Gesunde Ernährung in der Pflege: Tipps für Pflegekräfte und Bewohner zum Welternährungstag

Veröffentlicht am 16.10.2025

Nahaufnahme eines Glaobus.

Der Welternährungstag findet jedes Jahr am 16. Oktober statt. Quelle: Canva.de

Am Welternährungstag lohnt es sich, einen genauen Blick auf die Ernährung in der Pflege zu werfen. Wenn du im Schichtdienst arbeitest, merkst du schnell, wie stark sich Mahlzeiten auf deine Energie, Konzentration und Belastbarkeit auswirken. Gleichzeitig spielt die Ernährung für die Bewohner:innen in Pflegeheimen eine große Rolle. In diesem Artikel zeigen wir dir, wie du sowohl für dich als auch für die Menschen, die du betreust, gesunde Ernährungsgewohnheiten etablieren kannst.

Welternährungstag 2025: „Gemeinsam. Hunger beenden"

Heute, am 16. Oktober 2025, ist es wieder soweit: Der Welternährungstag macht weltweit auf die Bedeutung einer nachhaltigen und gerechten Ernährung aufmerksam. Unter dem Motto „Gemeinsam. Hunger beenden" ruft die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) dazu auf, gemeinsam Lösungen für die drängenden Herausforderungen der globalen Ernährungssysteme zu finden.

In diesem Jahr steht der Welternährungstag im Zeichen der 80-jährigen Gründung der FAO. Trotz technischer Fortschritte und wachsender Lebensmittelproduktion leiden immer noch Millionen von Menschen an Hunger oder Ernährungsunsicherheit – auch in wohlhabenden Ländern.

Gesunde Ernährung in der Pflege: Was hat das mit dem Welternährungstag zu tun?

Eine gesunde Ernährung ist nicht nur eine Frage der Lebensqualität, sondern auch der Chancengleichheit. Sie stärkt das Immunsystem, fördert die Heilung und trägt zur psychischen Stabilität bei. Gerade in Pflegeeinrichtungen ist es daher entscheidend, Ernährung als Teil der ganzheitlichen Betreuung zu verstehen – nicht nur als Nahrungsaufnahme, sondern als Beitrag zu einem besseren Leben.

Apropos Chancengleichheit: Als Pflegekraft fällt es dir vielleicht schwerer als anderen Arbeitnehmer:innen eine gesunde Ernährung mit deinem Beruf zu vereinbaren. Oft fehlt auf der Station oder zwischen den Besuchern in der häuslichen Umgebung von Pflegebedürftigen die Zeit, für ausgewogene Mahlzeiten – dabei ist eine gesunde Ernährung im Schichtdienst und während körperlich anstrengender Tätigkeiten besonders wichtig.

Welternährungstag: das kann eine gesunde Ernährung in der Pflege leisten

Am Welternährungstag möchten wir mit dir reflektieren, welche Vorteile eine ausgewogene Ernährung im Pflegealltag bietet:

  • Stärkung des Immunsystems: Nährstoffreiche Mahlzeiten unterstützen die Abwehrkräfte und reduzieren Krankheitsrisiken.
  • Mehr Energie für den Alltag: Mikro- und Makronährstoffe beugen einer Mangelernährung bei Pflegebedürftigen vor. Als Pflegekraft profitierst du von einem stabilen Energielevel und verbesserter Konzentration, gerade im Schichtdienst.
  • Förderung der Heilung und Genesung: Eine ausgewogene Ernährung unterstützt die körperliche Regeneration von Bewohner:innen.
  • Psychisches Wohlbefinden: Wer hätte das gedacht? Eine gute Ernährung kann die Stimmung und Motivation positiv beeinflussen – nein, damit meinen wir nicht Schokolade, sondern vollwertige Mahlzeiten. Das liegt daran, dass Makronährstoffe auf den Hormonhaushalt einwirken.

Welche 5 Regeln der gesunden Ernährung gibt es?

Ernährungspyramide, goldene Tipps und zahlreiche Fragen, etwa: Was sind die 7 Säulen der Ernährung? Kurzum: Das Thema Ernährung scheint komplex und kaum beherrschbar. Die gute Nachricht ist, dass eine gesunde Ernährung in der Pflege gar nicht so schwer ist – du kannst mit wenigen Regeln viel bewirken, und zwar für dich und die Bewohner:innen.

Beherzige dazu folgende Ernährungstipps:

  1. Genug trinken: Trinke täglich rund 1,5 Liter Wasser oder ungesüßten Tee, da darf es ruhig „Kraneberger“ sein – Leitungswasser gilt als eines der streng kontrolliertesten Lebensmittel. Achte auch bei Pflegebedürftigen auf genügend Trinkflüssigkeit, am besten stellst du immer ein gut gefülltes Glas in Reichweite.
  2. Viel Obst und Gemüse: Iss fünf Portionen Obst und Gemüse am Tag – möglichst bunt gemischt. Sie machen satt und liefern wichtige Nährstoffe. Lege dir am besten eine Snackbox an, in die du in kurzen Pausen hineingreifen kannst. Auch Bewohner:innen brauchen eine abwechslungsreiche Ernährung – achte hier auf Besonderheiten wie Schluckstörungen oder eine Ernährung bei Demenz.
  3. Vollwertige Lebensmittel wählen: Setze auf Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Nüsse und pflanzliche Öle. Sie halten länger satt, liefern wichtige Nährstoffe und gesunde Fette.
  4. Fisch und Milchprodukte: Integriere ein- bis zweimal pro Woche Fisch und täglich Milchprodukte oder pflanzliche Alternativen in deinen Speiseplan. Das unterstützt die Muskeln und Knochen (Eiweiß aus Milch) und die Herzgesundheit (Omega-3 aus Fisch).
  5. Maßvoll essen und bewusst genießen: Genieße Fleisch, Süßes, Salz und Fertigprodukte nur in Maßen. Nimm dir Zeit beim Essen, plane Pausen ein und wenn möglich, iss gemeinsam mit anderen. Das alles gilt im Übrigen auch für Pflegebedürftige.
Wusstest du schon?
Viele ältere Menschen essen gern Süßes, weil sich ihr Geschmackssinn im Alter verändert – bittere und salzige Aromen nehmen sie oft schwächer wahr, Süßes schmeckt dazu im Vergleich intensiver. Trotzdem sollte das kein Grund sein, übermäßige Naschereien zu fördern.

Anna Liebig

Pflegia Karriereberaterin

Unsicher? Wir beraten dich kostenlos zu deinem nächsten Karriereschritt

Unsere Karriereberater finden passende Jobs für dich – und melden sich persönlich bei dir zurück.
  • 100 % kostenlos & unverbindlich
  • Persönliche Beratung statt Bewerbungsstress
  • Wir finden passende Jobs für dich
  • Schneller Rückruf

Ernährung im Alter und Ernährung im Schichtdienst – die Pflegia Tipps

Eine ausgewogene Ernährung ist in jedem Lebensalter wichtig, übrigens unabhängig von dem Beruf und den Arbeitszeiten. Wir wissen aber, dass mit dem Alter und dem Schichtdienst besondere Herausforderungen verbunden sind.

Deshalb möchten wir dir noch folgende Ernährungstipps an die Hand geben:

Ernährungstipps für Menschen mit Demenz

  • Auf ausgewogene Kost achten: Sorge bei den Pflegebedürftigen für abwechslungsreiche, nährstoffreiche Mahlzeiten – sie unterstützen die Gehirnfunktion und beugen Mangelernährung vor.
  • Mediterrane Lebensmittel einbauen: Fisch, Gemüse, Obst, Nüsse und Olivenöl liefern wichtige „Gehirn-Nährstoffe“ und können Entzündungen entgegenwirken.
  • Gezielt Nährstoffe fördern: Achte auf eine gute Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren, B-Vitaminen, Antioxidantien, Vitamin D und Cholin – sie stärken teilweise Nervenzellen und unterstützen das Gedächtnis.
  • Praktische Umsetzung im Pflegealltag: Bereite Speisen frisch und schonend zu, richte sie appetitlich an und passe sie an die individuellen Vorlieben und Bedürfnisse der Bewohner:innen an.
Gut zu wissen!
Mehr zu den Themen Ernährung bei Demenz und Mangelernährung findest du in unseren Ratgebern.

Ernährungstipps für den Schichtdienst

  • Plane voraus: Im Schichtdienst isst du oft gegen deinen Biorhythmus – feste Essenszeiten und vorbereitete Mahlzeiten helfen dir, deine Struktur beizubehalten.
  • Frühschicht: Frühstücke zu Hause – zum Beispiel mit einem Smoothie, Vollkornbrot mit Avocado und Ei oder Müsli mit frischen Früchten.
  • Spätschicht: Starte mit einer ausgewogenen Mahlzeit und iss abends leicht – etwa Kichererbsensalat, Tomatensuppe oder Joghurt mit Obst.
  • Nachtschicht: Iss vor Dienstbeginn eine sättigende Mahlzeit mit Vollkornprodukten, wähle nachts leichte Snacks wie Wraps, Suppen oder Gemüsesticks.
  • Meal Prep nutzen: Bereite Mahlzeiten für mehrere Tage vor – mit Eiweiß, Gemüse, Kohlenhydraten und gesunden Fetten. Das spart Zeit und hält dich fit.
  • Gesunde Snacks mitnehmen: Joghurt, Nüsse, Obst, Gemüsesticks oder selbstgemachte Müsliriegel helfen dir, Heißhunger und den Griff nach Stationssüßigkeiten zu vermeiden.
Lies nach!
Klingt schwierig, ist es aber nicht: Mit unserem Ratgeber zum Thema „Gesunde Ernährung im Schichtdienst“ bekommst du wichtige Impulse für den Alltag.

Fazit: Eine gesunde Ernährung in der Pflege verdient Aufmerksamkeit, nicht nur am Welternährungstag

Der Welternährungstag macht deutlich: Gesunde Ernährung beginnt im Alltag – auch und gerade in der Pflege. Eine ausgewogene Kost kann dazu beitragen, Mangelernährung vorzubeugen, Heilungsprozesse zu unterstützen und das Wohlbefinden von Pflegebedürftigen deutlich zu verbessern.

Gleichzeitig profitieren auch Pflegekräfte selbst, wenn sie auf ihre Ernährung achten – durch mehr Energie, bessere Konzentration und weniger Erschöpfung. Der Welternährungstag erinnert uns daran, dass gesunde Ernährung in der Pflege nicht nur eine Frage der Gesundheit ist, sondern auch eine des Miteinanders, der Wertschätzung und der Lebensfreude – Tag für Tag, Teller für Teller.

Häufige Fragen zur gesunden Ernährung in der Pflege

Was darf man bei basischer Ernährung nicht essen?

Bei einer basischen Ernährung vermeidest du Lebensmittel, die im Körper „säurebildend“ wirken. Dazu gehören vor allem Fleisch, Wurst, Fisch, Milchprodukte, Eier, Weißmehl, Zucker, Alkohol und stark verarbeitete Produkte. Stattdessen liegt der Fokus auf frischem Gemüse, Obst, Kräutern, Nüssen und ausreichend Wasser oder Kräutertee.

Was sind die 7 Säulen der Ernährung?

Die 7 Säulen der Ernährung stehen für ein ganzheitliches Konzept einer gesunden Lebensweise. Dazu gehören:

  1. Ausgewogene und abwechslungsreiche Kost
  2. Pflanzliche Lebensmittel bevorzugen
  3. Maßvoller Umgang mit Zucker, Fett und Salz
  4. Ausreichend Flüssigkeit
  5. Bewusstes Essen und Genießen
  6. Bewegung und frische Luft
  7. Nachhaltigkeit und Achtsamkeit im Umgang mit Lebensmitteln

Wer steckt hinter dem Bundeszentrum für Ernährung (BZfE)?

Das Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) ist eine Einrichtung der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE), die dem Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) untersteht. Das BZfE informiert Verbraucher:innen wissenschaftlich fundiert über gesunde Ernährung, Lebensmittelkunde und nachhaltiges Essverhalten.

Medizinische und rechtliche Hinweise:

Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und ersetzt keinesfalls eine professionelle medizinische Beratung. Die enthaltenen Informationen sind nicht dafür geeignet, eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen zu beginnen bzw. abzubrechen. Bei gesundheitlichen Anliegen und zur Klärung individueller Fragen sollte stets ein qualifizierter Arzt oder eine qualifizierte Ärztin konsultiert werden. Im Falle gesundheitlicher Probleme ist es wichtig, rechtzeitig ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Quellen

Deutscher Bildungsserver. Welternährungstag 2025 im Unterricht – [Deutscher Bildungsserver]. Abgerufen am 15. Oktober 2025, von: https://www.bildungsserver.de/nachricht.html?nachricht_id=811

bpb.de. 16. Oktober: Welternährungstag. Abgerufen am 15. Oktober 2025, von: https://www.bpb.de/kurz-knapp/hintergrund-aktuell/552923/16-oktober-welternaehrungstag/

Food and Agriculture Organization of the United Nations. Home | World Food Day. Abgerufen am 15. Oktober 2025, von: https://www.fao.org/world-food-day/en

Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE). Gut essen und trinken – die DGE-Empfehlungen. Abgerufen am 15. Oktober 2025, von: https://www.dge.de/gesunde-ernaehrung/gut-essen-und-trinken/dge-empfehlungen/

Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Gutes Essen. Abgerufen am 15. Oktober 2025, von: https://www.bmleh.de/SharedDocs/Downloads/DE/Broschueren/Magazin-Gutes-Essen/Seniorenmagazin07.pdf?__blob=publicationFile&v=4

Bundeszentrum für Ernährung (BZfE). Über das BZfE. Abgerufen am 15. Oktober 2025, von: https://www.bzfe.de/service/ueber-das-bzfe

Stellenangebote

Mehr zum Thema