Magengeschwür: Ursachen, Symptome und Behandlung

Veröffentlicht am 07.07.2025

Ein Mann mit Bauchschmerzen.

Schmerzen und Druckgefühle im Oberbauch können erste Anzeichen für ein Magengeschwür sein. Quelle: Canva.de

Ein Magengeschwür, auch Magenulkus genannt, ist eine tiefere Verletzung der Magenschleimhaut. Im Gegensatz zu einer oberflächlichen Reizung oder Entzündung reicht das Geschwür bis in tiefere Schichten der Magenwand und kann schwerwiegende Komplikationen verursachen. Wie entsteht ein solches Geschwür? Wie erkennt man es und wie lässt es sich behandeln oder sogar verhindern?

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Was ist ein Magengeschwür?

Die Magenschleimhaut schützt unseren Magen vor der eigenen, extrem sauren Magensäure, die zur Verdauung benötigt wird.

Gleichzeitig schützt sich die Magenwand durch Schleim, Bikarbonat (ein „Neutralisierer”) und eine gute Durchblutung vor dieser aggressiven Säure. Gerät dieses Gleichgewicht aus der Balance, kann sich die Schleimhaut entzünden und schließlich ein Geschwür entstehen.

Ein Magengeschwür ist eine ernsthafte Verletzung, die unbehandelt zu Blutungen, einer Verengung des Magenausgangs oder im schlimmsten Fall sogar zu einem lebensgefährlichen Durchbruch führen kann.

Anna Liebig

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Abbildung eines Magengeschwürs
Abb.: Ein Magengeschwür kann mehrfach auftreten (Illustration, Quelle: Pflegia.de)
Magenschutz ist ein Gleichgewichtssystem:
Im Magen entscheidet ein sensibles Zusammenspiel aus Schutzmechanismen und aggressiver Magensäure über die Stabilität der Schleimhaut. Schon kleine Störungen dieses Gleichgewichts können die Reizanfälligkeit deutlich erhöhen.

Häufige Ursachen: Mehr als nur Stress

Lange Zeit wurde Stress als Hauptursache angesehen. Inzwischen weiß man jedoch, dass das Bakterium Helicobacter pylori die häufigste Ursache ist, auch wenn Stress eine große Rolle spielt. Das Bakterium fühlt sich im sauren Milieu des Magens sehr wohl und kommt bei vielen Menschen unbemerkt vor. Bei einigen Menschen verursacht es jedoch eine chronische Entzündung, die schließlich ein Geschwür entstehen lässt.

Ein weiterer Risikofaktor sind bestimmte Medikamente, vor allem sogenannte nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen oder Acetylsalicylsäure (Aspirin). Sie werden oft gegen Schmerzen oder Entzündungen eingenommen. Diese Medikamente können die Schutzmechanismen der Magenschleimhaut schwächen.  Dies ist insbesondere der Fall, wenn sie über längere Zeit eingenommen werden oder wenn zusätzlich andere Medikamente (wie Kortison) eingenommen werden.

Gut zu wissen!
Pro Jahr erkranken etwa 50 von 100.000 Menschen neu an einem Magengeschwür.

Weitere Risikofaktoren sind:

  • Rauchen: verzögert die Heilung der Magenschleimhaut
  • Alkoholkonsum: Greift die Schleimhaut direkt an.
  • Alter über 65 Jahre
  • Chronische Nieren- oder Lebererkrankungen
  • Seltene hormonelle Störungen, wie das Zollinger-Ellison-Syndrom oder ein Hyperparathyreoidismus

Symptome und warum sie fehlen können

Ein Magengeschwür kann sich auf verschiedene Weise bemerkbar machen – oder auch symptomlos bleiben. So verursachen manche Geschwüre keine Beschwerden, bis es zu einer Komplikation kommt. In vielen Fällen treten aber typische Symptome auf:

Allgemeine Symptome des Magengeschwürs

  • Schmerzen oder Druckgefühl im Oberbauch (epigastrisch)
  • Völlegefühl, Übelkeit
  • unklare Appetitlosigkeit oder frühes Sättigungsgefühl

Unterschied je nach Lage des Magengeschwürs

  • Magengeschwür (Ulcus ventriculi): Schmerzen oft direkt nach dem Essen oder unabhängig davon
  • Zwölffingerdarmgeschwür (Ulcus duodeni): Nüchternschmerzen, besonders nachts, die sich durch Essen bessern

In ernsteren Fällen treten Blutungszeichen auf:

  • Schwarzer, teerartiger Stuhl (Meläna)
  • Bluterbrechen (Hämatemesis)
  • Blutarmut (Anämie), die sich oft durch Müdigkeit und Blässe bemerkbar macht.

Wie wird ein Magengeschwür diagnostiziert?

Die wichtigste Methode zur Diagnose eines Magengeschwürs ist die Magenspiegelung (Gastroskopie). Dabei wird ein flexibler Schlauch mit Kamera über Mund und Speiseröhre in den Magen eingeführt. Mediziner:innen können so die Schleimhaut direkt untersuchen und bei Bedarf Gewebeproben entnehmen, um bösartige Veränderungen auszuschließen. Ein Magenkarzinom kann nämlich ähnlich aussehen.

Zusätzlich werden Tests auf Helicobacter pylori durchgeführt. Dies kann entweder direkt über die Gewebeprobe aus der Magenschleimhaut oder durch einen Atem- oder Stuhltest erfolgen.

Warum Magengeschwüre oft spät erkannt werden:
Magengeschwüre entwickeln sich häufig schleichend und bleiben lange unauffällig. Gerade weil Beschwerden unspezifisch sind oder nur zeitweise auftreten, wird die Ursache oft erst spät abgeklärt – manchmal sogar erst bei einer Untersuchung aus anderen Gründen.

Magengeschwür: Therapie

Die Therapie hängt von der zugrunde liegenden Ursache ab.

1. Helicobacter pylori ist nachweisbar:

Die sogenannte Eradikationstherapie zielt darauf ab, das Bakterium vollständig zu beseitigen.

  • Protonenpumpenhemmern (PPI): - Medikamente, die die Magensäureproduktion hemmen
  • Antibiotika: In Kombination, um das Bakterium wirksam zu bekämpfen (z.B. Metronidazol, Clarithromycin, Amoxicillin, Tetracyclin)

Je nach Resistenzlage kommen unterschiedliche Therapie-Schemata zum Einsatz (z.B. Bismut-Quadrupeltherapie oder Tripeltherapien).

2.  Kein Helicobacter pylori vorhanden:

Dann stehen vor allem Schutzmaßnahmen im Vordergrund:

  • Weglassen von NSAR (Schmerzmittel), Nikotin und Alkohol
  • Stressabbau
  • Einnahme von Protonenpumpenhemmern über mehrere Wochen.

3. Bei Magengeschwür-Komplikationen:

Tritt eine Blutung auf, kann sie oft bereits während der Magenspiegelung gestoppt werden. Bei einem Durchbruch oder schweren Blutungen ist jedoch in seltenen Fällen eine Operation notwendig, beispielsweise zur Reparatur der Magenwand oder zur Entfernung eines betroffenen Abschnitts.

Kontrolle nach der Therapie bleibt wichtig:
Auch nach einer Behandlung ist eine ärztliche Nachkontrolle wichtig, um sicherzustellen, dass sich die Schleimhaut vollständig erholt hat und keine erneuten Veränderungen entstehen.

Wie kann einem Magengeschwür vorgebeugt werden?

Auch wenn nicht jede Ursache beeinflusst kann, gibt es ein paar präventive Hinweise, die beachtet werden können:

  • Vorsicht bei Schmerzmitteln: Diese sollten nur in Absprache mit dem Arzt oder der Ärztin und möglichst mit einem Magenschutz eingenommen werden. 
  • Rauchen und Alkohol sollten vermieden werden. Beides schwächt die Magenschleimhaut deutlich.
  • Stress abbauen: Auch psychische Faktoren spielen eine Rolle. Entspannungsverfahren wie Yoga, Meditation oder autogenes Training können hier helfen.
  • Gesunde Ernährung: Regelmäßige Mahlzeiten, wenig Fett und reizende Stoffe (z.B. Kaffee, scharfe Gewürze) schonen den Magen.
  • Keine Selbstdiagnose: Bei unklaren oder wiederkehrenden Bauchschmerzen sollte man immer ärztlichen Rat einholen.

Fazit

Ein Magengeschwür ist heute gut behandelbar, vor allem, wenn es früh erkannt wird. Medikamente wie Protonenpumpenhemmer und gezielte Antibiotika-Therapien haben viele Operationen überflüssig gemacht. Doch gerade, weil manche Geschwüre keine Schmerzen verursachen, sollte man bei Warnzeichen nicht zögern, ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Mit der richtigen Behandlung und etwas Aufmerksamkeit für den eigenen Lebensstil lassen sich Magengeschwüre gut therapieren und vorbeugen.

Häufige Fragen zum Magengeschwür

Kann ein Magengeschwür wiederkommen?

Ja, wenn bestimmte Auslöser weiterhin bestehen oder die Magenschleimhaut erneut geschwächt wird, kann es zu einem Rückfall kommen.

Wie unterscheidet sich ein Magengeschwür von einer normalen Magenreizung?

Eine Reizung betrifft meist nur oberflächliche Schleimhautbereiche, während ein Geschwür tiefere Gewebeschichten betrifft und damit strukturell ausgeprägter ist.

Warum haben manche Menschen kaum Symptome beim Magengeschwür?

Die Schmerzempfindung im Magen ist individuell sehr unterschiedlich. Zudem kann die Schleimhaut trotz Schädigung nur geringe Reize weitergeben, wodurch Beschwerden lange unbemerkt bleiben.

Ist ein Magengeschwür immer gefährlich?

Nicht zwingend. Viele Fälle lassen sich gut behandeln. Kritisch wird es vor allem dann, wenn Komplikationen auftreten oder die Erkrankung unbehandelt bleibt.

Medizinische und rechtliche Hinweise: 

Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und ersetzt keinesfalls eine professionelle medizinische Beratung. Die enthaltenen Informationen sind nicht dafür geeignet, eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen zu beginnen bzw. abzubrechen. Bei gesundheitlichen Anliegen und zur Klärung individueller Fragen sollte stets ein qualifizierter Arzt oder eine qualifizierte Ärztin konsultiert werden. Im Falle gesundheitlicher Probleme ist es wichtig, rechtzeitig ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Quellen

  1. Thieme. Allgemeinmedizin. Ausgewählte Krankheitsbilder: Ulkus ventriculi. Klimm H, Peters-Klimm F, Hrsg. 7., überarbeitete und erweiterte Auflage. Stuttgart: Thieme; 2023.
  2. Thieme. Differenzialdiagnose Innerer Krankheiten. Ulkus ventriculi. Battegay E, Hrsg. 21., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Stuttgart: Thieme; 2017. 
  3. Thieme. Duale Reihe Innere Medizin. Gastroenterologie > Magen und Duodenum. Arastéh K, Baenkler H, Bieber C, Brandt R, Chatterjee T, Dill T, Ditting T, Eich W, Ernst S et al., Hrsg. 3. Auflage. Stuttgart: Thieme; 2012
  4. Flexikon DocCheck. Ulcus ventriculi. Abgerufen am 22. Juni 2025, von: https://flexikon.doccheck.com/de/Ulcus_ventriculi
  5. AMBOSS. Magenulkus. Abgerufen am 25. Juni 2025, von: https://next.amboss.com/de/article/zg0rB2?q=magenulkus#jE0_v3
  6. Universitätsklinikum Heidelberg. Magengeschwür. Abgerufen am 22. Juni 2025, von: https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/erkrankungen/magengeschwuer-200069

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