Als Pflegekraft in der Onkologie arbeiten: Was macht die Onkologie?
Veröffentlicht am 11.08.2026

Die Onkologie verschreibt sich der Entstehung, Diagnose, Behandlung und Nachsorge von Tumoren. Bildquelle: Canva.de
Krebs zählt zu den häufigsten Erkrankungen unserer Zeit und stellt sowohl Betroffene als auch die Medizin vor große Herausforderungen. Dabei spielt die Onkologie, die Wissenschaft von den Tumorerkrankungen, eine zentrale Rolle. Sie umfasst nicht nur die Diagnose und Behandlung von Krebs, sondern auch die Vorsorge, die Nachsorge und die Unterstützung von Patient:innen in jeder Krankheitsphase.
Aktuelle Jobs
Definition Onkologie: Was macht ein Onkologe?
Die Onkologie ist ein medizinischer Fachbereich, der sich mit der Entstehung, Diagnose, Behandlung und Nachsorge von Tumoren und Krebserkrankungen befasst. Der Begriff leitet sich vom griechischen Wort “Onkos” (Schwellung, Geschwulst) ab. Ursprünglich bezeichnete er die allgemeine Lehre von Geschwülsten, heute wird er vor allem im Zusammenhang mit bösartigen Tumoren (Malignomen) verwendet.
Zur Onkologie gehört die gesamte Versorgungskette: von der Früherkennung über die Diagnose bis hin zu modernen Therapien wie Chemotherapie, Strahlentherapie, Immuntherapie oder zielgerichteten Medikamenten. Auch die Betreuung nach abgeschlossener Therapie, beispielsweise in einer onkologischen Rehaklinik, fällt in diesen Bereich. Die Onkologie hat das Ziel zu heilen oder die Beschwerden zu lindern.

Anna Liebig
Pflegia KarriereberaterinUnsicher? Wir beraten dich kostenlos zu deinem nächsten Karriereschritt
Unsere Karriereberater finden passende Jobs für dich – und melden sich persönlich bei dir zurück.- 100 % kostenlos & unverbindlich
- Persönliche Beratung statt Bewerbungsstress
- Wir finden passende Jobs für dich
- Schneller Rückruf
Bedeutung Onkologie: Unterschied zwischen Onkologie und Onkogenese
Oft wird Onkologie mit Onkogenese verwechselt. Dabei handelt es sich um zwei unterschiedliche Konzepte:
- Onkologie: medizinische Disziplin, die sich mit Tumorerkrankungen und deren Behandlung befasst.
- Onkogenese: Prozess der Tumorentstehung, also die biologischen und molekularen Mechanismen, durch die gesunde Zellen entarten und zu Krebszellen werden.
Bedeutung der Onkologie in der Medizin
Die Onkologie ist ein zentrales Fachgebiet der modernen Medizin, denn Krebs ist nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen die zweithäufigste Todesursache in Deutschland. Etwa jeder fünfte Mensch stirbt an einer Tumorerkrankung.
Ihre Bedeutung liegt in mehreren Bereichen:
- Früherkennung und Vorsorge: etwa Mammographie oder Darmspiegelung.
- Präzise Diagnostik: histologische Klassifikation, TNM-System zur Einschätzung der Tumorausbreitung.
- Individuelle Therapieplanung: Je nach Tumorart, Stadium und Situation des Patienten oder der Patientin.
- Supportive und psychoonkologische Maßnahmen: Verbesserung der Lebensqualität während und nach der Behandlung.
Darüber hinaus arbeiten Onkologen und Onkologinnen oft interdisziplinär in Krebszentren, in denen Chirurgie, Strahlentherapie und Innere Medizin eng zusammenarbeiten.
Welche Krebsarten gibt es?
In Deutschland gehören die folgenden Tumorarten zu den häufigsten:
- Männer: Prostatakarzinom, Lungenkrebs, Darmkrebs
- Frauen: Brustkrebs, Darmkrebs, Lungenkrebs
Neugierig, wie viel du verdienen kannst? Finde dein Marktgehalt heraus
Welche Therapien gibt es und wie läuft die Behandlung ab?
Typische Therapieformen in der Onkologie sind:
- Operation: Entfernung des Primärtumors, etwa durch Hysterektomie bei Gebärmutterkrebs.
- Chemotherapie: Einsatz von Zytostatika, um Krebszellen abzutöten oder ihr Wachstum zu hemmen.
- Strahlentherapie: hochpräzise Bestrahlung zur Zerstörung von Tumorzellen.
- Hormontherapie: Blockade hormonabhängiger Tumoren (z. B. Brust- oder Prostatakrebs).
- Immun- und Antikörpertherapie: Aktivierung des Immunsystems gegen Krebszellen (z. B. Checkpoint-Inhibitoren).
- Targeted Therapy: Einsatz zielgerichteter Medikamente gegen bestimmte Mutationen (z. B. HER2 beim Mammakarzinom).
Je nach Stadium wird zwischen kurativer und palliativer Therapie unterschieden. Zusätzlich spielen Rehabilitation und Nachsorge eine große Rolle, beispielsweise in einer Rehaklinik für Onkologie, in der Patientinnen und Patienten nach einer belastenden Chemotherapie oder Strahlentherapie körperlich und psychisch gestärkt werden.
Unterschied Onkologie und Hämatologie
Ein spezieller Bereich ist die Onkologie-Hämatologie. Während sich die Onkologie allgemein mit Tumoren befasst, liegt der Fokus der Hämatologie auf Erkrankungen des Blut- und Lymphsystems. Dazu gehören:
- Leukämien (Blutkrebs),
- Lymphome (z. B. Hodgkin-Lymphom) und
- Myelome (bösartige Erkrankungen des Knochenmarks).
Oft arbeiten Hämatolog:innen und Onkolog:innen eng zusammen, da es Überschneidungen gibt.
Arbeiten in der Onkologie
Die Onkologie zählt zu den vielseitigsten und zugleich anspruchsvollsten Fachbereichen der Medizin. Pflegefachpersonen begleiten Menschen mit Krebserkrankungen häufig über einen längeren Zeitraum – von der Diagnosestellung über die Therapie bis hin zur Nachsorge oder palliativen Versorgung. Dadurch entstehen oft enge und vertrauensvolle Beziehungen zu den Patient:innen und ihren Angehörigen.
Die Aufgaben von Pflegefachpersonen in der Onkologie gehen weit über die allgemeine Grund- und Behandlungspflege hinaus. Sie bereiten unter anderem Chemotherapien und andere Tumortherapien vor, begleiten Patient:innen während der Behandlung und beobachten den Gesundheitszustand sorgfältig, um Nebenwirkungen oder Komplikationen frühzeitig zu erkennen. Außerdem übernehmen sie die Versorgung von Portsystemen, unterstützen bei der Wundversorgung und dokumentieren den Krankheits- und Therapieverlauf. Ein weiterer wichtiger Bestandteil ihrer Arbeit ist die Beratung von Patient:innen und Angehörigen. Sie informieren beispielsweise über den Umgang mit Nebenwirkungen, Ernährung, Schmerzmanagement oder unterstützende Angebote während der Krebsbehandlung.
Die Versorgung von Krebspatient:innen erfolgt interdisziplinär. Pflegefachpersonen arbeiten daher eng mit Ärzt:innen, Psychoonkolog:innen, Physiotherapeut:innen, Ernährungsberater:innen, Sozialdiensten und weiteren Berufsgruppen zusammen. Ziel ist es, eine möglichst umfassende und individuelle Betreuung der Patient:innen sicherzustellen.
Pflegefachpersonen mit onkologischem Schwerpunkt arbeiten in unterschiedlichen Einrichtungen des Gesundheitswesens. Dazu gehören unter anderem onkologische Stationen in Krankenhäusern, hämatologisch-onkologische Fachabteilungen, Tageskliniken und Ambulanzen für Chemotherapien, zertifizierte Krebszentren, Rehabilitationskliniken, Palliativstationen, Hospize sowie ambulante Pflegedienste mit onkologischem Schwerpunkt.
Wer sich langfristig auf diesen Fachbereich spezialisieren möchte, kann verschiedene Weiterbildungen im Bereich der onkologischen Pflege absolvieren. Diese vermitteln vertiefte Kenntnisse über Tumorerkrankungen, moderne Krebstherapien, das Management von Nebenwirkungen, Kommunikation mit schwer erkrankten Menschen sowie palliative Versorgung. Je nach Bundesland und Bildungsträger unterscheiden sich Dauer, Inhalte und Abschluss der Weiterbildung.
Neben fundiertem pflegerischem Fachwissen sind in der Onkologie vor allem Empathie, Kommunikationsfähigkeit, Belastbarkeit und Teamfähigkeit gefragt. Da sich Diagnose- und Therapiemöglichkeiten kontinuierlich weiterentwickeln – etwa durch Immuntherapien oder personalisierte Krebsbehandlungen –, gehören regelmäßige Fort- und Weiterbildungen zum Berufsalltag. Für Pflegefachpersonen bietet die Onkologie damit nicht nur ein abwechslungsreiches und verantwortungsvolles Tätigkeitsfeld, sondern auch vielfältige Möglichkeiten zur fachlichen und beruflichen Weiterentwicklung.
Weiterbildung in der Onkologie
Wer langfristig in der Onkologie arbeiten möchte, kann sich durch verschiedene Fort- und Weiterbildungen spezialisieren. Diese vermitteln vertiefte Kenntnisse über Tumorerkrankungen, moderne Krebstherapien, Nebenwirkungsmanagement sowie die Betreuung von Patient:innen und ihren Angehörigen.
Je nach Bildungsträger und Bundesland unterscheiden sich Dauer, Inhalte und Abschluss der Qualifizierungen. Zu den häufigsten Weiterbildungsmöglichkeiten gehören unter anderem:
- Fachweiterbildung Onkologische Pflege
- Palliative Care
- Schmerzmanagement
- Wundmanagement
- Port- und Stomaversorgung
- Kommunikation mit schwer erkrankten Menschen
- Psychoonkologische Grundlagen
Viele Krankenhäuser und Krebszentren unterstützen ihre Mitarbeitenden bei der beruflichen Qualifizierung oder übernehmen einen Teil der Weiterbildungskosten. Durch eine Spezialisierung eröffnen sich häufig neue Einsatzbereiche sowie zusätzliche Karriere- und Entwicklungsmöglichkeiten.
Herausforderungen und Chancen der Arbeit in der Onkologie
Die Arbeit in der Onkologie ist fachlich anspruchsvoll und emotional herausfordernd. Pflegefachpersonen begleiten Patient:innen oft über einen längeren Zeitraum und erleben sowohl Behandlungserfolge als auch Krankheitsrückfälle oder das Lebensende. Neben einer hohen pflegerischen Kompetenz sind daher Empathie, Kommunikationsfähigkeit und psychische Belastbarkeit besonders wichtig.
Gleichzeitig bietet die Onkologie viele Chancen. Neue Therapieformen wie Immuntherapien oder personalisierte Krebsbehandlungen entwickeln den Fachbereich kontinuierlich weiter und machen ihn besonders abwechslungsreich. Durch die enge interprofessionelle Zusammenarbeit mit Ärzt:innen, Psychoonkolog:innen, Physiotherapeut:innen und weiteren Berufsgruppen ergeben sich vielfältige Möglichkeiten, das eigene Fachwissen auszubauen und Verantwortung zu übernehmen.
Fazit: Onkologie als Schlüsselbereich der modernen Medizin
Die Onkologie ist weit mehr als „nur“ die Lehre von Krebs. Sie ist ein interdisziplinäres Feld, das Diagnostik, modernste Therapien und umfassende Betreuung vereint.
Ihre Bedeutung für die Gesellschaft wächst stetig, da die Zahl der Krebserkrankungen mit dem Alter der Bevölkerung zunimmt. Gleichzeitig eröffnen neue Therapien – von Immuntherapien bis zu zielgerichteten Medikamenten – immer bessere Heilungschancen.
Ob in der Klinik, im ambulanten Krebszentrum oder in einer Rehaklinik: Das Ziel bleibt immer dasselbe – die Lebensqualität zu erhalten oder zu verbessern und wenn möglich, die Krankheit dauerhaft zu besiegen.
Häufige Fragen zur Onkologie
Was wird in der Onkologie gemacht?
In der Onkologie werden Krebserkrankungen diagnostiziert, klassifiziert und behandelt. Dazu gehören bildgebende Verfahren, Biopsien, die Planung von Therapien, die Durchführung von Chemotherapien, die Koordination mit der Chirurgie und der Strahlentherapie sowie die Nachsorge.
Welche Krankheiten werden in der Onkologie behandelt?
Alle bösartigen Tumorerkrankungen (Karzinome, Sarkome und hämatologische Neoplasien) fallen in den Bereich der Onkologie. Auch Vorstufen von Krebs (Präkanzerosen) werden berücksichtigt.
Was ist der Unterschied zwischen Hämatologie und Onkologie?
Die Hämatologie befasst sich mit Erkrankungen des Bluts und des Knochenmarks, während die Onkologie sämtliche Tumoren behandelt. In der Praxis werden beide Bereiche oft zusammengefasst, da es viele Überschneidungen gibt.
Was macht ein Onkologe beim ersten Besuch?
Er erhebt eine ausführliche Anamnese, sichtet vorhandene Befunde, erklärt mögliche Diagnostik- und Therapieoptionen und erstellt einen individuellen Behandlungsplan.
Ist Hämatologie gleich Onkologie?
Nein, aber beide Fachrichtungen sind eng verbunden. Viele Kliniken haben daher Abteilungen für Hämatologie und Onkologie.
Wie viel verdient man in der Onkologie?
Das Gehalt von Onkolog:innen in Deutschland variiert je nach Berufserfahrung, Klinikgröße und Region. Fachärzt:innen verdienen im Durchschnitt zwischen 80.000 und 120.000 Euro brutto im Jahr, Oberärzt:innen deutlich mehr.
Medizinische und rechtliche Hinweise:
Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und ersetzt keinesfalls eine professionelle medizinische Beratung. Die enthaltenen Informationen sind nicht dafür geeignet, eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen zu beginnen bzw. abzubrechen. Bei gesundheitlichen Anliegen und zur Klärung individueller Fragen sollte stets ein qualifizierter Arzt oder eine qualifizierte Ärztin konsultiert werden. Im Falle gesundheitlicher Probleme ist es wichtig, rechtzeitig ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Quellen
Thieme. Chirurgie für die Pflege. Onkologie in der Chirurgie. Paetz B, Hrsg. 24., Auflage. Stuttgart: Thieme; 2021.
Amboss. Onkologie. Abgerufen am 02. September 2025, von: https://next.amboss.com/de/article/WM0Png?q=onkologie
DocCheck. Onkologie. Abgerufen am 02. September 2025, von: https://flexikon.doccheck.com/de/Onkologie
Welt.de. Krebs in Deutschland. Abgerufen am 02. September 2025, von: https://www.welt.de/wissenschaft/article249873264/Krebs-Jeder-fuenfte-Deutsche-stirbt-an-Krebs-doch-die-Chancen-auf-Heilung-steigen.html
Stellenangebote
Besonders gefragte Regionen für Pflegekräfte
Hier gibt es aktuell besonders viele attraktive Stellen, starte deine Suche in einer dieser Regionen.



















