Stell dir vor, dein Job besteht darin, Menschen regelmäßig das Leben zu retten – und das nicht im OP, sondern mit einer Maschine. Genau das machen Dialyseschwestern und Dialysepfleger jeden Tag. Wenn bei Patient:innen die Nieren nicht mehr richtig arbeiten, brauchen sie eine sogenannte Dialyse. Dabei übernimmt eine Maschine die Reinigung des Blutes. Ohne diese Behandlung würden viele Menschen nicht überleben.
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Als Dialyseschwester oder Dialysepfleger bist du dafür verantwortlich, dass alles rund läuft: Du bereitest die Geräte vor, betreust die Patient:innen während der Behandlung und behältst ihre Gesundheit im Blick. Dabei arbeitest du oft in spezialisierten Zentren oder Krankenhäusern – und bist für viele Patient:innen eine wichtige Vertrauensperson.
Der Beruf ist technisch, medizinisch und menschlich anspruchsvoll. Gleichzeitig ist er aber auch sehr erfüllend – denn du tust täglich etwas Sinnvolles. Doch was verdient man eigentlich in diesem Beruf? Wie hoch ist das Gehalt, und was bleibt am Ende des Monats wirklich übrig? Und lohnt sich die Weiterbildung zur:m Dialyseschwester/-pfleger auch finanziell?
Dialyseschwester/Dialysepfleger - Bruttoverdienst
Wenn du als Dialyseschwester oder Dialysepfleger arbeitest, bekommst du ein monatliches Gehalt, dessen Höhe in deinem Arbeitsvertrag festgelegt ist. Das nennt man Bruttogehalt – das ist der Betrag vor Abzügen wie Steuern oder Sozialversicherungen. Was davon am Ende wirklich auf deinem Konto landet, nennt man Netto-Gehalt – das schauen wir uns im nächsten Abschnitt genauer an.
Anna Liebig
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Durchschnittliches Bruttogehalt
In Deutschland liegt das durchschnittliche Bruttogehalt für Dialysefachkräfte bei rund 4.394 € im Monat. Das entspricht etwa 52.728 € im Jahr.
Was beeinflusst dein Bruttogehalt?
Wie viel du genau verdienst, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Hier sind die wichtigsten:
1. Berufserfahrung
Mit mehr Erfahrung steigt auch dein Gehalt. Das heißt: Je länger du im Beruf arbeitest, desto besser wirst du bezahlt.
Einstiegsgehalt: ca. 3.733 € brutto pro Monat
Mit Berufserfahrung: bis zu 5.035 € brutto pro Monat
2. Arbeitsort – Stadt, Land, Bundesland
In Deutschland gibt es große Gehaltsunterschiede je nach Region. In Süddeutschland (z. B. Bayern, Baden-Württemberg) wird oft mehr gezahlt als in Ostdeutschland (z. B. Sachsen oder Brandenburg).
Beispiel:
In München kannst du als erfahrene Dialysefachkraft über 5.000 € brutto verdienen
In ländlichen Gegenden kann das Gehalt niedriger liegen – regelmäßig bei ca. 4.000 €
3. Arbeitgeber – öffentlich, privat oder kirchlich
Je nachdem, wo du arbeitest, kann dein Gehalt unterschiedlich ausfallen:
Arbeitgeber
Bruttogehalt pro Monat
Netto (ca.)
Besonderheiten
Öffentlich (TVöD-P)
3.800 € (Einstieg) – 4.900 € (mit Erfahrung)
2.500 € – 3.200 €
Klar geregelte Tarife, faire Aufstiegsmöglichkeiten
Kirchlich (z. B. Caritas)
3.700 € – 4.800 €
2.450 € – 3.150 €
Ähnlich wie TVöD, oft mit Zusatzleistungen (Urlaubsgeld, Altersvorsorge)
Privat (z. B. Dialyseketten)
3.600 € – 5.200 €
2.400 € – 3.350 €
Teilweise höheres Gehalt möglich, aber oft abhängig von Verhandlung und Region
Unikliniken (TV-L / Haustarif)
4.000 € – 5.000 €
2.650 € – 3.250 €
Häufig leicht über dem Durchschnitt, akademisches Umfeld
Tipp:
Wenn du dich bewirbst, frag gezielt nach dem Tarifvertrag oder Gehaltsmodell – und ob es Zulagen oder Zusatzleistungen gibt. Bei privaten Arbeitgebern ist dein Verhandlungsgeschick oft besonders wichtig!
Dialyseschwester/Dialysepfleger - Nettoverdienst
Das in deinem Arbeitsvertrag festgelegte Bruttogehalt ist leider nicht die Summe, die auf deinem Konto ankommt. Denn von deinem Bruttogehalt werden Steuern und Sozialabgaben abgezogen, bevor du es überwiesen bekommst. Das Geld, das tatsächlich bei dir ankommt, ist das Nettogehalt.
Brutto vs. Netto – was ist der Unterschied?
Bruttogehalt = Das Gehalt, das im Arbeitsvertrag steht.
Netto = Der Betrag, der dir nach Abzug von Steuern und Sozialabgaben ausgezahlt wird.
Abgezogen werden zum Beispiel:
Lohnsteuer (je nach Steuerklasse)
Krankenversicherung
Rentenversicherung
Arbeitslosenversicherung
Pflegeversicherung
Beispielrechnungen: Was bleibt netto übrig?
Wie hoch dein Nettogehalt ausfällt, hängt von deiner Steuerklasse und deinem Wohnort (denn hiernach bestimmt sich die Höhe deiner Kirchensteuer) ab. Damit du ein Gefühl bekommst, hier ein paar typische Beispiele:
Beispiel 1: Berufseinstieg – Steuerklasse I (ledig, keine Kinder)
Brutto: 3.733 €
Netto: ca. 2.450 € bis 2.550 €
Beispiel 2: Durchschnittsverdienst – Steuerklasse I
Brutto: 4.394 €
Netto: ca. 2.850 € bis 2.950 €
Beispiel 3: Mit Berufserfahrung – Steuerklasse I
Brutto: 5.035 €
Netto: ca. 3.150 € bis 3.250 €
Beispiel 4: Steuerklasse III (verheiratet, Partner:in verdient wenig)
Brutto: 4.394 €
Netto: ca. 3.200 € bis 3.400 €
Dialyseschwester/Dialysepfleger - Gehalt während der Weiterbildung
Da du während der Weiterbildung weiterarbeitest, bekommst du auch weiterhin dein normales Gehalt. Wenn du also z. B. als Pflegekraft im öffentlichen Dienst arbeitest (TVöD-P), bekommst du auch weiterhin dein Gehalt nach Tarif – also ca. 3.800 € bis 4.400 € brutto.
Dieses Gehalt zahlt dir aber dein Arbeitgeber. Du erhältst es also nicht als Weiterbildungsgehalt, sondern als Verdienst aus deinem normalen Job, dem du weiterhin nachgehst. Ein spezielles Weiterbildungsgehalt (in Anlehnung an ein Ausbildungsgehalt) gibt es hingegen nicht.
Kannst du darüber hinaus mit finanzieller Unterstützung oder geldwerten Vorteilen rechnen? Das hängt ganz von deinem Arbeitgeber ab - üblich sind aber zum Beispiel die folgenden Vorteile:
Arbeitgeber übernehmen die Weiterbildungskosten vollständig oder teilweise
Manche Einrichtungen zahlen sogar kleine Prämien oder Gehaltszuschläge, wenn du die Weiterbildung erfolgreich abschließt
In öffentlichen Einrichtungen wird die Fachweiterbildung als Qualifikationserweiterung anerkannt – du kannst danach in eine höhere Entgeltgruppe aufsteigen (z. B. TVöD-P EG 8 → EG 9)
Tipp: Frag gezielt nach Unterstützung!
Wenn du die Weiterbildung machen möchtest, sprich frühzeitig mit deinem Arbeitgeber. Viele unterstützen dich gerne aktiv – sei es finanziell oder mit Freistellung für Unterrichtszeiten.
Fazit: Dialyseschwester/-pfleger – Ein Beruf mit Sicherheit, Sinn und gutem Gehalt
Als Dialyseschwester oder Dialysepfleger übernimmst du eine wichtige Aufgabe im Gesundheitswesen – und das wird auch finanziell anerkannt.
Mit einem durchschnittlichen Bruttogehalt von rund 4.394 € pro Monat darfst du dich auf eine attraktive Vergütung freuen. Schon beim Berufseinstieg kannst du mit etwa 3.700 € brutto rechnen – mit Erfahrung sind über 5.000 € möglich.
Wenn du also einen Beruf suchst, der technisches Know-how, medizinisches Fachwissen und echtes Mitgefühl vereint – und dir gleichzeitig ein stabiles Einkommen bietet – dann ist die Dialysepflege vielleicht genau das Richtige für dich.
Quellen:
Bundesagentur für Arbeit. (o. D.). Entgeltatlas – Dialyseschwester/-pfleger. Abgerufen am 28. April 2025, von www.arbeitsagentur.de/entgeltatlas/beruf/8791
Gehalt.de. (o. D.). Dialyse-Krankenschwester – Gehalt und Verdienstmöglichkeiten. Abgerufen am 28. April 2025, von www.gehalt.de/beruf/dialyse-krankenschwester
StepStone.de. (o. D.). Gehalt als Dialyse-Krankenpfleger:in. Abgerufen am 28. April 2025, von www.stepstone.de/gehalt/Dialyse-Krankenpfleger-in.html