DRK-Tarif im Überblick - das zahlt das Deutsche Rote Kreuz

Veröffentlicht am 01.07.2026

Verschiedene Euromünzen liegen in einem geöffneten Geldbeutel.

Der DRK-Tarif ist verlässlich und gibt Planungssicherheit. Bildquelle: Canva.de

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) ist einer der größten Arbeitgeber im deutschen Gesundheits- und Sozialwesen. Viele Pflegekräfte sind in DRK-Kliniken, Pflegeheimen, ambulanten Diensten oder im Rettungsdienst tätig. Wenn du über eine Stelle beim DRK nachdenkst oder bereits dort beschäftigt bist, stellt sich natürlich die zentrale Frage: Wie hoch ist das zu erwartende Gehalt? In diesem Artikel erfährst du, wie der DRK-Tarif aufgebaut ist, welche Faktoren dein Gehalt beeinflussen und welche Vorteile der Tarifvertrag für Pflegekräfte bietet.

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Was ist der DRK-Tarifvertrag?

Die Arbeitsbedingungen vieler Beschäftigter beim Deutschen Roten Kreuz werden durch den sogenannten DRK-Reformtarifvertrag geregelt. Dieser Tarifvertrag besteht seit 2007 und wurde zwischen dem DRK und der Gewerkschaft ver.di ausgehandelt. Er gilt für Zehntausende Beschäftigte in verschiedenen Bereichen des DRK, darunter auch Pflegekräfte.

Der Tarifvertrag regelt unter anderem:

  • Gehalt und Entgeltgruppen
  • Arbeitszeiten
  • Zuschläge für Nacht-, Sonn- und Feiertagsarbeit
  • Urlaubstage
  • Jahressonderzahlungen
  • Eingruppierungen und Stufenaufstiege
Wichtig zu wissen:
 Nicht jede DRK-Einrichtung arbeitet automatisch nach dem DRK-Reformtarifvertrag. Einige wenden stattdessen den TVöD oder regionale Haustarifverträge an. Deshalb lohnt es sich, vor einer Bewerbung einen genauen Blick in die Stellenausschreibung zu werfen oder beim Arbeitgeber nachzufragen.

Wie ist die Bezahlung im DRK-Tarif aufgebaut?

Die Vergütung erfolgt ähnlich wie im öffentlichen Dienst nach Entgeltgruppen und Erfahrungsstufen. Die Einstufung in eine Entgeltgruppe richtet sich nach deiner Qualifikation und den Anforderungen deiner Tätigkeit. Für Pflegekräfte gibt es spezielle Pflege-Entgeltgruppen (P-Gruppen). Je höher die Verantwortung und Qualifikation, desto höher fällt die Eingruppierung aus. So werden Pflegehilfskräfte beispielsweise meist niedriger eingruppiert als examinierte Pflegefachkräfte oder Wohnbereichsleitungen. Innerhalb jeder Entgeltgruppe gibt es mehrere Erfahrungsstufen. Mit zunehmender Berufserfahrung steigst du automatisch in eine höhere Stufe auf und erhältst dadurch ein höheres Gehalt. Das bedeutet: Auch ohne Stellenwechsel kannst du im Laufe deiner Karriere regelmäßige Gehaltssteigerungen erzielen. 

Anna Liebig

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Wie viel verdienen Pflegekräfte beim DRK?

Die genaue Vergütung hängt von deiner Eingruppierung sowie deiner Erfahrungsstufe ab. Für Pflegekräfte gelten eigene Entgelttabellen. Zur Orientierung lagen die monatlichen Bruttogehälter für Pflegekräfte im DRK-Tarifvertrag 2025 beispielsweise in den folgenden ungefähren Bereichen:

Entgeltgruppe Bruttogehalt pro Monat
P5 ca. 2.800 bis 3.500 Euro
P6 ca. 2.900 bis 3.900 Euro
P7 ca. 3.400 bis 4.200 Euro
P8 ca. 3.600 bis 4.300 Euro
P9 ca. 3.890 bis 4.550 Euro
P10 bis P12 ca. 3.950 bis über 5.300 Euro
Gut zu wissen!
Diese Werte dienen lediglich als Orientierung. Dein tatsächliches Gehalt hängt von deiner Berufserfahrung, deiner Tätigkeit sowie den in deiner Einrichtung geltenden Tarifregelungen ab.

Welche Zulagen kommen zusätzlich zum Grundgehalt hinzu?

Gerade in der Pflege machen Zuschläge oft einen spürbaren Teil des Einkommens aus. Je nach Einsatzbereich können unter anderem die folgende Zuschläge hinzukommen:

  • Nachtzuschläge: Wer regelmäßig nachts arbeitet, erhält tarifliche Zuschläge auf den Stundenlohn.
  • Sonn- und Feiertagszuschläge: Arbeit an Sonn- und Feiertagen wird gesondert vergütet. Gerade in stationären Einrichtungen können diese Zuschläge einen deutlichen Unterschied auf der Gehaltsabrechnung machen.
  • Wechselschicht- und Schichtzulagen: Viele Pflegekräfte arbeiten im Schichtsystem. Dafür sieht der DRK-Tarifvertrag zusätzliche Zulagen vor.
  • Bereitschaftsdienste: Auch Rufbereitschaften und Bereitschaftsdienste sind tariflich geregelt und werden vergütet.

Welche Vorteile bietet der DRK-Tarif für Pflegekräfte?

Neben dem Gehalt profitieren Beschäftigte von weiteren tariflichen Leistungen.

Planungssicherheit

  • Tarifverträge schaffen Transparenz. Bereits bei der Einstellung weißt du, welche Gehaltsentwicklung dich in den kommenden Jahren erwartet.

Regelmäßige Gehaltsanpassungen

  • Tarifverträge werden regelmäßig neu verhandelt. Dadurch profitieren Beschäftigte von Gehaltssteigerungen, ohne individuell verhandeln zu müssen.

Jahressonderzahlung

  • Viele tarifgebundene Beschäftigte erhalten eine jährliche Sonderzahlung, die häufig als Weihnachtsgeld bezeichnet wird.

Urlaub

  • Der DRK-Tarifvertrag regelt einen tariflichen Urlaubsanspruch, der häufig über dem gesetzlichen Mindesturlaub liegt.

Betriebliche Altersvorsorge

  • Viele DRK-Einrichtungen bieten zusätzlich eine betriebliche Altersversorgung an, sodass du für das Alter vorsorgen kannst.

DRK-Tarif oder TVöD: Wo liegen die Unterschiede?

Viele Pflegekräfte vergleichen den DRK-Tarif mit dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD). Tatsächlich orientiert sich der DRK-Reformtarifvertrag in vielen Bereichen am TVöD. Dennoch gibt es Unterschiede bei:

  • Entgelttabellen
  • Zulagen
  • Eingruppierungen
  • Sonderzahlungen
  • regionalen Regelungen

Welcher Tarif letztlich attraktiver ist, hängt oft von der konkreten Position und dem jeweiligen Arbeitgeber ab. Deshalb lohnt sich ein individueller Vergleich.

Lohnt sich ein Job beim DRK?

Für viele Pflegekräfte ist das DRK ein attraktiver Arbeitgeber. Neben der tariflichen Vergütung bieten viele Einrichtungen:

  • sichere Arbeitsplätze
  • Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten
  • Aufstiegschancen
  • familienfreundliche Arbeitszeitmodelle
  • betriebliche Gesundheitsangebote

Gerade Berufseinsteiger profitieren von klar geregelten Einstufungen und transparenten Karrierewegen.

Fazit

Der DRK-Tarifvertrag bietet Pflegekräften eine transparente und planbare Vergütung mit regelmäßigen Gehaltssteigerungen. Neben dem Grundgehalt sorgen Zuschläge für Nacht-, Wochenend- und Feiertagsarbeit oft für ein deutlich höheres Monatseinkommen. Da nicht alle DRK-Einrichtungen den gleichen Tarif anwenden, solltest du bei einer Bewerbung immer nach dem geltenden Tarifvertrag fragen. So weißt du genau, welches Gehalt und welche Leistungen dich erwarten.

Wer Wert auf tarifliche Sicherheit, klare Strukturen und Entwicklungsmöglichkeiten legt, findet beim Deutschen Roten Kreuz attraktive Beschäftigungsmöglichkeiten in der Pflege.

Häufige Fragen zum DRK-Tarif 

Wird Berufserfahrung aus anderen Einrichtungen beim DRK angerechnet?

Das hängt von der jeweiligen Einrichtung und den tariflichen Regelungen ab. In vielen Fällen kann einschlägige Berufserfahrung jedoch bei der Einstufung berücksichtigt werden. Es lohnt sich, dies bereits im Bewerbungsgespräch anzusprechen.

Gibt es beim DRK Unterschiede zwischen stationärer und ambulanter Pflege?

Ja. Die Eingruppierung richtet sich nach der jeweiligen Tätigkeit und Verantwortung. Dadurch können Gehaltsunterschiede zwischen den verschiedenen Einsatzbereichen entstehen.

Bekommen Teilzeitkräfte dieselben tariflichen Leistungen?

Ja. Teilzeitbeschäftigte erhalten grundsätzlich die gleichen tariflichen Leistungen. Das Gehalt wird entsprechend der vereinbarten Arbeitszeit anteilig berechnet.

Können Pflegekräfte beim DRK über Tarif bezahlt werden?

In Einzelfällen ist eine Vergütung oberhalb des Tarifvertrags möglich, insbesondere bei Fachkräftemangel oder speziellen Qualifikationen. Die tariflichen Regelungen bilden jedoch meist die Grundlage.

Gibt es beim DRK Karrierechancen für Pflegefachkräfte?

Ja. Durch Weiterbildungen und zusätzliche Qualifikationen kannst du beispielsweise Leitungsfunktionen übernehmen oder in spezialisierte Fachbereiche wechseln. Das ist häufig auch mit einer höheren Eingruppierung verbunden.

Quellen

  1. Aktueller DRK-Reformtarifvertrag. Zuletzt abgerufen am 19.06.2026 https://www.drk.de/fileadmin/user_upload/PDFs/Das_DRK/Verbandsstruktur/DRK-RTV_idF_52.AETV_14.AETV-TVUE_durchgeschriebene_Fassung.pdf
  2. Deutsches Rotes Kreuz. Zuletzt abgerufen am 19.06.2026 https://www.drk.de

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