Pflegefachassistent:in – Gehalt
Veröffentlicht am 20.09.2025

Als Pflegefachassistent:in unterstützt du Pflegefachkräfte bei der täglichen Versorgung von Patient:innen und Bewohner:innen. Du hilfst zum Beispiel beim Waschen, Anziehen, Essen oder bei der Mobilisation. Außerdem dokumentierst du Pflegehandlungen und arbeitest eng mit Ärzt:innen, Therapeut:innen und Angehörigen zusammen. Damit bist du ein wichtiger Teil des Pflegeteams und sorgst dafür, dass der Alltag in Krankenhäusern, Pflegeheimen oder ambulanten Diensten reibungslos läuft.
Wenn du darüber nachdenkst, Pflegefachassistent:in zu werden, spielt sicher nicht nur die Freude am Umgang mit Menschen eine Rolle, sondern auch die Frage nach dem Gehalt. Schließlich möchtest du wissen, wie viel Geld du am Ende des Monats zur Verfügung hast und ob sich der Beruf auch finanziell für dich lohnt.
Einstiegsgehalt als Pflegefachassistent:in
Nach deiner Ausbildung zur Pflegefachassistent:in startest du mit einem Einstiegsgehalt, das je nach Arbeitgeber, Region und Tarifvertrag unterschiedlich ausfallen kann. Grundsätzlich kannst du mit einem Bruttogehalt zwischen 2.700 und 3.100 Euro pro Monat rechnen.
Wie hoch dein Einstiegsgehalt genau ausfällt, hängt unter anderem davon ab, bei welchem Arbeitgeber du arbeitest:

Anna Liebig
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1) Öffentlicher Dienst (zum Beispiel städtisches Krankenhaus oder Pflegeheim)
Wenn du bei einer Einrichtung arbeitest, die dem Staat oder einer Stadt gehört, wirst du nach einem Tarifvertrag bezahlt. Ein Tarifvertrag ist so etwas wie eine offizielle Gehaltstabelle, die für alle Beschäftigten in diesem Bereich gilt. Arbeitgeber und Gewerkschaften handeln diesen Vertrag gemeinsam aus. Das bedeutet:
- Es ist genau festgelegt, wie viel du als Berufsanfänger:in bekommst.
- Auch Gehaltserhöhungen nach einigen Jahren Berufserfahrung sind dort festgeschrieben.
- Niemand darf weniger bekommen als in dieser Tabelle steht.
Für Pflegefachassistent:innen gilt im öffentlichen Dienst meistens der Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst – Pflege (TVöD-P). Dort wirst du in eine sogenannte Entgeltgruppe eingestuft. Als frisch ausgelernte Pflegefachassistent:in steigst du üblicherweise in die Gruppe P6, Stufe 1 ein. Diese Stufe ist speziell für Berufsanfänger:innen vorgesehen.
2) Kirchliche Träger (Caritas, Diakonie)
Manche Pflegeeinrichtungen gehören zur Kirche, zum Beispiel die Caritas (katholisch) oder die Diakonie (evangelisch). Auch hier gibt es eigene Tarifverträge, die heißen aber AVR. Die Regeln sind fast identisch zum öffentlichen Dienst:
- Auch hier gibt es feste Tabellen.
- Dein Gehalt hängt von deiner Ausbildung und deiner Berufserfahrung ab.
- Als Pflegefachassistent:in landest du auch hier meistens in einer Gruppe, die ungefähr der Gruppe P6 im TVöD-P entspricht.
Das bedeutet: Ob du im öffentlichen Dienst oder bei einem kirchlichen Träger arbeitest: Dein Einstiegsgehalt ist fast gleich hoch.
3) Private Träger (z. B. private Pflegeheime oder ambulante Pflegedienste)
Wenn du bei einem privaten Arbeitgeber anfängst, kann es ganz unterschiedlich sein:
- Manche private Einrichtungen haben keinen Tarifvertrag.
- Dein Gehalt wird dann im Arbeitsvertrag festgelegt, also im Prinzip verhandelt.
- Wichtig: Auch ohne Tarifvertrag gibt es eine gesetzliche Untergrenze, den sogenannten Pflegemindestlohn.
Für Pflegefachassistent:innen gilt der Mindestlohn für „qualifizierte Pflegehilfskräfte“. Ab dem 1. Juli 2025 beträgt er 17,35 Euro pro Stunde. Wenn du in Vollzeit arbeitest (ca. 39 Stunden pro Woche), ergibt das rund 2.930 Euro brutto im Monat. Ein privater Arbeitgeber darf dir also nicht weniger zahlen, aber durchaus mehr. Manche private Einrichtungen bieten etwas höhere Löhne, um Personal zu gewinnen.
Gehalt mit Berufserfahrung als Pflegefachassistent:in
Je mehr Jahre du im Beruf bist, desto mehr Erfahrung sammelst du. Und Erfahrung bedeutet in fast allen Pflegeeinrichtungen auch mehr Gehalt. Wie stark dein Gehalt steigt, hängt jedoch davon ab, bei wem du angestellt bist:
- Im öffentlichen Dienst gibt es feste Gehaltstabellen mit Stufen, die du automatisch erreichst.
- Bei kirchlichen Trägern (Caritas, Diakonie) ist es sehr ähnlich, nur dass die Tabellen eigene Namen haben.
- Bei privaten Trägern gibt es keine einheitlichen Regeln. Hier kommt es auf den einzelnen Arbeitgeber an.
Öffentlicher Dienst (TVöD-P)
Im öffentlichen Dienst sind die Gehälter klar geregelt. Du startest in P6, Stufe 1 und steigst dann regelmäßig höher. Das Gehalt erhöht sich mit jeder Stufe automatisch. Beispiel: Von etwa 2.930 € brutto/Monat in Stufe 1 bis zu rund 3.680 € brutto/Monat in Stufe 6. Das bedeutet: Nach 15 Jahren verdienst du rund 750 € mehr im Monat als am Anfang, und zwar ganz ohne Gehaltsverhandlung.
Kirchliche Träger (Caritas, Diakonie)
Auch hier gibt es feste Tabellen (AVR). Sie sind dem öffentlichen Dienst sehr ähnlich:
- Du startest in einer Gruppe, die praktisch dieselbe Einstufung wie P6 im TVöD-P hat.
- Auch hier gibt es Stufen, die nach einigen Jahren automatisch mehr Geld bringen.
- Die Unterschiede liegen meist nur bei ein paar Euro im Monat. Dein Gehalt entwickelt sich also fast genauso wie im öffentlichen Dienst.
Private Träger
Hier gibt es keine einheitlichen Tabellen. Stattdessen hängt es stark von deinem Arbeitgeber ab:
- Manche private Einrichtungen orientieren sich freiwillig am öffentlichen Dienst oder an den kirchlichen Tarifen. Dann hast du eine ähnliche Gehaltsentwicklung.
- Andere zahlen nur das gesetzliche Mindestgehalt für Pflegekräfte. Dieses steigt zwar regelmäßig, aber eben nur nach politischen Entscheidungen, also nicht automatisch durch Berufsjahre.
- Bei privaten Arbeitgebern musst du deshalb oft selbst aktiv werden: Über Gehalt sprechen, Weiterbildungen vorweisen oder auch den Arbeitgeber wechseln, um mehr zu verdienen.
Nettogehalt als Pflegefachassistent:in
Wenn du ein Gehalt genannt bekommst, ist fast immer die Bruttosumme gemeint. Das klingt zunächst nach viel Geld, aber davon gehen noch bestimmte Abzüge runter. Das, was am Ende wirklich auf deinem Konto landet, ist das Netto-Gehalt.
Welche Abzüge gibt es?
Damit du verstehst, wie sich das zusammensetzt, schauen wir uns die typischen Abzüge an:
- Lohnsteuer
- Das ist die Steuer, die du auf dein Einkommen zahlst.
- Wie hoch sie ist, hängt davon ab, in welcher Steuerklasse du bist (ledig, verheiratet, Kinder etc.).
- Bei Geringverdiener:innen fällt die Lohnsteuer oft niedrig aus, manchmal sogar null.
- Solidaritätszuschlag
- Das ist ein kleiner Aufschlag auf die Lohnsteuer.
- Viele zahlen ihn inzwischen gar nicht mehr oder nur einen sehr geringen Betrag, weil er für niedrige und mittlere Einkommen fast vollständig abgeschafft wurde.
- Kirchensteuer
- Nur wenn du Mitglied in einer Kirche bist (katholisch oder evangelisch), zahlst du zusätzlich einen kleinen Prozentsatz deines Gehalts an die Kirche.
- Bist du nicht in der Kirche, fällt dieser Abzug weg.
- Rentenversicherung
- Damit sparst du für deine spätere Rente.
- Vom Brutto werden dir etwa 9,3 % abgezogen, dein Arbeitgeber zahlt denselben Anteil oben drauf.
- Krankenversicherung
- Damit deine Arztbesuche, Medikamente und Krankenhausaufenthalte bezahlt werden.
- Dein Anteil liegt bei etwa 7,3 % plus einem kleinen Zusatzbeitrag, den jede Krankenkasse selbst festlegt. Auch hier zahlt der Arbeitgeber den gleichen Anteil.
- Pflegeversicherung
- Damit Leistungen wie Pflegeheime oder ambulante Pflege abgesichert sind.
- Dein Anteil beträgt rund 1,7 %, für Kinderlose ab 23 Jahren etwas mehr (ca. 2,3 %).
- Arbeitslosenversicherung
- Sie schützt dich, falls du einmal arbeitslos wirst.
- Dein Anteil beträgt etwa 1,3 % vom Bruttolohn.
Netto-Beispiele je nach Steuerklasse
Die Höhe deines Netto-Gehalts hängt stark von deiner Steuerklasse ab. Grundlage der folgenden Rechnungen ist ein Bruttogehalt von 2.930 € im Monat, was ungefähr dem Einstiegsgehalt als Pflegefachassistent:in in Vollzeit entspricht.
- Steuerklasse I – ledig, keine Kinder
- Du zahlst normale Lohnsteuer, Sozialabgaben und Krankenversicherung.
- Netto bleiben dir ungefähr 1.950–2.000 € im Monat.
- Steuerklasse II – alleinerziehend mit Kind
- Du hast einen Steuerentlastungsbetrag, dadurch zahlst du weniger Lohnsteuer.
- Netto bleiben dir etwa 2.050–2.100 € im Monat.
- Steuerklasse III – verheiratet, Partner ohne Einkommen
- Hier zahlst du sehr wenig Steuern, weil dein:e Partner:in keine oder nur geringe Einkünfte hat.
- Netto können es sogar 2.200–2.300 € im Monat sein.
- Steuerklasse V – verheiratet, Partner mit hohem Einkommen
- Hier zahlst du deutlich mehr Lohnsteuer.
- Netto bleiben dir nur etwa 1.700–1.750 € im Monat.
- Steuerklasse VI – zweiter Job
- Wenn du einen Nebenjob hast und dieser über Steuerklasse VI läuft, sind die Abzüge am höchsten.
- Netto bleibt dir hier deutlich weniger übrig, oft nur 1.600–1.650 € bei diesem Bruttogehalt.
Fazit zum Gehalt als Pflegefachassistent:in
Als Pflegefachassistent:in hast du eine wichtige Rolle im Gesundheitswesen: Du unterstützt Pflegefachkräfte bei der Versorgung, Betreuung und Begleitung von Patient:innen und Bewohner:innen. Neben der Freude an der Arbeit mit Menschen spielt natürlich auch das Gehalt eine große Rolle.
Direkt nach deiner Ausbildung kannst du mit einem Einstiegsgehalt von rund 2.700 bis 3.100 € brutto im Monat rechnen. Arbeitest du im öffentlichen Dienst oder bei kirchlichen Trägern, gibt es klare Tabellen (Tarifverträge), die dein Gehalt festlegen und automatisch mit deiner Berufserfahrung steigen lassen. So kannst du langfristig bis zu etwa 3.700 € brutto im Monat verdienen. Bei privaten Einrichtungen gilt mindestens der gesetzliche Pflegemindestlohn, viele zahlen aber auch mehr. Hier lohnt sich genaues Hinschauen und Nachfragen.
Wichtig ist: Dein Netto-Gehalt hängt stark von deiner Steuerklasse ab. Während manche über 2.200 € netto bekommen können, bleiben anderen nur etwa 1.700 € übrig. Dazu kommen Unterschiede durch Zuschläge (zum Beispiel Nacht- oder Feiertagsdienste) und mögliche Sonderzahlungen.
Insgesamt kannst du dir sicher sein: Als Pflegefachassistent:in hast du nicht nur einen sinnstiftenden Beruf mit Zukunft, sondern auch ein Gehalt, das sich mit der Zeit verlässlich weiterentwickelt, besonders dann, wenn du bei einem tarifgebundenen Arbeitgeber arbeitest.
Häufige Fragen zur Pflegefachassistenz
Wie viel verdient man als Pflegefachassistent:in netto?
Das hängt von deinem Bruttogehalt und deiner Steuerklasse ab. Direkt nach der Ausbildung bekommst du in Vollzeit ungefähr 2.900–3.000 € brutto im Monat. Netto bleiben dir je nach persönlicher Situation zwischen 1.700 € und 2.200 €. Verheiratete mit Steuerklasse III haben am meisten, Alleinstehende oder Menschen mit Steuerklasse V etwas weniger.
Was darf man als Pflegefachassistenz machen?
Als Pflegefachassistent:in unterstützt du Pflegefachkräfte im Alltag. Du hilfst beim Waschen, Anziehen, Essen, bei der Mobilisation und bei alltäglichen Aufgaben der Patient:innen. Außerdem darfst du bestimmte Aufgaben selbstständig übernehmen, zum Beispiel die Messung von Blutdruck, Puls oder Temperatur und die Dokumentation der Pflege. Medizinische Tätigkeiten wie das Verabreichen von Medikamenten oder komplexere pflegerische Entscheidungen bleiben jedoch den Pflegefachkräften vorbehalten.
Was verdient man in der Ausbildung zur:m Pflegefachassistent:in?
Die Ausbildung zur Pflegefachassistenz ist in der Regel schulisch organisiert. Das bedeutet: Anders als bei einer klassischen dualen Ausbildung bekommst du kein Gehalt, stattdessen kannst du aber staatliche Fördermittel wie Bafög in Anspruch nehmen. Handelt es sich hingegen um eine duale Ausbildung, zahlen dir die Einrichtungen eine kleine Vergütung von ca. 1.300 Euro bis 1.400 Euro im Monat. Die Unterschiede sind hier allerdings je nach Bundesland und Schule groß, weshalb du dich im Vorhinein bei deiner Schule über ein etwaiges Ausbildungsgehalt informieren solltest.
Quellen
Bundesagentur für Arbeit. (o. D.). Entgeltatlas – Pflegefachassistenz. Abgerufen am 10. September 2025, von https://web.arbeitsagentur.de/entgeltatlas/beruf/135350
jobvector. (o. D.). Gehalt – Pflegefachassistenz in Nordrhein-Westfalen. Abgerufen am 10. September 2025, von https://www.jobvector.de/gehalt/pflegefachassistenz/nordrhein-westfalen/
Ausbildung.de. (o. D.). Gehalt – Gesundheits- und Pflegeassistent:in. Abgerufen am 10. September 2025, von https://www.ausbildung.de/berufe/gesundheits-und-pflegeassistent/gehalt/











