Heimleitung und Einrichtungsleitung – Gehalt
Veröffentlicht am 12.08.2025

Als Heimleiter:in oder Einrichtungsleiter:in bist du die Person, die in einer Pflegeeinrichtung das Sagen hat. Du kümmerst dich nicht direkt um die Pflege der Bewohner:innen, denn dafür sind die Pflegekräfte da. Stattdessen ist es deine Aufgabe, den ganzen Betrieb zu organisieren. Das heißt zum Beispiel:
- Du planst den Personaleinsatz (Wer arbeitet wann?)
- Du achtest auf die Einhaltung von Gesetzen und Qualitätsstandards
- Du bist Ansprechpartner:in für Angehörige, Mitarbeiter:innen und Behörden
- Du kümmerst dich ums Budget
Je nach Einrichtung nennt man den Job entweder Heimleitung oder Einrichtungsleitung. Der Unterschied ist klein: „Heimleitung“ sagt man eher bei Pflegeheimen, „Einrichtungsleitung“ auch bei anderen sozialen Einrichtungen, wie etwa in der Behindertenhilfe. Oft ist es aber einfach nur ein anderer Begriff für denselben Job.
Wie viel verdient man als Heimleitung / Einrichtungsleitung brutto?
Durchschnittliches monatliches Bruttogehalt
Als Heimleiter:in oder Einrichtungsleiter:in kannst du mit einem durchschnittlichen Bruttogehalt von etwa 4.500 bis 6.500 Euro im Monat rechnen.
Wie viel genau du verdienst, hängt von verschiedenen Faktoren ab; zum Beispiel davon, wie groß die Einrichtung ist oder bei welchem Träger du arbeitest. Kleine Einrichtungen zahlen oft weniger, große Einrichtungen mit vielen Mitarbeiter:innen und höherer Verantwortung zahlen mehr.

Anna Liebig
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Von einer kleinen Einrichtung spricht man, wenn weniger als 60 Bewohner:innen dort leben. Mittelgroße Einrichtungen haben meistens zwischen 60 und 100 Plätze. Hier wird die Organisation schon komplexer. Große Einrichtungen beginnen ab etwa 100 Plätzen. In solchen Häusern arbeitest du mit vielen unterschiedlichen Bereichen zusammen, zum Beispiel Pflege, Verwaltung, Küche und Technik.
Wenn du schon lange im Beruf bist, kannst du auch über 7.000 Euro brutto im Monat kommen. Zum Vergleich: Pflegefachkräfte verdienen oft zwischen 3.000 und 4.000 Euro brutto. Als Heimleiter:in hast du also ein deutlich höheres Gehalt, weil du mehr Verantwortung trägst.
Unterschiede je nach Träger (privat, kirchlich, kommunal)
Wie viel du als Heimleiter:in oder Einrichtungsleiter:in verdienst, hängt stark davon ab, wo du arbeitest, also bei welchem Träger. Ein „Träger“ ist die Organisation, die eine Pflegeeinrichtung betreibt. Das kann ein Unternehmen, eine kirchliche Organisation oder die Stadt bzw. der Staat sein.
1. Private Träger (z. B. private Pflegeheime oder Pflegekonzerne)
Private Träger sind oft große Unternehmen, die mehrere Pflegeheime betreiben. Ihr Ziel ist es, Gewinn zu machen, also mit der Pflege Geld zu verdienen. Weil sie wirtschaftlich denken, versuchen sie, gute Heimleiter:innen durch höhere Gehälter anzuziehen.
Vorteile:
- Häufig mehr Gehalt möglich, vor allem mit Erfahrung oder Führungsverantwortung für viele Mitarbeitende
- Mehr Spielraum beim Verhandeln (du kannst dein Gehalt individuell besprechen)
- Schnellere Aufstiegschancen
Nachteile:
- Teilweise höherer Leistungsdruck (zum Beispiel Kostendruck, hohe Belegungszahlen)
- Arbeitsbedingungen können stark von Einrichtung zu Einrichtung schwanken
Gehaltsspanne (brutto): 5.000 bis über 7.000 Euro pro Monat, in großen Ketten manchmal sogar noch mehr
Beispiel: Du arbeitest in einem modernen privaten Pflegeheim mit 120 Plätzen. Du hast mehrere Jahre Erfahrung und leitest ein großes Team. Dein Gehalt könnte dann z. B. bei 6.800 € brutto im Monat liegen.
2. Kirchliche Träger (z. B. Caritas, Diakonie)
Kirchliche Träger gehören zur katholischen oder evangelischen Kirche. Sie arbeiten nicht gewinnorientiert, sondern wollen gute Pflege anbieten, die zu ihren Werten passt. Sie haben meist feste Tarifverträge, also Tabellen, nach denen das Gehalt berechnet wird.
Vorteile:
- Klare und faire Bezahlung nach Tarif
- Gute Zusatzleistungen (z. B. betriebliche Altersvorsorge)
- Wertschätzende Arbeitskultur
Nachteile:
- Weniger Möglichkeiten zur Gehaltsverhandlung
- Teilweise Einfluss kirchlicher Regeln (z. B. bei Arbeitsverträgen)
Gehaltsspanne (brutto): 4.500 bis ca. 6.500 Euro pro Monat, je nach Erfahrung und Einrichtung
Beispiel: Du arbeitest in einem kirchlich geführten Heim mit 80 Plätzen. Dein Gehalt richtet sich nach dem AVR-Tarif der Caritas. Nach mehreren Jahren Berufserfahrung bekommst du z. B. 5.800 € brutto monatlich.
3. Kommunale Träger (z. B. städtische Pflegeeinrichtungen, öffentlich-rechtliche Träger)
Diese Einrichtungen gehören der Stadt, dem Landkreis oder dem Staat. Hier wirst du nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) bezahlt. Die Bezahlung ist klar geregelt, nachvollziehbar und an Berufserfahrung gebunden.
Vorteile:
- Transparente und sichere Gehaltsstruktur
- Gutes Grundgehalt plus Zulagen
- Stark geregelte Arbeitsbedingungen und Sozialleistungen
Nachteile:
- Kein persönlicher Spielraum bei der Gehaltsverhandlung
- Steilere Hierarchien möglich
Gehaltsspanne (brutto): 5.200 bis 6.800 Euro pro Monat, je nach Eingruppierung (z. B. EG 12 bis EG 14 im TVöD)
Beispiel: Du leitest ein kommunales Pflegeheim mit 100 Plätzen und hast mehrere Jahre Berufserfahrung. Dein Gehalt liegt bei ca. 6.300 € brutto im Monat, plus Zulagen.
Unterschiede je nach Region
Auch der Ort, an dem du arbeitest, hat einen großen Einfluss auf dein Gehalt als Heimleiter:in. In Deutschland gibt es bei den Gehältern deutliche regionale Unterschiede, vor allem zwischen Ost und West sowie zwischen Stadt und Land.
Ostdeutschland vs. Westdeutschland
In den neuen Bundesländern (zum Beispiel Sachsen, Thüringen, Brandenburg) wird im Durchschnitt weniger gezahlt als in den alten Bundesländern (beispielsweise Bayern, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg). Das liegt unter anderem daran, dass viele Einrichtungen im Osten weniger Budget zur Verfügung haben und auch die allgemeinen Löhne dort niedriger sind.
Beispielhafte Gehaltsspanne:
- Ostdeutschland: ca. 4.500 bis 5.800 € brutto/Monat
- Westdeutschland: ca. 5.500 bis 7.000 € brutto/Monat
Das bedeutet: Für den gleichen Job bekommst du im Westen teilweise 1.000 € mehr brutto im Monat. Hier sind allerdings auch deine Lebenshaltungskosten höher, weshalb der spürbare Unterschied deutlich geringer ausfallen kann.
Stadt vs. Land
Auch zwischen Städten und ländlichen Regionen gibt es Unterschiede. In Großstädten wie München, Frankfurt oder Hamburg sind die Lebenshaltungskosten höher, also das, was du für Miete, Essen, Verkehr etc. zahlst. Deshalb wird dort oft auch mehr gezahlt. Allerdings: Der Druck und die Erwartungen sind dort meist auch größer.
Auf dem Land dagegen sind Gehälter oft etwas niedriger, dafür ist das Arbeitsklima familiärer und das Leben günstiger. Manchmal gibt es auch weniger Konkurrenz, was helfen kann, schneller eine Leitungsposition zu bekommen.
Wie viel verdient man als Heimleitung / Einrichtungsleitung netto?
Netto ist das Geld, das am Ende wirklich auf deinem Konto landet.
Zwischen diesen beiden Beträgen liegt ein großer Unterschied. Vom Bruttogehalt werden nämlich noch Steuern und Sozialabgaben abgezogen. Dazu gehören zum Beispiel:
- Lohnsteuer (ein Teil deines Gehalts geht an den Staat)
- Krankenversicherung
- Rentenversicherung
- Arbeitslosenversicherung
- Pflegeversicherung
Wie viel dir genau abgezogen wird, hängt von verschiedenen Faktoren ab, zum Beispiel davon, ob du Kinder hast, wie alt du bist, ob du in der Kirche bist (Kirchensteuer) und in welcher Steuerklasse du bist. Das Nettogehalt ist also das Geld, das du tatsächlich im Alltag zur Verfügung hast, zum Beispiel für Miete, Essen, Freizeit oder Sparen.
Nettogehalt als Heimleitung / Einrichtungsleitung - Beispielrechnungen
Stell dir vor, du bist Einrichtungsleiter:in und bekommst ein monatliches Bruttogehalt von 6.000 Euro. Du bist ledig, hast keine Kinder, gehörst keiner Kirche an und wohnst in Westdeutschland. Du bist in Steuerklasse I, wie die meisten Alleinstehenden. Dann sieht eine typische Abrechnung ungefähr so aus:
| Abzug | Was das ist | Wie viel |
|---|---|---|
| Lohnsteuer | Dein Beitrag an den Staat | ca. 880 € |
| Solidaritätszuschlag | Kleiner Zusatz zur Lohnsteuer | ca. 48 € |
| Rentenversicherung | Für deine spätere Rente | ca. 560 € |
| Krankenversicherung | Für Arztbesuche, Medikamente, etc. | ca. 470 € |
| Arbeitslosenversicherung | Falls du mal arbeitslos wirst | ca. 90 € |
| Pflegeversicherung | Für Pflege im Alter | ca. 120 € |
Am Ende bleiben dir von den 6.000 Euro brutto also ungefähr 3.830 Euro netto im Monat. Natürlich ändert sich dieser Betrag, wenn du z. B. verheiratet bist, Kinder hast oder eine andere Steuerklasse hast. Dann kann dein Nettogehalt etwas höher oder niedriger ausfallen.
Werfen wir einen Blick auf unterschiedliche Familienstände und Steuerklassen, damit du einen Eindruck davon bekommst, wie das Nettogehalt in der Situation jeweils aussehen könnte:
| Bruttogehalt/Monat | Steuerklasse | Familienstand | Kinder | Netto/Monat |
|---|---|---|---|---|
| 5.000 € | I | Ledig | Nein | ca. 3.230 € |
| 5.000 € | III | Verheiratet (Partner:in verdient wenig) | Ja | ca. 3.650 € |
| 6.000 € | I | Ledig | Nein | ca. 3.830 € |
| 6.500 € | I | Ledig | Nein | ca. 4.080 € |
| 6.500 € | III | Verheiratet | Ja | ca. 4.500 € |
| 7.000 € | I | Ledig | Nein | ca. 4.330 € |
| 7.000 € | III | Verheiratet | Ja | ca. 4.780 € |
Hinweise zur Tabelle:
- Steuerklasse I gilt für Alleinstehende ohne Kinder.
- Steuerklasse III gilt oft für Verheiratete, wenn ein:e Partner:in wenig oder gar nichts verdient.
- Mit Kindern zahlt man oft weniger Lohnsteuer, weil man mehr Freibeträge hat.
- Es wurden keine Kirchensteuern berücksichtigt (diese würden das Netto noch etwas senken).
Was du ungefähr im Monat zur Verfügung hast
Nachdem alle Abzüge gemacht wurden, bleibt dir das Nettogehalt übrig, also das Geld, das du tatsächlich nutzen kannst. Damit bezahlst du Miete, Essen, Kleidung, Handy, Freizeit, Urlaub, Versicherungen und alles andere, was du im Alltag brauchst.
Wenn du zum Beispiel als Heimleiter:in ein Bruttogehalt von 6.000 Euro bekommst, bleiben dir – je nach persönlicher Situation – etwa 3.800 bis 4.500 Euro netto. Das ist deutlich mehr als bei vielen anderen Berufen im sozialen Bereich.
Mit diesem Betrag hast du in der Regel genug Geld, um gut zu leben, etwas zu sparen und dir auch mal etwas zu gönnen. Aber: Wie viel du wirklich zur Verfügung hast, hängt auch davon ab, wo du wohnst. In Großstädten ist das Leben teurer, auf dem Land günstiger. Ein hohes Nettogehalt bringt dir mehr, wenn du nicht einen Großteil davon für Miete ausgeben musst.
Trotz aller Unterschiede gilt: Als Heimleiter:in verdienst du im Vergleich zu vielen anderen Berufen in der Pflege ein überdurchschnittlich hohes Gehalt, was sich im Alltag spürbar bemerkbar macht.
Fazit - Gehalt als Heimleitung / Einrichtungsleitung
Heimleiter:in oder Einrichtungsleiter:in zu werden, ist keine leichte Aufgabe. Du trägst viel Verantwortung für Menschen, Organisation und Qualität. Aber: Diese Verantwortung wird auch belohnt mit einem Gehalt, das deutlich über dem Durchschnitt im Pflegebereich liegt.
Je nachdem, wo du arbeitest und wie deine Lebenssituation aussieht, bleibt dir am Monatsende ein solides bis sehr gutes Einkommen. Damit kannst du nicht nur gut leben, sondern dir auch Wünsche erfüllen, für später vorsorgen oder deine Familie unterstützen.
Wenn du gerne organisierst, gerne mit Menschen arbeitest und bereit bist, Verantwortung zu übernehmen, dann kann dieser Beruf genau das Richtige für dich sein. Du gestaltest nicht nur den Alltag vieler Menschen mit – du bekommst auch ein Gehalt, das zeigt, wie wertvoll deine Arbeit ist.
Häufige Fragen zum Gehalt als Heimleitung / Einrichtungsleitung
Was macht eine Einrichtungsleitung?
Eine Einrichtungsleitung trägt die Gesamtverantwortung für eine Pflegeeinrichtung. Sie sorgt dafür, dass der Alltag im Pflegeheim oder in der Einrichtung reibungslos funktioniert, von der Personalplanung über die Finanzen bis hin zur Qualität der Pflege. Außerdem kümmert sie sich um die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben, die Zufriedenheit der Bewohner:innen und die Zusammenarbeit mit Angehörigen, Pflegekassen und Behörden.
Was ist eine Heimleitung?
„Heimleitung“ und „Einrichtungsleitung“ bedeuten im Grunde dasselbe. Beide Begriffe bezeichnen die leitende Person, die für den gesamten Betrieb einer stationären Pflegeeinrichtung verantwortlich ist. Der Begriff Heimleitung wird häufiger im traditionellen Sprachgebrauch verwendet, während Einrichtungsleitung die modernere Bezeichnung ist, die auch in Gesetzen und Stellenausschreibungen vorkommt.
Was verdient eine Einrichtungsleitung?
Das Gehalt hängt stark von Faktoren wie Träger, Größe der Einrichtung, Region und Berufserfahrung ab. Im Durchschnitt liegt das monatliche Bruttogehalt zwischen 4.500 und 6.500 Euro. In großen Einrichtungen oder bei freigemeinnützigen Trägern (z. B. Caritas oder Diakonie) können es auch über 7.000 Euro sein. Wer neu in die Position einsteigt, beginnt häufig bei etwa 3.800 bis 4.500 Euro brutto.
Wie hoch ist der Lohn eines Heimleiters bzw. einer Heimleiterin?
Auch hier gilt: Das Einkommen variiert je nach Erfahrung, Verantwortung und Arbeitgeber. Heimleiter:innen in kleineren Einrichtungen verdienen meist um die 4.500 Euro brutto im Monat, während erfahrene Leitungskräfte in größeren Heimen bis zu 7.500 Euro brutto erreichen können. Zusätzlich können Leistungszulagen, Dienstwagen oder Erfolgsbeteiligungen das Gehalt weiter erhöhen, vor allem in privaten Einrichtungen.
Quellen
- StepStone.de. (o. D.). Gehalt als Heimleiter:in. Abgerufen am 25. Juli 2025, von www.stepstone.de/gehalt/Heimleiter-in.html
- Gehalt.de. (o. D.). Heimleiter:in – Gehalt und Verdienstmöglichkeiten. Abgerufen am 25. Juli 2025, von www.gehalt.de/beruf/heimleiter-heimleiterin
- Gehalt.de. (o. D.). Einrichtungsleiter:in – Gehalt und Verdienstmöglichkeiten. Abgerufen am 25. Juli 2025, von www.gehalt.de/beruf/einrichtungsleiter-einrichtungsleiterin
- StepStone.de. (o. D.). Gehalt als Einrichtungsleiter:in. Abgerufen am 25. Juli 2025, von www.stepstone.de/gehalt/Einrichtungsleiter-in.html











