Pflegeausbildung TVöD 2026: Gehalt im 1., 2. und 3. Ausbildungsjahr

Veröffentlicht am 21.09.2026

Es ist eine Pflegerin zu sehen

Die Höhe des Gehalts richtet sich nach dem Ausbildungsjahr in der Pflege. Bildquelle: Canva.de

Wer eine Pflegeausbildung bei einem tarifgebundenen Arbeitgeber des Bundes oder im kommunalen Bereich beginnt, kann mit einer vergleichsweise hohen Ausbildungsvergütung rechnen. Besonders häufig wird dabei nach dem „TVöD-Gehalt“ gesucht. Genau genommen gilt für Auszubildende in der Pflege in diesem Bereich aber nicht der normale TVöD, sondern der Tarifvertrag für Auszubildende des öffentlichen Dienstes – Besonderer Teil Pflege, kurz TVAöD-Pflege.

Für dich ist vor allem wichtig: Die Vergütung steigt mit jedem Ausbildungsjahr. Außerdem ändern sich die Werte 2026 während des Jahres. Deshalb lohnt sich ein genauer Blick darauf, welche Beträge bis April gelten, welche ab Mai 2026 gezahlt werden und welche Zusatzleistungen neben dem monatlichen Bruttogehalt möglich sind.

Das Wichtigste in Kürze

  • 💶 Für Pflege-Auszubildende gilt der TVAöD-Pflege: Bei tarifgebundenen Arbeitgebern des Bundes und im kommunalen Bereich ist der TVAöD-Pflege maßgeblich. Umgangssprachlich wird häufig von „TVöD Pflege“ gesprochen.
  • 📈 Die Ausbildungsvergütung steigt mit jedem Ausbildungsjahr: Im dritten Ausbildungsjahr erhalten Auszubildende mehr als im ersten und zweiten Jahr.
  • 📅 2026 gelten zwei unterschiedliche Vergütungszeiträume: Bis zum 30. April gelten die seit April 2025 festgelegten Beträge, ab dem 1. Mai 2026 steigt die Ausbildungsvergütung.
  • 🏥 Ab Mai 2026 liegt die Vergütung zwischen 1.490,69 € und 1.653,38 € brutto: Die genaue Höhe richtet sich nach dem jeweiligen Ausbildungsjahr.
  • 🎁 Der Tarif regelt weitere Leistungen: Dazu gehören unter anderem Jahressonderzahlung, Zulagen, Urlaub und die kostenlose Bereitstellung erforderlicher Ausbildungsmittel.
  • 🔎 Nicht jede Pflegeeinrichtung zahlt nach TVAöD-Pflege: Bei Einrichtungen der Länder, kirchlichen Trägern oder anderen Arbeitgebern können andere Tarifverträge und Regelungen gelten.

Anna Liebig

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Pflegeausbildung TVöD 2026: Gehalt nach Ausbildungsjahr

Die Ausbildungsvergütung nach TVAöD-Pflege ist nach Ausbildungsjahren gestaffelt. 2026 gibt es eine Erhöhung zum 1. Mai. Deshalb unterscheiden sich die Werte je nach Zeitraum.

Zeitraum 1. Ausbildungsjahr 2. Ausbildungsjahr 3. Ausbildungsjahr
bis 30. April 2026 1.415,69 € 1.477,07 € 1.578,38 €
ab 1. Mai 2026 1.490,69 € 1.552,07 € 1.653,38 €

Die Beträge sind monatliche Bruttowerte. Netto kommt weniger an, weil Sozialversicherungsbeiträge und je nach persönlicher Situation auch Steuern abgezogen werden können. Wie hoch dein Nettogehalt genau ausfällt, hängt unter anderem von Steuerklasse, Krankenversicherung, Zusatzbeitrag und persönlichen Freibeträgen ab.

Gehalt im 1. Ausbildungsjahr

Im 1. Ausbildungsjahr erhalten Pflege-Auszubildende nach TVAöD-Pflege ab 1. Mai 2026 monatlich 1.490,69 € brutto. Bis Ende April 2026 liegt der Betrag noch bei 1.415,69 € brutto.

Das erste Ausbildungsjahr ist vor allem eine Einstiegsphase. Du lernst Grundlagen der Pflege, bekommst erste Einblicke in verschiedene Versorgungsbereiche und wirst schrittweise an pflegerische Aufgaben herangeführt. Tariflich ist für das erste Ausbildungsjahr die niedrigste der drei Vergütungsstufen vorgesehen.

Gehalt im 2. Ausbildungsjahr

Im 2. Ausbildungsjahr beträgt die Ausbildungsvergütung nach TVAöD-Pflege ab 1. Mai 2026 monatlich 1.552,07 € brutto. Bis Ende April 2026 liegt sie bei 1.477,07 € brutto.

Im zweiten Ausbildungsjahr übernimmst du meist mehr Verantwortung und kannst viele Abläufe besser einordnen. Du kennst den Pflegealltag schon besser, sammelst weitere Praxiserfahrung und vertiefst dein Wissen in unterschiedlichen Einsatzbereichen.

Gehalt im 3. Ausbildungsjahr

Im 3. Ausbildungsjahr erhalten Pflege-Auszubildende nach TVAöD-Pflege ab 1. Mai 2026 monatlich 1.653,38 € brutto. Bis Ende April 2026 beträgt die Vergütung 1.578,38 € brutto.

Im dritten Ausbildungsjahr bereitest du dich zunehmend auf den Abschluss vor und vertiefst deine bereits erworbenen Kompetenzen. Gleichzeitig sammelst du weitere praktische Erfahrung und gewinnst mehr Sicherheit bei pflegerischen Aufgaben.

TVöD oder TVAöD-Pflege: Was gilt in der Pflegeausbildung?

Wenn von „Pflegeausbildung nach TVöD“ gesprochen wird, ist meistens der TVAöD-Pflege gemeint. Das ist der Tarifvertrag für Auszubildende des öffentlichen Dienstes im Bereich Pflege. Er regelt unter anderem das Ausbildungsentgelt, Urlaub, bestimmte Zulagen und weitere Rahmenbedingungen.

Der TVöD gilt für Beschäftigte des Bundes und kommunaler Arbeitgeber. Auszubildende fallen dagegen unter eigene Tarifverträge. Für die Pflegeausbildung ist in diesem Bereich deshalb der TVAöD – Besonderer Teil Pflege entscheidend.

Typische Arbeitgeber:innen, bei denen der TVAöD-Pflege eine Rolle spielen kann, sind zum Beispiel:

  • kommunale Krankenhäuser
  • Pflegeeinrichtungen kommunaler Träger
  • Einrichtungen von Städten, Landkreisen oder Zweckverbänden
  • Kliniken und Pflegeeinrichtungen tarifgebundener kommunaler Arbeitgeber

Wichtig ist trotzdem immer der Blick in den Ausbildungsvertrag. Dort sollte stehen, welcher Tarifvertrag gilt und wie hoch die Ausbildungsvergütung ist.

Warum steigt die Ausbildungsvergütung mit jedem Jahr?

Der TVAöD-Pflege staffelt die Ausbildungsvergütung nach Ausbildungsjahren. Gleichzeitig wächst im Verlauf der Ausbildung dein Wissen, deine praktische Erfahrung und die Sicherheit bei pflegerischen Aufgaben.

Die Ausbildung bleibt dabei eine Lernphase. Welche Aufgaben du übernimmst, richtet sich nach deinem jeweiligen Ausbildungsstand. Auszubildende sollen deshalb nicht wie bereits vollständig ausgebildete Pflegefachkräfte eingesetzt werden.

Brutto oder netto: Was kommt wirklich vom Gehalt an?

Die Tarifwerte sind Bruttobeträge. Davon werden unter anderem Beiträge zur Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung abgezogen. Ob zusätzlich Lohn- und gegebenenfalls Kirchensteuer anfällt, hängt von der persönlichen Situation ab. Deshalb kann sich der Nettobetrag von Person zu Person unterscheiden.

Gibt es zusätzlich zum Gehalt weitere Leistungen?

Neben dem monatlichen Ausbildungsentgelt können nach TVAöD-Pflege weitere Leistungen wichtig sein. Dazu gehören zum Beispiel Urlaub, Jahressonderzahlung, bestimmte Zulagen oder kostenlos bereitzustellende Ausbildungsmittel.

Bei einer Verteilung der Ausbildungszeit auf fünf Tage pro Woche beträgt der Urlaubsanspruch 30 Ausbildungstage pro Kalenderjahr. Im zweiten und dritten Ausbildungsjahr erhalten Auszubildende im Schichtdienst zusätzlich jeweils einen Tag Zusatzurlaub.

Auch eine Jahressonderzahlung ist geregelt. Auszubildende, die am 1. Dezember in einem Ausbildungsverhältnis stehen, haben grundsätzlich Anspruch darauf. Im Bereich Bund und Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) beträgt sie 90 Prozent des maßgeblichen durchschnittlichen Entgelts aus August, September und Oktober.

Zusätzlich können je nach Einsatz und Voraussetzungen Zulagen oder Zeitzuschläge eine Rolle spielen. Das betrifft zum Beispiel Dienste zu besonderen Zeiten. Ob und in welcher Höhe diese Zahlungen anfallen, hängt aber vom konkreten Dienstplan und den tariflichen Voraussetzungen ab.

Zahlen alle Pflegeeinrichtungen nach TVöD?

Nein. Nicht jede Pflegeeinrichtung zahlt nach TVöD beziehungsweise TVAöD-Pflege. Der TVAöD-Pflege ist vor allem bei tarifgebundenen Arbeitgebern des Bundes und im kommunalen Bereich relevant. Bei Einrichtungen der Länder kann dagegen beispielsweise der TVA-L Pflege gelten. Andere Einrichtungen können nach anderen Regelungen zahlen, zum Beispiel nach AVR Caritas, diakonischen Arbeitsrechtsregelungen, DRK-Reformtarifvertrag, AWO-Tarifen oder eigenen Vergütungsmodellen.

Deshalb solltest du bei jeder Bewerbung prüfen:

  • Welcher Tarifvertrag gilt?
  • Ab welchem Datum gelten die genannten Beträge?
  • Wird nach TVAöD-Pflege bezahlt?
  • Gibt es Jahressonderzahlung?
  • Gibt es Zuschläge für Schicht-, Nacht-, Sonn- oder Feiertagsdienste?
  • Werden Ausbildungsmittel gestellt?
  • Wie viele Urlaubstage gibt es?
  • Wie gut ist die Praxisanleitung geregelt?

Mehr zur allgemeinen Einordnung findest du auch im Artikel zum TVöD Pflege.

Worauf solltest du beim Ausbildungsvertrag achten?

Im Ausbildungsvertrag sollte klar geregelt sein, wer dein Träger der praktischen Ausbildung ist, wann die Ausbildung beginnt, welche Pflegeschule beteiligt ist und wie hoch die Ausbildungsvergütung ist. Außerdem sollte erkennbar sein, ob ein Tarifvertrag gilt.

Achte besonders auf diese Punkte:

  • genaue Bezeichnung des Tarifvertrags
  • Bruttobetrag je Ausbildungsjahr
  • Zahlungszeitpunkt
  • Urlaubstage
  • Probezeit
  • Regelungen zu Dienstkleidung und Ausbildungsmitteln
  • Hinweise zu Einsätzen außerhalb der Ausbildungsstätte
  • mögliche Zusatzleistungen
  • Ansprechpartner:innen für Praxisanleitung

Gerade bei Stellenausschreibungen lohnt sich Genauigkeit. Formulierungen wie „tarifähnlich“, „in Anlehnung an TVöD“ oder „attraktive Vergütung“ bedeuten nicht automatisch, dass tatsächlich nach TVAöD-Pflege gezahlt wird.

Pflegia-Tipp:
 Steht in einer Stellenanzeige „in Anlehnung an TVöD“, bedeutet das nicht automatisch, dass der TVAöD-Pflege gilt. Prüfe deshalb im Ausbildungsvertrag, welcher Tarifvertrag tatsächlich angewendet wird.

Fazit: TVöD-Pflege 2026 bietet eine starke Ausbildungsvergütung

Die Pflegeausbildung nach TVAöD-Pflege ist 2026 finanziell attraktiv. Ab 1. Mai 2026 erhalten Auszubildende 1.490,69 € brutto im 1. Ausbildungsjahr, 1.552,07 € brutto im 2. Ausbildungsjahr und 1.653,38 € brutto im 3. Ausbildungsjahr. Bis Ende April 2026 gelten noch die seit 1. April 2025 gültigen Beträge.

Wichtig ist aber, genau auf den Tarifvertrag zu achten. Umgangssprachlich wird oft vom TVöD gesprochen, für Auszubildende in der Pflege ist jedoch der TVAöD-Pflege maßgeblich. Neben dem monatlichen Bruttogehalt können auch Jahressonderzahlung, Urlaub, Zulagen und weitere Rahmenbedingungen eine wichtige Rolle spielen.

Die häufigsten Fragen zur Pflegeausbildung nach TVöD 2026

Wie viel verdient man in der Pflegeausbildung nach TVöD 2026?

Nach TVAöD-Pflege erhalten Auszubildende ab 1. Mai 2026 monatlich 1.490,69 € brutto im 1. Ausbildungsjahr, 1.552,07 € brutto im 2. Ausbildungsjahr und 1.653,38 € brutto im 3. Ausbildungsjahr. Bis zum 30. April 2026 gelten noch die seit 1. April 2025 gültigen niedrigeren Beträge. 

Wann steigt die Ausbildungsvergütung 2026?

Die nächste tariflich festgelegte Erhöhung erfolgt zum 1. Mai 2026. Gegenüber den zuvor geltenden Beträgen steigt die monatliche Ausbildungsvergütung in jedem der drei Ausbildungsjahre um 75 €. 

Gilt in der Pflegeausbildung TVöD oder TVAöD?

Für Pflege-Auszubildende bei tarifgebundenen Arbeitgebern des Bundes und im kommunalen Bereich ist der TVAöD-Pflege maßgeblich. „TVöD Pflege“ wird häufig als vereinfachte Bezeichnung verwendet. Bei Einrichtungen der Länder kann dagegen der TVA-L Pflege gelten. 

Sind die Angaben zur Ausbildungsvergütung brutto oder netto?

Die tariflich festgelegten Beträge sind Bruttowerte. Wie viel davon netto übrig bleibt, hängt unter anderem von Krankenversicherung, Zusatzbeitrag, Steuermerkmalen und deiner persönlichen Situation ab.

Gibt es in der Pflegeausbildung nach TVAöD Weihnachtsgeld?

Der TVAöD-Pflege sieht eine Jahressonderzahlung vor. Besteht am 1. Dezember ein Ausbildungsverhältnis, liegt sie im Bereich von Bund und VKA grundsätzlich bei 90 Prozent des maßgeblichen durchschnittlichen Entgelts aus August, September und Oktober. Die Auszahlung erfolgt grundsätzlich zusammen mit dem für November zustehenden Ausbildungsentgelt. 

Wie viel Urlaub haben Pflege-Auszubildende nach TVAöD-Pflege?

Bei einer Verteilung der Ausbildungszeit auf fünf Tage pro Woche beträgt der Urlaubsanspruch 30 Ausbildungstage pro Kalenderjahr. Im zweiten und dritten Ausbildungsjahr erhalten Auszubildende im Schichtdienst jeweils einen zusätzlichen Urlaubstag. 

Gibt es während der Pflegeausbildung Zuschläge?

Je nach Einsatz können zusätzlich zur Ausbildungsvergütung tarifliche Zulagen und Zeitzuschläge hinzukommen, beispielsweise bei Nachtarbeit. Ob und in welcher Höhe ein Anspruch besteht, richtet sich nach der konkreten Tätigkeit und den jeweiligen tariflichen Voraussetzungen. 

Was passiert mit der Vergütung, wenn die Ausbildung verkürzt wird?

Wird die Ausbildungszeit aufgrund bestimmter schulischer Vorbildungen oder einer vorherigen Berufsausbildung verkürzt, kann sich das auch auf die Einstufung beim Ausbildungsentgelt auswirken. Nach TVAöD-Pflege gilt der Zeitraum, um den die Ausbildung aus diesen Gründen verkürzt wird, für die Höhe der Vergütung als bereits abgeleistete Ausbildungszeit. 

Quellen:

Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) (2026). Die Ausbildungsvergütung [Internet]. Berlin: 2026, abgerufen am 15. September 2026, Verfügbar unter: https://www.pflegeausbildung.net/ausbildung/verguetung

Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) (2026). Die Pflegeausbildung [Internet]. Berlin: 2026, abgerufen am 15. September 2026, Verfügbar unter: https://www.pflegeausbildung.net/ausbildung/

Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) (2017). Gesetz über die Pflegeberufe (Pflegeberufegesetz – PflBG), § 19 Ausbildungsvergütung [Internet]. Berlin: 2017, abgerufen am 15. September 2026, Verfügbar unter: https://www.gesetze-im-internet.de/pflbg/__19.html

Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) (2025). Tarifvertrag für Auszubildende des öffentlichen Dienstes (TVAöD) – Besonderer Teil Pflege, Lesefassung, Stand 1. Juli 2025 [Internet]. Berlin: 2025, abgerufen am 15. September 2026, Verfügbar unter: https://vka.de/wp-content/uploads/2026/04/TVAOED_BT-Pflege_AETV_18_Lesefassung_Stand_01_07_2025.pdf

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