Pflege ohne Ausbildung: Das brauchst du für den Start
Veröffentlicht am 29.07.2026

Wer über einen Quereinstieg in der Pflege nachdenkt, sollte praktische Erfahrungen sammeln, um den Pflegealltag kennenzulernen. Bildquelle: Canva.de
Du möchtest in der Pflege arbeiten, hast aber keine abgeschlossene Pflegeausbildung? Dann ist ein Einstieg grundsätzlich möglich. Viele Einrichtungen suchen Unterstützung in der Grundpflege, Betreuung, Alltagsbegleitung oder Hauswirtschaft. Gerade für Quereinsteiger:innen kann Pflege ohne Ausbildung ein guter erster Schritt sein, um den Pflegealltag kennenzulernen und praktische Erfahrung zu sammeln.
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Das Wichtigste in Kürze
- 👩⚕️ Pflege ohne Ausbildung ist möglich: Viele Pflegeeinrichtungen, ambulante Pflegedienste und Krankenhäuser beschäftigen Quereinsteiger:innen in der Pflegehilfe, Betreuung oder Hauswirtschaft.
- 🤝 Klare Aufgabenverteilung: Ohne Pflegeausbildung unterstützt du Pflegefachpersonen bei der Grundpflege, Alltagsbegleitung und hauswirtschaftlichen Tätigkeiten. Vorbehaltene pflegerische Aufgaben dürfen jedoch nicht eigenverantwortlich übernommen werden.
- 🎯 Guter Einstieg für Quereinsteiger:innen: Wer zuverlässig, empathisch und lernbereit ist, kann praktische Erfahrungen sammeln und herausfinden, ob der Pflegeberuf zu den eigenen Interessen passt.
- 📚 Qualifizierung lohnt sich: Mit einer Ausbildung zur Pflegefachassistenz oder Pflegefachperson eröffnen sich langfristig bessere Karrierechancen, mehr Verantwortung und höhere Verdienstmöglichkeiten.
- ⚖️ Neue Regelungen ab 2027: Das Pflegefachassistenzgesetz (PflFAssG) schafft erstmals eine bundesweit einheitliche Ausbildung in der Pflegefachassistenz und erleichtert den Einstieg in einen anerkannten Assistenzberuf.
- 💶 Verdienst: Pflegehilfskräfte ohne Ausbildung erhalten mindestens den gesetzlichen Pflegemindestlohn, der ab Juli 2026 bei 16,52 Euro brutto pro Stunde liegt – je nach Arbeitgeber und Tarifvertrag kann das Gehalt höher ausfallen.
Wichtig ist aber: Pflege ohne Ausbildung bedeutet nicht, dass du dieselben Aufgaben übernehmen darfst wie eine Pflegefachperson. Bestimmte Tätigkeiten bleiben qualifizierten Pflegefachpersonen vorbehalten. Andere Aufgaben darfst du nur nach Einarbeitung, Anleitung oder Delegation übernehmen. Deshalb solltest du vor dem Start genau wissen, welche Tätigkeiten möglich sind, wo die Grenzen liegen und welche Qualifizierung langfristig sinnvoll sein kann.
Kann man in der Pflege auch ohne Ausbildung arbeiten?
Ja, du kannst auch ohne Ausbildung in der Pflege arbeiten. Viele Pflegeeinrichtungen, ambulante Pflegedienste oder Kliniken stellen Menschen ohne pflegerischen Berufsabschluss ein, wenn sie zuverlässig, einfühlsam, belastbar und lernbereit sind.
Typische Einsatzorte sind:
- stationäre Pflegeeinrichtungen
- ambulante Pflegedienste
- Tagespflege
- Krankenhäuser
- Einrichtungen der Eingliederungshilfe
- private Betreuungsangebote
- hauswirtschaftsnahe Unterstützungsdienste
Ohne Ausbildung arbeitest du jedoch nicht eigenverantwortlich als Pflegefachperson. Meist unterstützt du qualifizierte Pflegekräfte bei alltäglichen Aufgaben. Dazu gehören zum Beispiel einfache pflegerische Hilfen, Betreuung, hauswirtschaftliche Unterstützung oder Begleitung im Alltag.

Anna Liebig
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Für den Einstieg ist deshalb entscheidend, dass du eine realistische Vorstellung vom Arbeitsalltag hast. Pflege ist nah am Menschen, körperlich anspruchsvoll und emotional fordernd. Gleichzeitig kann sie sehr sinnstiftend sein, weil du pflegebedürftige Menschen direkt im Alltag unterstützt.
Quereinstieg in die Pflege ohne Ausbildung: Für wen passt das?
Ein Quereinstieg in die Pflege ohne Ausbildung passt vor allem dann zu dir, wenn du gerne praktisch arbeitest, Verantwortung ernst nimmst und dich auf unterschiedliche Menschen einstellen kannst. Du brauchst nicht sofort einen Berufsabschluss, aber du brauchst die Bereitschaft, dich einarbeiten zu lassen und fachliche Grenzen zu akzeptieren.
Hilfreich sind zum Beispiel:
- Zuverlässigkeit
- Einfühlungsvermögen
- körperliche Belastbarkeit
- psychische Stabilität
- Teamfähigkeit
- gute Kommunikation
- Lernbereitschaft
- Sorgfalt bei Nähe, Scham und Privatsphäre
- Bereitschaft zu Schicht-, Wochenend- oder Feiertagsdiensten
Gerade am Anfang solltest du auf eine gute Einarbeitung achten. Seriöse Einrichtungen setzen ungelernte Mitarbeitende nicht sofort allein in komplexe Situationen, sondern führen sie schrittweise an Aufgaben heran.
Arbeit in der Pflege ohne Ausbildung: Welche Aufgaben sind möglich?
Welche Aufgaben du übernehmen darfst, hängt von der Einrichtung, deinem Einsatzbereich, deiner Einarbeitung und den internen Vorgaben ab. Grundsätzlich gilt: Je komplexer oder risikoreicher eine Tätigkeit ist, desto wichtiger sind Qualifikation, Anleitung und klare Verantwortung.
| Bereich | Mögliche Aufgaben ohne Ausbildung |
|---|---|
| Grundpflege | Unterstützung beim Waschen, Ankleiden, Essen und Trinken |
| Mobilisation | Hilfe beim Aufstehen, Gehen, Lagern und Umsetzen |
| Betreuung | Gespräche, Beschäftigung, Begleitung im Alltag |
| Hauswirtschaft | Betten machen, Mahlzeiten vorbereiten, Ordnung halten |
| Beobachtung | Veränderungen wahrnehmen und an Pflegefachpersonen weitergeben |
| Dokumentation | einfache Einträge nach Vorgabe der Einrichtung |
| Begleitung | Unterstützung bei Spaziergängen, Terminen oder Aktivitäten |
Nicht geeignet sind eigenständige Entscheidungen über Pflegebedarf, Pflegeplanung, komplexe medizinische Maßnahmen oder risikoreiche Behandlungspflege. Wenn du ohne Ausbildung in der Pflege arbeitest, brauchst du deshalb klare Absprachen: Was darfst du tun? Wann musst du Rücksprache halten? Wer trägt die fachliche Verantwortung?
Was macht eine Pflegehilfskraft ohne Ausbildung?
Eine Pflegehilfskraft ohne Ausbildung unterstützt Pflegefachpersonen im Alltag. Du arbeitest also nicht als ausgebildete Pflegefachkraft, sondern übernimmst einfache, angeleitete Tätigkeiten.
Typische Aufgaben können sein:
- beim Waschen und Anziehen helfen
- Essen und Trinken anreichen
- bei Toilettengängen unterstützen
- Betten machen und Zimmer vorbereiten
- beim Aufstehen oder Gehen helfen
- einfache Beschäftigungsangebote begleiten
- Veränderungen an Pflegefachpersonen melden
- nach Anleitung dokumentieren
Gerade die Beobachtung ist wichtig. Wenn du bemerkst, dass eine Person plötzlich verwirrter wirkt, weniger trinkt, Schmerzen äußert oder sich schlechter bewegen kann, gibst du diese Information an Pflegefachpersonen weiter. Die fachliche Einschätzung und die weitere Pflegeplanung übernehmen dann qualifizierte Pflegekräfte.
Ambulante Pflege ohne Ausbildung: Was du vorher klären solltest
Auch in der ambulanten Pflege kannst du ohne Ausbildung arbeiten. Dort unterstützt du pflegebedürftige Menschen meist zu Hause. Mögliche Aufgaben sind Hilfe bei der Körperpflege, Unterstützung beim Ankleiden, einfache Mobilisation, hauswirtschaftliche Tätigkeiten oder Alltagsbegleitung.
Der ambulante Bereich stellt aber besondere Anforderungen. Du bist häufig allein im Haushalt der betreuten Person unterwegs. Deshalb brauchst du besonders viel Zuverlässigkeit, Verantwortungsbewusstsein und eine gute Einarbeitung.
Vor dem Start sollte klar geregelt sein:
- Welche Aufgaben darfst du übernehmen?
- Welche Tätigkeiten sind ausgeschlossen?
- Wer ist fachlich verantwortlich?
- Wann musst du Rücksprache halten?
- Wie wird dokumentiert?
- Was ist im Notfall zu tun?
- Brauchst du einen Führerschein und Fahrpraxis?
Nicht jede Aufgabe in der ambulanten Pflege eignet sich für ungelernte Kräfte. Medikamentengabe, komplexe Wundversorgung oder medizinische Behandlungspflege dürfen nicht einfach ohne entsprechende Qualifikation übernommen werden. Gerade wenn du neu einsteigst, kann es sinnvoll sein, zunächst in einem gut begleiteten Team zu arbeiten und erst später mehr Verantwortung im ambulanten Setting zu übernehmen.
Pflegehilfskräfte ohne Ausbildung und neues Gesetz: Was ändert sich?
Beim Thema Pflegehilfskräfte ohne Ausbildung und neues Gesetz geht es meist um das Pflegefachassistenzgesetz (PflFAssG). Dieses Gesetz führt ab 2027 eine bundesweit einheitliche Ausbildung in der Pflegefachassistenz ein.
Bisher gibt es in den Bundesländern unterschiedliche Pflegehilfe- und Pflegeassistenzausbildungen. Das PflFAssG soll hier mehr Einheitlichkeit schaffen. Ziel ist ein klar geregelter Assistenzberuf, der den Einstieg erleichtert und zugleich festlegt, welche Kompetenzen Pflegefachassistenzpersonen erwerben.
| Punkt | Pflegefachassistenz ab 2027 |
|---|---|
| Berufsbild | bundesweit einheitliche Pflegefachassistenz |
| Dauer | 18 Monate in Vollzeit, bis zu 36 Monate in Teilzeit |
| Zugang | grundsätzlich Hauptschulabschluss oder abgeschlossene Berufsausbildung |
| Zugang ohne Schulabschluss | möglich, wenn die Pflegeschule eine positive Prognose stellt |
| Praxis | Einsätze in Krankenhaus, stationärer Langzeitpflege und ambulanter Pflege |
| Vergütung | Anspruch auf angemessene Ausbildungsvergütung |
| Perspektive | Anrechnung auf die Ausbildung zur Pflegefachperson möglich |
Das bedeutet nicht, dass du ab 2027 ohne Ausbildung gar nicht mehr in der Pflege arbeiten darfst. Ungelernte Tätigkeiten bleiben möglich. Wenn du aber dauerhaft mehr Verantwortung übernehmen und eine anerkannte Qualifikation erreichen möchtest, kann die Pflegefachassistenz ein sinnvoller Weg sein.
Berufsanerkennung ohne Ausbildung in der Pflege: Geht das?
Eine Berufsanerkennung ohne Ausbildung in der Pflege ist nur sehr eingeschränkt möglich. Eine Anerkennung bedeutet normalerweise, dass ein vorhandener Berufsabschluss geprüft wird. Wenn du gar keine Ausbildung oder keinen vergleichbaren Abschluss hast, kannst du in der Regel nicht als Pflegefachperson anerkannt werden.
Anders ist es bei Berufserfahrung. Das PflFAssG sieht Möglichkeiten vor, vorhandene Berufserfahrung oder gleichwertige Kompetenzen auf die Ausbildung anzurechnen. Unter bestimmten Voraussetzungen kann sich die Ausbildung dadurch verkürzen. Berufserfahrung ersetzt also nicht automatisch eine Ausbildung, kann aber den Weg zu einem anerkannten Abschluss erleichtern.
| Situation | Bedeutung |
|---|---|
| keine Ausbildung, aber Interesse an Pflege | Einstieg als Hilfskraft oder über Qualifizierung möglich |
| ausländischer Pflegeabschluss | Anerkennungsverfahren erforderlich |
| lange Berufserfahrung ohne Abschluss | mögliche Anrechnung auf Pflegefachassistenz, aber keine automatische Anerkennung |
| abgebrochene Pflegeausbildung | unter Umständen Anrechnung oder verkürzter Weg möglich |
| Ziel Pflegefachperson | anerkannte Ausbildung oder Pflegestudium erforderlich |
Wenn du im Ausland eine Pflegequalifikation erworben hast, solltest du ein Anerkennungsverfahren prüfen. Wenn du dagegen ohne Ausbildung und ohne Berufsabschluss startest, brauchst du in der Regel eine Qualifizierung, wenn du eine geschützte Berufsbezeichnung führen oder mehr Verantwortung übernehmen möchtest.
Berufe in der Pflege ohne Ausbildung: Welche Möglichkeiten gibt es?
Es gibt verschiedene Berufe und Tätigkeiten in der Pflege ohne Ausbildung. Die Bezeichnungen sind nicht immer einheitlich. In der Praxis findest du zum Beispiel Stellen in der Pflegehilfe, Betreuung, Alltagsbegleitung, persönlichen Assistenz, Hauswirtschaft oder Stationsunterstützung.
| Tätigkeit | Typischer Schwerpunkt |
|---|---|
| Pflegehilfskraft ohne Ausbildung | Unterstützung bei Grundpflege und Alltag |
| Betreuungskraft | Aktivierung, Beschäftigung und soziale Begleitung |
| Alltagsbegleitung | Unterstützung im Alltag, Begleitung und Struktur |
| Hauswirtschaftskraft in Pflegeeinrichtungen | Reinigung, Wäsche, Mahlzeiten und Wohnumfeld |
| Persönliche Assistenz | individuelle Unterstützung im Alltag, je nach Bedarf |
| Stationsunterstützung | unterstützende Tätigkeiten auf Station |
| Pflegefachassistenzperson | qualifizierte Assistenz nach abgeschlossener Ausbildung |
Solche Tätigkeiten können ein guter Einstieg sein, wenn du herausfinden möchtest, ob die Pflege zu dir passt. Wenn du langfristig bleiben möchtest, lohnt sich eine Qualifizierung. Dadurch bekommst du mehr Sicherheit, bessere Entwicklungsmöglichkeiten und häufig auch eine bessere Bezahlung.
Kann man ohne Ausbildung in der Pflegeassistenz arbeiten?
Das hängt davon ab, was mit der jeweiligen Stelle gemeint ist. Bezeichnungen wie Pflegeassistenz, Pflegehilfe oder Assistenz in der Pflege werden im Alltag unterschiedlich verwendet. Teilweise geht es um ungelernte Unterstützungstätigkeiten, teilweise um eine geregelte Ausbildung.
Ab 2027 wird die Pflegefachassistenz bundesweit einheitlich geregelt. Geschützte Berufsbezeichnungen dürfen dann nur geführt werden, wenn die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind.
Für dich bedeutet das:
- Als ungelernte Pflegehilfskraft kannst du in die Pflege einsteigen.
- Eine geschützte Berufsbezeichnung darfst du ohne Abschluss nicht führen.
- Einrichtungen müssen Aufgaben und Verantwortung klar begrenzen.
- Für mehr Verantwortung ist eine Qualifizierung sinnvoll.
Wenn du dich auf eine Stelle in der Pflegeassistenz bewirbst, solltest du deshalb genau prüfen, ob eine ungelernte Hilfstätigkeit gemeint ist oder ob eine abgeschlossene Assistenzqualifikation vorausgesetzt wird.
Welche Aufgaben darf ich übernehmen - und welche nicht?
| Darfst du übernehmen | Darfst du nicht eigenverantwortlich übernehmen |
|---|---|
| Essen anreichen | Medikamente verabreichen |
| Beim Waschen unterstützen | Pflegeplanung erstellen |
| Beim Aufstehen, Gehen und Mobilisieren helfen | Wundversorgung durchführen |
| Patient:innen begleiten | Injektionen verabreichen |
| Betreuung und Alltagsbegleitung | Fachliche Beurteilungen oder Diagnosen treffen |
Kann man Pflege ohne Ausbildung studieren?
Ja, du kannst Pflege grundsätzlich auch ohne vorherige Pflegeausbildung studieren, wenn du die hochschulrechtlichen Zugangsvoraussetzungen erfüllst. Je nach Bundesland und Hochschule können das zum Beispiel Abitur, Fachhochschulreife oder andere geregelte Zugangswege sein.
Ein primärqualifizierendes Pflegestudium führt nicht nur zu einem akademischen Abschluss, sondern auch zur Berufszulassung als Pflegefachperson. Es umfasst theoretische und praktische Studienanteile und bereitet dich auf die professionelle Pflege von Menschen aller Altersstufen vor.
Eine vorherige Pflegeausbildung ist also nicht immer notwendig. Praktische Erfahrung kann dir aber helfen, den Beruf besser einzuschätzen. Außerdem können vorhandene Qualifikationen je nach Hochschule möglicherweise angerechnet werden.
Wie viel verdient man in der Pflege ohne Ausbildung?
Der Verdienst in der Pflege ohne Ausbildung hängt von Einsatzbereich, Einrichtung, Bundesland, Tarifbindung, Schichtsystem und Aufgabenprofil ab. In Pflegeeinrichtungen, die unter den Pflegemindestlohn fallen, gelten für Pflegehilfskräfte verbindliche Mindestentgelte.
| Zeitraum | Mindestentgelt für Pflegehilfskräfte |
|---|---|
| ab 1. Juli 2026 | 16,52 Euro brutto pro Stunde |
| ab 1. Juli 2027 | 16,95 Euro brutto pro Stunde |
Der Pflegemindestlohn gilt aber nicht automatisch für jede pflegenahe Tätigkeit. In Privathaushalten oder bei Tätigkeiten außerhalb des Anwendungsbereichs kann stattdessen der allgemeine gesetzliche Mindestlohn maßgeblich sein. Ab 1. Januar 2027 liegt dieser bei 14,60 Euro brutto pro Stunde.
Zusätzlich können Zuschläge für Nachtarbeit, Wochenenden oder Feiertage hinzukommen. In tarifgebundenen Einrichtungen kann der Stundenlohn höher liegen. Ohne Ausbildung ist das Gehalt jedoch meist niedriger als bei qualifizierten Pflegehilfskräften, Pflegefachassistenzpersonen oder Pflegefachkräften.
Welche Qualifizierung lohnt sich nach dem Einstieg?
Wenn du zunächst ohne Ausbildung startest, kannst du später gezielt Kompetenzen aufbauen. Das verbessert nicht nur deine Sicherheit im Arbeitsalltag, sondern oft auch deine Bezahlung und Entwicklungsmöglichkeiten.
| Ziel | Möglicher Weg |
|---|---|
| sicherer Einstieg | Pflegebasiskurs oder interne Schulung |
| mehr Verantwortung | Pflegefachassistenz |
| geschützte Berufsbezeichnung | anerkannte Ausbildung |
| langfristige Fachkraftrolle | Ausbildung zur Pflegefachperson |
| akademischer Weg | primärqualifizierendes Pflegestudium |
| Betreuungsschwerpunkt | Qualifizierung als Betreuungskraft |
| Anerkennung ausländischer Qualifikation | Anerkennungsverfahren und gegebenenfalls Anpassungsmaßnahme |
Besonders sinnvoll ist eine Qualifizierung, wenn du dauerhaft körpernahe Pflege, ambulante Versorgung, Behandlungspflege oder mehr Verantwortung im Team übernehmen möchtest. Auch wenn du schon einige Zeit ohne Ausbildung in der Pflege gearbeitet hast, kann sich der Schritt in eine geregelte Qualifizierung lohnen. Berufserfahrung hilft dir oft dabei, die Inhalte besser einzuordnen und sicherer in der Praxis zu werden.
Fazit: Pflege ohne Ausbildung ist möglich, aber klar begrenzt
Arbeit in der Pflege ohne Ausbildung ist möglich und kann ein guter Einstieg für Quereinsteiger:innen sein. Besonders in der Grundpflege, Betreuung, Alltagsbegleitung oder Hauswirtschaft gibt es Tätigkeiten, die du nach Einarbeitung und Anleitung übernehmen kannst.
Gleichzeitig hat Pflege ohne Ausbildung klare Grenzen. Vorbehaltene Tätigkeiten, komplexe Pflegeplanung, eigenständige Fachverantwortung und geschützte Berufsbezeichnungen setzen eine entsprechende Qualifikation voraus. Das neue PflFAssG schafft ab 2027 einen bundesweit einheitlichen Weg, um aus einem Einstieg in die Pflege eine anerkannte Assistenzqualifikation zu machen.
Die häufigsten Fragen zu Pflege ohne Ausbildung
Welche Aufgaben darfst du ohne Ausbildung übernehmen?
Ohne Ausbildung kommen vor allem unterstützende Tätigkeiten infrage. Dazu gehören zum Beispiel Hilfe bei der Körperpflege, beim Ankleiden, bei Mahlzeiten, bei der Mobilisation, im Haushalt oder in der Alltagsbegleitung. Wichtig ist, dass deine Aufgaben klar begrenzt und fachlich begleitet werden.
Ist ambulante Pflege ohne Ausbildung schwieriger als stationäre Pflege?
Sie kann anspruchsvoller sein, weil du häufig allein im Haushalt der betreuten Person arbeitest. Deshalb brauchst du eine besonders gute Einarbeitung, klare Absprachen und die Sicherheit, in unklaren Situationen sofort Rücksprache halten zu können.
Darfst du ohne Ausbildung Medikamente geben?
Das lässt sich nicht pauschal beantworten und hängt von Qualifikation, Delegation, Einrichtungsvorgaben und Einzelfall ab. Ohne entsprechende Einarbeitung und klare fachliche Verantwortung solltest du keine medikamentenbezogenen Aufgaben übernehmen.
Kannst du ohne Ausbildung später Pflegefachperson werden?
Ja. Der Einstieg ohne Ausbildung kann ein erster Schritt sein. Für die Berufszulassung als Pflegefachperson brauchst du aber eine anerkannte Pflegeausbildung oder ein primärqualifizierendes Pflegestudium.
Wie erkennst du eine gute Einstiegsstelle?
Achte auf eine strukturierte Einarbeitung, klare Aufgabenbeschreibungen, feste Ansprechpersonen, transparente Dienstpläne und realistische Erwartungen. Vorsicht ist geboten, wenn du ohne Qualifikation sofort allein für komplexe Pflegesituationen eingeplant wirst.
Wie viel verdient man in der Pflege ohne Ausbildung?
In Pflegeeinrichtungen, die unter den Pflegemindestlohn fallen, gilt für Pflegehilfskräfte ab 1. Juli 2026 ein Mindestentgelt von 16,52 Euro brutto pro Stunde und ab 1. Juli 2027 von 16,95 Euro. Außerhalb dieses Bereichs kann der allgemeine gesetzliche Mindestlohn gelten.
Kann Berufserfahrung eine Ausbildung ersetzen?
Berufserfahrung ersetzt eine Ausbildung nicht automatisch. Sie kann aber unter bestimmten Voraussetzungen auf eine Qualifizierung angerechnet werden und den Weg zu einem anerkannten Abschluss verkürzen.
Quellen:
Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) (2026). Häufige Fragen zum Pflegeberufegesetz und zur Pflegefachassistenz [Internet]. Bonn: 2026, abgerufen am 20. Juli 2026, Verfügbar unter: https://www.bibb.de/de/214634.php
Bundesministerium der Justiz (BMJ) (2025). Gesetz über den Pflegefachassistenzberuf (Pflegefachassistenzgesetz – PflFAssG) [Internet]. Berlin: 2025, abgerufen am 20. Juli 2026, Verfügbar unter: https://www.gesetze-im-internet.de/pflfassg/BJNR1030B0025.html
Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) (2026). Mindestlohn in der Altenpflege [Internet]. Berlin: 2026, abgerufen am 20. Juli 2026, Verfügbar unter: https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/mindestlohn-altenpflege-steigt-2216632
Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) (2026). Pflegestudium [Internet]. Berlin: 2026, abgerufen am 20. Juli 2026, Verfügbar unter: https://www.pflegeausbildung.net/pflegestudium/
Bundesministerium für Gesundheit (BMG) (2024). Kabinett beschließt die Einführung einer neuen Pflegefachassistenzausbildung [Internet]. Berlin: 2024, abgerufen am 20. Juli 2026, Verfügbar unter: https://www.bundesgesundheitsministerium.de/presse/pressemitteilungen/pflegeassistenzgesetz-pm-04-09-2024
Bundesregierung (2025). Bundestag beschließt Pflegefachassistenzgesetz [Internet]. Berlin: 2025, abgerufen am 20. Juli 2026, Verfügbar unter: https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/pflegefachassistenzgesetz-2374930










