Betreuungskraft: Berufsbild und Weiterbildung

Veröffentlicht am 25.11.2024

Betreuungskraft schiebt Patientin in Rollstuhl
AusbildungstypWeiterbildung
Ausbildungsdauer2-3 Monate
VorraussetzungHauptschulabschluss

Dir bereitet es Freude, pflegebedürftige Menschen in ihrem Alltag zu unterstützen und ihnen ein möglichst selbstbestimmtes und glückliches Leben zu schenken? Dann ist die Weiterbildung zur Betreuungskraft bestimmt etwas für dich. Sie dauert maximal ein Jahr und befähigt dich danach dazu, Pfleger:innen zu assistieren und pflegebedürftigen Menschen bei der Bewältigung ihres Alltags zu helfen. Wir stellen dir das Berufsbild vor und verraten dir, was du über die Weiterbildung zur Betreuungskraft wissen solltest.

Das Wichtigste in Kürze

  • Betreuungskraft und Alltagsbegleiter werden oft synonym verwendet, unterscheiden sich aber rechtlich: die Betreuungskraft hat eine anerkannte Weiterbildung nach § 43b SGB XI.
  • Als Betreuungskraft darfst du keine Grundpflege oder medizinische Behandlungspflege übernehmen – das obliegt Pflegefachkräften.
  • Am besten verdient man in großen, tarifgebundenen Einrichtungen sowie in wirtschaftsstarken Regionen wie Baden-Württemberg.
  • Als Quereinsteiger:in startest du mit einem Einstiegsgehalt von ca. 2.300–2.800 € brutto – ohne Pflegevorbildung.
  • Die gerontopsychiatrische Betreuungskraft ist auf die Betreuung älterer Menschen mit psychischen Erkrankungen wie Demenz oder Depression spezialisiert.

Betreuungskraft: Aufgaben, Ausbildung & Gehalt einfach erklärt

Anna Liebig

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Welche Qualifikationen braucht man als Betreuungskraft?

Der Einstieg in den erfüllenden Beruf der Betreuungskraft ist ganz ohne pflegerische Vorausbildung möglich. Du benötigst also keinerlei einschlägiges Vorwissen, solltest aber mindestens einen Hauptschulabschluss vorweisen können.

Folgende Voraussetzungen solltest du mitbringen

  • Mindestalter meist 16-18 Jahre (je nach Bildungsträger)
  • Ausgeprägte soziale Kompetenzen und Einfühlungsvermögen
  • Ein Orientierungspraktikum in einer Pflegeeinrichtung von mind. 40h
  • Zuverlässigkeit und Verantwortungsbewusstsein
  • Körperliche und psychische Belastbarkeit
  • Gute Deutschkenntnisse in Wort und Schrift

Da du für die Weiterbildung zur Betreuungskraft nach § 53c SGB XI keine abgeschlossene Ausbildung benötigst, eignet sie sich vor allem für Quereinsteiger:innen und Menschen, die sich schnell und unkompliziert beruflich umorientieren möchten. Regelmäßig werden Betreuungskräfte allerdings erst ab einem Mindestalter von 16 bzw. 18 Jahren eingesetzt und auch nur dann, wenn sie gesundheitlich für den Job geeignet sind - dies wird ggf. getestet oder in einem gemeinsamen Gespräch erörtert.

Wie lange dauert die Ausbildung zur Betreuungskraft?

Die Qualifizierung zur Betreuungskraft umfasst insgesamt mindestens 160 Unterrichtsstunden, die sich wie folgt aufteilen:

Der theoretische Teil

erstreckt sich über etwa 160 Stunden. Dieser wird meist in Teilzeit über 2-3 Monate oder in Vollzeit über 4-6 Wochen angeboten. Die Unterrichtszeiten sind dabei flexibel gestaltet, sodass Du die Weiterbildung auch berufsbegleitend absolvieren kannst.

Das Praktikum

Ergänzend kommt ein Praktikum von 40 Stunden hinzu. Dieses absolvierst Du in einer stationären Pflegeeinrichtung oder einem ambulanten Pflegedienst. Hier kannst Du das theoretisch Erlernte direkt in der Praxis anwenden und erste Erfahrungen in der Betreuung sammeln.

Der Aufbau und die Dauer der Weiterbildung zur Betreuungskraft variieren je nach Institution. Deshalb empfehlen wir dir, dich bei mehreren Anbieter:innen zu erkundigen und Angebote zu vergleichen, um die Option zu finden, die dir am besten liegt. Zur Anerkennung deiner Ausbildung als Betreuungskraft brauchst du jährliche Fortbildungen von mindestens 16h.

Weiterbildung zur Betreuungskraft: Die Inhalte

Die Qualifizierung vermittelt dir alle wichtigen Kompetenzen für die professionelle Betreuung von Senior:innen und Menschen mit Einschränkungen. Die Lerninhalte der Weiterbildung zur Betreuungskraft umfassen:

Kommunikation und Beziehungsgestaltung:

  • Gesprächsführung und aktives Zuhören
  • Umgang mit demenziell erkrankten Menschen
  • Biografiearbeit und Validation

Praktische Betreuungskompetenzen:

  • Gedächtnistraining und Bewegungsübungen
  • Kreative Beschäftigungen und Alltagsgestaltung
  • Unterstützung bei der Tagesstrukturierung

Medizinische Grundkenntnisse:

  • Häufige Krankheitsbilder im Alter
  • Hygiene und Prophylaxen
  • Erste-Hilfe-Maßnahmen
  • Grundlagen der Pflegedokumentation und Prophylaxen

Hauswirtschaft und Rechtliche Grundlagen

  • Schweigepflicht und Qualitätsmanagement-Grundlagen
  • Zusammenarbeit im Interprofessionellen Team
  • Ernährungslehre inklusive Diäten und hygienische Anforderungen

Im Regelfall wird die theoretische Wissensvermittlung durch zwei Praktika ergänzt. Direkt zu Beginn startest du mit dem Orientierungspraktikum, das eine Woche dauert und dir die Gelegenheit gibt, dich an deinen baldigen Beruf heranzutasten und zu schauen, ob er zu dir passt. In der zweiten Hälfte des Lehrgangs folgt dann das Betreuungspraktikum, in dem du innerhalb von zwei Wochen deine theoretisch erworbenen Kenntnisse mit praktischer Erfahrung verknüpfst. 

Die Weiterbildung zur Betreuungskraft schließt du mit einer Prüfung ab, die aus einem schriftlichen und einem praktischen Teil besteht. Im Rahmen des praktischen Teils wird deine Leistung aus dem in der Pflegeeinrichtung absolvierten Praktikum bewertet.

Was kostet die Weiterbildung zur Betreuungskraft?

Die Kosten für die Weiterbildung variieren je nach Bildungsträger und Region, du kannst jedoch durchschnittlich mit Gebühren zwischen 1.200 und 2.000 Euro rechnen.

Darin enthalten sind:

  • Unterrichtsmaterialien
  • Praktikumsbegleitung
  • Prüfungsgebühren
  • Zertifizierung

Möchtest du deine Weiterbildung finanzieren lassen, kannst du dies über die folgenden Möglichkeiten versuchen:

Bildungsgutschein der Arbeitsagentur

Wenn Du arbeitslos gemeldet bist oder von Arbeitslosigkeit bedroht bist, übernimmt die Arbeitsagentur die Kosten in der Regel vollständig.

Bildungsprämie

Als Beschäftigte:r kannst Du unter bestimmten Voraussetzungen eine staatliche Förderung von bis zu 50 Prozent der Kosten erhalten.

Ratenzahlung

Viele Bildungsträger bieten schließlich die Möglichkeit einer Ratenzahlung an. Frage hier einfach bei der für die Weiterbildung zuständigen Person nach und erkundige Dich nach Finanzierungsmöglichkeiten.

Weißt du schon, bei welcher:m Arbeitgeber:in du nach deiner Weiterbildung tätig werden möchtest, kannst du ihn oder sie auch auf eine Kostenübernahme ansprechen - dies ist nicht unüblich, sollte aber natürlich nicht erwartet werden.

Wie viel Gehalt bekommt man als Betreuungskraft?

Geld in einer Geldbörse - Gehalt als Betreuungskraft
Das Gehalt als Betreuungskraft hängt zu großen Teilen von der Berufserfahrung ab. Quelle: Canva.de

Als Betreuungskraft profitierst Du seit 2022 vom Pflegemindestlohn, der derzeit 13,70 Euro pro Stunde beträgt. In Vollzeit liegt das Einstiegsgehalt meist zwischen 2.300 und 2.800 Euro brutto pro Monat und kann mit zunehmender Berufserfahrung und zusätzlichen Qualifikationen auf bis zu 3.400 Euro brutto ansteigen.

Dein konkretes Gehalt kann allerdings stark variieren, wobei insbesondere die Region, in der du arbeitest, und die Art der Einrichtung eine große Rolle spielen. Auch deine Berufserfahrung, zusätzliche Qualifikationen und die Tarifbindung deines Arbeitgebers wirken sich auf die Höhe deines Verdienstes aus. Größere Einrichtungen zahlen in der Regel besser als kleinere, und mit der Übernahme von mehr Verantwortung steigt auch dein Gehalt.

Zusätzlich zum Grundgehalt kannst du verschiedene Zulagen erwarten. Dazu gehören Wochenendzuschläge von meist 25-50 Prozent und Feiertagszuschläge von bis zu 100 Prozent. Für Nachtarbeit erhältst du in der Regel einen Zuschlag von 20 bis 25 Prozent pro Stunde. Viele Arbeitgeber:innen (insbesondere die, die tarifgebunden sind) zahlen dir außerdem Urlaubsgeld in Höhe eines zusätzlichen Monatsgehalts und Weihnachtsgeld.

Die Gehaltsentwicklung gestaltet sich überwiegend dynamisch: Nach etwa zwei bis drei Jahren Berufserfahrung ist eine erste deutliche Gehaltssteigerung fällig. Weitere Sprünge machst du durch Zusatzqualifikationen - zum Beispiel im Bereich der Demenzbetreuung oder durch die Übernahme von Teamleitungsaufgaben.

Allgemein gilt: Große, tarifgebundene Einrichtungen zahlen üblicherweise am besten. Kleinere Betriebe wie zum Beispiel Altenheime können mit diesen finanziellen Mitteln nicht mithalten, weshalb hier Deine Vergütung regelmäßig geringer ausfällt. Große Schwankungen hast Du in privaten Einrichtungen, die nicht an Tarifverträge gebunden sind und ihre Gehälter selbst festlegen.

Was gehört zu den Aufgaben einer Betreuungskraft?

Betreuungskraft steht mit Patientin vor dem Fenster
Der Beruf Betreuungskraft ist sehr abwechslungsreich. Quelle: Canva.de

Dein Arbeitsalltag als Betreuungskraft ist abwechslungsreich und orientiert sich an den individuellen Bedürfnissen der betreuten Personen, weshalb du immer etwas andere Aufgaben übernimmst. Vor allem spielst du dabei eine wichtige Rolle in der Erhaltung und Förderung der Lebensqualität der dir anvertrauten Menschen.

Im Bereich der Alltagsbegleitung unterstützt du pflegebedürftige Personen in der Strukturierung ihres Tages. Du begleitest sie bei Spaziergängen und Ausflügen in die nähere Umgebung oder zu Arztbesuchen und Behördengängen und förderst Hobbys und Freizeitaktivitäten. Auch hilfst du bei der Korrespondenz, der Kommunikation mit Angehörigen und bei der Organisation von kleinen Feiern und besonderen Anlässen.

Die soziale Betreuung ist einer der wichtigsten Aspekte deiner Arbeit. Du führst Gespräche, hörst aktiv zu und organisierst Gruppenbeschäftigungen, damit die von dir betreuten Menschen ein buntes Sozialleben genießen dürfen. Hierzu gehört auch die Förderung sozialer Kontakte innerhalb und außerhalb der Einrichtung. Durch Biografiearbeit und Erinnerungspflege wirkst du so manchen Erinnerungsaussetzern entgegen und trittst bei Konflikten als Vermittler:in auf. Dabei bindest du auch die Angehörigen aktiv in den Betreuungsalltag ein und entlastest sie.

Bei alledem bist du nicht dazu befugt, Leistungen der Grundpflege oder der medizinischen Behandlungspflege allein zu erbringen, denn sie müssen stets Pflegefachkräften oder Pflegehelfer:innen obliegen. Als Betreuungskraft nimmst du also eine unterstützende Rolle ein - und zwar sowohl für das medizinische Fachpersonal als auch für die betreuten Personen.

Betreuungskraft - Arbeitszeiten

Die Arbeitszeiten als Betreuungskraft sind flexibel gestaltet und orientieren sich am Bedarf der betreuten Menschen und an den Vorgaben der Einrichtung, in der Du tätig wirst. Eine gute Work-Life-Balance ist dabei durchaus möglich!

In einer Vollzeitstelle arbeitest du zwischen 38,5 und 40 Stunden pro Woche. Die Dienste werden meist im Schichtsystem organisiert, wobei der Frühdienst typischerweise von 6:00 bis 14:00 Uhr und der Spätdienst von 13:30 bis 21:30 Uhr dauert. Dabei gibt es Überlappungszeiten für wichtige Übergaben und Teambesprechungen.

Viele Einrichtungen bieten auch Teilzeitmodelle an, die sich gut mit familiären Verpflichtungen vereinbaren lassen. Du kannst zwischen verschiedenen Stundenmodellen wählen, etwa einer 50-Prozent-Stelle mit 19-20 Stunden pro Woche oder einer 75-Prozent-Stelle mit etwa 29-30 Stunden.

Wirst du im häuslichen Umfeld tätig, beschränkt sich deine Arbeitszeit regelmäßig auf wenige Stunden am Tag oder in der Woche - je nachdem, wie groß der Pflegebedarf der betreuten Person ist. 

Besonderheiten im Arbeitsalltag:

  • Regelmäßige Wochenenddienste im Wechsel
  • Einsätze an Feiertagen nach Dienstplan
  • Teilnahme an Sonderveranstaltungen

Betreuungskraft - Einsatzorte

Als Betreuungskraft hast du die Qual der Wahl: Denn deine Arbeitsleistung wird dringend gebraucht, weshalb du nahezu überall eingesetzt werden kannst, wo es pflegebedürftige Menschen gibt. In stationären Einrichtungen wie Seniorenheimen, Pflegeeinrichtungen oder Wohngemeinschaften für Menschen mit Behinderungen arbeitest du im Team und betreust mehrere Menschen gleichzeitig. Zu den großen Vorteilen hier zählen der regelmäßige Austausch mit Kolleg:innen und die gute technische und räumliche Ausstattung. Auch die Unterstützung durch verschiedene Fachdienste und die Möglichkeiten zur Fort- und Weiterbildung gestalten deinen Arbeitsalltag angenehmer.

In der ambulanten Betreuung besuchst du die Menschen in ihrer häuslichen Umgebung, wodurch du ein hohes Maß an Selbstständigkeit und Flexibilität genießt. Du kannst eine intensive Einzelbetreuung gewährleisten und stehst in engem Kontakt mit den Angehörigen. Die Arbeit im gewohnten Umfeld der Betreuten schafft dabei eine besondere Vertrauensbasis.

Zunehmend an Bedeutung gewinnt derzeit auch die Tagespflege. Hier betreust du Menschen, die tagsüber Unterstützung benötigen, aber abends in ihr gewohntes Umfeld zurückkehren. Diese Betreuungsform zieht mit ihren besonders familienfreundlichen Arbeitszeiten, insbesondere junge Mütter und Väter in ihren Bann.

Fazit: Betreuungskraft werden - Kurzer Weg, klarer Auftrag

Die Qualifizierung zur Betreuungskraft bietet einen vergleichsweise kurzen und gut überschaubaren Einstieg in die Arbeit mit pflegebedürftigen Menschen – auch ohne vorherige Pflegeausbildung. In wenigen Monaten erwirbst du die theoretischen Grundlagen und praktischen Kompetenzen, um Menschen mit körperlichen, kognitiven oder psychischen Einschränkungen im Alltag zu begleiten, zu aktivieren und ihre Lebensqualität spürbar zu verbessern. Die Inhalte reichen von Demenz- und Krankheitslehre über Kommunikation, Biografiearbeit und Aktivierungsangebote bis hin zu rechtlichen Grundlagen, Hygiene und Ernährungslehre.

Finanziell bewegt sich die Tätigkeit in einem unteren bis soliden Mittelfeld: Einstiegsgehälter liegen meist bei etwa 2.300–2.400 Euro brutto. Wer den Schritt in die Betreuung wagt, entscheidet sich damit für einen Beruf, der weniger auf Behandlungspflege fokussiert ist, sondern vor allem auf Beziehung, Zeit, Zuwendung und Alltagsstruktur – und genau darin für viele Pflegebedürftige einen Unterschied zwischen bloßer Versorgung und erlebter Lebensqualität macht.

Häufige Fragen zum Berufsbild Betreuungskraft

Kann man ohne Ausbildung als Betreuungskraft arbeiten?

Ja, du kannst auch ohne klassische Berufsausbildung als Betreuungskraft arbeiten. Voraussetzung ist meist eine qualifizierte Weiterbildung zur Betreuungskraft nach § 43b SGB XI, die in der Regel mehrere Wochen bis wenige Monate dauert. Eine formale Ausbildung in der Pflege ist dafür nicht zwingend nötig. Wichtig sind vor allem deine soziale Kompetenz, Einfühlungsvermögen und die Bereitschaft, ältere oder hilfsbedürftige Menschen im Alltag zu unterstützen. Viele Einrichtungen bieten zudem eine strukturierte Einarbeitung für Quereinsteiger:innen an.

Was ist der Unterschied zwischen einem Alltagsbegleiter und einer Betreuungskraft?

Die Begriffe Alltagsbegleiter und Betreuungskraft werden oft synonym verwendet, insbesondere wenn es um die Betreuung von pflegebedürftigen Menschen geht. Streng genommen gibt es aber einen Unterschied: Betreuungskraft ist die offizielle Bezeichnung für Personen mit einer anerkannten Weiterbildung nach § 43b SGB XI, die in Pflegeeinrichtungen tätig sind. Alltagsbegleiter ist dagegen ein eher allgemeiner Begriff, der auch für unterstützende Tätigkeiten in anderen Bereichen wie der Behindertenhilfe verwendet wird – oft auch ohne formale Qualifikation. Wer rechtlich abgesichert und qualifiziert arbeiten möchte, sollte daher die Weiterbildung zur Betreuungskraft absolvieren.

Wie lange dauert die Ausbildung zur Betreuungskraft?

Die Weiterbildung zur Betreuungskraft nach § 43b SGB XI dauert in der Regel 10 bis 12 Wochen in Vollzeit und umfasst mindestens 160 Unterrichtsstunden sowie ein betreutes Praktikum. In Teilzeit oder berufsbegleitend kann sie bis zu 20 Wochen dauern. Einige Anbieter bieten auch flexible Fernlernmodelle, bei denen du dir die Zeit individuell einteilen kannst – hier ist eine Dauer von mehreren Monaten möglich. Am Ende erhältst du ein anerkanntes Zertifikat, mit dem du in Pflegeeinrichtungen arbeiten kannst.

Was darf ich als Betreuungskraft nicht tun?

Als Betreuungskraft übernimmst du eine unterstützende Rolle – sowohl für das medizinische Fachpersonal als auch für die betreuten Personen selbst. Du bist dabei ausdrücklich nicht dazu befugt, Leistungen der Grundpflege oder der medizinischen Behandlungspflege eigenständig zu erbringen. Diese Aufgaben müssen stets Pflegefachkräften oder Pflegehelfer:innen mit entsprechender Qualifikation überlassen werden. Deine Stärke liegt in der Alltagsbegleitung, der sozialen Betreuung und der Aktivierung – nicht in der körperbezogenen oder medizinischen Versorgung.

Wo verdient man als Betreuungskraft am besten?

Das Gehalt als Betreuungskraft hängt stark von der Region und der Art der Einrichtung ab. Grundsätzlich gilt: Große, tarifgebundene Einrichtungen zahlen am besten – kleinere Betriebe wie zum Beispiel private Altenheime können mit diesen Mitteln oft nicht mithalten. In privaten Einrichtungen ohne Tarifbindung sind zudem große Gehaltsschwankungen möglich, da diese ihre Vergütung selbst festlegen. Wer örtlich flexibel ist, fährt in wirtschaftsstarken Regionen – insbesondere in Süddeutschland – in der Regel besser. Zusätzlich zum Grundgehalt lohnt sich ein Blick auf Zulagen: Wochenendzuschläge von 25–50 %, Feiertagszuschläge von bis zu 100 % und Nachtarbeitszuschläge von 20–25 % können den Verdienst deutlich steigern.

Was verdient eine Betreuungskraft als Quereinsteiger?

Der Einstieg als Betreuungskraft ist auch ganz ohne pflegerische Vorbildung möglich – ein Hauptschulabschluss reicht als formale Voraussetzung aus. Als Quereinsteiger:in startest du in Vollzeit mit einem Einstiegsgehalt von in der Regel 2.300 bis 2.800 € brutto pro Monat. Mit zunehmender Berufserfahrung und Zusatzqualifikationen – etwa im Bereich der Demenzbetreuung oder durch die Übernahme von Teamleitungsaufgaben – kann das Gehalt auf bis zu 3.400 € brutto ansteigen. Nach etwa zwei bis drei Jahren ist in der Regel die erste deutliche Gehaltssteigerung zu erwarten. Die Weiterbildungskosten von durchschnittlich 1.200 bis 2.000 € lassen sich zudem häufig über einen Bildungsgutschein der Arbeitsagentur vollständig fördern lassen.

Was macht eine gerontopsychiatrische Betreuungskraft?

Die gerontopsychiatrische Betreuungskraft ist eine Spezialisierung innerhalb des Berufsbilds und richtet sich an Menschen, die gezielt mit älteren Personen mit psychischen Erkrankungen – wie Demenz, Depression oder Angststörungen – arbeiten möchten. Im Mittelpunkt steht die psychosoziale Betreuung: Dazu gehören Biografiearbeit und Erinnerungspflege, um Erinnerungsaussetzern entgegenzuwirken, sowie der gezielte Einsatz von Validation und anderen kommunikativen Methoden im Umgang mit demenziell erkrankten Menschen. Die gerontopsychiatrische Betreuungskraft arbeitet eng mit dem Pflegeteam zusammen, bindet Angehörige aktiv in den Betreuungsalltag ein und übernimmt bei Bedarf eine vermittelnde Rolle bei Konflikten. Die Spezialisierung geht auf die Inhalte der regulären Betreuungskraft-Weiterbildung zurück – also Kommunikation, Alltagsgestaltung und medizinische Grundkenntnisse – und vertieft diese um spezifisches Wissen zu psychiatrischen Krankheitsbildern im Alter.

Quellen

  1. Gesetze-im-Internet.de; §§ 43b und 53b SGB XI – Betreuung und Qualifikation in der Pflege; abgerufen am 25.07.2025 von https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_11/__43b.html und https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_11/__53b.html
  2. GKV-Spitzenverband; Richtlinie zur Qualifikation von Betreuungskräften nach § 53b SGB XI; abgerufen am 25.07.2025 von https://www.gkv-spitzenverband.de
  3. Bundesagentur für Arbeit – KURSNET; Weiterbildung zur Betreuungskraft – Dauer, Zugang und Förderung; abgerufen am 25.07.2025 von https://kursnet.arbeitsagentur.de
  4. Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS); Mindestlöhne in der Pflege – Pflegemindestlohn für Hilfskräfte ab 2023/2024; abgerufen am 25.07.2025 von https://www.bmas.de/DE/Service/Medien/Publikationen/mindestloehne-pflege.html
  5. DAA - Deutsche Angestellten Akademie: Betreuungskraft nach §53b SGB XI; abgerufen am 26.06.2026 von
    https://daa-bawue.de/gesundheit-pflege/fort-und-weiterbildung/betreuungskraft

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