Oberschenkelhalsbruch: Symptome, Behandlung, Pflege und Mobilisation
Veröffentlicht am 03.09.2026

Ein Oberschenkelhalsbruch kann im fortgeschrittenen Alter vorkommen. Bildquelle: Canva.de
Ein Oberschenkelhalsbruch passiert oft plötzlich: ein Sturz aus dem Stand, starke Schmerzen in Hüfte oder Leiste, das Bein lässt sich kaum noch belasten. Besonders ältere Menschen sind betroffen, weil Stürze im höheren Lebensalter häufiger schwere Folgen haben und die Rückkehr zur gewohnten Mobilität oft Zeit braucht.
- 🦴 Ein Oberschenkelhalsbruch ist ein Bruch nahe der Hüfte: Betroffen ist der Bereich zwischen Oberschenkelkopf und Oberschenkelschaft.
- ⚠️ Typische Zeichen sind Hüft- oder Leistenschmerzen und fehlende Belastbarkeit: Häufig ist das betroffene Bein verkürzt und nach außen gedreht.
- 👵 Ältere Menschen sind besonders gefährdet: Stürze, Osteoporose, Muskelschwäche und Gangunsicherheit erhöhen das Risiko.
- 🏥 Meist ist eine Operation notwendig: Ziel ist, die Fraktur zu stabilisieren oder das Hüftgelenk zu ersetzen und frühe Mobilisation zu ermöglichen.
- 🚶 Frühe Mobilisation ist entscheidend: Längere Immobilität erhöht das Risiko für Komplikationen wie Thrombose, Pneumonie, Dekubitus oder Delir.
- 🧑⚕️ Pflege unterstützt die frühe Mobilisation und beugt Komplikationen vor: Schmerzbeobachtung, Delirprävention, Mobilisation sowie Thrombose-, Pneumonie- und Dekubitusprophylaxe gehören zu den wichtigen pflegerischen Aufgaben.
Für Pflegekräfte ist der Oberschenkelhalsbruch besonders relevant: Nach der Akutversorgung müssen Schmerzen beobachtet, Komplikationen verhindert und Betroffene möglichst früh wieder mobilisiert werden.
Was ist ein Oberschenkelhalsbruch?
Ein Oberschenkelhalsbruch ist ein Bruch im oberen Abschnitt des Oberschenkelknochens. Dieser Bereich liegt nahe am Hüftgelenk und verbindet den Oberschenkelkopf mit dem Oberschenkelschaft. Deshalb zählt der Oberschenkelhalsbruch zu den hüftgelenksnahen Femurfrakturen. Der medizinische Begriff lautet Schenkelhalsfraktur. Sie ist besonders bei älteren Menschen häufig und entsteht meist nach einem Sturz. Bei jüngeren Menschen ist dagegen oft ein stärkeres Trauma notwendig, zum Beispiel ein Verkehrsunfall oder ein Sturz aus größerer Höhe.

Anna Liebig
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Kurzer Blick auf die Anatomie
Das Hüftgelenk besteht aus dem Oberschenkelkopf und der Hüftpfanne des Beckens. Der Oberschenkelkopf sitzt kugelförmig in der Gelenkpfanne und ermöglicht Bewegungen wie Beugen, Strecken, Drehen und Abspreizen des Beins.
Der Oberschenkelhals liegt zwischen Oberschenkelkopf und Oberschenkelschaft. Er steht schräg zwischen Hüftkopf und langem Röhrenknochen und muss hohe Kräfte übertragen, etwa beim Gehen, Aufstehen oder Treppensteigen. Genau deshalb ist dieser Bereich bei Stürzen besonders verletzlich.
Medizinisch wird häufig unterschieden zwischen:
- medialen Schenkelhalsfrakturen: Der Bruch liegt näher am Hüftkopf und innerhalb der Gelenkkapsel.
- lateralen Schenkelhalsfrakturen: Der Bruch liegt weiter außen und eher außerhalb der Gelenkkapsel.
Diese Unterscheidung ist wichtig, weil bei gelenknahen Brüchen die Durchblutung des Oberschenkelkopfs beeinträchtigt sein kann. Dadurch steigt das Risiko für Komplikationen wie eine Durchblutungsstörung des Hüftkopfs. Für die Therapieentscheidung spielen außerdem Verschiebung der Bruchstücke, Knochenqualität, Alter und Mobilität vor dem Sturz eine wichtige Rolle.
Woran erkennt man einen Oberschenkelhalsbruch?
Ein Oberschenkelhalsbruch entsteht häufig nach einem Sturz auf die Hüfte oder Seite. Typisch sind Schmerzen im Bereich von Hüfte, Leiste, Gesäß oder Oberschenkel. Manchmal strahlen die Schmerzen bis ins Knie aus. Viele Betroffene können nach dem Sturz nicht mehr aufstehen oder das Bein nicht mehr belasten.
Mögliche Anzeichen sind:
- starke Schmerzen in Hüfte, Leiste, Gesäß oder Oberschenkel
- Schmerzen beim Bewegen oder Belasten des Beins
- Unfähigkeit aufzustehen oder zu gehen
- verkürztes Bein auf der betroffenen Seite
- nach außen gedrehtes Bein
- Schonhaltung
- Schwellung oder Bluterguss
- Unsicherheit, Angst oder Verwirrtheit nach dem Sturz, besonders bei älteren Menschen
Nicht immer sind die Beschwerden eindeutig. Bei eingestauchten oder wenig verschobenen Frakturen können Betroffene manchmal noch eingeschränkt gehen. Gerade bei älteren Menschen sollte deshalb auch bei milden Beschwerden nach einem Sturz an eine hüftgelenksnahe Fraktur gedacht werden.
Ursachen und Risikofaktoren eines Oberschenkelhalsbruchs
Bei älteren Menschen entsteht ein Oberschenkelhalsbruch meist durch ein Niedrigenergietrauma. Das bedeutet: Schon ein Sturz aus dem Stand kann ausreichen. Häufig spielen mehrere Faktoren zusammen, etwa Gangunsicherheit, Muskelschwäche, Sehprobleme, Schwindel oder Medikamente, die Stürze begünstigen können.
Ein wichtiger Risikofaktor ist Osteoporose. Dabei nimmt die Knochendichte ab, sodass Knochen leichter brechen. Besonders im höheren Lebensalter und nach den Wechseljahren steigt das Risiko. Deshalb sind ältere Frauen häufiger betroffen als Männer.
| Risikobereich | Beispiele |
|---|---|
| Knochen | Osteoporose, höheres Alter |
| Mobilität | Muskelschwäche, Gangunsicherheit, frühere Stürze |
| Gesundheit | Schwindel, Sehprobleme, neurologische Erkrankungen |
| Medikamente | Arzneimittel, die Schwindel oder Stürze begünstigen können |
| Umgebung | schlechte Beleuchtung, Stolperfallen |
Hier zeigt sich, warum Sturzprophylaxe so wichtig ist. Ein Oberschenkelhalsbruch ist nicht nur ein Knochenbruch, sondern kann der Beginn eines längeren Verlusts von Mobilität und Selbstständigkeit sein.
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Wie wird ein Oberschenkelhalsbruch diagnostiziert?
Die Diagnose erfolgt meist im Krankenhaus. Zunächst wird die betroffene Person untersucht. Dabei werden Schmerzlokalisation, Beinposition, Beweglichkeit, Durchblutung, Sensibilität und mögliche Begleitverletzungen beurteilt. Auch der Unfallhergang ist wichtig: War es ein Stolpersturz, ein Kreislaufproblem, ein Sturz aus dem Bett oder ein Unfall mit stärkerer Krafteinwirkung?
In der Regel wird anschließend eine Röntgenuntersuchung von Becken und Hüfte durchgeführt. Damit lässt sich ein Oberschenkelhalsbruch meistens gut erkennen. Wenn der Verdacht weiter besteht, das Röntgenbild aber unauffällig oder nicht eindeutig ist, können weitere bildgebende Verfahren notwendig sein, zum Beispiel Computertomographie oder Magnetresonanztomographie.
Bei älteren Menschen gehört außerdem die Abklärung möglicher Sturzursachen dazu. Dazu zählen zum Beispiel Kreislaufprobleme, Herzrhythmusstörungen, Infektionen, Flüssigkeitsmangel, Sehprobleme, neurologische Ursachen oder Nebenwirkungen von Medikamenten. Diese Abklärung ist wichtig, um erneute Stürze zu vermeiden.
Behandlung: Warum wird häufig operiert?
Die meisten Oberschenkelhalsbrüche werden operiert. Ziel der Operation ist, Schmerzen zu reduzieren, die Fraktur stabil zu versorgen und eine frühe Mobilisation zu ermöglichen. Gerade bei älteren Menschen ist längere Bettruhe riskant, weil sie Komplikationen begünstigen kann.
Welche Operation durchgeführt wird, hängt von mehreren Faktoren ab:
- genauer Lage des Bruchs
- Verschiebung der Bruchstücke
- Stabilität der Fraktur
- Durchblutung des Oberschenkelkopfs
- Alter
- Knochenqualität
- Begleiterkrankungen
- Mobilität vor dem Sturz
- Allgemeinzustand
Bei jüngeren oder aktiveren Menschen wird häufiger versucht, das eigene Hüftgelenk zu erhalten. Dafür können Schrauben, Platten oder andere Osteosyntheseverfahren eingesetzt werden. Bei älteren Menschen, schlechter Knochenqualität oder verschobenen Brüchen kann ein künstlicher Gelenkersatz notwendig werden, zum Beispiel eine Teilendoprothese oder Totalendoprothese.
Eine nicht operative Behandlung kommt nur in besonderen Situationen infrage, etwa wenn eine Operation aufgrund des Allgemeinzustands nicht möglich ist oder eine Fraktur sehr stabil ist. Das muss individuell entschieden werden.
Mögliche Komplikationen eines Oberschenkelhalsbruchs
Ein Oberschenkelhalsbruch kann verschiedene Komplikationen nach sich ziehen. Einige hängen direkt mit der Fraktur oder Operation zusammen, andere entstehen durch Immobilität oder den allgemeinen Gesundheitszustand.
Mögliche Komplikationen sind:
- Nachblutung oder Wundheilungsstörung
- Infektion
- Thrombose oder Lungenembolie
- Lungenentzündung
- Dekubitus
- Delir, besonders bei älteren Menschen
- anhaltende Schmerzen
- eingeschränkte Beweglichkeit
- erneuter Sturz
- Lockerung oder Probleme mit einer Prothese
- Durchblutungsstörung des Oberschenkelkopfs bei bestimmten Frakturformen
Pflege, Physiotherapie und ärztliche Behandlung greifen hier eng ineinander. Je früher Risiken erkannt werden, desto besser können Gegenmaßnahmen eingeleitet werden.
Pflege nach einem Oberschenkelhalsbruch
Nach einem Oberschenkelhalsbruch übernimmt die Pflege eine wichtige Rolle im Behandlungsverlauf. Neben der Unterstützung bei der Mobilisation geht es vor allem darum, Schmerzen zu erfassen, mögliche Komplikationen frühzeitig zu erkennen und die Selbstständigkeit der Betroffenen so weit wie möglich zu erhalten. Gerade ältere Menschen benötigen nach einer Schenkelhalsfraktur häufig vorübergehend deutlich mehr Unterstützung im Alltag.
Zu den pflegerischen Schwerpunkten gehören unter anderem Schmerzmanagement, Mobilisation, Sturzprophylaxe sowie Thrombose-, Pneumonie- und Dekubitusprophylaxe. Auch Veränderungen von Orientierung und Verhalten, Kreislauf und Flüssigkeitsaufnahme sollten aufmerksam beobachtet werden. Gleichzeitig beginnt bereits während des Krankenhausaufenthalts die Planung der weiteren Versorgung.
Schmerzmanagement und Beobachtung
Schmerzen können die Mobilisation erschweren und dazu führen, dass Betroffene Bewegungen vermeiden. Pflegekräfte erfassen deshalb regelmäßig Schmerzintensität und Schmerzverlauf und beobachten, wie gut die verordnete Schmerztherapie wirkt. Dabei sollte auch darauf geachtet werden, wann Schmerzen auftreten – beispielsweise in Ruhe, beim Umlagern oder bei der Mobilisation.
Bei Menschen mit Demenz oder eingeschränkter Kommunikationsfähigkeit ist die Schmerzeinschätzung besonders anspruchsvoll. Neben verbalen Angaben können hier nonverbale Hinweise wie eine angespannte Körperhaltung, Abwehrbewegungen, Gesichtsausdruck, Unruhe oder verändertes Verhalten auf Schmerzen hindeuten.
Frühe und sichere Mobilisation
Eine möglichst frühe Mobilisation ist ein wichtiger Bestandteil der Versorgung nach einem Oberschenkelhalsbruch. Wann und wie das betroffene Bein belastet werden darf, hängt jedoch von der Fraktur, dem Operationsverfahren und den individuellen ärztlichen und physiotherapeutischen Vorgaben ab.
Pflegekräfte unterstützen beispielsweise beim Aufsetzen an die Bettkante, beim Aufstehen, bei Transfers und beim Gehen mit geeigneten Hilfsmitteln. Dabei geht es nicht nur darum, Bewegung zu ermöglichen, sondern auch Sicherheit zu vermitteln. Gerade nach einem Sturz haben manche Betroffene Angst, erneut zu fallen, und vermeiden deshalb Bewegung.
Gleichzeitig sollte vorhandene Selbstständigkeit gefördert werden. Tätigkeiten, die Betroffene sicher selbst übernehmen können, sollten ihnen nicht vollständig abgenommen werden. So können Beweglichkeit und Selbstvertrauen Schritt für Schritt wieder aufgebaut werden.
Thrombose-, Pneumonie- und Dekubitusprophylaxe
Die vorübergehend eingeschränkte Mobilität erhöht insbesondere bei älteren oder gesundheitlich vorbelasteten Menschen das Risiko für weitere Komplikationen. Entsprechend wichtig sind individuell angepasste prophylaktische Maßnahmen.
Zur pflegerischen Versorgung gehören unter anderem die Beobachtung der Haut, regelmäßige Positionsveränderungen bei eingeschränkter Eigenbewegung sowie die Unterstützung bei der Mobilisation. Auch Maßnahmen zur Thrombose- und Pneumonieprophylaxe werden entsprechend dem individuellen Risiko und den ärztlichen beziehungsweise therapeutischen Vorgaben umgesetzt.
Dabei sollte die Prophylaxe immer an den tatsächlichen Fähigkeiten und Risiken der betroffenen Person ausgerichtet sein. Ziel ist es, Immobilität möglichst zu reduzieren und gleichzeitig eine sichere Versorgung zu gewährleisten.
Delir erkennen und vorbeugen
Vor allem ältere Patient haben nach einer hüftgelenksnahen Fraktur und Operation ein erhöhtes Risiko für ein Delir. Dabei können sich Aufmerksamkeit, Orientierung und Verhalten innerhalb kurzer Zeit deutlich verändern. Pflegekräfte haben durch den regelmäßigen Kontakt mit den Betroffenen eine wichtige Rolle beim frühzeitigen Erkennen solcher Veränderungen. Auffällig können beispielsweise plötzliche Desorientierung, ungewöhnliche Unruhe, starke Müdigkeit, Veränderungen des Schlaf-Wach-Rhythmus oder ein verändertes Verhalten sein.
Zur Delirprävention können unter anderem eine möglichst frühe Mobilisation, ausreichende Flüssigkeitsaufnahme, Orientierungshilfen und ein möglichst geregelter Tag-Nacht-Rhythmus beitragen. Auch Brille und Hörgeräte sollten, wenn möglich, verfügbar sein. Veränderungen des Bewusstseins oder Verhaltens sollten zeitnah im Behandlungsteam weitergegeben und abgeklärt werden.
Unterstützung bei Aktivitäten des täglichen Lebens
Nach einem Oberschenkelhalsbruch können selbst alltägliche Tätigkeiten vorübergehend schwierig werden. Körperpflege, An- und Ausziehen, Toilettengänge oder der Transfer vom Bett auf einen Stuhl sind je nach Mobilität möglicherweise nur mit Unterstützung möglich.
Pflegekräfte helfen dort, wo Unterstützung benötigt wird, und fördern gleichzeitig vorhandene Fähigkeiten. Das Ziel besteht darin, möglichst viel Selbstständigkeit zu erhalten oder wiederzugewinnen. Hilfsmittel können dabei helfen, bestimmte Tätigkeiten sicherer und zunehmend eigenständig durchzuführen.
Entlassungsmanagement und weitere Versorgung
Die Versorgung endet nicht mit der Entlassung aus dem Krankenhaus. Bereits während des stationären Aufenthalts sollte geklärt werden, welche Unterstützung nach der Akutbehandlung benötigt wird.
Je nach Gesundheitszustand und Mobilität kann beispielsweise eine Rehabilitation oder Kurzzeitpflege notwendig sein. Bei einer Rückkehr nach Hause sollte geprüft werden, ob Hilfsmittel, ambulante Pflege oder Unterstützung durch Zugehörige benötigt werden. Auch mögliche Stolperfallen und notwendige Anpassungen des Wohnumfelds sollten berücksichtigt werden.
Besteht längerfristig ein erheblicher Unterstützungsbedarf, kann außerdem geprüft werden, ob ein Pflegegrad beantragt werden sollte. Eine frühzeitige Planung erleichtert den Übergang aus dem Krankenhaus und kann dazu beitragen, Mobilität und Selbstständigkeit auch nach der Entlassung weiter zu fördern.
Rehabilitation und Alltag nach dem Oberschenkelhalsbruch
Nach der Akutbehandlung folgt häufig eine Rehabilitation oder Anschlussversorgung. Ziel ist, die Mobilität wieder zu verbessern, Kraft aufzubauen und möglichst viel Selbstständigkeit zurückzugewinnen. Ob jemand nach Hause, in eine Reha-Einrichtung, in Kurzzeitpflege oder in eine andere Versorgungsform entlassen wird, hängt vom Zustand vor dem Sturz, vom Verlauf und vom Unterstützungsbedarf ab.
Wichtig sind vor allem:
- sicheres Gehen mit Hilfsmitteln
- Training von Kraft und Gleichgewicht
- Schmerzreduktion
- Treppensteigen, Transfers und Alltagshandlungen üben
- Wohnumfeld prüfen
- Hilfsmittel organisieren
- Sturzrisiken zuhause verringern
- Unterstützung durch ambulante Pflege oder Zugehörige klären
- Osteoporose oder andere Risikofaktoren weiter abklären
Ein Oberschenkelhalsbruch kann körperlich und psychisch verunsichern. Manche Menschen entwickeln nach einem Sturz große Angst vor erneuten Stürzen. Das ist nachvollziehbar, kann aber dazu führen, dass sie sich weniger bewegen. Dadurch bauen Muskeln weiter ab, und das Sturzrisiko kann erneut steigen. Deshalb ist eine gute Balance wichtig: Sicherheit schaffen, aber Bewegung nicht vollständig vermeiden.
Vorbeugung: Wie lässt sich das Risiko senken?
Nicht jeder Oberschenkelhalsbruch lässt sich verhindern. Trotzdem gibt es viele Möglichkeiten, das Risiko zu senken. Entscheidend sind zwei Ziele: Stürze vermeiden und Knochen stärken.
Zur Vorbeugung können beitragen:
- regelmäßige Bewegung
- Kraft- und Gleichgewichtstraining
- sichere Schuhe
- passende Gehhilfen
- gute Beleuchtung
- Stolperfallen entfernen
- Seh- und Hörprobleme abklären
- Medikamente regelmäßig überprüfen lassen
- Schwindel oder Gangunsicherheit ernst nehmen
- ausreichende Ernährung
- Osteoporose erkennen und behandeln
- Hilfsmittel im Bad oder Wohnraum nutzen
Besonders wichtig ist der Zusammenhang mit Osteoporose. Wenn Knochen geschwächt sind, kann schon ein leichter Sturz schwere Folgen haben. Deshalb sollte nach einem Oberschenkelhalsbruch häufig geprüft werden, ob eine Osteoporose vorliegt und ob eine gezielte Behandlung sinnvoll ist.
Fazit: Schnelle Behandlung und gute Pflege sind entscheidend
Ein Oberschenkelhalsbruch ist eine ernstzunehmende Verletzung, besonders im höheren Lebensalter. Typisch sind Schmerzen in Hüfte oder Leiste, fehlende Belastbarkeit und manchmal ein verkürztes, nach außen gedrehtes Bein. Bei Verdacht sollte schnell medizinische Hilfe organisiert werden.
Die meisten Oberschenkelhalsbrüche werden operiert, damit Schmerzen reduziert, die Fraktur stabilisiert und frühe Mobilisation möglich werden. Danach spielen Pflege, Physiotherapie, Rehabilitation und Sturzprophylaxe eine zentrale Rolle. Ziel ist nicht nur Knochenheilung, sondern möglichst viel Mobilität, Sicherheit und Selbstständigkeit im Alltag.
Die häufigsten Fragen zum Oberschenkelhalsbruch
Woran erkennt man einen Oberschenkelhalsbruch?
Typische Zeichen sind starke Schmerzen in Hüfte, Leiste, Gesäß oder Oberschenkel, fehlende Belastbarkeit, ein verkürztes Bein oder ein nach außen gedrehtes Bein. Manchmal sind die Beschwerden weniger eindeutig, besonders wenn die Fraktur eingestaucht oder wenig verschoben ist.
Ist ein Oberschenkelhalsbruch ein Notfall?
Ja, bei Verdacht sollte schnell medizinische Hilfe organisiert werden. Die betroffene Person sollte nicht zum Aufstehen gedrängt werden, weil Bewegung und Belastung die Verletzung verschlimmern können.
Muss ein Oberschenkelhalsbruch immer operiert werden?
In den meisten Fällen wird ein Oberschenkelhalsbruch operiert. Welche Methode eingesetzt wird, hängt von Bruchform, Alter, Knochenqualität, Aktivität und Allgemeinzustand ab. Nur in besonderen Situationen kommt eine nicht operative Behandlung infrage.
Welche Operation wird bei einem Oberschenkelhalsbruch gemacht?
Das hängt von der Fraktur ab. Möglich sind gelenkerhaltende Verfahren mit Schrauben oder Platten sowie ein künstlicher Gelenkersatz. Bei älteren Menschen oder verschobenen Brüchen wird häufiger eine Teil- oder Totalendoprothese eingesetzt.
Wie lange dauert die Heilung nach einem Oberschenkelhalsbruch?
Das ist individuell unterschiedlich. Entscheidend sind Alter, Allgemeinzustand, Operationsverfahren, Begleiterkrankungen und Mobilität vor dem Sturz. Viele Menschen brauchen nach der Akutbehandlung Rehabilitation, Hilfsmittel oder zusätzliche Unterstützung im Alltag.
Welche Komplikationen können auftreten?
Möglich sind unter anderem Schmerzen, eingeschränkte Beweglichkeit, Wundheilungsstörungen, Infektionen, Thrombosen, Lungenentzündung, Dekubitus oder Delir. Bei bestimmten Frakturformen kann auch die Durchblutung des Oberschenkelkopfs beeinträchtigt sein.
Welche Pflege ist nach einem Oberschenkelhalsbruch wichtig?
Wichtig sind Schmerzbeobachtung, sichere Mobilisation, Sturzprophylaxe, Hautbeobachtung, Thrombose- und Pneumonieprophylaxe, Unterstützung bei Alltagsaktivitäten, Orientierungshilfen und eine gute Vorbereitung der weiteren Versorgung.
Kann man einen Oberschenkelhalsbruch vorbeugen?
Das Risiko lässt sich senken, indem Stürze vermieden und Knochen gestärkt werden. Dazu gehören Bewegung, Kraft- und Gleichgewichtstraining, sichere Wohnumgebung, Hilfsmittel, gute Beleuchtung, passende Schuhe und die Abklärung von Osteoporose.
Medizinische und rechtliche Hinweise
Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und ersetzt keinesfalls eine professionelle medizinische Beratung. Die enthaltenen Informationen sind nicht dafür geeignet, eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen zu beginnen bzw. abzubrechen. Bei gesundheitlichen Anliegen und zur Klärung individueller Fragen sollte stets ein qualifizierter Arzt oder eine qualifizierte Ärztin konsultiert werden. Im Falle gesundheitlicher Probleme ist es wichtig, rechtzeitig ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Quellen:
AMBOSS GmbH (2026). Oberschenkelhalsfraktur [Internet]. Berlin/Köln: 2026, abgerufen am 01. September 2026, Verfügbar unter: https://www.amboss.com/de/snippet/Oberschenkelhalsfraktur
Bundesministerium für Gesundheit (BMG) (2024). Hüftgelenksnahe Fraktur [Internet]. Berlin: 2024, abgerufen am 01. September 2026, Verfügbar unter: https://gesund.bund.de/hueftgelenksnahe-fraktur
Bundesministerium für Gesundheit (BMG) (2024). Stürze bei älteren Menschen: Vorbeugung durch Bewegung [Internet]. Berlin: 2024, abgerufen am 01. September 2026, Verfügbar unter: https://gesund.bund.de/stuerze-aeltere-menschen
Bundesministerium für Gesundheit (BMG) (2022). Osteoporose: Vorbeugung und Behandlung [Internet]. Berlin: 2022, abgerufen am 01. September 2026, Verfügbar unter: https://gesund.bund.de/osteoporose
Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA) (2026). Richtlinie zur Versorgung der hüftgelenknahen Femurfraktur [Internet]. Berlin: 2026, abgerufen am 01. September 2026, Verfügbar unter: https://www.g-ba.de/richtlinien/118/
Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) (2022). Was ältere Menschen tun können, um Stürzen vorzubeugen [Internet]. Köln: 2022, abgerufen am 01. September 2026, Verfügbar unter: https://www.gesundheitsinformation.de/was-aeltere-menschen-tun-koennen-um-stuerzen-vorzubeugen.html
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