Hepatitis im Pflegealltag: Was Pflegekräfte wissen und beachten sollten

Veröffentlicht am 31.07.2025

Ärzte impft Patient gegen Hepatitis

Eine Impfung gegen Hepatitis A ist für Risikogruppen sinnvoll. Auch in der Pflege wird diese daher empfohlen. Quelle: Canva.de

Ob im Krankenhaus, in der stationären Altenpflege oder bei der ambulanten Versorgung: Pflegekräfte kommen tagtäglich mit Menschen in Kontakt, bei denen eine Hepatitis-Infektion vorliegen kann – manchmal ohne, dass diese bekannt ist. Die Virushepatitis gehört weltweit zu den häufigsten Infektionskrankheiten und kann besonders im Gesundheitswesen ein ernstzunehmendes Risiko darstellen. Was Pflegekräfte zum eigenen Schutz beachten sollten und welche Vorsichtsmaßnahmen gelten.

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Was ist Hepatitis?

Hepatitis bezeichnet eine Entzündung der Leber, welche verschiedene Ursachen haben kann. Häufig wird die Erkrankung durch Viren oder Autoimmunprozesse ausgelöst, es können aber auch Alkohol oder Medikamente dahinterstecken. Während Pflegekräfte im Pflegealltag mit allen Hepatitis-Formen in Kontakt kommen können, sind vor allem die virusbedingten Erkrankungen relevant. Insbesondere:

  • Hepatitis A: fäkal-oral übertragbar, meist durch verunreinigte Lebensmittel oder mangelnde Hygiene. Verläuft akut, heilt in der Regel folgenlos aus.
  • Hepatitis B: durch Blut und Körperflüssigkeiten übertragbar. Kann chronisch verlaufen und zu Leberzirrhose oder Leberkrebs führen.
  • Hepatitis C: vor allem über Blutkontakt übertragbar. Verläuft häufig chronisch.
  • Hepatitis D und E: seltener, aber im Pflegealltag ebenfalls relevant (z. B. Hepatitis E bei immungeschwächten Patient:innen).

Die Hepatitis-Varianten unterscheiden sich deutlich hinsichtlich der Übertragungswege, der Inkubationszeit und dem Risiko von Folgeerkrankungen. Lediglich der Krankheitsverlauf ist vergleichbar.

Übertragungswege von Hepatitis: Wann besteht ein Risiko?

Im Pflegealltag besteht das größte Risiko einer Ansteckung mit Hepatitis B und C vor allem bei:

  • Nadelstichverletzungen
  • Kontakt mit Blut oder bluthaltigen Körperflüssigkeiten
  • Schleimhautkontakt
  • Unzureichender Hygiene bei Ausscheidungspflege (Hepatitis A/E)

Hepatitis-Symptome: Wie erkennt man Hepatitis?

Hepatitis kann lange unbemerkt bleiben – gerade im Frühstadium oder bei chronischen Verläufen zeigen sich oft nur unspezifische Beschwerden. Zu den häufigsten frühen Symptomen zählen Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Übelkeit, leichtes Fieber und ein allgemeines Krankheitsgefühl. Viele Betroffene berichten auch von druckempfindlicher Leber, einem Völlegefühl im rechten Oberbauch oder Gelenkschmerzen.

Anna Liebig

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Typischer – aber nicht immer vorhanden – ist die sogenannte Gelbsucht: Dabei färben sich Haut und Augen gelblich, der Urin wird dunkel, und der Stuhlgang erscheint heller als gewöhnlich. In der Pflege ist es wichtig, diese Anzeichen ernst zu nehmen – vor allem bei Risikopatient:innen. Bei Verdacht sollte stets ärztlich abgeklärt werden, ob eine Hepatitis vorliegt. Auch regelmäßige Schulungen helfen Pflegekräften, Symptome frühzeitig zu erkennen und richtig zu handeln.

Wie kann ich mich als Pflegekraft vor einer Hepatitis-Erkrankung schützen?

Patient:innen werden bei der Neuaufnahme befragt, ob sie den Hepatitisivrus in sich tragen. Um dich vor einer Hepatitis-Erkrankung zu schützen, solltest du als Pflegekraft unbedingt alle notwendigen Hygienevorschriften beachten. Die Standardhygiene-Maßnahmen beinhalten das Tragen von Handschuhen bei Kontakt mit Blut, Wunden oder Ausscheidungen, Anlegen von Schutzkleidung, Desinfektion der Hände vor und nach jedem Patientenkontakt sowie die sichere Entsorgung von spitzen und scharfen Gegenständen.

Damit Pflegekräfte und Patient:innen ausreichend geschützt sind, sollten Pflegeeinrichtungen regelmäßige Unterweisungen zu Infektionsschutz und Hygiene durchführen. Meldepflichtige Vorfälle wie Nadelstichverletzungen müssen zudem sofort gemeldet und dokumentiert werden

Schutz vor Hepatitis im Pflegealltag

Hygiene in der Pflege

Durch den engen Kontakt bei der Pflege können Pflegende mit einer Vielzahl an Krankheitserregern in Berührung kommen. Das Ansteckungsrisiko ist daher groß. Eine gute Hygiene ist aus diesem Grund auch für die Gesundheit Pflegender besonders wichtig. Nach Angaben der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) sind Infektionen die zweithäufigste gemeldete Berufskrankheit im Gesundheitswesen. Wie viele pflegende Angehörige sich im Pflegealltag infizieren, lässt sich allerdings schwer ermitteln.

Bei der Versorgung pflegebedürftiger Menschen sind je nach Situation weitergehende Hygienemaßnahmen nötig, wie die Stiftung des Zentrums für Qualität in der Pflege informiert. Dazu gehören insbesondere die konsequente und gründliche Händehygiene vor und nach jeder Pflegemaßnahme sowie die Hygiene beim Umgang mit eventuell infektiösen Materialien.

Checkliste - Hepatitis vermeiden im Pflegealltag:

  • Impfschutz prüfen
  • Handschuhe bei jedem Patientenkontakt mit Blut/Ausscheidungen
  • Desinfektionsmittel nutzen
  • Wunden sofort versorgen
  • Nadelentsorgung sicher handhaben
  • Bei auffälligen Symptomen reagieren
  • Regelmäßige Schulungen

Empfohlene Impfungen

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Impfung gegen Hepatitis B für besonders gefährdete Personengruppen. Diese umfassen sowohl Personen mit bestimmten Erkrankungen als auch solche mit erhöhtem beruflichem Risiko. Auch gegen Hepatitis A kann bei erhöhtem Risiko geimpft werden. Gegen Hepatitis C hingegen gibt es bislang keine wirksame Schutzimpfung.

Vorbeugung - Was ist bei der Pflege von Hepatitis-Patienten zu beachten?

Bei der Pflege von Patient:innen mit Hepatitis solltest du achtsam sein. Die Betroffenen anders zu behandeln, ist allerdings unbedingt zu vermeiden. Auch die Diagnose darf nicht ohne Einwilligung weitergegeben werden.

Pflegekräfte dürfen und sollen infizierte Patient:innen nicht anders behandeln – aber mit besonderer Achtsamkeit:

  • Alle Pflegehandlungen unter Beachtung der Standardhygiene
  • Vertraulichkeit wahren: Die Diagnose darf nicht ohne Einwilligung weitergegeben werden
  • Bei Fragen oder Unsicherheiten: Kollegiale Rücksprache oder Kontakt mit der Hygienefachkraft suchen

Kommt es trotz Vorsichtsmaßnahmen zu einer Infektion sollten Betroffene sich umgehend behandeln lassen. Das Risiko für Folgeerkrankungen wie Leberzirrhosen oder Leberkrebs ist umso geringer, je früher die Krankheit erkannt wird und die Therapie beginnt. Bei Verdacht auf Hepatitis sollte man sich daher umgehend testen lassen.

Medizinische und rechtliche Hinweise: 

Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und ersetzt keinesfalls eine professionelle medizinische Beratung. Die enthaltenen Informationen sind nicht dafür geeignet, eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen zu beginnen bzw. abzubrechen. Bei gesundheitlichen Anliegen und zur Klärung individueller Fragen sollte stets ein qualifizierter Arzt oder eine qualifizierte Ärztin konsultiert werden. Im Falle gesundheitlicher Probleme ist es wichtig, rechtzeitig ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Quellen

  1. ASU – Arbeitsmedizin, Sozialmedizin, Umweltmedizin; Beruflich bedingte Infektionen im Gesundheitswesen – Risiken und Prävention; abgerufen am 25.07.2025 von https://www.asu-arbeitsmedizin.com/beruflich-bedingte-infektionen-im-gesundheitswesen/beruflich-bedingte-infektionen-im
  2. Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP); Infektionsschutz in der Pflege – Maßnahmen zur Prävention; abgerufen am 25.07.2025 von https://www.zqp.de/thema/schutz-infektionen-pflege/
  3. Robert Koch-Institut (RKI); FAQ: Hepatitis B-Impfung – Antworten zu Wirksamkeit, Empfehlungen und Schutzdauer; abgerufen am 25.07.2025 von https://www.rki.de/SharedDocs/FAQs/DE/Impfen/HepatitisB/FAQ-Liste_HepB_Impfen.html#entry_16870808

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