Tarifverhandlungen 2025 für Pflegekräfte öffentlicher Einrichtungen

Veröffentlicht am 17.03.2025

Zwei Männer geben sich die Hand - Tarifverhandlungen enden in Einigung

Im Rahmen der Tarifverhandlungen werden auch für Pflegekräfte neue Konditionen ausgehandelt. Quelle: canva.com

Im Rahmen der aktuellen Verhandlungen für Tarifbeschäftigte von Bund und Kommunen wird auch für Pflegekräfte öffentlicher Einrichtungen ein neuer Tarifvertrag ausgehandelt. Nach der Auftaktveranstaltung und den ersten beiden Verhandlungsrunden im Januar und Februar 2025, ging es vom 14. bis zum 16. März 2025 schließlich in die dritte Verhandlungsrunde.

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Die Termine auf einen Blick:

  • 24. Januar 2025: Auftaktveranstaltung und erste Verhandlungsrunde
  • 17. und 18. Februar 2025: zweite Verhandlungsrunde
  • 14. bis 16. März 2025: dritte Verhandlungsrunde

Forderungen der Gewerkschaften ver.di, dbb, beamtenbund und tarifunion

Die Gewerkschaften fordern für die Tarifbeschäftigten von Bund und Kommunen eine Erhöhung der Entgelte um acht Prozent bzw. um mindestens 350 Euro monatlich für eine Laufzeit von zwölf Monaten. Neben der Forderung nach mehr Gehalt, fordern ver.di, dbb, beamtenbund und tarifunion mehr Freizeit sowie Entlastung für die Tarifbeschäftigten in der Pflege:

„Das Entgelt-Volumen soll deshalb neben der Erhöhung der Tabellenentgelte auch für die Erhöhung weiterer Entgeltbestandteile (wie Erhöhung von Zeitzuschlägen) genutzt werden, die für belastende Tätigkeiten gezahlt werden.”

Außerdem erwarten die Gewerkschaften Folgendes:

1) zusätzliche freie Tage zum Ausgleich der Arbeitsbelastung,

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2) mehr Zeitsouveränität via Zeitkonto zum Zwecke der Finanzierung von Freistellung nach Bedarf,

3) Neuabschluss eines Tarifvertrags zur Altersteilzeit mit bevorzugtem Zugang für Beschäftigte in besonders belastenden Berufen,

4) eine Zeit- und wirkungsgleiche Übertragung des Volumens auf Beamt*innen, Richter*innen, Soldat*innen sowie Versorgungsempfänger*innen sowie

5) die Angleichung der Arbeitszeit im Beamtenbereich an das Tarifniveau (Verringerung von 41 Stunden auf 39 Stunden pro Woche).

Es geht bei den Tarifverhandlungen um weit mehr, als um Lohnerhöhungen und Inflationsanpassungen. Schließlich gehören Sonderzahlungen, genügend Urlaubstage und eine faire Regelung der Arbeitszeiten auch zu einem attraktiven Arbeitsverhältnis.

Ein Blick auf die dritte Tarifverhandlungsrunde in Potsdam

Die dritte Verhandlungsrunde lief vom 14.03.2025 bis zum 16.03.2025 in Potsdam. Das Team der zdfheute Redaktion hatte in seinem Artikel vom 06.03.2025 mit dem Titel: „Bundesweit Warnstreiks in Kliniken und Heimen” den Kern der Fakten vorab noch einmal gebündelt:

„Verhandelt wird für etwa 2,5 Millionen Angestellte bei Bund und Kommunen in diversen Berufsgruppen, so etwa Erzieherinnen und Erzieher, Krankenpfleger, Busfahrerinnen oder Feuerwehrleute. Verdi fordert eine Tariferhöhung um acht Prozent, mindestens aber 350 Euro mehr monatlich sowie höhere Zuschläge für die Arbeit zu belastenden und ungünstigen Zeiten. Die Ausbildungsvergütungen und Praktikantenentgelte sollen um 200 Euro monatlich angehoben werden. Außerdem fordert die Gewerkschaft mindestens drei zusätzliche freie Tage.”

Gegenwind kam von den kommunalen Arbeitgebenden. Zu teuer seien die Forderungen, denn die Mehrkosten beliefen sich im Falle einer Zustimmung auf ca. 15 Milliarden Euro. Auch die zusätzlichen freien Tage seien problematisch, da sie zu Einschränkungen in den kommunalen Dienstleistungen führten.

Stand der Dinge am 16.03.2024 - Kurzes Update

Sonntagabend (16.03.2025): Die Tarifgespräche laufen. Finale Ergebnisse können noch nicht präsentiert werden. Laut welt.de (Stand: 16.03.2025, 22.10 Uhr) geht es allerdings voran:

„Die Arbeitnehmerseite habe neue Vorschläge gemacht, die in die richtige Richtung gingen, hieß es aus Kreisen der Arbeitgeber von Bund und Kommunen. Diese reichten allerdings nicht aus. Aus Gewerkschaftskreisen wurde bestätigt, dass es neue Vorschläge gebe. Diese würden nun beraten.”

Stand der Dinge am 17.03.2025 – Kurzes Update

Montagmittag (17.03.2025): Mühsam nähern sich die Gewerkschaften und die Arbeitgebenden aneinander an. Laut BR24 Redaktion sich die Beteiligten wohl seit Freitag in einigen Punkten aufeinander zubewegt. „Der Spalt ist deutlich geringer geworden.", so die Verhandlungsführerin der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (Karin Welge). Dennoch sei nach wie vor keine konkrete Einigung in Sicht. BR24 schreibt weiter:

„Denkbar wäre auch, dass ein unabhängiger Schlichter [oder eine unabhängige Schlichterin] eingeschaltet wird, um eine Lösung für festgefahrene Gespräche zu finden.“

Stand der Dinge am 16.04.2025 - Kurzes Update

Der neue Tarifabschluss im Bereich TVöD-Pflege bringt Verbesserungen für die Beschäftigten in kommunalen Kliniken und Pflegeeinrichtungen mit sich.

Neben Gehaltserhöhungen stehen auch Entlastungsmaßnahmen im Mittelpunkt.

Der Tarifabschluss für den TVöD Pflege 2025 sieht eine Entgelterhöhung in zwei Stufen vor. Ab dem 1. April 2025 wird das Entgelt um 3 % angehoben, mindestens jedoch um 110 €.

Ab dem 1. Mai 2026 folgt eine weitere Erhöhung um 2,8 %. Die Gesamtlaufzeit des Vertrages erstreckt sich über 27 Monate bis zum 31. März 2027.

Zusätzlich wird die Jahressonderzahlung ab dem Jahr 2026 erhöht. Beschäftigte in den Entgeltgruppen P 1 bis P 8 erhalten künftig 90 % der Sonderzahlung, während diejenigen ab der Entgeltgruppe P 9a 85 % erhalten werden.

Des Weiteren erfolgt eine deutliche Anhebung der Zulagen ab Juli 2025. So beträgt die Zulage für ständige Schichtarbeit 100 € und für ständige Wechselschichtarbeit 250 €. Zudem ist eine Dynamisierung der Zulagen ab 2027 geplant.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Einführung eines zusätzlichen Urlaubstags ab 2027 für alle Beschäftigten, eine Umwandlung der Sonderzahlung in freie Tage wird es in der Pflege aber nicht geben.

Für diejenigen, die ihre Arbeitszeit freiwillig auf bis zu 42 Wochenstunden erhöhen möchten, wird ein Zuschlag gewährt: 25 % für die Entgeltgruppen P 5 bis P 9b und 10 % für die Gruppen P 9c bis P 16.

Für Auszubildende ist eine Erhöhung der Ausbildungsvergütung vorgesehen, und zwar um jeweils 75 € ab 2025 und 2026. Zudem wird eine unbefristete Übernahme in den Betrieb bei einer Bewertung von „befriedigend“ und bei entsprechendem Bedarf angeboten.

Nicht zuletzt wird für Hebammen eine neue Eingruppierung in die Entgeltgruppe P 11 eingeführt.

Quellen:

  1. Bundesministerium des Innern und für Heimat. (2025). Tarifverhandlungen 2025 im öffentlichen Dienst: Informationen und Verhandlungsrunden. Abgerufen am 8. März 2025, von https://www.bmi.bund.de/DE/themen/oeffentlicher-dienst/tvoed/tarifverhandlungen/tarifverhandlungen-2025
  2. zdfheute. (2025, 6. März). Warnstreiks in Kliniken und Pflegeheimen: Verdi fordert mehr Lohn und Freizeit. Abgerufen am 9. März 2025, von https://www.zdf.de/nachrichten/wirtschaft/warnstreiks-kliniken-pflegeheime-verdi-100
  3. welt.de. (2025, 16. März). Bewegung bei Tarifgesprächen für den öffentlichen Dienst. Abgerufen am 16. März 2025, von https://www.welt.de/newsticker/dpa_nt/infoline_nt/Politik__Inland_/article255711038/Bewegung-bei-Tarifgespraechen-fuer-oeffentlichen-Dienst
  4. BR24. (2025, 17. März). Zähe Tarifrunde um Gehalt und freie Tage im öffentlichen Dienst. Abgerufen am 17. März 2025, von https://www.br.de/nachrichten/wirtschaft/oeffentlicher-dienst-zaehe-tarifrunde-um-gehalt-und-freie-tage
  5. Henneke, S. (2025, 14. April). TVöD Pflege: Tarifabschluss für Krankenhäuser bringt deutliche Verbesserungen. Öffentlicher Dienst News. Abgerufen am 16. April 2025, von https://oeffentlicher-dienst-news.de/tvoed-pflege-tarifabschluss/

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