Welt-Hepatitis-Tag: So schützt du dich vor der Krankheit

Veröffentlicht am 28.07.2025

Hepatitis Test im Labor - Schutz vor HepatitiInfektion

Impfungen können nachweislich das Risiko für eine Ansteckung mit verschiedenen Varianten des Hepatitis-Virus schützen. Quelle: Canva.de

Am 28. Juli ist Welt-Hepatitis-Tag: Patient:innen, Ärzt:innen und Gesundheitsorganisationen wollen damit über Risiken, Schutz und Behandlungsmöglichkeiten aufklären. Obwohl nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) weltweit rund 325 Millionen Menschen mit dem Virus infiziert sind, ist vielen gar nicht klar, dass sie betroffen sind. Eine Infektion mit Hepatitis-Viren kann lange harmlos verlaufen. In manchen Fällen kann eine Infektion mit dem Virustyp B eine Leberzirrhose verursachen oder durch Hepatitis-C-Viren Leberkrebs entstehen. Jedes Jahr sterben weltweit rund eine Million Menschen an den Folgen von Hepatitisinfektionen. Viele dieser Todesfälle wären der World Hepatitis Alliance (WHA) vermeidbar.

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Was ist Hepatitis?

Bei einer Hepatitis kommt es zu einer Entzündung der Leber. Diese kann verschiedene Ursachen wie Viren, Medikamente, Alkohol, Zucker- und Fettstoffwechselstörungen bei Übergewicht, ungesunde Ernährung oder eine Autoimmunerkrankung haben. Erste Anzeichen sind häufig erhöhte Leberwerte im Blut. In manchen Fällen kann es aber auch zu einer Gelbsucht kommen. Symptome, Verlauf und Behandlung bei einer Hepatitis hängen grundsätzlich von den Ursachen ab.

Die Ursachen für eine Hepatitis-Erkrankung können vielfältig sein. Während in manchen Fällen Hepatitis-Viren dahinterstecken können, die sich auch von Mensch zu Mensch übertragen, gibt es auch nicht übertragbare Hepatitis-Formen. So können beispielsweise auch in Folge einer Autoimmun­hepa­titis, Alkohol­he­patitis oder Fettleber­hepa­titis Leberzellen durch eine Leberentzündung zerstört werden.

Anatomie der Leber
A(Illustration, Quelle: Pflegia.de)

Die verschiedenen Arten von Hepatitis: A, B, C, D und E

Bislang sind fünf Hepatitisviren bekannt: Hepatitis A bis E. Diese Viren sind nicht nur völlig unterschiedlich, sondern werden auch anders übertragen und behandelt. Während Neuinfektionen in den ersten drei bis sechs Monaten teilweise wieder spontan ausheilen, können die Formen Hepatitis B, C, D und in seltenen Fällen auch E chronisch werden. Bleiben die Infektionen chronisch bestehen, können sie die Leber über Jahre ohne eindeutige Symptome schwer schädigen. Erkrankungen wie Zirrhose oder Leberkrebs sind die Folgen.

Anna Liebig

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Typische Symptome einer Hepatitis-Erkrankung:

  • Müdigkeit
  • Appetitlosigkeit
  • uncharakteristische Oberbauchbeschwerden
  • Gelbsucht (Gelbfärbung der Haut und Augen)
  • Entfärbung des Stuhls
  • Dunkelfärbung des Urins
  • Juckreiz
  • Verdauungsbeschwerden
  • Durchfall
  • Übelkeit
  • Erbrechen

Hepatitis A bis E: Übersicht

Hepatitis A

Das Hepatitis-A-Virus (HAV) kann durch Schmierinfektionen über Toiletten, Badewasser oder verunreinigte Lebensmittel und Eiswürfel übertragen werden. Auch eine sexuelle Übertragung ist möglich. Die hochinfektiöse Form gilt als die harmloseste, da sie nie chronisch wird, immer von selbst ausheilt und sich mit einer sicheren Impfung vorbeugen lässt.

Hepatitis B

Auch Hepatitis B ist ansteckend und kann über Körperflüssigkeiten wie Blut oder beim Geschlechtsverkehr übertragen werden. Die Symptome können mit einer Grippe verwechselt werden, aber auch Gelbsucht spricht für eine Infektion. Obwohl Hepatitis B bei Erwachsenen meist von alleine wieder ausheilt, kann die Leberentzündung auch chronisch werden. Mithilfe von Medikamenten kann die Infektion unterdrückt und Komplikationen verhindert werden. Auch gegen Hepatitis B schützt eine Impfung.

Hepatitis C

Zu einer Hepatitis-C-Infektion kommt es meist nur durch direkten Hautkontakt. He­pa­ti­tis C heilt laut der World Hepatitis Alliance (WHA) im ersten halben Jahr nur in 20 Prozent der Fälle von selbst aus und wird in 80 Prozent chro­nisch. Hepatitis C kann ähnlich wie Hepatitis B im Körper verbleiben und zu einer chronischen Entzündung führen. Die Symptome sind häufig unspezifisch: uncharakteristische Oberbauchbeschwerden, Ausschlag an Füßen und Unterschenkeln, Appetitlosigkeit, Gelenkbeschwerden und Müdigkeit. Neue Medikamente können Hepatitis C häufig schon beim ersten Versuch in über 95 Prozent der Fälle komplett ausheilen.

Hepatitis D

Hepatitis D gilt als das gefährlichste bekannte Hepatitis-Virus. Das Virus ist hierzulande jedoch relativ selten. Mit dem Hepatitis-D-Virus kann man sich über Blutkontakt oder beim Geschlechtsverkehr infizieren. Eine Impfung gegen Hepatitis B schützt allerdings auch vor Hepatitis D, wie das Infektiologikum Frankfurt informiert. Wie Hepatitis B kann die Infektion ohne Symptome verlaufen, meist kommt es allerdings zu Beschwerden wie Übelkeit, Müdigkeit, Fieber sowie Gelbsucht.

Hepatitis E

Rund jeder sechste Deutsche hat bereits eine Infektion mit dem Hepatitis E Virus durchgemacht. Ansteckungen durch Blut sowohl durch den Verzehr von rohem Fleisch wie Schweinemett sind häufige Übertragungswege. Fleisch sollte daher immer gekocht oder gebraten gegessen werden, da Temperaturen über 70 Grad Celsius die Viren abtöten. Um die Übertragung von Hepatitis E über Bluttransfusionen einzudämmen, werden Blutspenden seit 2019 auch auf das Virus getestet. Symptome sind eine Gelbfärbung der Haut und Augen, Schmerzen, Taubheit sowie in manchen Fällen Lähmungserscheinungen.

Übertragungswege von Hepatitis

Hepatitis-Viren können auf unterschiedlichen Wegen übertragen werden. Je nach Virusart unterscheiden sich dabei die Hauptinfektionsquellen. Während Hepatitis A vor allem durch verunreinigtes Wasser oder kontaminierte Lebensmittel aufgenommen wird, erfolgt die Übertragung von Hepatitis B und C in erster Linie über Blut oder andere Körperflüssigkeiten, etwa beim ungeschützten Geschlechtsverkehr, durch gemeinsam genutzte Spritzen oder unsachgemäße medizinische Eingriffe. Besonders tückisch: Viele Infizierte bemerken lange nichts von der Ansteckung – das erhöht das Risiko unbewusster Weitergabe. Daher sind Aufklärung, Impfungen (etwa gegen Hepatitis A und B) und Hygienemaßnahmen entscheidend für den Schutz. Wer etwa in medizinischen oder pflegerischen Berufen arbeitet, sollte sich regelmäßig testen lassen, rät die Apotheken Umschau.

Kann ich mich im Pflege-Alltag mit Hepatitis anstecken?
Im Pflege-Alltag besteht grundsätzlich ein gewisses Risiko, sich mit Hepatitis B oder C anzustecken. Dies kann beispielsweise durch Nadelstichverletzungen oder den Kontakt mit infizierten Körperflüssigkeiten geschehen. Zwar ist das Übertragungsrisiko bei sachgerechtem Hygienemanagement gering, doch gerade bei hektischen Situationen oder fehlender Schutzausrüstung kann es zu unbeabsichtigtem Kontakt kommen.

Wichtig sind deshalb konsequente Schutzmaßnahmen wie das Tragen von Handschuhen, das sichere Entsorgen von Kanülen sowie regelmäßige Schulungen. Impfungen senken das Übertragungsrisiko zudem deutlich.

Wie bekommt man Hepatitis B und C?

Hepatitis B und C werden vor allem durch Blut und andere Körperflüssigkeiten übertragen: ein Risiko besteht daher insbesondere beim ungeschützten Geschlechtsverkehr, bei gemeinsam genutzten Spritzen, bei Tätowierungen oder Piercings unter unhygienischen Bedingungen sowie durch medizinische Eingriffe, wenn nicht steril gearbeitet wird. Auch im pflegerischen Alltag kann es zu Nadelstichverletzungen kommen – hier gilt besondere Vorsicht.

Hepatitis: Behandlungsmöglichkeiten, Impfungen und Schutzmaßnahmen

Dank medizinischer Fortschritte lassen sich Hepatitis B und C heute gut behandeln, auch wenn sich die Therapieansätze deutlich unterscheiden. Während eine chronische Hepatitis B meist nicht heilbar ist, kann sie durch antivirale Medikamente gut kontrolliert werden. Ziel ist es, die Vermehrung des Virus zu unterdrücken und Leberschäden zu verhindern, wie das Robert Koch-Institut (RKI) berichtet. Bei Hepatitis C sieht es noch besser aus: Moderne direkt antiviral wirkende Medikamente (DAAs) können die Erkrankung in über 95 % der Fälle innerhalb von 8 bis 12 Wochen heilen – meist gut verträglich und ohne schwere Nebenwirkungen. Eine Impfung kann zudem gegen Hepatitis A und B schützen. Besonders relevant: Eine Hepatitis-B-Impfung kann auch eine Infektion mit dem gefährlichen Hepatitis-D-Virus verhindern, da Hepatitis D nur gemeinsam mit Hepatitis B auftreten kann. Gegen Hepatitis C hingegen gibt es bislang keine wirksame Schutzimpfung.

Wie oft muss man sich gegen Hepatitis A und B impfen lassen?
Die Impfungen gegen Hepatitis A und Hepatitis B bestehen jeweils aus mehreren Dosen, um einen vollständigen und langanhaltenden Schutz aufzubauen.

Bei Hepatitis A benötigst du für die Grundimmunisierung zwei Impfungen, die in einem Abstand von sechs bis zwölf Monaten erfolgen.

Bei Hepatitis B benötigst du für die Grundimmunisierung drei Impfungen. Die zweite Impfung erfolgt einen Monat nach der ersten und die dritte nach rund sechs Monaten. Bei Reisen oder beruflichem Risiko (wie in der Pflege) ist alternativ ein Schnellimpfplan möglich.

Es gibt auch eine Kombi-Impfung gegen Hepatitis A und B, die nach einem ähnlichen Schema (3 Dosen) verabreicht wird.

Die wichtigsten Fragen zu Hepatitis

Ist eine Hepatitis B Impfung Pflicht für medizinisches Personal?

In Deutschland besteht keine gesetzliche Impfpflicht für Hepatitis B – auch nicht für medizinisches Personal. Allerdings gilt die Hepatitis-B-Impfung als empfohlene Indikationsimpfung für Beschäftigte im Gesundheitswesen. Laut STIKO (Ständige Impfkommission am RKI) sollten alle, die mit Blut oder blutkontaminierten Körperflüssigkeiten in Kontakt kommen (z. B. Pflegekräfte, Ärztinnen und Ärzte, Rettungspersonal), sich rechtzeitig impfen lassen.

Wie oft muss eine Hepatitis A und B Impfung aufgefrischt werden?

Die Hepatitis-A- und B-Impfungen bieten nach vollständiger Grundimmunisierung in der Regel einen langfristigen, oft lebenslangen Schutz. Eine routinemäßige Auffrischung ist in den meisten Fällen nicht erforderlich.

In welchem Land braucht man eine Hepatitis A und B Impfung?

Eine Hepatitis A- und B-Impfung ist in den meisten Ländern nicht gesetzlich vorgeschrieben, wird aber in vielen Regionen der Welt dringend empfohlen – insbesondere bei Reisen, bestimmten Berufsgruppen oder erhöhtem Infektionsrisiko. Die STIKO empfiehlt die Hepatitis-A-Impfung für alle Reisenden in Länder mit niedrigem Hygienestandard wie Reiseziele in Süd- und Mittelamerika, Afrika, Asien und teilweise den Mittelmeerraum. Die Hepatitis-B-Impfung wird weltweit empfohlen, insbesondere bei medizinischem Kontakt oder Langzeitaufenthalt.

Quellen:

  1. Welthepatitistag.info; Startseite; abgerufen am 24.07.2025 von https://www.welthepatitistag.info/
  2. World Health Organization (WHO); Thema: Hepatitis; abgerufen am 24.07.2025 von https://www.who.int/health-topics/hepatitis#tab=tab_1
  3. Welthepatitistag.info; Informationen zu Hepatitis A–E; abgerufen am 24.07.2025 von https://www.welthepatitistag.info/infos/hepatitis-a-e/
  4. Infektiologikum Hamburg; Thema: Chronische Virushepatitis; abgerufen am 24.07.2025 von https://www.infektiologikum.de/leistungen/infektiologie/hepatitis/chronische-virushepatitis/
  5. Apotheken Umschau; Artikel: Hepatitis A – Ursachen, Symptome, Therapie; abgerufen am 24.07.2025 von https://www.apotheken-umschau.de/krankheiten-symptome/infektionskrankheiten/hepatitis-a-734581.html
  6. Robert Koch-Institut (RKI); Thema: Hepatitis – Infektionskrankheiten A–Z; abgerufen am 24.07.2025 von https://www.rki.de/DE/Themen/Infektionskrankheiten/Infektionskrankheiten-A-Z/H/Hepatitis/Hepatitis-node.html
  7. Forum Verlag Herkert GmbH; Artikel: Impfpflicht im Gesundheitswesen – Was gilt wann für wen?; abgerufen am 24.07.2025 von https://www.forum-verlag.com/fachwissen/gesundheitswesen-und-pflege/impfpflicht-gesundheitswesen

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