Medizinischer Fortschritt in der Wundversorgung: Was ist heute möglich?
Veröffentlicht am 05.08.2025

Die medizinische Versorgung von Wunden ist in der Pflege besonders wichtig. Pflegende sollten sich daher mit den Materialien ausreichend auskennen. Quelle: Canva.de
Chronische Wunden sowie Druckverletzungen sind im Pflegealltag leider keine Seltenheit. Die fachgerechte Versorgung von Wunden, deren Vorbeugung und Vermeidung gehören deshalb zu den zentralen Aufgaben in der Pflege. Für die Wundversorgung stehen dazu, neben den klassischen Wundabdeckungen, inzwischen auch viele innovative und fortschrittliche Materialien sowie Therapien zur Verfügung, die auf verschiedene Weise dazu beitragen können, den Heilungsprozess zu beschleunigen. Was heute möglich ist.
Ein kleiner Schnitt, ein Stoß oder ein kleiner Riss der Haut sind im Alltag schnell passiert. Bei gesunden Menschen heilen sie in der Regel aber auch schnell wieder ab. Anders ist das häufig bei pflegebedürftigen Personen, die überwiegend hochbetagt sind und oft gleich an mehreren Grunderkrankungen leiden. So können vor allem Durchblutungsstörungen, ein geschwächtes Immunsystem, Diabetes mellitus oder auch eine Venenschwäche die Wundheilung massiv stören.
Probleme: Chronische Wunden, Infektionsrisiken, lange Heilungsprozesse
Selbst kleine Hautverletzungen können in der Wundversorgung zum echten Problem werden, weil sie sich nur sehr langsam schließen und deshalb entsprechend leicht infizieren können. In der Folge können schmerzhafte chronischen Wunden entstehen, die Wochen oder gar Monate lang nicht heilen und schlimmstenfalls sogar Amputationen nach sich ziehen können. Ähnlich problematisch können auch Druckverletzungen bei Pflege, bettlägerigen- und Rollstuhlpatient:innen sein. Sie entstehen durch eine dauerhaft zu hohe Druckbelastung und damit verbundene Minderdurchblutung von Hautpartien, die beim Liegen oder Sitzen besonders beansprucht werden. Wird nicht rechtzeitig gehandelt, können sich auch hier, aus einfachen Druckstellen, extrem schmerzhafte chronische Wunden in Form von Druckgeschwüren, dem sogenannten Dekubitus, entwickeln.
Schulungen für Pflegekräfte: Richtige Wunddokumentation und Pflege
Gerade in der Pflege ist es deshalb wichtig, dass Pflegekräfte selbst kleine, oft harmlos wirkende, akute Verletzungen oder auch nur rote Hautstellen bei Patienten frühzeitig entdecken, richtig beurteilen und rasch fachgerecht versorgen. Hat sich bereits eine chronische Wunde entwickelt, ist meist eine sehr aufwändige und langwierige Wundversorgung nötig, die in der Regel über ein interdisziplinäres Team aus Fachkräften erfolgt. Neben einem Arzt oder einer Ärztin, gehören dazu meist auch eine Physiotherapeut:in, eine Ernährungsberater:in und vor allem eine sogenannte Wundexpert:in oder auch Wundmanager:in. Diese auf die Wundbehandlung spezialisierten Fachkräfte sind im Pflegebereich sehr gefragt, weil sie einerseits dazu beitragen die Lebensqualität von Betroffenen deutlich zu verbessern und gleichzeitig für eine verkürzte Heilungsdauer sorgen, was natürlich auch die Kosten senkt.

Anna Liebig
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Eine Weiterbildung zur Wundexpert:in oder auch Wundmanager:in ist für verschiedene Gesundheitsberufe möglich. Oft sind es Pflegekräfte, die sich auf diesem Gebiet fortbilden lassen. Zu den zentralen Aufgaben von Wundmanager:innen gehört es, in Absprache mit dem Arzt, die Wunde regelmäßig zu inspizieren, ihren Zustand zu beurteilen sowie den Heilungsverlauf genau zu dokumentieren. Auch entscheiden sie – zusammen mit den anderen Fachkräften im Team - über die optimale Art der Therapie und welche Wund- und Verbandsmaterialien eingesetzt werden. Sie beraten Betroffene und klären sie über ihre Erkrankung, die Möglichkeiten der Therapie sowie vorbeugende Maßnahmen auf. Außerdem führen sie auch die fachgerechte Wundversorgung am Patienten durch.
Klassische und moderne Wundversorgung – wo ist der Unterschied?
Bei der Behandlung von Wunden werden vor allem zwei Arten der Wundversorgung unterschieden:
Klassische Wundversorgung
Es gibt zum einen die klassische oder auch traditionelle Wundversorgung: Hier geht es vor allem darum, die Wunde sicher abzudecken und optimal vor Verunreinigungen von außen zu schützen. Dazu kommen vor allem konventionelle Verbandsmaterialien, wie Pflaster, Verbände, Mullkompressen und Co zum Einsatz. Sie werden in der Pflege auch als inaktive Wundauflagen bezeichnet.
Diese Form der Wundversorgung mit trockenem Verbandsmaterial war lange Zeit die Standardversorgung für alle Arten von Wunden. Sie hilft gut zur Erst- und Akutversorgung von eher oberflächlichen Schürf- oder auch Schnittwunden, die leicht heilen. Für die langwierige Behandlung von chronischen und komplizierten Wunden mit häufigen Verbandswechseln sind trockene Verbände dagegen weniger geeignet. Denn die Auflagen verkleben leicht mit der Wunde und können diese beim Wechseln wieder aufreißen. Das ist für Betroffene äußerst schmerzhaft und behindert außerdem den Heilungsprozess.
Moderne Wundversorgung
Die moderne Wundversorgung arbeitet ganzheitlich. Sie orientiert sich dazu an der individuellen Art der Wunde sowie dem jeweiligen Heilungsstatus, ermittelt die Ursachen und stimmt die Behandlung auch auf die individuellen Patientenbedürfnisse ab. Anders, als bei der herkömmlichen Wundversorgung, kommen dabei vor allem feuchte oder auch hydroaktive Wundauflagen zum Einsatz, die in der Pflege auch als interaktive Wundauflagen bezeichnet werden.
Sie sind für die Wundversorgung von chronischen oder komplexen Wunden deutlich besser geeignet, da sie ein sogenanntes ideal-feuchtes Wundmilieu schaffen, das den Heilungsprozess optimal fördert. So verhindern sie, dass die Wunde verkrustet, wodurch neu nachwachsendes Gewebe sich leichter bilden und ausbreiten kann. Auch die Narbenbildung wird damit verringert.
Vor allem aber besteht bei dieser Art der Wundversorgung keine Gefahr, dass die Auflagen oder Verbände mit der Wunde verkleben. Sie können damit länger auf der Wunde verbleiben. Ein Verbandswechsel ist für Patient:innen damit seltener, sehr viel weniger schmerzhaft und kann dadurch schnell und unkompliziert durchgeführt werden. Auch wird dadurch entsprechend weniger Verbandsmaterial benötigt.
Neue Materialien: Hydrogele, Alginatverbände, bioaktive Auflagen
Das Angebot an innovativen Wundversorgungsprodukten im Bereich der modernen Wundversorgung für Pflege ist inzwischen fast unüberschaubar groß. Zu den wichtigsten Vertretern dieser Gruppe zählen vor allem folgende Arten von Wundauflagen:
- Alginatverbände:
Alginat-Wundauflagen werden aus Algen gewonnen und sind besonders saugfähig. Sie kommen vor allem bei tiefen und stark nässenden Wunden zum Einsatz, bei denen viel überflüssige Wundflüssigkeit aufgenommen werden muss. Das Alginat bildet in Kontakt mit dem Wundsekret ein zähflüssiges Gel, das die Wunde weiterhin feucht hält, die Blutstillung unterstützt und die Heilung optimal fördert.
- Hydrogele:
Hydrogele sind vernetzte Polymere mit einem sehr hohen Wasseranteil von rund 95 Prozent. Sie sind selbst jedoch nicht wasserlöslich. Als Wundauflage dienen sie dazu, trockene Wunden zu befeuchten und bereits abgestorbenes, eingetrocknetes Gewebe aufzuweichen, abzulösen und damit die Zellneubildung zu fördern.
- Hydrokolloide:
Hydrokolloide kennen viele in Form von Blasenpflastern. Die Wundauflage enthält quellfähige Substanzen, die bei Kontakt mit Wundflüssigkeit ein schützendes Gel bilden. Hydrokolloide sind meist selbstklebend, wasser- und keimabweisend, aber auch atmungsaktiv.
- Schaumverbände und Hydropolymere:
Auflagen und Verbände aus Schaumstoff können ebenfalls Wundsekret gut binden und die Feuchtigkeit in der Wunde halten. Sie werden vor allem bei mäßig bis wenig nässenden Wunden eingesetzt.
- Bioaktive Wundauflagen:
Bioaktive Auflagen, sind Wundauflagen, die in Kombination mit Hydrogelen oder auch Hydrokolloiden oder in Form von Tamponaden, zusätzliche Wirkstoffe direkt an die Wunde bringen, um dadurch gezielt biologische Prozesse zu beeinflussen. Je nach Art der Wunde, kommen hier unterschiedliche Auflagen zum Einsatz, wie etwa silberhaltige Wundauflagen, die keimtötend und entzündungshemmend wirken oder auch medizinische Auflagen mit Honigextrakt, wie Manuka-Honig, die ebenfalls eine antibakterielle und entzündungshemmende Wirkung besitzen, darüber hinaus aber auch noch die Bildung von Granulationsgewebe unterstützen und Gerüche binden.
Ein weiteres Beispiel sind Wundauflagen mit Wachstumsfaktoren, die die Neubildung von Hautzellen anregen und die Wundheilung damit effektiv beschleunigen können oder auch Auflagen mit Polihexanid, einem Antiseptikum bei infizierten Wunden sowie Kollagen-Wundauflagen, die bei stagnierenden Wunden helfen, den Heilungsprozess wieder in Gang zu bringen.
Künstliche Haut & Zelltherapien: Zukunft oder bereits Realität?
Neben diesen interaktiven, also modernen, feuchten Verbandsstoffen, und den inaktiven, sprich trockenen, traditionellen, gibt es inzwischen aber noch eine dritte Kategorie der Wundversorgung: Die sogenannten aktiven Wundauflagen. Dabei handelt es sich um Wundauflagen in Form von Hauttranspantaten bzw. Transplantatgittern aus gezüchteter Haut, Zelltherapien sowie auch präparierter Fischhaut.
Diese Form der Wundversorgung steckt zwar noch weitgehend in den Anfängen, ist aber definitiv keine Zukunftsmusik mehr für die Pflege. So werden aktive Wundauflagen bereits vereinzelt zur Therapie von Verbrennungen und anderen schweren chronischen Wunden angewendet, um vor allem großflächige und komplizierte Wunden für eine begrenzte Zeit optimal und bioverträglich abdecken zu können, bis diese wieder verschlossen sind.
Einfluss von Ernährung & Mikrobiom auf die Wundheilung
mit die Wundheilung gut gelingt, ist aber nicht nur die Art der fachgerechten Wundversorgung, entscheidend. Auch die Art der Ernährung sowie der Zustand des Darmmikrobioms spielen bei der Wundheilung nachweislich eine sehr wichtige Rolle. Denn, um eine Wunde zu schließen, muss der Körper sehr viel leisten. Dafür benötigt er zum einen Energie und zum anderen auch ausreichend viele Nährstoffe und Vitamine, um körpereigenes Gewebe für den Wundverschluss zu produzieren oder auch Stoffwechselprozesse zu regulieren. Beides, Energie und Nährstoffe, müssen von außen, also über die Ernährung, zugeführt werden. Für Patienten mit chronischen Wunden ist es deshalb ganz besonders wichtig, dass sie sich gesund und ausgewogen ernähren.
Während der Wundheilung benötigen Patienten mehr Nähr- und Vitalstoffe
Wichtig für die Wundheilung sind zum einen ausreichend viele Kalorien, da der Körper zum Heilen mehr Energie benötigt. Für den Zellaufbau sind darüber hinaus aber auch viele Proteine sowie Vitamine und Mikronährstoffen, wie Zink, B-Vitamine, Vitamin C, Selen und Vitamin D wichtig. Diese liefern vor allem gesunde Nahrungsmittel, wie frisches Obst, frisches Gemüse, Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte. Durch den Verzehr von überwiegend pflanzlicher Kost erhält der Körper auch viele Ballaststoffe, die wiederum für die Gesundheit des Darmmikrobioms wichtig sind. Denn nur, wenn auch der Darm gesund ist, kann der Körper die zugeführten Nährstoffe auch in ausreichender Menge aufnehmen und entsprechend verwerten.
Um den erhöhten Proteinbedarf im Wundheilungsprozess zu decken, sollten außerdem auch magere Milchprodukte, wie Joghurt, Quark und Käse sowie mageres Fleisch, Fisch, Eier und Meeresfrüchte auf den Teller kommen. Die Verwendung von hochwertigen pflanzlichen Ölen mit ungesättigten Fettsäuren runden den Speiseplan optimal ab. Wichtig ist darüber hinaus auch ausreichend viel Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Am besten geschieht das in Form von Wasser oder ungesüßten Tees. Hochverarbeitete Lebensmittel, stark zuckerhaltige Speisen und Getränke sowie Alkohol, sollten dagegen die Ausnahme sein. Sie liefern nur leere Kalorien, stören das Darmmikrobiom und verzögern damit letztendlich auch die Wundheilung.
Mangelernährung in Pflegeheimen
Leider sieht die Ernährungsituation von Pflegebdürftigen, vor allem im stationären Bereich, oft anders aus. So ermittelte die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) in ihrem 14. Ernährungsbericht, dass bis zu 30 Prozent der Krankenhaus-Patient:innen sowie bis zu 25 Prozent der Bewohner:innen in Pflegeheimen von Mangelernährung betroffen sind. Das sind erschreckend hohe Zahlen. Die Gründe dafür sind unterschiedlich und reichen von mentalen Problemen, Depressionen und Einsamkeit, über Kiefer-, Schluck- und Kauschwierigkeiten, mangelnder Unterstützung beim Essen, bis hin zu altersbedingtem Appetitverlust. Nicht nur für die Wundversorgung von chronischen Wunden, ist es deshalb sehr wichtig, mögliche Ursachen der Mangelernährung zu ermitteln und zu verändern und zusammen mit Ernährungsexpert:innen einen entsprechenden Diätplan zu erstellen.
Fazit
Bedeutung moderner Wundversorgung für Patienten & Pflegepersonal
Die moderne und ganzheitliche Wundversorgung spielt in der Pflege eine ganz zentrale Rolle. Sowohl in der ambulanten wie auch in der stationären Pflege, sind chronische Wunden und Dekubitus, aufgrund des meist hohen Alters der Patienten, häufigen Vorerkrankungen, Mobilitätseinschränkungen und Bettlägerigkeit, leider nahezu an der Tagesordnung. Mithilfe der modernen Wundversorgung mit hochfunktionellen Wundauflagen und einem Rundumblick auch Ernährung, Bewegung und Patientenbedürfnisse, ist heute aber eine effektive Verkürzung der Wundheilung mit schonenden Verbandswechseln und einer deutlichen Verbesserung der Lebensqualität der Betroffenen möglich.
Weiterbildung als Schlüssel für bessere Versorgungsergebnisse
Um chronische Wunden entsprechend gut und fachgerecht versorgen zu können, ist viel fundiertes und detailliertes Fachwissen über die Funktion der Haut, Ursachen und Entstehung von chronischen Wunden, die Phasen der Wundheilung, die Formen der Wundversorgung, die Wahl der richtigen Materialien, die fachgerechte Therapie, die Dokumentation sowie Beratung und Aufklärung von Patienten sowie vorbeugendes Verhalten erforderlich. Dieses Fachwissen kann in speziellen Weiterbildungen zur zertifizierten Wundmamager:in bzw. Wundexpert:in erworben werden, die von unterschiedlichen Institutionen angeboten werden.
Da sich das Wissen in diesem Bereich aber ständig ändert, muss die Zertifizierung in regelmäßig Abständen wieder erneuert werden. Mühe und Kosten dafür zahlen sich aber in der Regel aus, da Wundexpert:innen wesentlich dazu beitragen den Heilungsverlauf von chronischen Wunden zu beschleunigen. Das entlastet vor allem die betroffenen Patienten, spart darüber hinaus aber auch Kosten ein. Pflegekräfte mit Wundqualifizierung sind deshalb sehr gefragt, nicht nur im stationären Bereich, sondern vor allem auch in der ambulanten Pflege. Denn seit der HKP (häusliche Krankenpflege) -Richtlinie vom 21.10.2021 dürfen für die Behandlung von chronischen Wunden im ambulanten Bereich nur noch Pflegefachkräfte eingesetzt werden, die nachweislich auch eine Wundqualifizierung haben.
Die wichtigsten Fragen zur Wundversorgung
Was darf man bei Wunden auf keinen Fall tun?
Bei der Wundversorgung sollte man auf keinen Fall unsachgemäß selbst behandeln oder sie unbeobachtet lassen – insbesondere bei älteren oder pflegebedürftigen Personen. Klassische Fehler wie das Verwenden ungeeigneter Materialien (z. B. Watte), das Auftragen von Hausmitteln ohne medizinische Grundlage oder das Entfernen verklebter Verbände ohne vorheriges Anfeuchten können den Heilungsprozess massiv stören und zu Infektionen führen. Auch kleine Verletzungen dürfen nicht unterschätzt werden, da sie sich schnell zu chronischen Wunden entwickeln können, wenn sie nicht rechtzeitig und fachgerecht versorgt werden.
Was sind die 5 Prinzipien der Wundversorgung?
Die moderne Wundversorgung folgt fünf zentralen Prinzipien: 1) die Wunde sauber halten und Infektionen verhindern, 2) ein ideal-feuchtes Wundmilieu schaffen, um die Heilung zu fördern, 3) die individuelle Ursache der Wunde erkennen und behandeln, 4) eine schmerzfreie und patientenschonende Versorgung sicherstellen und 5) den Heilungsverlauf regelmäßig dokumentieren und bewerten. Diese Prinzipien sind besonders bei chronischen Wunden entscheidend und erfordern ein ganzheitliches Vorgehen, das auch Ernährung, Mobilität und allgemeine Patient:innenbedürfnisse berücksichtigt.
Was kostet Wundversorgung durch Pflegedienst?
Die Kosten für eine Wundversorgung durch einen Pflegedienst variieren je nach Umfang und Art der Wunde sowie den benötigten Materialien und dem Zeitaufwand. In der Regel übernimmt die gesetzliche Krankenkasse die Kosten im Rahmen der häuslichen Krankenpflege (HKP), sofern eine ärztliche Verordnung vorliegt. Voraussetzung ist, dass die Wundversorgung von einer qualifizierten Pflegefachkraft mit entsprechender Wundweiterbildung durchgeführt wird. Für Patient:innen fallen dann in der Regel keine oder nur geringe Zuzahlungen an.
Wer darf Wundmanagement machen?
Wundmanagement darf nur von entsprechend weitergebildeten Fachkräften durchgeführt werden. Das sind in der Regel examinierte Pflegefachkräfte, die eine zertifizierte Weiterbildung zur Wundexpert:in oder Wundmanager:in absolviert haben. Im ambulanten Bereich schreibt die HKP-Richtlinie sogar vor, dass nur Pflegekräfte mit nachgewiesener Wundqualifikation chronische Wunden versorgen dürfen. Wundmanager:innen arbeiten interdisziplinär mit Ärzt:innen, Therapeut:innen und Ernährungsberater:innen zusammen und übernehmen die fachgerechte Versorgung, Dokumentation sowie Beratung der Patient:innen.
Was gehört alles in ein Wundmanagement?
Ein professionelles Wundmanagement umfasst weit mehr als nur den Verbandswechsel: Es beginnt mit der genauen Beurteilung der Wunde und ihrer Ursachen, setzt eine strukturierte Dokumentation und Verlaufskontrolle voraus und beinhaltet die Auswahl geeigneter Wundauflagen sowie die Durchführung der Versorgung. Hinzu kommen die Beratung der Betroffenen, die Einbindung weiterer Fachdisziplinen wie Ernährungstherapie oder Physiotherapie, präventive Maßnahmen zur Vermeidung neuer Wunden und nicht zuletzt eine regelmäßige Anpassung der Therapie an den Heilungsverlauf – immer im engen Austausch mit dem:r behandelnden Ärzt:in.
Quellen
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