Krankenhaus, Reha, Pflegeheim oder ambulanter Dienst: Wo verdienen Pflegekräfte am meisten?

Veröffentlicht am 22.09.2026

Aufnahme eines leeren weißen Gangs im Krankenhaus.

Pflegehilfskräfte verdienen in Rehakliniken durchschnittlich 435 Euro mehr als in Krankenhäusern. (Bildquelle: canva.com)

Krankenhaus, Pflegeheim, Rehaklinik oder ambulanter Dienst: Der Einrichtungstyp beeinflusst nicht nur deinen Arbeitsalltag, sondern kann sich auch beim Gehalt bemerkbar machen. Doch welche Einrichtungen zahlen Pflegekräften tatsächlich am meisten?

Eine Pflegia-Analyse von 12.458 Stellenanzeigen zeigt: Im Gesamtranking liegen Krankenhäuser vorn. Betrachtet man Pflegehilfs-, Pflegefach- und Leitungskräfte getrennt, ergibt sich allerdings ein differenzierteres Bild. Wir haben die wichtigsten Ergebnisse für dich zusammengefasst.

Das Wichtigste in Kürze

  • Krankenhäuser bieten über alle untersuchten Pflegeberufe hinweg das höchste Durchschnittsgehalt.
  • Pflegehilfskräfte verdienen in Rehakliniken durchschnittlich 435 Euro mehr als in Krankenhäusern.
  • Bei Pflegefachkräften unterscheiden sich die Einrichtungstypen kaum: Zwischen dem höchsten und niedrigsten Wert liegen nur 62 Euro.
  • Leitungskräfte erhalten in Rehakliniken die höchsten Gehaltsangebote.
  • Trotz hoher Gehälter werden Rehakliniken nur selten als bevorzugter Arbeitgeber genannt.

Welcher Einrichtungstyp zahlt insgesamt am meisten?

Über alle untersuchten Pflegeberufe und Qualifikationsstufen hinweg bieten Krankenhäuser die höchsten Gehälter. Das durchschnittlich ausgeschriebene Bruttogehalt liegt dort bei 4.333 Euro im Monat.

Rehakliniken folgen mit 4.317 Euro nahezu gleichauf. In stationären Pflegeeinrichtungen werden durchschnittlich 4.160 Euro angeboten. Ambulante Dienste liegen mit 4.027 Euro auf dem letzten Platz.

Zwischen Krankenhäusern und ambulanten Diensten liegen damit durchschnittlich 306 Euro brutto im Monat.

Das allgemeine Ranking beantwortet allerdings noch nicht, welcher Einrichtungstyp für deine konkrete Qualifikation am besten zahlt. Der Durchschnitt wird auch davon beeinflusst, welche Berufe und Positionen in den jeweiligen Einrichtungen gesucht werden. Deshalb haben wir die Gehälter zusätzlich getrennt für Pflegehilfs-, Pflegefach- und Leitungskräfte ausgewertet.

„Die Frage, welcher Einrichtungstyp am besten zahlt, lässt sich nicht allgemein beantworten. Krankenhäuser liegen zwar im Gesamtdurchschnitt vorn, für Pflegehilfs- und Leitungskräfte bieten in unserer Auswertung jedoch Rehakliniken die höchsten Grundgehälter. Zuschläge für Nacht-, Wochenend- oder Feiertagsdienste sowie Schicht-, Bereitschafts- und Funktionszulagen wurden dabei nicht berücksichtigt. Gerade in Krankenhäusern und anderen Einrichtungen mit Rund-um-die-Uhr-Versorgung können diese Bestandteile den tatsächlichen Verdienst spürbar erhöhen. Pflegekräfte sollten deshalb nicht nur die Grundgehälter innerhalb ihrer Qualifikationsstufe vergleichen, sondern auch den geltenden Tarifvertrag, das Schichtmodell und die konkret angebotenen Zulagen berücksichtigen.“ – Felix Westphal, Mitgründer und Geschäftsführer von Pflegia

Anna Liebig

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Pflegehilfskräfte: Rehakliniken liegen deutlich vorn

Bei Pflegehilfskräften zeigen sich die größten Gehaltsunterschiede zwischen den Einrichtungstypen. Rehakliniken bieten ihnen durchschnittlich 3.675 Euro brutto im Monat.

Auf dem zweiten Platz folgen ambulante Dienste mit 3.459 Euro. Stationäre Pflegeeinrichtungen bieten durchschnittlich 3.423 Euro. Krankenhäuser liegen mit 3.240 Euro auf dem letzten Platz.

Zwischen Rehakliniken und Krankenhäusern beträgt der Unterschied 435 Euro brutto im Monat. Auf ein Jahr gerechnet entspricht das einer Gehaltsdifferenz von 5.220 Euro.

Pflegefachkräfte: Der Einrichtungstyp macht kaum einen Unterschied

Bei examinierten Pflegefachkräften liegen die Gehälter wesentlich enger beieinander. Krankenhäuser führen zwar auch hier das Ranking an, der Vorsprung ist jedoch gering.

Pflegefachkräften werden in Krankenhäusern durchschnittlich 4.342 Euro brutto im Monat angeboten. Ambulante Dienste folgen mit 4.320 Euro, stationäre Pflegeeinrichtungen mit 4.309 Euro und Rehakliniken mit 4.280 Euro.

Leitungskräfte: Die höchsten Angebote kommen aus Rehakliniken

Auch bei Pflegekräften mit Personal- und Organisationsverantwortung führen Rehakliniken das Gehaltsranking an. Zu dieser Gruppe gehören unter anderem Stations-, Wohnbereichs-, Pflegedienst- und Einrichtungsleitungen.

Rehakliniken bieten Leitungskräften durchschnittlich 4.925 Euro brutto im Monat. Ambulante Dienste folgen mit 4.880 Euro. Stationäre Pflegeeinrichtungen liegen mit 4.774 Euro auf dem dritten Platz. Krankenhäuser bilden mit 4.698 Euro das Schlusslicht.

Zwischen Rehakliniken und Krankenhäusern liegen 227 Euro brutto im Monat. Auf ein Jahr gerechnet entspricht das 2.724 Euro.

Innerhalb der Gruppe bestehen allerdings deutliche Unterschiede zwischen den verschiedenen Leitungsfunktionen. Erfahrene Stationsleitungen kommen laut Gehaltsreport durchschnittlich auf 4.266 Euro. Bei Wohnbereichsleitungen sind es 4.700 Euro, bei Pflegedienstleitungen 4.850 Euro und bei Einrichtungsleitungen 5.600 Euro.

Das zusammengefasste Ranking bietet deshalb eine erste Orientierung. Für einen realistischen Vergleich solltest du zusätzlich auf deine konkrete Position, den Verantwortungsumfang und deine Berufserfahrung achten.

Hohe Gehälter machen Rehakliniken nicht automatisch besonders beliebt

Obwohl Rehakliniken Pflegehilfs- und Leitungskräften in unserer Auswertung die höchsten durchschnittlichen Gehälter bieten, gehören sie nur selten zu den bevorzugten Arbeitgebern von Pflegekräften.

Das zeigt unsere frühere Analyse zu den beliebtesten Einrichtungstypen in der Pflege. Dafür wurden mehr als 333.000 Angaben zu den Bewerbungspräferenzen von Pflegekräften zwischen Februar 2025 und Januar 2026 ausgewertet.

Pflegeheime wurden von 31 Prozent als bevorzugter Einrichtungstyp genannt. Krankenhäuser folgten mit 24 Prozent, ambulante Dienste mit 19 Prozent. Rehakliniken kamen trotz ihrer vergleichsweise hohen Gehaltsangebote lediglich auf 0,34 Prozent.

Das bedeutet nicht automatisch, dass Rehakliniken für Pflegekräfte unattraktiv sind. Sie sind auf dem Arbeitsmarkt deutlich seltener vertreten als Pflegeheime, Krankenhäuser oder ambulante Dienste. Entsprechend gibt es weniger Stellenangebote und weniger Berührungspunkte bei der Jobsuche.

Der Vergleich zeigt dennoch: Das Gehalt ist nicht der einzige Faktor bei der Entscheidung für einen Arbeitgeber.

Besonders deutlich wird das bei ambulanten Diensten. Im allgemeinen Gehaltsvergleich liegen sie mit 4.027 Euro auf dem letzten Platz. Gleichzeitig gehören sie mit einem Präferenzanteil von 19 Prozent zu den drei beliebtesten Versorgungsbereichen. 

Pflegeheime und ambulante Dienste vereinen zusammen 49 Prozent der genannten Präferenzen auf sich. Arbeitszeiten, Dienstplanung, Tätigkeitsprofil, Erreichbarkeit und persönliche Erfahrungen mit einem Versorgungsbereich können daher ebenso wichtig sein wie die Vergütung.

Was heißt das für dich?

Welcher Einrichtungstyp für dich finanziell am attraktivsten ist, hängt von deiner Qualifikation und konkreten Position ab.

Als Pflegehilfskraft findest du die höchsten durchschnittlichen Gehaltsangebote in Rehakliniken. Auch für Leitungskräfte liegen Rehakliniken vorn. Als examinierte Pflegefachkraft unterscheiden sich die Einrichtungstypen dagegen nur geringfügig.

Bei einem Jobvergleich solltest du deshalb nicht nur auf das allgemeine Durchschnittsgehalt eines Arbeitgebers schauen. Entscheidend ist, was dir für deine konkrete Position angeboten wird.

Achte dabei unter anderem auf:

  • das monatliche Grundgehalt
  • Schicht-, Nacht- und Wochenendzuschläge
  • mögliche Sonderzahlungen und Prämien
  • deine Berufserfahrung
  • den Umfang deiner Verantwortung
  • Arbeitszeiten und Dienstplanung
  • Personalschlüssel und Arbeitsbelastung
  • Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten
  • Entfernung und Arbeitsweg

Ein höheres Grundgehalt ist attraktiv, muss aber nicht automatisch das insgesamt bessere Angebot sein. Vergleiche deshalb möglichst das vollständige Paket aus Vergütung, Arbeitsbedingungen und Entwicklungsmöglichkeiten.

Über die Analyse

Für den Pflegia-Gehaltsreport 2026 wurden 12.458 Stellenanzeigen ausgewertet, die zwischen August 2024 und August 2025 auf Pflegia veröffentlicht wurden. Berücksichtigt wurden ausschließlich Vollzeitstellen mit mindestens 38 Wochenstunden und einer konkreten Angabe zum monatlichen Bruttogehalt.

Die Auswertung nach Einrichtungstyp basiert auf den ausgeschriebenen Durchschnittsgehältern in Krankenhäusern, Rehakliniken, stationären Pflegeeinrichtungen und ambulanten Diensten. In den Stellenanzeigen ausgewiesene Boni und Zuschläge wurden nicht berücksichtigt.

Für den Vergleich nach Qualifikationsstufen wurden elf Pflegeberufe in drei Gruppen zusammengefasst:

  • Pflegehilfskräfte
  • Pflegefachkräfte einschließlich examinierter Pflegefachkräfte, Altenpflegefachkräfte, Kinderkrankenpfleger:innen und Hygienefachkräfte
  • Leitungskräfte mit Personal- und Organisationsverantwortung, darunter Stations-, Wohnbereichs-, Pflegedienst- und Einrichtungsleitungen

Die Werte zeigen die in Stellenanzeigen angebotenen Gehälter. Das individuell tatsächlich gezahlte Gehalt kann unter anderem von Berufserfahrung, konkreter Position, Tarifbindung, Arbeitszeit, Schichtmodell und zusätzlichen Zulagen abhängen.

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