r: Nettoeinkommen.

Was ist der Unterschied zwischen Brutto und Netto?

Einfach gesagt:

Bruttogehalt = alles, was du einnimmst Nettogehalt = das, was dir nach deinen beruflichen Kosten übrig bleibt

Als Beleghebamme zahlst du viele Dinge selbst, die bei Angestellten vom Arbeitgeber übernommen werden. Das sind zum Beispiel:

Kostenart Erklärung Beispiel: Monatlicher Betrag
Krankenversicherung Du brauchst eine Krankenversicherung – das ist Pflicht in Deutschland. Als Selbstständige:r zahlst du sie selbst. Du kannst wählen: gesetzlich oder privat. ca. 250–500 €
Pflegeversicherung Diese Versicherung hilft, wenn du im Alter oder nach Krankheit pflegebedürftig wirst. Wird meist zusammen mit der Krankenversicherung gezahlt. ca. 40–60 €
Berufshaftpflichtversicherung Diese Versicherung schützt dich, wenn bei deiner Arbeit etwas schiefgeht – z. B. ein Fehler bei der Geburt. Ohne sie darfst du keine Geburten begleiten. ca. 100–150 €
Steuern Du musst Einkommensteuer auf deinen Gewinn zahlen. Dazu kommt manchmal Umsatzsteuer. Du brauchst gute Planung und am besten Hilfe von eine:r Steuerberater:in. hängt vom Verdienst ab
Rentenversicherung (freiwillig) Du kannst freiwillig in die gesetzliche Rente einzahlen oder privat vorsorgen. Das hilft dir, im Alter abgesichert zu sein. z. B. 300–500 €
Weitere Ausgaben Dazu gehören z. B. Fahrtkosten zu Hausbesuchen, Material (z. B. Waage, Handschuhe), Weiterbildungen oder deine Buchhaltungssoftware. individuell unterschiedlich

Rechenbeispiel: Brutto vs. Netto

Hier ein vereinfachtes Beispiel, damit du eine Vorstellung bekommst:

Ausgangslage Betrag
Bruttoumsatz (Monat) 4.700 €
Kranken- und Pflegeversicherung – 400 €
Berufshaftpflicht – 120 €
Rentenversicherung (freiwillig) – 400 €
Rücklagen für Steuern (ca. 25 %) – 1.175 €
Sonstige Kosten (z. B. Fahrten, Kurse) – 200 €
Nettoeinkommen (geschätzt) ca. 2.400 € – 2.500 €
Hinweis:
Das ist nur ein Beispiel. Die tatsächlichen Zahlen können stark variieren – je nach Einkommen, Wohnort und persönlicher Situation. Nutze am besten einen kostenlosen Online-Brutto-Netto-Rechner, mit der du dein individuelles Nettoeinkommen berechnen kannst!

Von einem durchschnittlichen Monatsumsatz von rund 4.080 € brutto bleiben Beleghebammen nach Abzug aller Kosten und Steuern erfahrungsgemäß etwa 2.300 € bis 2.600 € netto.

Wer gerade erst anfängt und etwa 3.500 € brutto im Monat verdient, muss realistischerweise mit einem Nettobetrag um die 2.000 € rechnen. Hebammen mit mehr Erfahrung und höherem Einkommen – z. B. rund 4.600 € brutto monatlich – können auf ein Nettoeinkommen von etwa 2.800 € bis 3.000 € kommen.

Tipps zur besseren Planung: So bleibst du finanziell sicher

Wenn du als Beleghebamme selbstständig arbeitest, trägst du auch selbst die Verantwortung für deine Finanzen. Mit guter Planung bekommst du das gut in den Griff!

1. Hol dir Unterstützung durch eine:n Steuerberater:in

Ein:e Steuerberater:in hilft dir dabei, deine Finanzen von Anfang an richtig zu organisieren:

  • Du musst als Selbstständige:r selbst herausfinden, wie viel Steuern du zahlen musst.
  • Viele Dinge sind für Laien schwer zu durchschauen: z. B. Umsatzsteuer, Betriebsausgaben oder Abschreibungen.
  • Ein:e Berater:in zeigt dir, welche Ausgaben du absetzen kannst (z. B. Fahrten, Fortbildungen, Material).
  • Du bekommst Hilfe beim Ausfüllen deiner Steuererklärung und bei Anträgen ans Finanzamt.
Tipp:
Suche dir am besten eine:n Steuerberater:in, die oder der Erfahrung mit Hebammen oder Selbstständigen im Gesundheitswesen hat.

2. Rücklagen bilden: Lege Geld zur Seite – jeden Monat!

Du solltest jeden Monat einen Teil deiner Einnahmen zur Seite legen, bevor du dir etwas auszahlst. Warum?

  • Du musst selbst Steuern zahlen – das passiert oft erst am Ende des Jahres. Wenn du nicht vorgesorgt hast, kann das ein großes Problem werden.
  • Auch Versicherungen und Beiträge (z. B. zur Krankenversicherung oder Rentenversicherung) musst du selbst zahlen.
  • Unvorhergesehene Kosten (z. B. Reparatur deines Autos, plötzlich weniger Geburten) lassen sich besser abfedern, wenn du Rücklagen hast.
Einfacher Trick:
Richte dir ein separates Konto ein – z. B. ein „Steuerkonto“. Überweise jeden Monat z. B. 30 % deiner Einnahmen dorthin. So kommst du nicht in Versuchung, das Geld auszugeben.

3. Plane Pausen, Auszeiten und Schwankungen ein

Als Beleghebamme wirst du nicht jeden Monat gleich viel arbeiten – und deshalb auch nicht immer gleich viel verdienen.

Beispiele für schwankende Monate:

  • Du bist krank oder im Urlaub.
  • Im Sommer oder Winter gibt es in manchen Regionen weniger Geburten.
  • Eine betreute Frau entscheidet sich kurzfristig gegen eine Beleggeburt.

Deshalb solltest du:

  • jeden Monat etwas Geld für „magere Monate“ zurücklegen,
  • deine Ausgaben nicht zu knapp kalkulieren,
  • dich mit anderen Hebammen austauschen, wie sie mit Schwankungen umgehen.

4. Bleib auf dem Laufenden: Vergütungen und Abgaben ändern sich

Die Hebammenvergütung wird regelmäßig angepasst – aber auch Versicherungsbeiträge, Steuersätze oder Förderprogramme können sich ändern.

So bleibst du informiert:

  • Abonniere den Newsletter deines Hebammenverbands (z. B. Deutscher Hebammenverband).
  • Besuche regelmäßig Fortbildungen, die auch rechtliche oder finanzielle Themen beinhalten.
  • Tausche dich mit anderen Beleghebammen aus – z. B. in Online-Foren oder Regionalgruppen.
  • Frag einmal im Jahr bei deiner Steuerberatung nach: Gibt es neue Möglichkeiten oder wichtige Änderungen?

Fazit: Lohnt sich der Weg als Beleghebamme?

Als Beleghebamme arbeitest du frei, persönlich und nah an den Familien – ein Beruf mit viel Herz, aber auch viel Verantwortung. Beim Thema Gehalt zeigt sich: Du kannst gutes Geld verdienen, wenn du gut planst und deine Ausgaben im Blick hast. Aber: Anders als bei einer festen Anstellung bekommst du kein festes Monatsgehalt, sondern du arbeitest auf selbstständiger Basis. Das heißt:

  • Du regelst deine Versicherungen und Steuern selbst,
  • du brauchst ein gewisses Maß an Organisation,
  • und du musst finanzielle Rücklagen bilden, um Schwankungen abzufangen.

Wenn du das weißt – und dich darauf einstellst – bietet dir die Arbeit als Beleghebamme:

  • mehr Selbstbestimmung,
  • flexiblere Arbeitszeiten,
  • und oft auch eine tiefere Verbindung zu den Familien, die du betreust.

Kurz gesagt: Das Gehalt als Beleghebamme kann sich lohnen – für Kopf, Herz und Konto. Voraussetzung ist, dass du dich gut informierst, Unterstützung holst und deine Selbstständigkeit bewusst gestaltest.

Häufige Fragen zum Gehalt als Beleghebamme

Wie hoch ist die Vergütung einer Beleghebamme?

Beleghebammen arbeiten freiberuflich und werden nicht monatlich fest angestellt bezahlt, sondern rechnen ihre Leistungen direkt mit den Krankenkassen oder den betreuten Eltern ab. Das Einkommen kann daher stark schwanken, je nach Anzahl der betreuten Geburten, Region und Umfang der angebotenen Leistungen.

Im Durchschnitt liegt das monatliche Einkommen zwischen 3.000 und 5.500 Euro brutto, kann aber bei hoher Auslastung und vielen Geburten auch über 6.000 Euro betragen. Wichtig zu wissen: Von diesen Einnahmen müssen Beleghebammen selbst ihre Versicherungen, Materialien und Steuerabgaben zahlen.

Wie wird man Beleghebamme?

Der Weg zur Beleghebamme führt über die Ausbildung zur Hebamme oder zum Entbindungspfleger. Seit 2020 ist diese Ausbildung ein dual angelegtes Studium, das etwa drei bis vier Jahre dauert und an Hochschulen mit praktischen Einsätzen in Kliniken oder Geburtshäusern angeboten wird.

Nach dem Abschluss als staatlich anerkannte Hebamme kannst du dich entscheiden, ob du angestellt, freiberuflich oder als Beleghebamme tätig sein möchtest. Beleghebammen schließen meist einen Vertrag mit einem Krankenhaus ab, um dort Geburten eigenverantwortlich zu begleiten, ohne direkt beim Krankenhaus angestellt zu sein.

Was ist der Unterschied zwischen Beleghebamme und Hebamme?

Der Unterschied liegt in der Art der Beschäftigung. Eine Hebamme ist der Oberbegriff für alle Fachkräfte, die Frauen während Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett begleiten.

Eine Beleghebamme arbeitet dagegen selbstständig, aber in Kooperation mit einem Krankenhaus. Sie betreut „ihre“ Schwangeren von Anfang bis Ende persönlich (also von der Vorsorge über die Geburt bis hin zur Nachsorge) und nutzt für die Geburt die Räumlichkeiten der Klinik, ohne dort angestellt zu sein. Das ermöglicht eine besonders individuelle Betreuung.

Was ist das höchste Gehalt für eine Hebamme?

Das höchste Einkommen erzielen meist freiberufliche oder erfahrene Beleghebammen mit vielen betreuten Geburten und zusätzlichen Angeboten wie Geburtsvorbereitung, Akupunktur oder Rückbildungskursen. In solchen Fällen kann das Einkommen bis zu 7.000 Euro brutto im Monat oder mehr betragen.

Angestellte Hebammen im öffentlichen Dienst erreichen in der höchsten Tarifgruppe (z. B. TVöD-P 9b) ein Bruttogehalt von rund 4.800 bis 5.200 Euro im Monat, abhängig von Berufserfahrung und Zusatzqualifikationen.

Quellen

  1. GKV-Spitzenverband. (2027). Pressemitteilung zur Vergütung von Hebammen. Abgerufen am 5. Juli 2025, von www.gkv‑spitzenverband.de/gkv_spitzenverband/presse/pressemitteilungen_und_statements/pressemitteilung_2027136.jsp
  2. GKV-Spitzenverband. (o. D.). Vergütungsverzeichnis Hebammenleistungen (Anlage 1.3, Stand 09‑2017). Abgerufen am 5. Juli 2025, von www.gkv‑spitzenverband.de/media/dokumente/krankenversicherung_1/ambulante_leistungen/hebammen/alte_dokumente/8_Anlage_1.3_Verguetungsverzeichnis_09‑2017.pdf
  3. MeinGehalt.net. (o. D.). Beleghebamme / Belegentbindungspfleger – Gehalt und Verdienst. Abgerufen am 5. Juli 2025, von www.meingehalt.net/gehalt/beleghebamme-belegentbindungspfleger.html

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