Onkologie: Was ist das?

Veröffentlicht am 23.10.2025

Zwei Hände, die eine "Krebsschleife" in der Hand halten.

Die Onkologie verschreibt sich der Entstehung, Diagnose, Behandlung und Nachsorge von Tumoren. Quelle: Canva.de

Krebs zählt zu den häufigsten Erkrankungen unserer Zeit und stellt sowohl Betroffene als auch die Medizin vor große Herausforderungen. Dabei spielt die Onkologie, die Wissenschaft von den Tumorerkrankungen, eine zentrale Rolle. Sie umfasst nicht nur die Diagnose und Behandlung von Krebs, sondern auch die Vorsorge, die Nachsorge und die Unterstützung von Patientinnen und Patienten in jeder Krankheitsphase.

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Dieser Artikel erklärt die Grundlagen, die Unterschiede zu verwandten Begriffen, wichtige Therapieansätze und beantwortet häufige Fragen rund um das Thema.

Definition von Onkologie: was ist Onkologie?

Die Onkologie ist ein medizinischer Fachbereich, der sich mit der Entstehung, Diagnose, Behandlung und Nachsorge von Tumoren und Krebserkrankungen befasst. Der Begriff leitet sich vom griechischen Wort “Onkos” (Schwellung, Geschwulst) ab. Ursprünglich bezeichnete er die allgemeine Lehre von Geschwülsten, heute wird er vor allem im Zusammenhang mit bösartigen Tumoren (Malignomen) verwendet.

Zur Onkologie gehört die gesamte Versorgungskette: von der Früherkennung über die histologische Diagnose (Gewebeuntersuchung) bis hin zu modernen Therapien wie Chemotherapie, Strahlentherapie, Immuntherapie oder zielgerichteten Medikamenten. Auch die Betreuung nach abgeschlossener Therapie, beispielsweise in einer onkologischen Rehaklinik, fällt in diesen Bereich. Das Ziel kann entweder die Heilung (kurativ) oder die Linderung von Beschwerden (palliativ) sein. 

Anna Liebig

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Unterschied zwischen Onkologie und Onkogenese

Oft wird Onkologie mit Onkogenese verwechselt. Dabei handelt es sich um zwei unterschiedliche Konzepte:

  • Onkologie: medizinische Disziplin, die sich mit Tumorerkrankungen und deren Behandlung befasst.
  • Onkogenese: Prozess der Tumorentstehung, also die biologischen und molekularen Mechanismen, durch die gesunde Zellen entarten und zu Krebszellen werden.

Kurz gesagt: Die Onkologie behandelt, die Onkogenese erklärt das „Wie“ der Krebsentstehung. 

Bedeutung der Onkologie in der Medizin

Die Onkologie ist ein zentrales Fachgebiet der modernen Medizin, denn Krebs ist nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen die zweithäufigste Todesursache in Deutschland. Etwa jeder fünfte Mensch stirbt an einer Tumorerkrankung. 

Ihre Bedeutung liegt in mehreren Bereichen:

  • Früherkennung und Vorsorge: etwa Mammographie oder Darmspiegelung.
  • Präzise Diagnostik: histologische Klassifikation, TNM-System zur Einschätzung der Tumorausbreitung.
  • Individuelle Therapieplanung: Je nach Tumorart, Stadium und Situation des Patienten oder der Patientin.
  • Supportive und psychoonkologische Maßnahmen: Verbesserung der Lebensqualität während und nach der Behandlung.

Darüber hinaus arbeiten Onkologen und Onkologinnen oft interdisziplinär in Krebszentren, in denen Chirurgie, Strahlentherapie und Innere Medizin eng zusammenarbeiten. 

Häufige Krebsarten und ihre Behandlung in der Onkologie

In Deutschland gehören die folgenden Tumorarten zu den häufigsten:

  • Männer: Prostatakarzinom, Lungenkrebs, Darmkrebs
  • Frauen: Brustkrebs, Darmkrebs, Lungenkrebs

Typische Therapieformen in der Onkologie sind:

  1. Operation: Entfernung des Primärtumors, etwa durch Hysterektomie bei Gebärmutterkrebs.
  2. Chemotherapie: Einsatz von Zytostatika, um Krebszellen abzutöten oder ihr Wachstum zu hemmen.
  3. Strahlentherapie: hochpräzise Bestrahlung zur Zerstörung von Tumorzellen.
  4. Hormontherapie: Blockade hormonabhängiger Tumoren (z. B. Brust- oder Prostatakrebs).
  5. Immun- und Antikörpertherapie: Aktivierung des Immunsystems gegen Krebszellen (z. B. Checkpoint-Inhibitoren).
  6. Targeted Therapy: Einsatz zielgerichteter Medikamente gegen bestimmte Mutationen (z. B. HER2 beim Mammakarzinom).

Je nach Stadium wird zwischen kurativer und palliativer Therapie unterschieden. Zusätzlich spielen Rehabilitation und Nachsorge eine große Rolle, beispielsweise in einer Rehaklinik für Onkologie, in der Patientinnen und Patienten nach einer belastenden Chemotherapie oder Strahlentherapie körperlich und psychisch gestärkt werden.

Onkologie und Hämatologie-wo liegen die Unterschiede?

Ein spezieller Bereich ist die Onkologie-Hämatologie. Während sich die Onkologie allgemein mit Tumoren befasst, liegt der Fokus der Hämatologie auf Erkrankungen des Blut- und Lymphsystems. Dazu gehören:

  • Leukämien (Blutkrebs),
  • Lymphome (z. B. Hodgkin-Lymphom) und
  • Myelome (bösartige Erkrankungen des Knochenmarks).

Oft arbeiten Hämatolog:innen und Onkolog:innen  eng zusammen, da es Überschneidungen gibt.

Fazit: Onkologie als Schlüsselbereich der modernen Medizin

Die Onkologie ist weit mehr als „nur“ die Lehre von Krebs. Sie ist ein interdisziplinäres Feld, das Diagnostik, modernste Therapien und umfassende Betreuung vereint.

Ihre Bedeutung für die Gesellschaft wächst stetig, da die Zahl der Krebserkrankungen mit dem Alter der Bevölkerung zunimmt. Gleichzeitig eröffnen neue Therapien – von Immuntherapien bis zu zielgerichteten Medikamenten – immer bessere Heilungschancen.

Ob in der Klinik, im ambulanten Krebszentrum oder in einer Rehaklinik: Das Ziel bleibt immer dasselbe – die Lebensqualität zu erhalten oder zu verbessern und wenn möglich, die Krankheit dauerhaft zu besiegen.

Häufige Fragen zur Onkologie

Was wird in der Onkologie gemacht?

In der Onkologie werden Krebserkrankungen diagnostiziert, klassifiziert und behandelt. Dazu gehören bildgebende Verfahren, Biopsien, die Planung von Therapien, die Durchführung von Chemotherapien, die Koordination mit der Chirurgie und der Strahlentherapie sowie die Nachsorge.

Welche Krankheiten werden in der Onkologie behandelt?

Alle bösartigen Tumorerkrankungen (Karzinome, Sarkome und hämatologische Neoplasien) fallen in den Bereich der Onkologie. Auch Vorstufen von Krebs (Präkanzerosen) werden berücksichtigt.

Was ist der Unterschied zwischen Hämatologie und Onkologie?

Die Hämatologie befasst sich mit Erkrankungen des Bluts und des Knochenmarks, während die Onkologie sämtliche Tumoren behandelt. In der Praxis werden beide Bereiche oft zusammengefasst, da es viele Überschneidungen gibt.

Was macht ein Onkologe beim ersten Besuch?

Er erhebt eine ausführliche Anamnese, sichtet vorhandene Befunde, erklärt mögliche Diagnostik- und Therapieoptionen und erstellt einen individuellen Behandlungsplan.

Ist Hämatologie gleich Onkologie?

Nein, aber beide Fachrichtungen sind eng verbunden. Viele Kliniken haben daher Abteilungen für Hämatologie und Onkologie.

Wie viel verdient man in der Onkologie?

Das Gehalt von Onkolog:innen in Deutschland variiert je nach Berufserfahrung, Klinikgröße und Region. Fachärzt:innen verdienen im Durchschnitt zwischen 80.000 und 120.000 Euro brutto im Jahr, Oberärzt:innen deutlich mehr.

 Medizinische und rechtliche Hinweise:

Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und ersetzt keinesfalls eine professionelle medizinische Beratung. Die enthaltenen Informationen sind nicht dafür geeignet, eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen zu beginnen bzw. abzubrechen. Bei gesundheitlichen Anliegen und zur Klärung individueller Fragen sollte stets ein qualifizierter Arzt oder eine qualifizierte Ärztin konsultiert werden. Im Falle gesundheitlicher Probleme ist es wichtig, rechtzeitig ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Quellen

  1. Thieme. Chirurgie für die Pflege. Onkologie in der Chirurgie. Paetz B, Hrsg. 24., Auflage. Stuttgart: Thieme; 2021. 
  2. Amboss. Onkologie. Abgerufen am 02. September 2025, von: https://next.amboss.com/de/article/WM0Png?q=onkologie
  3. DocCheck. Onkologie. Abgerufen am 02. September 2025, von: https://flexikon.doccheck.com/de/Onkologie
  4. Welt.de. Krebs in Deutschland. Abgerufen am 02. September 2025, von: https://www.welt.de/wissenschaft/article249873264/Krebs-Jeder-fuenfte-Deutsche-stirbt-an-Krebs-doch-die-Chancen-auf-Heilung-steigen.html?utm_source=chatgpt.com

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