Anästhesieschwester/-pfleger – Gehalt
Veröffentlicht am 26.06.2025

Wenn du darüber nachdenkst, Anästhesieschwester oder -pfleger zu werden, spielt das Gehalt bestimmt eine wichtige Rolle für dich. Klar: Der Beruf ist sinnvoll, abwechslungsreich und verantwortungsvoll – aber du willst natürlich auch wissen, was am Monatsende auf deinem Konto landet.
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Gerade in der Pflege wird viel über Arbeitsbelastung und Wertschätzung gesprochen – oft zu Recht. Doch was viele nicht wissen: In spezialisierten Bereichen wie der Anästhesiepflege kannst du mit einem vergleichsweise guten Gehalt rechnen.
Gehalt in der Ausbildung zur Anästhesieschwester / zum Anästhesiepfleger
Wenn du Anästhesieschwester oder -pfleger werden möchtest, machst du die Ausbildung zur Anästhesietechnischen Assistenz (ATA). Sie dauert drei Jahre und besteht aus Theorie in der Schule und praktischer Arbeit im Krankenhaus.
Anders als bei manchen anderen Gesundheitsberufen bekommst du in der ATA-Ausbildung in vielen Fällen eine monatliche Vergütung – also Geld dafür, dass du lernst und mitarbeitest. Das nennt man Ausbildungsgehalt.

Anna Liebig
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Wer zahlt dein Ausbildungsgehalt?
Das Ausbildungsgehalt bekommst du in der Regel von dem Krankenhaus oder der Klinik, in der du deine praktische Ausbildung machst. Das Krankenhaus ist in diesem Fall dein „Ausbildungsbetrieb“.
Allerdings gibt es keine einheitliche gesetzliche Regelung, wie viel du bekommst. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) empfiehlt zwar, dass ATA-Azubis bezahlt werden sollen – aber ein genauer Betrag wurde nicht festgelegt.
Deshalb kommt es auf die Klinik an:
- Manche Kliniken zahlen nach einem Tarifvertrag (z. B. Universitätskliniken)
- Andere legen das Gehalt selbst fest
- In wenigen Fällen bekommst du gar kein Gehalt – das passiert z. B. bei rein schulischen Ausbildungen, bei denen du in keiner Klinik arbeitest
Wie viel kannst du ungefähr erwarten?
Die folgende Tabelle zeigt dir, wie viel brutto und netto du in der Ausbildung verdienen kannst – also wie viel du bekommst vor und nach Abzügen. Die Netto-Werte sind geschätzt (Steuerklasse I, ledig, keine Kinder):
| Ausbildungsjahr | Brutto / Monat | Netto / Monat (ca.) |
|---|---|---|
| 1. Jahr | 1.141 € | 915 € |
| 2. Jahr | 1.202 € | 955 € |
| 3. Jahr | 1.303 € | 1.020 € |
Was bedeutet „brutto“ und „netto“?
- Brutto ist dein Gehalt, bevor Abgaben wie Steuern, Renten- und Krankenversicherung abgezogen werden.
- Netto ist das, was am Monatsende auf deinem Konto landet – also das Geld, das du wirklich zur Verfügung hast.
Wichtige Tipps für dich:
- Frage immer nach, ob du während der Ausbildung bezahlt wirst und wie viel.
- Achte darauf, ob der Betrieb nach Tarifvertrag zahlt – das gibt dir Sicherheit und meist ein besseres Gehalt.
- Kläre, ob du zusätzlich Schulgeld zahlen musst (kommt selten vor, aber kann teuer werden).
Wie viel verdient man als Anästhesieschwester oder -pfleger?
Du hast die Ausbildung zur:m Anästhesieschwester oder Anästhesiepfleger erfolgreich abgeschlossen - herzlichen Glückwunsch! Jetzt fragst du dich: Wie viel Geld verdient man in diesem Beruf?
Bevor wir starten: Wenn man über Gehalt spricht, meint man meistens das Bruttogehalt. Das ist der Betrag, den du „auf dem Papier“ verdienst – also bevor Steuern und andere Abzüge (z. B. Krankenversicherung, Rentenbeiträge) abgezogen werden. Das Geld, das am Ende tatsächlich auf deinem Konto landet, nennt man Nettogehalt. Wir sprechen hier zunächst vom Bruttogehalt, weil das in offiziellen Angaben so üblich ist.
Wie viel verdient man im Durchschnitt als Anästhesieschwester/-pfleger?
Dein Gehalt hängt von verschiedenen Faktoren ab. Im Durchschnitt kannst du aber mit folgenden Beträgen rechnen:
| Berufserfahrung | Bruttogehalt / Monat | Netto / Monat (ca.) |
|---|---|---|
| Berufseinstieg (0–2 Jahre) | 3.733 € | 2.353 € |
| Einige Jahre Erfahrung (3–10) | 4.394 € | 2.769 € |
| Langjährige Erfahrung (10+) | 5.035 € | 3.172 € |
| Leitende Position (z. B. Stationsleitung) | über 5.000 € | 3.150 € |
Beispiel: Wenn du gerade fertig mit der Fachweiterbildung bist und in einer Klinik im öffentlichen Dienst startest, verdienst du etwa 3.733 € brutto pro Monat. Mit mehr Berufserfahrung steigert sich dieser Betrag regelmäßig.
Wovon hängt das Gehalt ab?
1. Berufserfahrung
Je länger du in dem Beruf arbeitest, desto mehr verdienst du. Das nennt man Stufensteigerung. Arbeitgeber zahlen oft nach festen Tabellen, in denen genau steht, wie sich dein Gehalt mit den Jahren erhöht.
2. Bundesland
In manchen Gegenden ist das Leben teurer – zum Beispiel in München oder Stuttgart. Dort sind die Gehälter oft höher als z. B. in ländlichen Regionen in Ostdeutschland. Hier ein grober Überblick:
| Bundesland | Durchschnittliches Bruttogehalt / Monat | Netto / Monat (ca.) |
|---|---|---|
| Bayern | 4.700 € | 2.961 € |
| Baden-Württemberg | 4.600 € | 2.898 € |
| Nordrhein-Westfalen (NRW) | 4.400 € | 2.772 € |
| Berlin | 4.100 € | 2.583 € |
| Sachsen | 3.700 € | 2.331 € |
| Mecklenburg-Vorpommern | 3.600 € | 2.268 € |
Wer ist dein Arbeitgeber – und was bedeutet das für dein Gehalt?
Es gibt verschiedene Arten von Kliniken oder Krankenhäusern. Und je nachdem, wer dein Arbeitgeber ist, kann dein Gehalt unterschiedlich ausfallen:
| Arbeitgebertyp | Tarifvertrag? | Gehalt? | Was bedeutet das konkret? |
|---|---|---|---|
| Öffentliche Klinik (z. B. städtisch, Uni-Klinik) | Ja (TVöD-P) | Meist gutes Gehalt | Du bekommst ein festgelegtes Gehalt, das regelmäßig steigt |
| Kirchliche Einrichtung (z. B. Caritas, Diakonie) | Ja (AVR) | Ähnlich wie TVöD | Fast gleiche Sicherheit und Gehaltsstruktur wie bei TVöD-P |
| Private Klinik (z. B. Helios, Sana) | Nicht immer | Sehr unterschiedlich | Du musst evtl. dein Gehalt selbst verhandeln |
Wichtige Begriffe kurz erklärt
| Begriff | Erklärung |
|---|---|
| Bruttogehalt | Das Gehalt, bevor Steuern & Abgaben abgezogen werden. |
| Nettogehalt | Das, was tatsächlich auf deinem Konto landet. Bei Pflegekräften liegt das meist bei 48 bis 65 % des Bruttogehalts. |
| Tarifvertrag | Eine schriftliche Vereinbarung zwischen Arbeitgeber und Gewerkschaft. Sie regelt Gehälter, Urlaub, Zuschläge usw. |
| TVöD-P | „Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst – Pflege“: Gilt für viele Pflegekräfte in öffentlichen Kliniken. |
Tarifbindung – Was bedeutet sie für dein Gehalt?
Wenn du im Gesundheitswesen arbeitest – also auch als Anästhesieschwester oder -pfleger – bestimmt oft nicht dein:e Chef:in allein dein Gehalt. Stattdessen gilt für viele Pflegekräfte ein Tarifvertrag.
Was ist ein Tarifvertrag?
Ein Tarifvertrag ist eine schriftliche Vereinbarung zwischen:
- dem Arbeitgeber (z. B. ein Krankenhaus oder die Stadt)
- und einer Gewerkschaft (z. B. ver.di)
In diesem Vertrag ist festgelegt:
- wie viel du verdienst (dein Grundgehalt),
- wie dein Gehalt mit der Zeit steigt (z. B. nach 2 oder 3 Jahren),
- wie viele Urlaubstage du bekommst,
- welche Zuschläge es für Nachtdienste, Feiertage usw. gibt,
- wie lange du arbeiten musst (z. B. 38,5 Stunden/Woche).
Für die Pflege im öffentlichen Dienst gilt besonders häufig der Tarifvertrag TVöD-P („Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst – Pflege“).
Warum ist ein Tarifvertrag gut für dich?
- Klares Gehalt – kein Verhandlungskrimi: Du musst nicht „über dein Gehalt reden“. Es steht fest und ist transparent.
- Gleichbehandlung: Alle Kolleg:innen in der gleichen Position verdienen gleich viel.
- Regelmäßige Gehaltssteigerung: Du bekommst automatisch mehr Geld, je länger du dabei bist – ganz ohne zu fragen.
- Zuschläge sind geregelt: Nachtdienste, Wochenenden und Feiertage bringen dir extra Geld, das genau festgelegt ist.
Was, wenn dein Arbeitgeber nicht tarifgebunden ist?
In privaten Kliniken oder bei manchen Pflegeeinrichtungen gibt es keine Tarifverträge. Dann entscheidet der Arbeitgeber selbst, wie viel gezahlt wird. Das kann bedeuten:
- Dein Gehalt ist Verhandlungssache
- Es gibt keine garantierten Steigerungen
- Es können weniger Zuschläge gezahlt werden
Was bleibt netto vom Bruttogehalt?
Wenn du liest, dass du als Anästhesieschwester oder -pfleger z. B. 4.394 € brutto im Monat verdienst, fragst du dich sicher: Was habe ich davon wirklich auf dem Konto – also netto?
Die Antwort: Es kommt darauf an. Denn vom Bruttogehalt werden in Deutschland mehrere Dinge abgezogen:
- Steuern
- Sozialabgaben (Krankenversicherung, Rentenversicherung, Pflegeversicherung, Arbeitslosenversicherung)
Je nach Lebenssituation kann das Netto etwa 48 % bis 65 % des Bruttogehalts betragen.
Brutto vs. Netto – einfach erklärt
| Begriff | Was bedeutet das? |
|---|---|
| Bruttogehalt | Dein Gehalt vor Abzügen – der Betrag, den du z. B. im Arbeitsvertrag siehst. |
| Nettogehalt | Der Betrag, der tatsächlich auf deinem Konto landet – also nach Steuern und Abgaben. |
| Abzüge | Steuern und Beiträge zur Sozialversicherung. Der Staat zieht sie automatisch ab, du musst dich darum nicht selbst kümmern. |
Wie viel bleibt netto übrig? – Beispielrechnungen
Hier sind drei Beispiel-Situationen. Alle gehen von einem monatlichen Bruttogehalt von 4.394 € aus (dem aktuellen Durchschnitt).
Beispiel 1: Ledig, keine Kinder, Steuerklasse I
| Abzug | Betrag (ca.) |
|---|---|
| Lohnsteuer | –580 € |
| Kirchensteuer (8 %) | –46 € |
| Solidaritätszuschlag | –5 € |
| Krankenversicherung (15 %) | –330 € |
| Rentenversicherung (18,6 %) | –400 € |
| Arbeitslosenversicherung (2,6 %) | –114 € |
| Pflegeversicherung (3,05 %) | –134 € |
| Netto | ca. 2.785 € |
Beispiel 2: Verheiratet, 1 Kind, Steuerklasse III
| Abzug | Betrag (ca.) |
|---|---|
| Geringere Lohnsteuer | –240 € |
| Keine Kirchensteuer | –0 € |
| Sozialabgaben ähnlich | –1.000 € |
| Netto | ca. 3.150 € |
Beispiel 3: Teilzeit (70 %), ledig
| Gehaltsbestandteil | Betrag (ca.) |
|---|---|
| Bruttogehalt (70 %) | 3.076 € |
| Netto (Steuerklasse I) | 2.000 € |
Hinweis: Diese Zahlen sind grobe Durchschnittswerte. Dein genauer Netto-Betrag hängt ab von:
- Deiner Steuerklasse
- Ob du Kinder hast
- Ob du Kirchenmitglied bist
- Deiner gewählten Krankenkasse
- Zusatzversicherungen oder Freibeträge
Was sind Steuerklassen – und warum sind sie wichtig?
In Deutschland wirst du automatisch in eine Steuerklasse eingeteilt. Sie bestimmt, wie viel Lohnsteuer du zahlst:
| Steuerklasse | Wer bekommt sie? | Merkmale |
|---|---|---|
| I | Ledige, geschiedene, getrennt lebende | Höchste Steuerbelastung |
| II | Alleinerziehende | Steuerentlastung für Kinder |
| III | Verheiratete mit gering verdienendem Partner | Sehr geringe Steuerbelastung |
| IV | Verheiratete, beide verdienen ähnlich | Ausgeglichen |
| V | Verheiratete mit hohem Partner-Einkommen | Wenig Netto – Partner hat Steuerklasse III |
| VI | Zweitjob | Höchste Abzüge |
Warum sehen die Zahlen manchmal enttäuschend aus?
Viele sind überrascht, wie viel vom Bruttogehalt „weggeht“. Das liegt an der hohen Sozialabsicherung in Deutschland – die hat aber auch viele Vorteile:
- Du bist krankenversichert, ohne extra Beiträge auszuhandeln.
- Du sammelst automatisch Rentenansprüche.
- Du bist bei Arbeitslosigkeit abgesichert.
- Du bekommst im Krankheitsfall Lohnfortzahlung.
Diese Leistungen kosten Geld – und deshalb siehst du sie auf deinem Gehaltszettel als Abzüge.
Die wichtigsten Fragen
Was ist Intensiv- und Anästhesiepflege?
Intensivpflegekräfte betreuen schwerstkranke oder lebensbedrohlich erkrankte Menschen, die auf Überwachungs- und Unterstützungsmaßnahmen angewiesen sind – z. B. bei künstlicher Beatmung, Kreislaufüberwachung oder nach schweren Unfällen und Operationen. Sie arbeiten eng mit Ärzt:innen zusammen und müssen Vitalfunktionen rund um die Uhr überwachen, medizinisch-technische Geräte bedienen und schnell auf Veränderungen reagieren können.
In der Anästhesiepflege unterstützen Pflegekräfte die Vorbereitung, Durchführung und Nachsorge von Narkosen und anderen Betäubungsverfahren. Sie bereiten Medikamente, Überwachungsgeräte und Beatmungseinheiten vor, begleiten Patient:innen vor und während der Operation und betreuen sie im Aufwachraum.
Wie viel verdient ein:e Anästhesiepfleger:in?
Anästhesiepfleger:innen verdienen in Deutschland durchschnittlich ca. 4.394 € brutto pro Monat. Wer frisch einsteigt, startet bei ca. 3 .200 €, während erfahrene Fachkräfte mit Spezialisierung oder Arbeitgeberbindung bis zu 5.000 € und mehr erreichen können.
Wie hoch sind die Kosten für die Fachweiterbildung Intensiv- und Anästhesiepflege?
Die Kosten für die Fachweiterbildung Intensiv- und Anästhesiepflege in Deutschland variieren je nach Anbieter und Standort, liegen jedoch typischerweise zwischen 6.500 € und 7.950 € (zzgl. Prüfungsgebühren).
Quellen
- StepStone.de. (o. D.). Gehalt als Anästhesiepfleger:in. Abgerufen am 22. Juni 2025, von www.stepstone.de/gehalt/Anaesthesiepfleger-in.html
- Gehalt.de. (o. D.). Anästhesieschwester – Gehalt und Verdienstmöglichkeiten. Abgerufen am 22. Juni 2025, von www.gehalt.de/beruf/anaesthesieschwester
- Jobvector.de. (o. D.). Anästhesiepflege – Gehalt 2025. Abgerufen am 22. Juni 2025, von www.jobvector.de/gehalt/anästhesiepflege/











