Hygienebeauftragte:r - Gehalt

Veröffentlicht am 02.05.2025

Taschenrechner und Stift auf einem Tisch
Ausbildungsgehaltbisheriges Gehalt
Hygienezulage100-300  Euro
Durchschnittsgehalt4.050  Euro

In Pflegeeinrichtungen spielt Hygiene eine entscheidende Rolle. Denn wer mit pflegebedürftigen Menschen arbeitet, trägt eine große Verantwortung – besonders wenn es um Infektionen, Keime und Krankheitserreger geht. Hier kommen Hygienebeauftragte ins Spiel: Sie sorgen dafür, dass Hygienestandards eingehalten werden, leiten Kolleg:innen an und helfen, Bewohner:innen und Personal zu schützen.

Was viele nicht wissen: Die Aufgabe als Hygienebeauftragte:r bringt nicht nur viel Verantwortung mit sich, sondern kann sich auch finanziell lohnen. Aber wie hoch ist das Gehalt wirklich? Und wie unterscheidet es sich je nach Einrichtung, Region oder Qualifikation?

In diesem Artikel schauen wir uns an, was Hygienebeauftragte in der Pflege verdienen, welche Tarifverträge und Zulagen es gibt – und was am Ende netto übrig bleibt.

Gehalt als Hygienebeauftragte:r in der Pflege

Die Tätigkeit als Hygienebeauftragte:r ist in der Pflege keine eigene Berufsgruppe mit eigenem Gehalt, sondern eine Zusatzfunktion, die Pflegekräfte neben ihrer regulären Tätigkeit übernehmen – z. B. auf einer Station, in einem Wohnbereich oder im ambulanten Pflegedienst.

Anna Liebig

Pflegia Karriereberaterin

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Deshalb richtet sich das Gehalt in erster Linie nach dem eigentlichen Beruf (z. B. Pflegefachkraft) und dem Tarifvertrag, der im jeweiligen Betrieb gilt. Die Funktion als Hygienebeauftragte:r kann zu einem kleinen Gehaltszuschlag oder einer höheren Eingruppierung führen – besonders im öffentlichen Dienst.

Was verdient man als Hygienebeauftragte:r?

Öffentlicher Dienst (TVöD-P)

Im TVöD-P (Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst – Pflege) sind Pflegefachkräfte in den Entgeltgruppen P7 bis P9 eingruppiert:

Entgeltgruppe Stufe 3 (nach ca. 5 Jahren) Stufe 5 (nach ca. 15 Jahren)
P7 3600,40 € brutto 4036,57 € brutto
P8 3757,59 € brutto 4132,22 € brutto
P9 4070,43 € brutto 4434,43 € brutto

Mit Übernahme der Funktion als Hygienebeauftragte:r kann eine Pflegekraft z. B. von P7 nach P8 eingruppiert werden – was etwa 100 € bis 150 € brutto mehr im Monat ausmacht.

Hygienezulage (TVöD)

Zusätzlich zur Eingruppierung erhalten Hygienebeauftragte in Einrichtungen des öffentlichen Dienstes häufig eine monatliche Zulage. Diese beträgt typischerweise 75 € bis 150 € brutto, je nach Bundesland, Hausregelung und Funktionstiefe.

Beispielrechnung:

Eine Pflegefachkraft mit 6 Jahren Berufserfahrung in einer städtischen Einrichtung wird von P7 nach P8 hochgruppiert und erhält zusätzlich eine Zulage von 100 €:

  • Grundgehalt P8 Stufe 3: 3.757,59 € brutto
  • Hygiene-Zulage: 100 €
  • Gesamtbrutto: 3.857,59 € pro Monat

Private und freigemeinnützige Träger

Bei privaten Anbietern oder kirchlichen Einrichtungen (z. B. Caritas, Diakonie) ist die Eingruppierung oft ähnlich, richtet sich aber nach anderen Tarifen (z. B. AVR). Zulagen sind dort nicht immer standardisiert – sie können zwischen 50 € und 250 € brutto im Monat liegen oder im Rahmen von Leistungsprämien ausgezahlt werden.

Fazit - Mehrverdienst als Hygienebeauftragte:r in der Pflege

Wer als Hygienebeauftragte:r arbeitet, kann mit einem Brutto-Mehrverdienst von ca. 100 € bis 300 € im Monat rechnen – entweder durch eine bessere Eingruppierung oder durch eine Zulage.

Hygienebeauftragte:r in der Pflege – Netto Gehalt

Das Bruttogehalt als Hygienebeauftragte:r in der Pflege liegt – je nach Grundtätigkeit, Tarifbindung und Zulage – häufig zwischen 3.400 € und 4.700 € im Monat. Doch: Was kommt davon am Monatsende tatsächlich auf deinem Konto an?

Die Antwort hängt unter anderem ab von:

  • der Steuerklasse
  • der Krankenversicherung (gesetzlich oder privat)
  • persönlichen Faktoren wie Kinder, Kirchensteuer oder Nebenjobs

Steuerklassen – kurz erklärt

In Deutschland gibt es sechs Steuerklassen. Die wichtigsten für Pflegekräfte sind:

Steuerklasse I

  • Für alleinstehende, ledige oder geschiedene Personen ohne Kinder
  • Das ist die Standardklasse, wenn man keinen besonderen Familienstatus hat
  • Höchste Abgabenlast im Vergleich zu anderen Klassen

Steuerklasse III

  • Für verheiratete Personen, deren Ehepartner:in wenig oder gar nichts verdient
  • Wird oft mit Steuerklasse V kombiniert (Partner:in zahlt dann mehr)
  • ➜ Vorteil: deutlich weniger Lohnsteuerabzug → mehr Netto vom Brutto

Gesetzlich oder privat versichert – was macht das fürs Netto aus?

Gesetzliche Krankenversicherung (GKV)

  • Beiträge werden prozentual vom Gehalt abgezogen (ca. 14–15 % inkl. Zusatzbeitrag)
  • Arbeitgeber zahlt die Hälfte mit
  • Beiträge steigen mit höherem Einkommen

Private Krankenversicherung (PKV)

  • Beiträge richten sich nicht nach dem Einkommen, sondern nach Alter, Gesundheitszustand und Tarif
  • Für Besserverdienende kann die PKV günstiger oder teurer sein
  • PKV lohnt sich oft erst ab ca. 4.000–5.000 € brutto
Wichtig:
Die meisten Pflegekräfte sind gesetzlich versichert, vor allem im öffentlichen oder tarifgebundenen Bereich.

Netto-Beispiele für Hygienebeauftragte in der Pflege

Beispiel 1: Steuerklasse I, gesetzlich versichert

  • Pflegefachkraft mit Hygienefunktion
  • Bruttogehalt: 3.400 €
  • Abzüge: Lohnsteuer, Renten-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung
  • Netto: ca. 2.330 €

Beispiel 2: Steuerklasse III, gesetzlich versichert

  • Verheiratete Pflegekraft, Ehepartner ohne Einkommen
  • Bruttogehalt: 3.400 €
  • Netto: ca. 2.650 €

Unterschied durch Steuerklasse: Bei gleichem Bruttogehalt bleiben in Steuerklasse III rund 320 € mehr netto übrig – pro Monat!

Wichtige Zusatzinfos:

Nacht- und Wochenendzuschläge können steuerfrei sein – das erhöht das Netto zusätzlich.Zulagen für Hygienebeauftragte werden wie das normale Gehalt versteuert, erhöhen also auch die Sozialabgaben.Wer Kinder hat, profitiert zusätzlich vom Kinderfreibetrag oder Kindergeld – beides beeinflusst das verfügbare Einkommen.

Fazit

Als Hygienebeauftragte:r verdienst du – je nach Einsatzort, Tarif und Steuerklasse – zwischen 2.100 € und 3.400 € netto im Monat.

Tipp
Du kannst dein individuelles Nettogehalt mit kostenlosen Brutto-Netto-Rechnern im Internet ganz einfach durchrechnen!

Quellen

  1. Öffentlicher Dienst. (o. D.). TVöD-P Pflege 2025 – Aktuelle Entgelttabelle. Abgerufen am 17. April 2025, von https://www.oeffentlichen-dienst.de/entgelttabelle/tvoed-p.html​
  2. Gehalt.de. (o. D.). Hygienebeauftragter – Gehalt und Verdienstmöglichkeiten. Abgerufen am 17. April 2025, von https://www.gehalt.de/beruf/hygienebeauftragter

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