Entbindungshelfer - Gehalt
Veröffentlicht am 24.06.2025

Ein neues Leben auf die Welt zu begleiten – das ist etwas ganz Besonderes. Als Entbindungshelfer bist du dabei ganz nah dran: Du betreust werdende Mütter vor, während und nach der Geburt. Du bist Fachkraft, Vertrauensperson und Mutmacher. Der Beruf entspricht fachlich dem der Hebamme – nur eben für Männer.
Wenn du darüber nachdenkst, Entbindungshelfer zu werden, taucht früher oder später eine wichtige Frage auf: Wie viel verdient man eigentlich in diesem Beruf? Das Gehalt ist für viele ein entscheidender Punkt bei der Berufswahl. Schließlich möchtest du wissen, ob du später gut davon leben kannst – und was dich schon in der Ausbildung erwartet. Genau darum geht es in diesem Artikel.
Gehalt im Studium zum Entbindungshelfer
Wenn du heute Entbindungshelfer werden möchtest, machst du ein duales Studium in Hebammenwissenschaft. Das bedeutet: Du studierst an einer Hochschule – und arbeitest gleichzeitig in der Praxis, zum Beispiel im Kreißsaal eines Krankenhauses. Dieses Studium dauert drei Jahre (6–7 Semester) und schließt mit dem Bachelor ab.
Das Besondere: Du bekommst für dein Studium Geld – jeden Monat.

Anna Liebig
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In der Praxis sieht das so aus (Stand 2025, bei Kliniken im öffentlichen Dienst):
- 1. Studienjahr: ca. 1.340 € brutto → etwa 1.070 € netto
- 2. Studienjahr: ca. 1.400 € brutto → etwa 1.110 € netto
- 3. Studienjahr: ca. 1.500 € brutto → etwa 1.180 € netto
Diese Beträge sind Richtwerte und können leicht schwanken – je nachdem,
- bei welchem Krankenhaus du angestellt bist,
- in welchem Bundesland du arbeitest,
- und ob dein Träger tariflich bezahlt (z. B. nach TVöD).
Kurz gesagt: Auch wenn du studierst, bekommst du während der ganzen Zeit ein festes monatliches Einkommen. Du musst also nicht nebenbei jobben, um dir Miete oder Essen leisten zu können.
Wer zahlt das Studiengehalt für Entbindungshelfer?
Dein Studiengehalt bekommst du von der Klinik oder dem Krankenhaus, bei dem du den praktischen Teil deines Studiums machst. Dieses Krankenhaus ist dein sogenannter Praxispartner oder auch Kooperationsbetrieb. Dort bist du fest angestellt und bekommst einen Ausbildungsvertrag – ähnlich wie in einer klassischen Ausbildung.
Das heißt: Du studierst zwar an einer Hochschule, aber dein Gehalt kommt vom Krankenhaus, bei dem du praktische Einsätze hast – zum Beispiel im Kreißsaal, auf der Wochenbettstation oder bei Hausbesuchen.
Viele dieser Kliniken zahlen nach dem Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes (TVöD). Das ist gut für dich, weil dort die Gehälter klar geregelt und meist auch fair sind. Es gibt aber auch private oder kirchliche Träger mit eigenen Gehaltsregelungen – dort kann das Einkommen etwas abweichen.
Ganz wichtig: Das Gehalt bekommst du während des gesamten Studiums, also auch während der Theoriephasen an der Hochschule. Du musst dich nicht darum kümmern – das läuft automatisch.
Wie bekommt man das Geld?
Wenn du dein duales Studium zum Entbindungshelfer beginnst, schließt du einen Vertrag mit deinem Praxisbetrieb – zum Beispiel einem Krankenhaus. In diesem Vertrag steht auch, wie viel Gehalt du bekommst und wann es überwiesen wird.
In der Praxis läuft das so:
- Das Geld wird dir jeden Monat automatisch auf dein Konto überwiesen.
- Meist passiert das am Monatsende, manchmal auch zur Monatsmitte.
- Du brauchst dafür einfach ein normales Bankkonto auf deinen Namen.
- Du musst nichts extra beantragen oder anfordern – die Zahlung kommt von selbst, solange du am Studium teilnimmst.
Muss man das Geld zurückzahlen?
Nein, das Gehalt, das du während deines Studiums bekommst, musst du nicht zurückzahlen. Du bekommst es als Vergütung für deine praktische Arbeit im Krankenhaus – genau wie in einer normalen Berufsausbildung. Es ist also kein Darlehen oder ein Vorschuss, sondern echtes Einkommen, das dir zusteht.
Ein paar Dinge solltest du aber wissen:
- Wenn du das Studium abbrichst, darfst du das bereits erhaltene Geld trotzdem behalten. Es gibt keine Rückforderung, solange du nicht gegen vertragliche Vereinbarungen verstößt.
- Manche Kliniken können im Vertrag festlegen, dass du nach dem Studium noch eine bestimmte Zeit bei ihnen arbeitest (z. B. 1 oder 2 Jahre). Wenn du diese Frist nicht einhältst, kann es sein, dass du einen Teil des Gehalts oder von Zusatzleistungen zurückzahlen musst – z. B. wenn die Klinik Extrakosten für dich übernommen hat (wie eine Wohnung oder Weiterbildung). Aber: Solche Vereinbarungen stehen immer klar im Vertrag.
Einstiegsgehalt als Entbindungshelfer nach dem Studium
Nach dem abgeschlossenen Studium startest du als Entbindungshelfer mit einem festen Gehalt. Wie hoch dieses ausfällt, hängt vor allem davon ab, wo du arbeitest – zum Beispiel in einem öffentlichen, privaten oder kirchlichen Krankenhaus.
Öffentliche Kliniken (z. B. Unikliniken, Stadtkrankenhäuser)
Hier wirst du nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst im Bereich Pflege (TVöD-P) bezahlt. Als Berufseinsteiger:in steigst du in der Entgeltgruppe P8, Stufe 1 ein.
- Brutto: ca. 3.400 € im Monat
- Netto: ca. 2.250 € bis 2.400 €
Mit jedem weiteren Berufsjahr steigst du automatisch in die nächste Gehaltsstufe auf – dazu später mehr.
Kirchliche Einrichtungen (z. B. Diakonie, Caritas)
Hier gelten eigene Gehaltsrichtlinien (z. B. AVR Caritas oder AVR Diakonie) - der TVöD findet also keine Anwendung. Trotzdem ist die Bezahlung ähnlich wie im öffentlichen Dienst, aber es kann leichte Unterschiede geben. In der Praxis kann das Gehalt leicht darunter oder auch auf gleichem Niveau liegen.
- Brutto: ca. 3.300 € bis 3.500 €
- Netto: ca. 2.200 € bis 2.450 €
Auch hier gibt es feste Stufen und regelmäßige Gehaltserhöhungen.
Private Kliniken (z. B. Helios, Asklepios)
Private Träger legen die Gehälter frei fest, es gibt also keinen festen Tarifvertrag wie im öffentlichen Dienst. Das heißt: Manche zahlen weniger als im öffentlichen Dienst – andere mehr, besonders wenn Fachkräfte gesucht werden.
- Brutto: ca. 3.000 € bis 3.800 €
- Netto: ca. 2.050 € bis 2.600 €
Manche private Häuser bieten zusätzlich Prämien, Zulagen oder Boni an, z. B. für Nachtdienste oder Einspringen. Dafür sind die Arbeitszeiten und die Belastung manchmal höher.
Gehalt als Entbindungshelfer mit Berufserfahrung
Öffentliche Einrichtungen
Je länger du als Entbindungshelfer arbeitest, desto mehr verdienst du – ganz automatisch, jedenfalls dann, wenn du nach Tarif bezahlt wirst. Das liegt daran, dass es in den meisten Kliniken sogenannte Gehaltsstufen gibt. Diese sind in einem Tarifvertrag genau geregelt. Sie sorgen dafür, dass dein Gehalt nach einer bestimmten Anzahl an Berufsjahren ansteigt, auch ohne, dass du neu verhandeln musst.
Wenn du in einem öffentlichen Krankenhaus arbeitest (z. B. Uniklinik oder städtisches Haus), wirst du meist in Entgeltgruppe P8 eingruppiert. Dort gibt es sechs Erfahrungsstufen.
So kann dein Gehalt im Lauf der Jahre steigen:
| Stufe | Berufserfahrung | Brutto/Monat (ca.) | Netto/Monat (ca.) |
|---|---|---|---|
| Stufe 1 | direkt nach dem Studium | 3.400 € | 2.250–2.400 € |
| Stufe 2 | nach 1 Jahr | 3.600 € | 2.400–2.550 € |
| Stufe 3 | nach 3 Jahren | 3.800 € | 2.550–2.700 € |
| Stufe 4 | nach 6 Jahren | 4.000 € | 2.700–2.850 € |
| Stufe 5 | nach 10 Jahren | 4.150 € | 2.800–2.950 € |
| Stufe 6 | nach 15 Jahren | 4.300 € | 2.900–3.050 € |
Die genauen Zahlen können sich jährlich etwas ändern, da Tarifverträge regelmäßig neu verhandelt werden.
Wie funktioniert der Aufstieg?
Du musst nichts beantragen – der Aufstieg in die nächste Gehaltsstufe passiert automatisch, sobald du die nötige Zeit in deinem Beruf gearbeitet hast. Wichtig ist nur, dass du durchgehend beschäftigt bist. Bei längeren Pausen (z. B. bei Elternzeit oder einem Berufswechsel) kann sich der Aufstieg verzögern. Weitere Informationen hierzu findest du in deinem Tarifvertrag.
Kirchliche Einrichtungen
In kirchlichen Krankenhäusern gelten eigene Regelwerke – zum Beispiel die AVR Caritas oder AVR Diakonie. Diese Regelungen ähneln dem TVöD, sind aber nicht zu 100 % gleich. Auch hier gibt es Gehaltsgruppen und Erfahrungsstufen.
Beispielhafte Entwicklung nach AVR Caritas:
| Stufe | Berufsjahre | Brutto/Monat | Netto/Monat (ca.) |
|---|---|---|---|
| Stufe 1 | 0 Jahre | 3.300 € | 2.200–2.350 € |
| Stufe 2 | ab 2 Jahren | 3.500 € | 2.350–2.500 € |
| Stufe 3 | ab 4 Jahren | 3.700 € | 2.500–2.650 € |
| Stufe 4 | ab 7 Jahren | 3.900 € | 2.650–2.800 € |
| Stufe 5 | ab 11 Jahren | 4.100 € | 2.800–2.950 € |
Der größte Unterschied zum TVöD ist oft die Dauer bis zum nächsten Stufenanstieg – bei der Caritas dauert es meist etwas länger. Das Gehalt liegt aber insgesamt auf einem ähnlichen Niveau wie im öffentlichen Dienst.
Private Kliniken
Private Krankenhäuser haben keine festen Tarifverträge, sondern gestalten die Gehälter frei. Das bedeutet: Es gibt keine automatische Stufenerhöhung, wie du sie aus dem öffentlichen oder kirchlichen Bereich kennst.
Trotzdem steigen Gehälter auch hier mit der Zeit – zum Beispiel:
- durch interne Gehaltsrunden,
- nach erfolgreichen Mitarbeitergesprächen,
- oder wenn du neue Aufgaben übernimmst (z. B. Teamleitung, Spezialbereiche).
Beispielhafte Entwicklung (typisch, aber nicht garantiert):
| Berufsjahre | Brutto/Monat | Netto/Monat (ca.) |
|---|---|---|
| Berufsstart | 3.200 € | 2.150–2.300 € |
| ab 2–3 Jahren | 3.400 € | 2.300–2.450 € |
| ab 5–7 Jahren | 3.600 € | 2.450–2.600 € |
| ab 10 Jahren | 3.800 € | 2.600–2.750 € |
Fazit: Gehalt als Entbindungshelfer
Der Beruf des Entbindungshelfers ist nicht nur sinnvoll, sondern auch finanziell gut aufgestellt. Schon während des Studiums bekommst du ein festes monatliches Gehalt – das ist selten und gibt dir Sicherheit. Nach dem Berufseinstieg verdienst du je nach Arbeitsplatz zwischen rund 2.050 € und 2.600 € netto im Monat, mit steigender Tendenz durch Berufserfahrung.
Wie viel du genau verdienst, hängt davon ab, wo du arbeitest – also ob in einer öffentlichen Klinik, einem kirchlichen Haus oder einer privaten Einrichtung. Besonders im öffentlichen Dienst sind die Gehälter fair geregelt und steigen automatisch mit den Jahren. In anderen Einrichtungen lohnt es sich, genauer hinzuschauen – und selbstbewusst nachzufragen.
Quellenverzeichnis:
- Bundesagentur für Arbeit. Entgeltatlas – Hebamme/Entbindungspfleger. Abgerufen am 20. Juni 2025, von: https://web.arbeitsagentur.de/entgeltatlas/beruf/8838
- StepStone. Gehalt Hebamme/Entbindungspfleger. Abgerufen am 20. Juni 2025, von: https://www.stepstone.de/gehalt/Hebamme-Entbindungspfleger.html
- Gehalt.de. Hebamme / Entbindungspflegerin – Berufsbild & Verdienst. Abgerufen am 20. Juni 2025, von: https://www.gehalt.de/beruf/hebamme-entbindungspflegerin











