- Pflegia vergleicht das Verhältnis von aktiven Bewerber:innen zu offenen Stellen in allen 16 Bundesländern und den 15 größten Städten Deutschlands
- Auf Bundeslandebene haben Bewerber:innen in Schleswig-Holstein, Brandenburg und Thüringen die größte Auswahl an Stellenangeboten
- In den Städten gibt es die meisten offenen Stellen in Köln, Bremen und Berlin
Berlin, 24. August 2026 – Auf eine offene Pflegestelle kommen in Deutschland im Bundesschnitt gut vier aktive Bewerber:innen. Regional schwankt dieser Wert jedoch zwischen unter drei und über neun Arbeitssuchenden pro ausgeschriebener Stelle. Das zeigt eine aktuelle Analyse der Jobplattform Pflegia (www.pflegia.de), die das Verhältnis von aktiven Kandidat:innen zu offenen Stellen für alle 16 Bundesländer und die 15 größten Städte Deutschlands berechnet hat.
Größte Auswahl an offenen Stellen in Schleswig-Holstein
Für die Auswertung hat Pflegia die Zahl der aktiven, registrierten Pflegekräfte, also Bewerber:innen mit mindestens einer Bewerbung, den zum Auswertungszeitpunkt ausgeschriebenen offenen Stellen gegenübergestellt. Der daraus berechnete Kandidaten-Stellen-Quotient (KSQ) gibt an, wie viele aktive Bewerber:innen rechnerisch auf eine offene Stelle kommen. Je niedriger der Wert, desto mehr offene Stellen stehen im Verhältnis zur Zahl der Bewerber zur Verfügung. Bundesweit liegt der KSQ bei 4,2 – es kommen also rund vier Bewerber:innen auf eine offene Stelle. Am niedrigsten ist der Wert in Schleswig-Holstein (2,9), Brandenburg (3,2) und Thüringen (3,2) – hier haben Bewerber:innen daher die größte Auswahl an Jobs. Am niedrigsten ist der KSQ in Nordrhein-Westfalen (4,9), im Saarland (4,8) und in Sachsen-Anhalt (4,7).
In Großstädten ist die Auswahl für Bewerber:innen oft geringer als im Flächenland
Auf Ebene der 15 größten deutschen Städte fällt der KSQ im Schnitt höher aus als auf Bundeslandebene: 5,6 aktive Bewerber:innen kommen dort rechnerisch auf eine offene Stelle, bei 5.494 offenen Stellen und 30.567 aktiven Bewerber:innen insgesamt. In Köln liegt der KSQ bei 3,9, hier haben Bewerber:innen im Städtevergleich die größte Auswahl an Stellenangeboten. Dahinter folgen Bremen (4,0) und Berlin (4,3). Am wenigsten Auswahl haben Kandidat:innen in Duisburg (9,2), Frankfurt am Main (9,1) und München (9,0), wo rechnerisch die wenigsten offenen Stellen je Bewerber:in zur Verfügung stehen.
„Unsere Analyse zeigt, dass es den einen Pflegearbeitsmarkt in Deutschland nicht gibt. Je nach Region unterscheiden sich Angebot und Nachfrage erheblich. Deshalb greifen bundesweite Aussagen über den Fachkräftemangel oft zu kurz. Wer den Pflegemarkt verstehen und wirksame Maßnahmen entwickeln will, muss die regionalen Unterschiede stärker in den Blick nehmen“, sagt Felix Westphal, Geschäftsführer bei Pflegia.
Über die Untersuchung
Für die Analyse hat Pflegia die Zahl aktiver, registrierter Pflegekräfte auf der eigenen Plattform (mindestens eine Bewerbung) mit der Zahl der zum Auswertungszeitpunkt ausgeschriebenen offenen Stellen abgeglichen (Zeitraum: 15. April 2025 - 15. April 2026). Ausgewertet wurden alle 16 Bundesländer sowie die 15 einwohnerstärksten Städte Deutschlands. Grundlage sind Daten von insgesamt 346.788 registrierten Pflegekräften, von denen 139.467 als aktive Bewerber:innen mindestens eine Bewerbung eingereicht haben. Der Kandidaten-Stellen-Quotient (KSQ) ergibt sich aus der Zahl aktiver Bewerber:innen geteilt durch die Zahl offener Stellen in der jeweiligen Region; ein höherer Wert bedeutet mehr Auswahl für Arbeitgeber:innen, ein niedrigerer Wert einen angespannteren Markt.
Über Pflegia
Pflegia ist eines der führenden Jobportale für Pflegekräfte. Das Unternehmen mit Sitz in Berlin wurde 2019 von Felix Westphal, Lennart Steuer und Masoud Shahryari gegründet und verfolgt das Ziel, mehr Transparenz und Fairness in den Bewerbungsprozess im Pflegesektor zu bringen. Kern des Modells ist ein umgedrehter Bewerbungsprozess: Arbeitgeber:innen bewerben sich bei den Pflegekräften, nicht andersherum. Damit soll die klassische Rollenverteilung aufgebrochen und ein stärkerer Fokus auf die Bedürfnisse der Pflegekräfte gelegt werden. Ergänzend dazu bietet Pflegia Informationen zu Gehältern, Arbeitszeiten und weiteren Bedingungen, um die Vergleichbarkeit und Entscheidungsfindung für Bewerbende zu erleichtern. Das Unternehmen setzt auf eine erfolgsbasierte Preisstruktur für Arbeitgeber:innen und kombiniert technische Automatisierung – etwa durch KI-gestützte Lebenslaufverarbeitung – mit persönlicher Begleitung auf beiden Seiten des Marktplatzes. Monatlich vermittelt Pflegia derzeit rund 1.000 Pflegekräfte an Einrichtungen im gesamten Bundesgebiet. Aktuell nutzen über 800.000 Pflegekräfte und rund 10.000 Arbeitgeber:innen die Plattform, auf der etwa 30.000 offene Stellen ausgeschrieben sind.