Lungenfunktionstest: Was wird bei einem Lungenfunktionstest gemacht?

Veröffentlicht am 06.01.2026

Ein Mann in einem hellen Oberteil hält beide Hände auf die Brust.

Mit Lungenfunktionstests können Lungenerkrankungen aufgedeckt werden. Quelle: Canva.de

Die Lunge ist ein lebenswichtiges Organ, das für den Austausch von Sauerstoff und Kohlendioxid in deinem Körper verantwortlich ist. Ohne eine gut funktionierende Lunge kann der Körper nicht mit ausreichend Sauerstoff versorgt werden, was die Gesundheit stark beeinträchtigt. Damit du weißt, wie gut deine Lunge arbeitet und ob es Einschränkungen gibt, wird bei Bedarf ein Lungenfunktionstest durchgeführt. Im folgenden Artikel erfährst du, wie der Test abläuft, welche Werte gemessen und wie die Ergebnisse interpretiert werden. 

Einführung in den Lungenfunktionstest 

Beim Lungenfunktionstest geht es darum, die Fähigkeit deiner Lunge zu prüfen, Luft ein- und auszuatmen sowie die Geschwindigkeit und das Volumen der Atemluft zu messen. Dabei wird gemessen, wie viel Luft du mit einem Atemzug maximal aufnehmen und wieder ausatmen kannst.

Die Anatomie der Lunge. Quelle: Pflegia.de

Ebenso wird kontrolliert, wie schnell das Luftvolumen bewegt wird und ob deine Atemwege frei oder verengt sind. Ein solcher Test wird insbesondere eingesetzt, um Erkrankungen wie Asthma, chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) oder Lungenfibrose frühzeitig festzustellen und gegebenenfalls den Therapieverlauf zu überwachen. Der Test ist einfach, schmerzfrei und liefert wichtige Informationen über die Lungenfunktion. 

Wusstest du?
Der Lungenfunktionstest kann auch in deiner Hausarztpraxis durchgeführt werden und dauert meist nur wenige Minuten.

Anna Liebig

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Warum wird ein Lungenfunktionstest durchgeführt? 

Ein Lungenfunktionstest wird vor allem dann gemacht, wenn du Beschwerden wie chronischen Husten, pfeifende Atemgeräusche oder Luftnot verspürst. Diese Symptome können auf eine Einschränkung der Lungenfunktion hindeuten, die mit dem Test klarer eingegrenzt werden kann. Zudem hilft er bei der Diagnose von Erkrankungen wie Asthma bronchiale und COPD, die häufig im frühen Stadium noch gut behandelbar sind.

Außerdem wird die Untersuchung zur arbeitsmedizinischen Überwachung bei Exposition von Stäuben und Noxen empfohlen. Auch bei Rauchern, welche eine medizinische Indikation vorweisen (Verdacht auf COPD), wird der Test empfohlen. Darüber hinaus überprüft er den Erfolg von Therapien und zeigt an, wie gut deine Lunge auf Behandlungsmaßnahmen anspricht. 

Ablauf eines Lungenfunktionstests 

Der häufigste Test heißt Spirometrie – auch als „kleiner Lungenfunktionstest“ bekannt. Dabei legst du ein Mundstück an, über das du so tief wie möglich einatmest und dann blitzschnell und kräftig ausatmest. Das Spirometer misst dabei die Menge und Geschwindigkeit der ausgeatmeten Luft. Die Nase wird mit einer Klemme verschlossen, um sicherzustellen, dass die Atmung ausschließlich über den Mund erfolgt. Meist machst du mehrere Versuche, damit aussagekräftige Werte entstehen. 

Ein weiterer spezieller Test ist der Bronchospasmolysetest, der häufig ergänzend zur Spirometrie angewendet wird. Hierbei erfolgt zunächst eine Basismessung der Lungenfunktion. Anschließend inhalierst du ein bronchienerweiterndes Medikament, meist Salbutamol. Nach einer Wartezeit von etwa 15 Minuten wird die Spirometrie erneut durchgeführt. Ziel dieses Tests ist es zu ermitteln, wie gut sich deine Atemwege durch das Medikament erweitern lassen. Eine deutliche Verbesserung der Werte weist auf eine reversible Verengung hin, wie sie typisch für Asthma ist.  

Welche Werte werden gemessen? 

Zu den wichtigsten gemessenen Werten gehören: 

  • FEV1 (Forciertes expiratorisches Volumen in 1 Sekunde), also die Luftmenge, die du in der ersten Sekunde beim Ausatmen ausstoßen kannst. 
  • Vitalkapazität (VC), die das Luftvolumen bezeichnet, das du nach maximaler Einatmung ausatmen kannst. 
  • Das FEV1/VC-Verhältnis, eine wichtige Kennziffer, um zwischen obstruktiven und restriktiven Lungenerkrankungen zu unterscheiden. 
  • Peak-Flow, die maximale Ausatmungsgeschwindigkeit. 
  • Weitere Werte wie Residualvolumen und Atemwegswiderstand können mit speziellen Verfahren ergänzt werden. 

In dieser Tabelle findest du die wichtigsten Lungenfunktionswerte im Überblick: 

Wert Normalbereich (% des Sollwerts) Bedeutung bei Abweichung
FEV1 > 80% Niedrig bei verengten Atemwegen (z. B. Asthma, COPD)
Vitalkapazität (VC) > 80% Vermindert bei Lungenfibrose oder Lungenvolumenverlust
FEV1/VC > 70% Niedrig bei obstruktiven Lungenerkrankungen
Peak-Flow alters- und größenabhängig Reduziert bei Verengung der Atemwege

Risiken und Nebenwirkungen 

Ein Lungenfunktionstest ist sicher, schmerzfrei und ungefährlich. In seltenen Fällen kann es zu kurzzeitigem Husten oder leichtem Schwindel kommen, vor allem, wenn du sehr kräftig ausatmest.

Falls du gerade an einer akuten Atemwegsinfektion leidest, ist es sinnvoll, den Test zu verschieben, da die Werte sonst verfälscht werden könnten. Für Menschen mit Platzangst ist die Bodyplethysmographie eventuell unangenehm, da diese in einer luftdicht verschlossenen Kabine durchgeführt wird. 

Hinweis!
 Trotz der geringen Risiken solltest du dem medizinischen Personal mitteilen, wenn du krank bist und deinen Termin auf einen späteren Zeitpunkt verlegen. 

Interpretation der Ergebnisse 

Die gemessenen Werte werden mit alters-, geschlechts- und größenabhängigen Normwerten verglichen, die individuell berechnet werden. So kann festgestellt werden, ob deine Lunge normal arbeitet oder Einschränkungen aufweist.

Ein niedriger FEV1-Wert und ein verringerter FEV1/VC-Quotient sprechen für eine Verengung der Atemwege (obstruktive Erkrankung), während eine verminderte Vitalkapazität mit normalem FEV1/VC-Verhältnis auf eine restriktive Lungenerkrankung hindeuten kann, wie eine Lungenfibrose. Der Arzt oder die Ärztin wird die Ergebnisse gemeinsam mit deinen Symptomen und anderen Untersuchungen analysieren, um die bestmögliche Therapie zu planen. 

Spezielle Verfahren: Spiroergometrie und Bodyplethysmographie 

Neben der klassischen Spirometrie gibt es weitere spezialisierte Lungenfunktionstests, die in bestimmten Situationen zum Einsatz kommen. Die Spiroergometrie ist eine Untersuchung, bei der deine Lungenfunktion und das Herz-Kreislauf-System während körperlicher Belastung analysiert werden. Du atmest dabei über eine Maske oder ein Mundstück, während du auf dem Laufband oder dem Fahrradergometer sitzt und dich körperlich anstrengst. Dabei werden Atemvolumen, die Sauerstoffaufnahme und Kohlendioxidabgabe gemessen. Diese Untersuchung gibt Ärzt:innen wichtige Informationen darüber, wie gut dein Herz und deine Lunge zusammenarbeiten, besonders unter Belastung.  

Neben der Spirometrie und der Spiroergometrie gibt es auch die Bodyplethysmographie („großer Lungenfunktionstest“), bei der du in einer luftdichten Kabine sitzt. Hier misst das Gerät zusätzlich das Luftvolumen in der Lunge und die Atemwegswiderstände. Manche Tests beinhalten auch Messungen der Diffusionskapazität, um zu überprüfen, wie gut der Gasaustausch in der Lunge funktioniert. 

Fazit: Lungenfunktionstests - wichtige Einblicke in die Arbeit der Lunge

Der Lungenfunktionstest ist ein einfaches und sicheres Verfahren, das wichtige Einblicke in die Funktion deiner Lunge bietet. Er ermöglicht die Diagnose von Atemwegserkrankungen, die Überwachung des Krankheitsverlaufs und die Kontrolle der Wirksamkeit von Therapien.

Obwohl der Ablauf unkompliziert ist, liefert er hochpräzise Daten, die für die medizinische Behandlung entscheidend sind. Wenn du Symptome hast, die auf eine Lungenerkrankung hinweisen, oder wenn du Risikopatient:in bist, solltest du den Test regelmäßig machen lassen. Mit den Ergebnissen kann dein Arzt oder deine Ärztin gezielt Maßnahmen einleiten, die deine Gesundheit und Lebensqualität verbessern. 

Häufige Fragen zum Lungenfunktionstest

Was sind gute Werte beim Lungenfunktionstest?

Werte, die über 80% des erwarteten Normwerts liegen, gelten als normal und deuten auf eine gesunde Lungenfunktion hin. Werte darunter sollten ärztlich beurteilt werden, da sie eine Einschränkung anzeigen können, die weiter abgeklärt und behandelt werden muss. 

Was sollte man vor einem Lungenfunktionstest nicht tun?

Mindestens eine Stunde vor dem Test solltest du nicht rauchen, keine schwer verdaulichen Mahlzeiten zu dir nehmen und keine körperlich anstrengenden Tätigkeiten ausüben. Medikamente, die deine Atemwege beeinflussen, sollten nur nach Rücksprache mit Ärzt:innen abgesetzt werden. 

Welche Krankheiten kann man bei einem Lungenfunktionstest feststellen?

Der Test dient vor allem zur Erkennung und Verlaufsüberwachung von Asthma, COPD, Lungenfibrose und anderen chronischen Lungenerkrankungen sowie zur Beurteilung der Therapie. 

Was sagt ein schlechter Lungenfunktionstest aus?

Schlechte Werte zeigen Einschränkungen wie verengte Atemwege oder reduziertes Lungenvolumen. Dies kann auf chronische oder akute Lungenerkrankungen hindeuten, die behandelt werden müssen. 

Wie oft sollte man einen Lungenfunktionstest machen lassen?

Wie oft der Test erforderlich ist, hängt von deinem Gesundheitsstatus ab. Bei bestehenden Lungenerkrankungen empfehlen Mediziner:innen regelmäßige Kontrolluntersuchungen, um den Krankheitsverlauf zu überwachen und Therapien anzupassen. 

Können Lungenfunktionstests auch bei Kindern durchgeführt werden?

Ja, Spirometrie und andere Lungenfunktionstests sind auch für Kinder geeignet. Die Tests werden altersgerecht angepasst und helfen bei der Diagnose von beispielsweise Asthma oder angeborenen Atemwegserkrankungen. 

Medizinische und rechtliche Hinweise:

Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und ersetzt keinesfalls eine professionelle medizinische Beratung. Die enthaltenen Informationen sind nicht dafür geeignet, eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen zu beginnen bzw. abzubrechen. Bei gesundheitlichen Anliegen und zur Klärung individueller Fragen sollte stets ein qualifizierter Arzt oder eine qualifizierte Ärztin konsultiert werden. Im Falle gesundheitlicher Probleme ist es wichtig, rechtzeitig ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Quellen

  1. Lungeninformationsdienst– Spirometrie und Lungenfunktionstest. Abgerufen am 22.11.2025 
    https://www.lungeninformationsdienst.de/diagnose/lungenfunktion/spirometrie
  2. European Lung Foundation – Lungenfunktionsuntersuchung mittels Spirometrie Abgerufen am 22.11.2025 europeanlung.org

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