Analyse des Berliner Pflegemarktes: Diese Gehälter bieten Arbeitgeber Pflegekräften in Berlin
Veröffentlicht am 21.10.2026
Rund 72 Prozent der erfassten Berufsgruppenzuordnungen in Berlin entfallen auf Pflegefachkräfte. (Bildquelle: canva.com)
Wer nach Pflegejobs in Berlin sucht, hat die Wahl. Doch in welchem Bezirk gibt es die meisten offenen Stellen und wo verdienen Pflegekräfte am besten? In unserer aktuellen Analyse haben wir mehr als 1.500 Stellenangebote aus allen zwölf Berliner Bezirken ausgewertet. Die meisten offenen Stellen gibt es in Steglitz-Zehlendorf, die wenigsten in Friedrichshain-Kreuzberg. Auch beim Gehalt lohnt sich ein Vergleich: In allen Bezirken liegen die Angebote der Arbeitgeber über den Gehaltsvorstellungen der registrierten Pflegekräfte. Hier findest du die Ergebnisse im Überblick.
Mit der geplanten Pflegereform will die Bundesregierung unter anderem die Datengrundlage für die regionale Pflegeplanung verbessern, um Unterschiede in der pflegerischen Versorgung besser berücksichtigen zu können. Wie der Berliner Pflegemarkt bereits heute aufgestellt ist, analysiert die Jobplattform Pflegia (www.pflegia.de) in einer aktuellen Untersuchung. Dafür wurden in allen zwölf Berliner Bezirken die offenen Stellen, gesuchten Berufsgruppen, Einrichtungstypen sowie die angebotenen Gehälter und Gehaltsvorstellungen der registrierten Pflegekräfte ausgewertet.
Steglitz-Zehlendorf bietet Pflegekräften die meisten Jobchancen
Doch welcher Berliner Bezirk bietet Pflegekräften die meisten offenen Stellen? Hierzu hat die Jobplattform Pflegia die Vakanzen und die Zahl der suchenden Einrichtungen erhoben. Die meisten offenen Stellen sind in Steglitz-Zehlendorf zu finden (301), mit einem deutlichen Abstand zu Pankow (161) und Marzahn-Hellersdorf (158). Das Schlusslicht in diesem Ranking bildet Friedrichshain-Kreuzberg mit lediglich 66 Jobangeboten, hinter Treptow-Köpenick (68) und Neukölln (69).Auch bei den suchenden Einrichtungen führt Steglitz-Zehlendorf mit 48 Arbeitgebern. Platz zwei geht an Charlottenburg-Wilmersdorf (33) vor Marzahn-Hellersdorf (30). Am anderen Ende der Rangliste stehen Friedrichshain-Kreuzberg (11), Neukölln (13) und Lichtenberg (18). Setzt man die registrierten Pflegekräfte ins Verhältnis zu den offenen Stellen, ergibt sich ein anderes Bild. In Treptow-Köpenick kommen auf eine offene Stelle rechnerisch knapp 20 registrierte Pflegekräfte. Es folgen Neukölln mit knapp 16 und Lichtenberg mit gut 15 Pflegekräften je Stelle. Ganz anders in Steglitz-Zehlendorf: Hier kommen auf eine offene Stelle knapp vier registrierte Pflegekräfte, in Charlottenburg-Wilmersdorf sind es rund sieben und in Pankow gut neun.
Anna Liebig
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Berliner Arbeitgeber suchen vorwiegend Pflegefachkräfte
Rund 72 Prozent der erfassten Berufsgruppenzuordnungen entfallen auf Pflegefachkräfte. Hilfskräfte machen 17 Prozent aus, Leitungskräfte fast elf Prozent. Besonders hoch ist der Anteil gesuchter Pflegefachkräfte in Mitte mit nahezu 84 Prozent, am niedrigsten fällt er in Lichtenberg mit fast 63 Prozent aus. Bei den Hilfskräften ist es umgekehrt: In Lichtenberg liegt ihr Anteil mit knapp 27 Prozent am höchsten, in Mitte mit acht Prozent am niedrigsten. Leitungskräfte werden anteilig am häufigsten in Reinickendorf gesucht (15 Prozent), am seltensten in Neukölln (sieben Prozent).
Mehr als die Hälfte der Pflegejobs in stationären Einrichtungen
Auch die Art der Arbeitgeber unterscheidet sich zwischen den Berliner Bezirken. Berlinweit entfällt mit fast 53 Prozent mehr als die Hälfte der offenen Stellen auf stationäre Einrichtungen. Krankenhäuser folgen mit mehr als 27 Prozent, ambulante Einrichtungen kommen auf nahezu 16 Prozent. Besonders groß ist der Anteil stationärer Einrichtungen in Marzahn-Hellersdorf mit 65 Prozent, am niedrigsten ist er in Neukölln mit 39 Prozent. Bei den Krankenhäusern reicht die Spanne von fast 47 Prozent in Tempelhof-Schöneberg bis zu null Prozent in Treptow-Köpenick. Ambulante Einrichtungen spielen in Neukölln mit mehr als 36 Prozent die größte Rolle. In Tempelhof-Schöneberg liegt ihr Anteil mit fast sieben Prozent am niedrigsten.
Arbeitgeber bieten mehr als Pflegekräfte erwarten
Die höchsten Gehälter werden in Reinickendorf und Steglitz-Zehlendorf angeboten. Der Median liegt dort jeweils bei 4.450 Euro brutto im Monat. Friedrichshain-Kreuzberg folgt mit 4.400 Euro. Am unteren Ende der Rangliste stehen Tempelhof-Schöneberg (4.069 Euro), Lichtenberg (4.200 Euro) sowie Mitte, Pankow und Marzahn-Hellersdorf mit jeweils 4.300 Euro. Berlinweit liegt das durchschnittlich angebotene Bruttomonatsgehalt bei rund 4.301 Euro. Die Gehaltsvorstellungen der bei Pflegia registrierten Pflegekräfte fallen mit durchschnittlich 3.385 Euro niedriger aus. Damit übersteigen die Gehaltsangebote die Wunschgehälter im Durchschnitt um rund 916 Euro beziehungsweise 27 Prozent.
„Die Ergebnisse verdeutlichen, wie stark fragmentiert der Berliner Pflegemarkt ist. Während Arbeitgeber in Bezirken wie Treptow-Köpenick statistisch aus einem größeren Pool an Bewerbern und Bewerberinnen schöpfen können, herrscht in Steglitz-Zehlendorf ein akuter Mangel, der sich auch in Spitzengehältern widerspiegelt“, erklärt Felix Westphal, Geschäftsführer von Pflegia. „Dass die angebotenen Gehälter die Vorstellungen der Pflegekräfte im Schnitt um 916 Euro übersteigen, zeigt zudem, dass die finanzielle Kompensation von den Einrichtungen bereits stark ausgereizt wird. Der Wettbewerb um Fachkräfte wird sich daher zunehmend über weiche Faktoren wie verlässliche Dienstpläne und die tatsächliche Vereinbarkeit von Beruf und Familie entscheiden.“
Für die Analyse hat die Jobplattform Pflegia alle zwischen dem 1. September 2025 und dem 1. September 2026 veröffentlichten Stellenangebote sowie die in diesem Zeitraum registrierten Bewerber:innen ausgewertet und den zwölf Berliner Bezirken zugeordnet. Berücksichtigt wurden 1.534 Stellenangebote von 294 personalsuchenden Einrichtungen sowie 15.271 registrierte Pflegekräfte. Untersucht wurden die Verteilung der offenen Stellen, die gesuchten Berufsgruppen, die Einrichtungstypen sowie die angebotenen Gehälter und Gehaltsvorstellungen. Bei der Auswertung der Berufsgruppen wurden insgesamt 2.993 Zuordnungen erfasst, da Stellenangebote mehreren Berufsgruppen zugeordnet sein können. Für den Gehaltsvergleich auf Bezirksebene wurden die Medianwerte der angebotenen Bruttomonatsgehälter und der Gehaltsvorstellungen der registrierten Pflegekräfte gegenübergestellt. Die berlinweiten Durchschnittswerte wurden anhand der jeweiligen Anzahl der Stellenangebote beziehungsweise registrierten Pflegekräfte mit Gehaltsangaben gewichtet berechnet.
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