Was gehört alles zur Grundpflege?

Veröffentlicht am 11.06.2026

Pflegartikel liegen nebeneinander.

Die Köperpflege ist nur ein Baustein der Grundpflege. Bildquelle: Canva.com

Die Grundpflege ist eine der wichtigsten Aufgaben in der professionellen Pflege. Sie bildet die Grundlage für das Wohlbefinden, die Gesundheit und die Lebensqualität pflegebedürftiger Menschen. Gleichzeitig ist sie ein zentraler Bestandteil deines Arbeitsalltags – unabhängig davon, ob du in der stationären Altenpflege, im Krankenhaus oder in der ambulanten Pflege tätig bist. Doch was genau umfasst die Grundpflege? Welche Maßnahmen gehören dazu und worauf solltest du als Pflegekraft besonders achten? In diesem Artikel erhältst du einen umfassenden Überblick über die wichtigsten Bereiche der Grundpflege sowie praktische Hinweise für deinen Berufsalltag.

Was ist Grundpflege?

Zur Grundpflege zählen alle pflegerischen Maßnahmen, die pflegebedürftigen Menschen bei den Aktivitäten des täglichen Lebens helfen. Das Ziel besteht darin, die Selbstständigkeit der Betroffenen möglichst lange zu erhalten oder wiederherzustellen und gleichzeitig ihre körperlichen, psychischen und sozialen Bedürfnisse zu berücksichtigen.

Die Grundpflege ist von der Behandlungspflege zu unterscheiden. Während die Grundpflege alltägliche Unterstützungsleistungen umfasst, beinhaltet die Behandlungspflege medizinisch verordnete Maßnahmen wie die Verabreichung von Medikamenten, das Wechseln von Verbänden oder das Setzen von Injektionen

Die drei Hauptbereiche der Grundpflege

Traditionell wird die Grundpflege in drei zentrale Bereiche unterteilt:

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1. Körperpflege

Die Körperpflege ist einer der umfangreichsten Bestandteile der Grundpflege. Sie dient nicht nur der Hygiene, sondern auch der Gesundheitsförderung und dem Wohlbefinden der pflegebedürftigen Person. Zu den Maßnahmen gehören unter anderem:

  • Waschen am Waschbecken
  • Teil- und Ganzkörperwäsche
  • Duschen oder Baden
  • Mund- und Zahnpflege
  • Prothesenpflege
  • Haarpflege
  • Rasur
  • Nagelpflege
  • Hautpflege
  • Intimpflege
  • Augen- und Ohrenpflege
Gut zu wissen!
Während der Körperpflege kannst du wichtige Beobachtungen durchführen. Hautveränderungen, Druckstellen, Hämatome oder Veränderungen des Allgemeinzustands fallen häufig zuerst bei diesen Tätigkeiten auf.

2. Ernährung

Eine ausreichende und ausgewogene Ernährung ist für die Gesundheit essenziell. Viele pflegebedürftige Menschen benötigen dabei Unterstützung. Zu den pflegerischen Aufgaben zählen:

  • Vorbereitung von Mahlzeiten
  • Anreichen von Speisen und Getränken
  • Unterstützung bei der Nahrungsaufnahme
  • Kontrolle der Trinkmenge
  • Beobachtung des Essverhaltens
  • Dokumentation von Besonderheiten
  • Berücksichtigung von Diäten und individuellen Bedürfnissen
Gut zu wissen!
Besonders bei älteren Menschen besteht häufig ein erhöhtes Risiko für Mangelernährung oder Dehydration. Deshalb spielt deine Beobachtungsgabe eine entscheidende Rolle.

3. Mobilität

Mobilität fördert die Selbstständigkeit und beugt zahlreichen Folgeerkrankungen vor. Das Ziel pflegerischer Unterstützung besteht darin, vorhandene Fähigkeiten zu erhalten und zu fördern. Typische Maßnahmen sind:

  • Hilfe beim Aufstehen
  • Unterstützung beim Hinsetzen und Hinlegen
  • Umlagern im Bett
  • Transfer vom Bett in den Rollstuhl
  • Begleitung beim Gehen
  • Treppensteigen
  • Mobilisation nach Erkrankungen
  • Unterstützung bei der Nutzung von Gehhilfen
Gut zu wissen!
Eine regelmäßige Mobilisation kann das Risiko für Dekubitus, Thrombosen, Lungenentzündungen und Kontrakturen deutlich senken. 

Ausscheidung als wichtiger Bestandteil der Grundpflege

In der Praxis wird die Unterstützung bei der Ausscheidung häufig als eigenständiger Bereich betrachtet, obwohl sie oftmals der Körperpflege zugeordnet wird. Hierzu gehören:

  • Begleitung zur Toilette
  • Hilfe beim An- und Auskleiden
  • Unterstützung bei der Intimhygiene
  • Versorgung von Inkontinenzmaterial
  • Katheterpflege im Rahmen pflegerischer Zuständigkeiten
  • Beobachtung von Urin und Stuhlgang
  • Dokumentation von Auffälligkeiten

Gerade bei diesem sensiblen Thema sind Respekt, Diskretion und ein würdevoller Umgang besonders wichtig.

Ressourcen fördern statt Aufgaben übernehmen

Ein grundlegendes Prinzip der modernen Pflege lautet: So viel Selbstständigkeit wie möglich, so viel Unterstützung wie nötig. Das bedeutet für dich:

  • Fähigkeiten erkennen und fördern
  • Pflegebedürftige aktiv einbeziehen
  • Hilfsmittel gezielt einsetzen
  • Motivation zur Eigenaktivität schaffen
  • Ressourcen regelmäßig neu bewerten

Wenn eine Person beispielsweise ihre Zähne selbst putzen kann, aber Unterstützung beim Bereitstellen der Materialien benötigt, solltest du genau diese Unterstützung anbieten – nicht mehr und nicht weniger.

Beobachtung und Kommunikation während der Grundpflege

Grundpflege bedeutet weitaus mehr, als nur einzelne Tätigkeiten durchzuführen. Während der Versorgung ergeben sich oft wertvolle Gesprächsmöglichkeiten. Viele Pflegebedürftige berichten während der Körperpflege beispielsweise über:

Dadurch wird die Grundpflege zu einem wichtigen Instrument der Beziehungsgestaltung und der Informationsgewinnung. Gleichzeitig kannst du so Veränderungen frühzeitig erkennen und entsprechende Maßnahmen einleiten. 

Herausforderungen in der Grundpflege

Die Anforderungen an Pflegekräfte steigen kontinuierlich. Zeitdruck, Personalmangel und der zunehmende Pflegebedarf erschweren eine individuelle, aktivierende und bedürfnisorientierte Versorgung oft erheblich. Gleichzeitig nimmt der Dokumentationsaufwand einen erheblichen Teil des Arbeitsalltags in Anspruch. 

Hinzu kommen körperliche Belastungen durch Transfers und Mobilisationen, lange Arbeitszeiten sowie der professionelle Umgang mit herausforderndem Verhalten, beispielsweise bei Menschen mit Demenz oder psychischen Erkrankungen. Auch die steigende Zahl multimorbider Pflegebedürftiger erhöht die Komplexität der Versorgung und stellt hohe Anforderungen an das Fachwissen und die Organisation. 

Um diesen Herausforderungen erfolgreich zu begegnen, sind eine strukturierte Arbeitsorganisation, ergonomische Arbeitsweisen sowie eine offene und professionelle Kommunikation innerhalb des Pflegeteams von großer Bedeutung. Sie tragen dazu bei, die Pflegequalität zu sichern und gleichzeitig die Belastung der Pflegekräfte zu reduzieren.

Warum ist die Grundpflege so wichtig?

Die Bedeutung der Grundpflege wird oft unterschätzt. Tatsächlich hat sie jedoch Einfluss auf zahlreiche Bereiche der Gesundheit und Lebensqualität. Eine professionelle Grundpflege kann dazu beitragen:

  • Infektionen vorzubeugen
  • die Hautgesundheit zu erhalten
  • Mobilität zu fördern
  • Mangelernährung zu vermeiden
  • soziale Kontakte zu stärken
  • das Wohlbefinden zu verbessern
  • die Würde pflegebedürftiger Menschen zu bewahren

Für viele Menschen ist die Unterstützung bei alltäglichen Aktivitäten entscheidend, um trotz Pflegebedürftigkeit ein selbstbestimmtes Leben führen zu können.

Fazit

Zur Grundpflege zählen alle pflegerischen Maßnahmen in den Bereichen Körperpflege, Ernährung, Mobilität und Ausscheidung. Sie bildet das Fundament professioneller Pflege und ist für Pflegekräfte in nahezu allen Versorgungsbereichen ein täglicher Begleiter.

Dabei geht es nicht nur um Hygiene oder Unterstützung im Alltag. Die Grundpflege ermöglicht auch Beobachtung, Beziehungsgestaltung, Gesundheitsförderung und die Erhaltung von Selbstständigkeit. Durch eine aktivierende und ressourcenorientierte Pflege kannst du entscheidend dazu beitragen, die Lebensqualität pflegebedürftiger Menschen nachhaltig zu verbessern.

 Häufige Fragen zur Grundpflege

1. Welche Rolle spielen Angehörige in der Grundpflege?

Angehörige übernehmen häufig unterstützende Aufgaben im Alltag. Pflegekräfte können sie anleiten, beraten und in die Versorgung einbeziehen, sofern dies gewünscht und sinnvoll ist.

2. Wie wird Grundpflege dokumentiert?

Die Durchführung der Maßnahmen sowie relevante Beobachtungen werden in der Pflegedokumentation festgehalten. Dies dient der Qualitätssicherung und der Nachvollziehbarkeit der Pflege.

3. Welche Hilfsmittel können die Grundpflege erleichtern?

Hierzu zählen beispielsweise Pflegebetten, Patientenlifter, Rollatoren, Duschstühle, Haltegriffe oder spezielle Esshilfen. Diese Hilfsmittel unterstützen sowohl die Selbstständigkeit der pflegebedürftigen Person als auch die ergonomische Arbeitsweise der Pflegekräfte. 

4. Welche Kompetenzen sind für eine professionelle Grundpflege besonders wichtig?

Neben fachlichem Wissen sind Empathie, Beobachtungsgabe, Kommunikationsfähigkeit, Hygienekompetenz und ein respektvoller Umgang mit Pflegebedürftigen entscheidend.

5. Wie verändert sich die Grundpflege bei Menschen mit Demenz?

Menschen mit Demenz benötigen oft mehr Orientierung, Geduld und strukturierte Abläufe. Eine wertschätzende Kommunikation und vertraute Routinen können die Pflegesituation deutlich erleichtern.

Quellen

I care – PflegeExamen KOMPAKT > Pflegebasismaßnahmen. Heiligmann S, Herbers T, Klimek L, Komander-Wergner G, Lauber A, Ludwig J, Schleyer D, Adelt H, Cecconi L et al., Hrsg. 2., überarbeitete Auflage. Stuttgart: Thieme; 2022. 

Deutsches Medizinrechenzentrum. Die Grundpflege im Überblick. Zuletzt abgerufen am 02.06.2026 https://www.dmrz.de/wissen/ratgeber/grundpflege

Amboss. Aspekte der Pflegetätigkeit > Grundpflege. Zuletzt abgerufen am 02.06.2026 https://next.amboss.com/de/article/O70INh?q=grundpflege#Y8cb88532c173dae5c2af0ae7254b5363

Amboss. Prävention und Gesundheitsförderung > Grundpflege. Zuletzt abgerufen am 02.06.2026 https://next.amboss.com/de/article/HK0K3S?q=grundpflege#Ya932f117e201fa2075939bc10e64c13b

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