Heilerziehungspflegehelfer:in – Gehalt
Veröffentlicht am 04.08.2025

Als Heilerziehungspflegehelfer:in unterstützt du Menschen mit Behinderung in ihrem Alltag. Du hilfst beim Anziehen, Essen, bei Freizeitaktivitäten oder auch im Haushalt. Oft arbeitest du in Einrichtungen wie Wohngruppen, Werkstätten oder Förderschulen.
Du bist also nicht einfach nur Helfer:in, sondern eine wichtige Bezugsperson. Du gibst den Menschen Halt, Unterstützung und machst ihr Leben ein Stück einfacher und schöner. Doch mit welchem Gehalt kannst du für diesen wertschöpfenden Beruf rechnen?
Was verdient ein:e Heilerziehungspflegehelfer:in brutto?
Durchschnittliches Gehalt als Heilerziehungspflegehelfer:in - brutto
Wenn du als Heilerziehungspflegehelfer:in arbeitest, bekommst du in Deutschland im Durchschnitt etwa 3.099 Euro brutto im Monat. Das entspricht einem Jahresgehalt von rund 37.188 Euro brutto.
Kurz gesagt:
- Brutto = Gesamtverdienst
- Netto = Das Geld, das du am Ende wirklich auf dein Konto bekommst (Dazu kommen wir später noch ausführlich!)
Wovon hängt das Gehalt als Heilerziehungspflegehelfer:in ab?
Wie viel du als Heilerziehungspflegehelfer:in verdienst, hängt von mehreren Faktoren ab. Nicht alle bekommen den gleichen Lohn, auch wenn sie den gleichen Beruf machen.

Anna Liebig
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1. Das Bundesland
In manchen Regionen Deutschlands wird mehr gezahlt als in anderen. Oft gilt:
- Im Westen und Süden (z. B. Bayern, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen) sind die Gehälter höher
- Im Osten (z. B. Sachsen, Brandenburg, Thüringen) sind die Gehälter etwas niedriger
Beispiel: In Bayern kannst du als Heilerziehungspflegehelfer:in durchschnittlich über 3.200 € brutto verdienen, in Sachsen sind es eher unter 2.900 € brutto.
2. Der Arbeitgeber
Es macht einen Unterschied, wo du arbeitest. Es gibt drei große Gruppen:
- Öffentliche Träger wie städtische Einrichtungen und Kommunen
- Kirchliche Träger wie Caritas und Diakonie
- Private Träger wie kleine Pflegeunternehmen
Öffentliche Träger
Das sind staatliche Einrichtungen, zum Beispiel:
- städtische Wohnheime oder Werkstätten für Menschen mit Behinderung
- Einrichtungen von Landkreisen oder Kommunen
Diese Arbeitgeber gehören dem Staat – also Städten, Gemeinden oder Bundesländern.
Vorteile:
- Du wirst meistens nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) bezahlt
- Klare Gehaltsstufen: Du weißt genau, wann und wie dein Gehalt steigt
- Gute Arbeitsbedingungen, z. B. viele Urlaubstage und Zuschläge für Nacht- oder Wochenenddienste
Gehalt: Hier bekommst du oft ein stabiles und etwas höheres Gehalt. Zum Einstieg sind etwa 2.400 bis 2.800 € brutto möglich, mit Erfahrung deutlich mehr.
Kirchliche Träger
Das sind Einrichtungen von großen Kirchen, zum Beispiel:
- Caritas (katholisch)
- Diakonie (evangelisch)
Kirchliche Träger sind zwar keine staatlichen Arbeitgeber, haben aber eigene Tarifverträge, die sich an den öffentlichen Tarifen orientieren.
Vorteile:
- Tarifvertrag: Meist ähnlich wie im öffentlichen Dienst
- Gehalt und Arbeitsbedingungen sind oft gut geregelt
- Auch hier gibt es automatische Gehaltssteigerungen mit der Zeit
Gehalt: Sehr ähnlich wie im öffentlichen Dienst. Der Unterschied ist meist nur gering.
Private Träger
Das sind private Unternehmen oder Vereine, zum Beispiel:
- kleine soziale Träger
- private Pflegeeinrichtungen oder Hilfsdienste
Diese Einrichtungen müssen sich nicht an einen Tarifvertrag halten. Sie dürfen das Gehalt selbst festlegen – das kann gut sein, aber auch schlechter.
Achtung:
- Kein fester Tarif = kein automatischer Gehaltsanstieg
- Arbeitsbedingungen können stark unterschiedlich sein (z. B. weniger Urlaubstage oder keine Zuschläge)
Gehalt: Oft etwas niedriger als bei öffentlichen oder kirchlichen Trägern. Zum Einstieg sind z. B. je nach Einrichtung 2.200–2.500 € brutto möglich.
3. Berufserfahrung
Je länger du im Beruf arbeitest, desto mehr verdienst du. In tarifgebundenen Einrichtungen gibt es sogenannte Stufen, in denen du automatisch aufsteigst (meist alle ein bis zwei Jahre). Bei privaten Arbeitgebern ist das nicht der Fall, weshalb du hier dein Gehalt regelmäßig aktiv verhandeln solltest.
Beispiel:
- Berufseinstieg: ca. 2.400 € brutto/Monat
- Nach ein paar Jahren: über 3.100 € brutto/Monat
Heilerziehungspflegehelfer:in - Gehalt nach Arbeitgeber
Schauen wir uns an, wie viel du ungefähr beim öffentlichen Dienst, bei kirchlichen Trägern und bei privaten Einrichtungen verdienen kannst.
Öffentlicher Dienst (z. B. Stadt oder Kommune)
Wenn du bei einer staatlichen Einrichtung arbeitest, wirst du in der Regel nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst im Bereich Sozial- und Erziehungsdienste (TVöD-SuE) bezahlt. Als Heilerziehungspflegehelfer:in wirst du oft in die Entgeltgruppe S4 eingestuft. Dort hängt das Gehalt von der sogenannten Stufe ab (die steigt mit deiner Berufserfahrung). Zum Berufseinstieg kannst du mit ca. 2.590 € brutto/Monat rechnen, nach einigen Jahren Berufserfahrung mit ca. 2.900 € brutto/Monat bis zu 3.300 € brutto/Monat.
Kirchliche Träger (z. B. Caritas oder Diakonie)
Kirchliche Träger haben eigene Tarifverträge, die sich an den TVöD anlehnen. Du findest dort ähnliche Gehaltsstufen und Bedingungen.
Beispiel:
- Einstieg: ca. 2.500–2.700 € brutto/Monat
- Mit Erfahrung: bis zu 3.200 € brutto/Monat
Private Einrichtungen
Private Träger sind nicht an einen Tarifvertrag gebunden. Das bedeutet: Das Gehalt kann frei verhandelt werden – und fällt daher sehr unterschiedlich aus.
Beispiel:
- Einstieg: ca. 2.200–2.500 € brutto/Monat
- Mit Erfahrung: bis zu 2.800–3.000 € brutto/Monat (je nach Einrichtung)
Manche private Einrichtungen zahlen gut, andere eher wenig. Deshalb ist es wichtig, dass du bei einem Vorstellungsgespräch genau nach dem Gehalt und den Arbeitsbedingungen fragst.
Heilerziehungspflegehelfer:in - Gehalt nach Berufserfahrung
Wenn du als Heilerziehungspflegehelfer:in arbeitest, bleibst du nicht für immer beim Einstiegsgehalt. Mit den Jahren und der Berufserfahrung steigt dein Gehalt an.
Wenn du länger in deinem Beruf arbeitest, bringst du mehr Wissen, Routine und Verantwortung mit. Viele Arbeitgeber belohnen diese Erfahrung, indem sie dein Gehalt schrittweise erhöhen. Manche machen das nach festen Stufen, andere verhandeln individuell.
So sieht die Gehaltsentwicklung als Heilerziehungspflegehelfer:in typischerweise aus:
| Berufserfahrung | Durchschnittliches Gehalt brutto/Monat |
|---|---|
| Berufseinstieg | ca. 2.400 € |
| Nach 3–5 Jahren | ca. 2.700–2.900 € |
| Nach 10+ Jahren | ca. 3.100–3.300 € |
Wichtig zu wissen:
- Bei tarifgebundenen Trägern (z. B. TVöD, Caritas, Diakonie) sind Gehaltserhöhungen meist automatisch geregelt – du steigst alle paar Jahre auf.
- Bei privaten Trägern musst du oft selbst aktiv werden und dein Gehalt regelmäßig neu verhandeln.
Was verdient ein:e Heilerziehungspflegehelfer:in netto?
Du hast jetzt viele Zahlen zum Bruttogehalt gelesen, aber was bedeutet das eigentlich für dein Konto? Was dir am Ende wirklich zum Leben bleibt, ist dein Netto-Gehalt.
Was ist der Unterschied zwischen „brutto“ und „netto“?
- Brutto: Das ist dein Gesamtverdienst, bevor Abzüge gemacht werden.
- Netto: Das ist das Geld, das du am Ende bekommst, also nach Abzügen für:
- Steuern (z. B. Lohnsteuer)
- Sozialversicherungen (z. B. Kranken-, Renten- und Pflegeversicherung)
Die Abzüge hängen z. B. von deiner Steuerklasse, deinem Wohnort und deiner Krankenversicherung ab.
Angenommen, du verdienst als Heilerziehungspflegehelfer:in 3.099 € brutto im Monat (das ist der bundesweite Durchschnitt):
| Brutto-Gehalt | Steuerklasse I (ledig, keine Kinder) | Steuerklasse III (verheiratet, Partner:in ohne Einkommen) |
|---|---|---|
| 3.099 € | ca. 2.150–2.250 € netto | ca. 2.400–2.500 € netto |
(Gerundete Werte, können je nach Bundesland und Versicherung leicht abweichen)
Beim Berufseinstieg mit ca. 2.400 € brutto/Monat:
| Brutto-Gehalt | Netto (Steuerklasse I) |
|---|---|
| 2.400 € | ca. 1.700–1.800 € netto |
Fazit: Gehalt als Heilerziehungspflegehelfer:in
Als Heilerziehungspflegehelfer:in kannst du mit einem Einstiegsgehalt von etwa 2.400 Euro brutto im Monat rechnen. Im bundesweiten Durchschnitt verdienen erfahrene Fachkräfte in diesem Beruf rund 3.100 Euro brutto im Monat. Wie viel du tatsächlich bekommst, hängt davon ab, in welchem Bundesland du arbeitest, wer dein Arbeitgeber ist – also ob eine öffentliche, kirchliche oder private Einrichtung – und wie viel Berufserfahrung du bereits hast.
Unterm Strich bleibt dir nach Abzügen – je nach Steuerklasse – ein monatliches Nettogehalt zwischen etwa 1.700 und über 2.400 Euro. Damit kannst du finanziell sicher stehen und gleichzeitig in einem Beruf arbeiten, der Sinn macht und gebraucht wird.
Die wichtigsten Fragen zum Gehalt als Heilerziehungspflegehelfer:in
Wo findet die Ausbildung zum Heilerziehungspflegehelfer:in statt?
Die Ausbildung zur Heilerziehungspflegehelfer:in findet in der Regel an staatlich anerkannten Berufsfachschulen oder Fachschulen für Heilerziehungspflegehilfe statt. Sie ist schulisch organisiert, wird aber durch umfangreiche Praxisphasen in sozialen Einrichtungen ergänzt – zum Beispiel in Wohnheimen, Werkstätten für Menschen mit Behinderung, Förderschulen oder Pflegeeinrichtungen. Je nach Bundesland und Träger kann die Ausbildung in Vollzeit oder berufsbegleitend angeboten werden. Ausbildungsplätze gibt es in ganz Deutschland – unter anderem bei Trägern wie der Caritas, Diakonie, dem Deutschen Erwachsenen-Bildungswerk (DEB) oder privaten Fachschulen. Wer sich bewerben möchte, sollte sich am besten direkt bei einer Fachschule oder einem sozialen Träger in der eigenen Region informieren.
Wie viel kostet eine Ausbildung als Heilerziehungspflegehelfer:in?
Für die schulische Ausbildung fallen meist keine Schulgebühren an, solange sie von öffentlichen oder staatlich geförderten Einrichtungen durchgeführt wird. Lediglich geringe Kosten für Materialien, Prüfungen oder Aufnahme können anfallen.
Wird die Ausbildung zur Heilerziehungspflegehelfer:in bezahlt?
Das kommt auf die Ausbildungsform an: In der praxisintegrierten Ausbildung (PiA) bekommst du während der gesamten Ausbildungszeit ein monatliches Gehalt – je nach Träger meist zwischen 1.200 € und 1.500 € brutto, gestaffelt nach Ausbildungsjahr. Entscheidest du dich hingegen für die vollzeitschulische Ausbildung, erhältst du in der Regel keine Vergütung. Hier kannst du aber gegebenenfalls BAföG beantragen oder eine Förderung über einen Bildungsgutschein nutzen. Spätestens im Anerkennungsjahr (dem praktischen Abschlussjahr) ist dann häufig eine Bezahlung vorgesehen.
Quellen
- Bundesagentur für Arbeit. (o. D.). Entgeltatlas – Heilerziehungspflegehelfer:in. Abgerufen am 16. Juli 2025, von web.arbeitsagentur.de/entgeltatlas/beruf/9141
- Gehalt.de. (o. D.). Heilerziehungspflegehelfer:in – Gehalt und Verdienstmöglichkeiten. Abgerufen am 16. Juli 2025, von www.gehalt.de/beruf/heilerziehungspflegehelfer
- StepStone.de. (o. D.). Gehalt als Heilerziehungspflegehelfer:in. Abgerufen am 16. Juli 2025, von www.stepstone.de/gehalt/Heilerziehungspflegehelfer-in.html











