5 Vorteile vom Hausnotruf für Pflegebedürftige

Veröffentlicht am 02.01.2026

Ein Senior hält beide Daumen nach oben und lächelt.

Der Hausnotruf gibt vor allem Pflegebedürftigen mehr Sicherheit. Quelle: Canva.de

Viele Menschen möchten trotz gesundheitlicher Einschränkungen so lange wie möglich selbstständig und sicher in den eigenen vier Wänden leben. Genau dabei kann ein Hausnotruf helfen. Ein Hausnotruf ist ein kleines Gerät, mit dem du im Notfall schnell Hilfe rufen kannst, rund um die Uhr und auf Knopfdruck. Er gibt Sicherheit im Alltag und entlastet nicht nur dich selbst, sondern auch deine Angehörigen. Im Folgenden erfährst du fünf wichtige Vorteile, warum ein Hausnotruf für dich eine wertvolle Unterstützung sein kann und wie er dir mehr Sicherheit, Freiheit und Ruhe im täglichen Leben schenkt.

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Wie komme ich an einen Hausnotruf? Schritt für Schritt erklärt

Einen Hausnotruf zu bekommen, ist einfacher, als viele denken. Du musst dafür kein Technikprofi sein.

  1. Zuerst informierst du dich bei einem Hausnotruf-Anbieter. Das können zum Beispiel Wohlfahrtsverbände, Pflegedienste oder spezialisierte Anbieter sein. Oft reicht ein Anruf oder ein kurzer Besuch auf der Internetseite.
  2. Im nächsten Schritt prüft ihr gemeinsam, welches Gerät zu dir passt. Meist erhältst du einen kleinen Notrufknopf, den du als Armband oder Kette tragen kannst. Zusätzlich wird eine Basisstation in deiner Wohnung aufgestellt. Diese verbindet dich im Notfall direkt mit der Notrufzentrale.
  3. Wenn du einen Pflegegrad hast, kannst du bei deiner Pflegekasse einen Zuschuss beantragen. Die Pflegekasse übernimmt in vielen Fällen einen großen Teil der Kosten für den Hausnotruf. Viele Anbieter helfen dir dabei, den Antrag auszufüllen.
  4. Zum Schluss wird der Hausnotruf bei dir zu Hause eingerichtet und dir erklärt. Du kannst den Notruf in Ruhe ausprobieren, bis du dich sicher fühlst. Danach begleitet dich der Hausnotruf im Alltag, zuverlässig, unauffällig und rund um die Uhr.

Wie sieht ein Hausnotruf aus? Welche Varianten gibt es?

Nicht jeder Hausnotruf ist gleich. Je nach Lebenssituation gibt es unterschiedliche Varianten, die dich im Alltag unterstützen können. Die folgende Tabelle gibt dir einen einfachen Überblick.

Variante des Hausnotrufs So sieht er aus / so funktioniert er Für wen besonders geeignet
Klassischer Hausnotruf (für die Wohnung) Notrufknopf als Armband oder Kette + Basisstation in der Wohnung. Verbindung über Festnetz oder Mobilfunk. Pflegebedürftige, die viel zu Hause sind und allein leben
Mobiler Hausnotruf Kleines tragbares Gerät mit Notrufknopf, Mobilfunk und oft GPS. Funktioniert auch außerhalb der Wohnung. Aktive Pflegebedürftige, die noch unterwegs sind
Hausnotruf mit Sturzerkennung Erkennt schwere Stürze automatisch und löst den Notruf aus, auch wenn Pflegebedürftige nicht drücken können. Menschen mit hohem Sturzrisiko
Hausnotruf mit Zusatzsensoren Zusätzliche Geräte wie Rauchmelder, Tür- oder Bewegungssensoren. Pflegebedürftige mit erhöhtem Sicherheitsbedarf
Einfacher Basis-Hausnotruf Nur Notrufknopf und direkte Verbindung zur Notrufzentrale, ohne Extras. Menschen, die eine sehr einfache Lösung wünschen

Wen erreiche ich durch den Hausnotruf?

Wenn du den Knopf deines Hausnotrufs drückst, erreichst du nicht einfach irgendeine Stelle. Du wirst direkt mit einer rund um die Uhr besetzten Notrufzentrale verbunden. Dort melden sich geschulte Mitarbeiter:innen, die wissen, wie sie in Notsituationen helfen können.

Anna Liebig

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Die Mitarbeiter:innen in der Notrufzentrale sprechen mit dir über eine Freisprecheinrichtung. Sie fragen, was passiert ist, und bleiben so lange bei dir, bis Hilfe organisiert ist. Je nach Situation informieren sie den Rettungsdienst, einen Pflegedienst oder auch eine zuvor festgelegte Vertrauensperson, zum Beispiel ein Familienmitglied oder eine Nachbarin.

Vor der Nutzung des Hausnotrufs legst du gemeinsam mit dem Anbieter fest, wen die Notrufzentrale im Ernstfall kontaktieren soll. So ist sichergestellt, dass immer die passende Hilfe kommt. Bei einem medizinischen Notfall wird sofort der Rettungsdienst alarmiert. Bei kleineren Problemen kann auch eine Bezugsperson helfen.

So weißt du jederzeit:
Wenn etwas passiert, ist jemand für dich da – Tag und Nacht, auch an Wochenenden und Feiertagen.

Wer übernimmt die anfallenden Kosten?

Viele Menschen fragen sich, wer die Kosten für einen Hausnotruf trägt. Die gute Nachricht: Wenn du einen Pflegegrad hast, beteiligt sich die Pflegekasse an den Kosten. Damit kannst du, je nach Modell, sogar bis zu 100 % der monatlichen Gebühren decken.

Zusätzlich gibt es manchmal regionale Zuschüsse von Kommunen oder Wohlfahrtsverbänden. Manche Anbieter unterstützen dich auch direkt beim Ausfüllen der Anträge, damit die Abrechnung unkompliziert klappt.

So kannst du den Hausnotruf nutzen, ohne dir Sorgen über hohe Kosten zu machen. Meist zahlst du nur einen kleinen Eigenanteil – oder gar keinen, wenn die Pflegekasse alles übernimmt.

Kostenübernahme für den Hausnotruf nach Pflegegrad

Hier findest du eine Übersicht über die mögliche Kostenübernahme für einen Hausnotruf.

Pflegegrad Monatlicher Zuschuss der Pflegekasse Anmerkungen
Pflegegrad 1 bis zu 25,50 € als Pflegehilfsmittel (Hausnotruf) oder alternativ über Entlastungsbetrag Bei anerkanntem Bedarf kann der Zuschuss direkt als technisches Pflegehilfsmittel möglich sein; sonst kann der Entlastungsbetrag (131 €/Monat) genutzt werden, um den Hausnotruf zu finanzieren.
Pflegegrad 2 bis zu 25,50 € monatlich Die Pflegekasse übernimmt in der Regel die kompletten Basiskosten des Hausnotrufs, bis zum Maximalbetrag.
Pflegegrad 3 bis zu 25,50 € monatlich Gleich wie bei Pflegegrad 2 – vollständige Kostenübernahme für den Basistarif möglich.
Pflegegrad 4 bis zu 25,50 € monatlich Pflegekasse übernimmt den Basistarif.
Pflegegrad 5 bis zu 25,50 € monatlich Pflegekasse übernimmt den Basistarif.
Ohne Pflegegrad keine automatische Übernahme Ohne anerkannten Pflegegrad müssen Sie meist selbst zahlen oder ggf. andere Träger wie Sozialhilfe prüfen.

Vorteil 1: Schnelle Hilfe im Notfall – rund um die Uhr

Ein Notfall kann jederzeit passieren, am Tag, in der Nacht oder am Wochenende. Mit einem Hausnotruf bist du in solchen Momenten nicht allein. Du drückst einfach den Notrufknopf, und sofort stellt das Gerät eine Verbindung zur Notrufzentrale her.

Der große Vorteil: Der Hausnotruf ist 24 Stunden am Tag für dich da. Du musst nicht erst nach dem Telefon suchen oder eine Nummer wählen. Ein Knopfdruck reicht. Das gibt Sicherheit und ein beruhigendes Gefühl, zu jeder Zeit und in jeder Situation.

Vorteil 2: Mehr Sicherheit in den eigenen vier Wänden

Die eigene Wohnung ist ein vertrauter Ort. Trotzdem passieren gerade hier viele Unfälle, zum Beispiel beim Aufstehen, im Bad oder auf dem Weg in die Küche. Mit einem Hausnotruf fühlst du dich in deinem Zuhause deutlich sicherer.

Du weißt jederzeit: Wenn etwas passiert, kannst du sofort Hilfe rufen. Der Notrufknopf ist immer in deiner Nähe.

Diese Sicherheit begleitet dich durch den ganzen Tag. Du bewegst dich freier, hast weniger Angst vor dem Alleinsein und traust dir wieder mehr zu. Der Hausnotruf schützt dich unauffällig im Hintergrund und hilft dir, dein Zuhause weiterhin selbstbestimmt und mit einem guten Gefühl zu genießen.

Vorteil 3: Selbstständig bleiben – länger zu Hause leben

Viele pflegebedürftige Menschen möchten so lange wie möglich in ihrer vertrauten Umgebung bleiben. Ein Hausnotruf unterstützt dich genau dabei. Er gibt dir Sicherheit, ohne deinen Alltag zu bestimmen oder deine Freiheit einzuschränken.

Du entscheidest selbst, wie du deinen Tag gestaltest. Du bewegst dich in deiner Wohnung, kochst, ruhst dich aus oder gehst deinen Gewohnheiten nach, mit dem guten Gefühl, im Notfall nicht allein zu sein. Der Hausnotruf greift nur dann ein, wenn du ihn brauchst.

Diese Unterstützung hilft dir, selbstständig zu bleiben und dein Leben weiterhin nach deinen eigenen Vorstellungen zu führen. Oft kann ein Hausnotruf sogar dazu beitragen, einen Umzug in ein Pflegeheim hinauszuzögern oder zu vermeiden. So bleibst du länger dort, wo du dich am wohlsten fühlst: zu Hause.

Vorteil 4: Entlastung für Angehörige und mehr Ruhe für dich

Ein Hausnotruf gibt nicht nur dir Sicherheit, sondern entlastet auch deine Angehörigen. Sie müssen sich keine ständigen Sorgen machen, ob alles in Ordnung ist oder ob etwas passiert. Sie wissen: Im Notfall ist sofort Hilfe zur Stelle.

Für dich bedeutet das mehr Ruhe und Gelassenheit im Alltag. Du fühlst dich weniger unter Druck und hast nicht das Gefühl, jemanden belasten zu müssen. Deine Angehörigen können sich entspannen, weil sie wissen, dass du im Ernstfall gut versorgt bist.

So profitieren beide Seiten: Du genießt mehr Unabhängigkeit und Sicherheit, während deine Familie oder Freunde sich weniger Sorgen machen müssen. Das stärkt das Vertrauen und sorgt für ein gutes Gefühl, Tag für Tag.

Vorteil 5: Einfache Nutzung und oft finanzielle Unterstützung

Viele Menschen denken, dass ein Hausnotruf teuer ist – doch oft gibt es finanzielle Unterstützung. Wenn du einen Pflegegrad hast, übernimmt die Pflegekasse in vielen Fällen einen großen Teil der Kosten. Auch andere Zuschüsse oder Fördermöglichkeiten können in Anspruch genommen werden.

So kannst du ein kleines, aber wirkungsvolles Gerät nutzen, das deine Sicherheit erhöht ohne dass du dir Sorgen um komplizierte Technik oder hohe Kosten machen musst.

Fazit: Ein kleines Gerät mit großer Wirkung

Ein Hausnotruf bietet pflegebedürftigen Menschen mehr Sicherheit und Selbstständigkeit – sowohl zu Hause als auch unterwegs. Mit nur einem Knopfdruck erreichst du rund um die Uhr geschulte Helfer:innen, die im Notfall sofort reagieren. Das gibt nicht nur dir ein beruhigendes Gefühl, sondern entlastet auch Angehörige.

Die Geräte sind einfach zu bedienen, klein und unauffällig, und es gibt verschiedene Varianten, die sich an deinen Alltag anpassen. Außerdem übernehmen die Pflegekassen in vielen Fällen die Kosten, sodass du diese wichtige Unterstützung oft fast ohne Eigenaufwand nutzen kannst.

Ein Hausnotruf ist somit ein kleiner, aber wirkungsvoller Begleiter, der Sicherheit, Ruhe und Lebensqualität in deinen Alltag bringt.

Häufige Fragen zum Hausnotruf

Wann hat man Anspruch auf einen Hausnotruf?

Jeder kann einen Hausnotruf nutzen, besonders sinnvoll ist er für pflegebedürftige oder alleinlebende Menschen, die sich schnell Hilfe wünschen. Die Pflegekasse unterstützt meist Menschen mit anerkanntem Pflegegrad.

Wird ein Hausnotruf von der Krankenkasse übernommen?

Die Krankenkasse übernimmt einen Hausnotruf normalerweise nicht, dafür ist die Pflegekasse zuständig. Menschen mit Pflegegrad können einen Zuschuss für die Nutzung erhalten.

Wie viel kostet ein Hausnotruf monatlich?

Die Kosten liegen in der Regel zwischen 20 und 40 Euro pro Monat für den Basistarif. Mit Pflegegrad übernimmt die Pflegekasse oft bis zu 25,50 Euro davon.

Ab welchem Pflegegrad ist der Hausnotruf kostenlos?

Ab Pflegegrad 1 können bereits Zuschüsse beantragt werden, die Kosten werden meist vollständig oder größtenteils übernommen. Bei Pflegegrad 2 bis 5 übernimmt die Pflegekasse in der Regel die Kosten des Hausnotruf-Basistarifs ebenfalls bis zur gesetzlich festgelegten monatlichen Höchstgrenze vollständig.

Medizinische und rechtliche Hinweise:

Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und ersetzt keinesfalls eine professionelle medizinische Beratung. Die enthaltenen Informationen sind nicht dafür geeignet, eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen zu beginnen bzw. abzubrechen. Bei gesundheitlichen Anliegen und zur Klärung individueller Fragen sollte stets ein qualifizierter Arzt oder eine qualifizierte Ärztin konsultiert werden. Im Falle gesundheitlicher Probleme ist es wichtig, rechtzeitig ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Quellen

  1. Bundesverband Hausnotruf e.V., Der Hausnotruf; aufgerufen am 13.12.2025 von https://www.bv-hausnotruf.de/hausnotruf/
  2. Bundesverband Hausnotruf e.V., Versorgungspolitischer Mehrwert; aufgerufen am 13.12.2025 von https://www.bv-hausnotruf.de/hausnotruf/mehrwert/
  3. Bundesverband Hausnotruf e.V., Wer hat Anspruch?; aufgerufen am 13.12.2025 von https://www.bv-hausnotruf.de/hausnotruf/wer-hat-anspruch/
  4. Deutsches Rotes Kreuz, Hausnotruf; aufgerufen am 13.12.2025 von https://www.drk.de/hilfe-in-deutschland/senioren/altersgerechtes-wohnen/hausnotruf/

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