Dialyseschwester/-pfleger - Weiterbildung und Beruf
Veröffentlicht am 14.05.2025

Du interessierst dich für einen Beruf im Gesundheitswesen, bei dem du Menschen langfristig begleiten, technisch arbeiten und mit Herz helfen kannst? Dann könnte die Tätigkeit als Dialyseschwester oder Dialysepfleger genau das Richtige für dich sein. In diesem Beruf betreust du Menschen, deren Nieren nicht mehr richtig arbeiten. Du hilfst ihnen bei der sogenannten Dialyse – also der „Blutwäsche“. Das ist eine lebenswichtige Behandlung, die mehrmals pro Woche notwendig ist.
Doch was genau macht man in diesem Beruf? Welche Voraussetzungen brauchst du? Wie läuft die Weiterbildung ab – und was erwartet dich danach im Berufsalltag?
Was macht ein:e Dialyseschwester/-pfleger?
Wenn deine Nieren nicht mehr richtig arbeiten, übernimmt eine Dialysemaschine diese Aufgabe. Die Dialyse reinigt das Blut von Schadstoffen und überschüssigem Wasser – eine lebenswichtige Behandlung für Menschen mit Nierenversagen. Genau hier kommt der:die Dialyseschwester/-pfleger ins Spiel.
Als Dialyseschwester oder Dialysepfleger:
- bereitest du die Patient:innen auf die Dialyse vor, zum Beispiel durch Blutdruckmessung oder das Legen eines Zugangs (z. B. Shunt oder Katheter),
- schließt du die Patient:innen an die Dialysemaschine an und überwachst die gesamte Behandlung,
- kontrollierst du regelmäßig den Zustand der Patient:innen – während und nach der Dialyse,
- achtest du auf die Hygiene und Funktion der Dialysegeräte,
- dokumentierst du alles sorgfältig, damit die Ärzt:innen und das Team gut informiert sind.
Die meisten Dialysepatient:innen kommen mehrmals pro Woche zur Behandlung. Das bedeutet: Du baust mit vielen von ihnen eine enge Beziehung auf. Ein offenes Ohr, Geduld und Freundlichkeit sind in diesem Beruf genauso wichtig wie medizinisches Wissen. Zudem arbeitest du eng mit Ärzt:innen, anderen Pflegekräften und medizinischem Fachpersonal zusammen. Gemeinsam sorgt ihr dafür, dass die Patient:innen bestmöglich versorgt sind.

Anna Liebig
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Dialyseschwester/-pfleger - Voraussetzungen
Um Dialyseschwester oder Dialysepfleger zu werden, brauchst du zuerst eine Pflegeausbildung. Das ist sozusagen die Grundlage, auf der du später aufbauen kannst.
Der erste Schritt: Pflegefachkraft werden
Du brauchst eine abgeschlossene Ausbildung als:
- Pflegefachfrau oder Pflegefachmann (das ist die neue, generalistische Pflegeausbildung),
- Gesundheits- und Krankenpfleger:in (die frühere Bezeichnung),
Die Pflegeausbildung dauert drei Jahre (in Vollzeit) und findet an Pflegeschulen sowie in Krankenhäusern, Pflegeheimen oder ambulanten Diensten statt.
Einstieg auch als Quereinsteiger:in?
Wenn du schon im medizinischen Bereich arbeitest – zum Beispiel als MFA (medizinische:r Fachangestellte:r) oder Rettungssanitäter:in – kannst du dich bei manchen Einrichtungen ebenfalls zur Dialysefachkraft weiterbilden. Ob das geht, hängt vom Arbeitgeber und den jeweiligen Anforderungen ab. Hast du Interesse, kannst du einfach mal bei deinem Arbeitgeber nachfragen oder online nach Weiterbildungen zur:m Dialyseschwester/-pfleger für medizinische Fachangestellte in deiner Region suchen.
Persönliche Voraussetzungen für den Beruf als Dialyseschwester/-pfleger – was du als Mensch mitbringen solltest
Als Dialyseschwester oder Dialysepfleger arbeitest du ganz nah mit Menschen zusammen, die oft schwer krank sind. Dabei brauchst du nicht nur Fachwissen, sondern auch bestimmte persönliche Stärken:
Einfühlungsvermögen
Viele Patient:innen kommen mehrmals pro Woche zur Dialyse. Sie verbringen mehrere Stunden an der Maschine – oft über Jahre hinweg. Du wirst zu einer wichtigen Bezugsperson für sie. Wenn du gut zuhören kannst, dich in andere hineinversetzen kannst und ihnen das Gefühl gibst, gut aufgehoben zu sein, bist du hier genau richtig.
Verantwortungsbewusstsein
Bei der Dialyse kann es im Notfall schnell ernst werden – zum Beispiel, wenn der Kreislauf einer Person plötzlich absackt. Deshalb ist es wichtig, dass du aufmerksam bleibst und schnell und sicher handelst. Du solltest dir deiner Verantwortung bewusst sein und dich zuverlässig um die Patient:innen kümmern.
Technisches Verständnis
Die Dialysegeräte sind moderne medizinische Maschinen, die du richtig bedienen und kontrollieren musst. Du musst zum Beispiel wissen, welcher Schlauch wohin gehört, wie du das Gerät richtig einstellst und worauf du achten musst, damit alles sicher läuft. Keine Sorge: Du lernst das Schritt für Schritt in der Weiterbildung – aber ein grundsätzliches Interesse an Technik ist hilfreich.
Belastbarkeit
Der Job kann körperlich und emotional anstrengend sein. Du stehst viel, hast feste Arbeitszeiten und bist manchmal mit traurigen Situationen konfrontiert – zum Beispiel, wenn es einem Menschen schlechter geht. Es ist wichtig, dass du gut mit Stress umgehen kannst und auch in schwierigen Momenten ruhig und konzentriert bleibst.
Geduld und Kommunikation
Du brauchst Geduld – im Umgang mit den Geräten, mit dem Team und mit den Patient:innen. Manche Menschen sind ängstlich, andere brauchen viele Erklärungen oder sprechen wenig Deutsch. Wenn du gerne erklärst, freundlich bleibst und auf Menschen zugehen kannst, ist das ein großer Vorteil.
Dialyseschwester/-pfleger - Dauer und Inhalte der Weiterbildung
Die Weiterbildung zur Dialyseschwester oder zum Dialysepfleger ist kein komplett neuer Ausbildungsberuf, sondern eine Zusatzqualifikation. Du baust dabei auf deinem Pflegeberuf auf und vertiefst dein Wissen speziell im Bereich Dialyse.
Wie lange dauert die Weiterbildung?
Die Dauer hängt davon ab, wo und wie du die Weiterbildung machst. Es gibt unterschiedliche Modelle:
- Vollzeit: ca. 3 bis 6 Monate
- Teilzeit oder berufsbegleitend: ca. 6 bis 12 Monate (du arbeitest nebenbei weiter)
Die meisten machen die Weiterbildung berufsbegleitend, das heißt: Du arbeitest in einem Dialysezentrum und lernst parallel dazu in Kursen und Schulungen.
Weiterbildung zur Dialyseschwester/zum Dialysepfleger - Lerninhalte
Die Weiterbildung zur Dialyseschwester oder zum Dialysepfleger verbindet Wissen mit praktischer Erfahrung. Das heißt: Du lernst nicht nur im Klassenzimmer oder online, sondern bist auch direkt im Dialyse-Alltag dabei.
Der theoretische Teil – das Fachwissen
Im Unterricht geht es um medizinische Grundlagen und darum, wie die Dialyse genau funktioniert. Hier ein paar Beispiele:
| Lernbereich | Inhalt / Tätigkeit | Beispiel |
|---|---|---|
| Anatomie und Physiologie der Niere | Du lernst, wie eine gesunde Niere arbeitet und was passiert, wenn sie ihre Funktion verliert. | Warum lagert sich Wasser im Körper ein, wenn die Nieren nicht mehr richtig arbeiten? |
| Dialyseverfahren | Es gibt verschiedene Arten der Blutreinigung – wie Hämodialyse oder Peritonealdialyse. | Für welche Patient:innen ist welches Verfahren besser geeignet? |
| Gerätekunde | Du erfährst, wie moderne Dialysegeräte aufgebaut sind, wie du sie einstellst und was du bei Störungen tun musst. | Was musst du tun, wenn der Alarm am Gerät während der Behandlung losgeht? |
| Pflege und Hygiene | Du lernst, wie du Zugänge versorgst, Infektionen vermeidest und mit Notfällen umgehst. | Wie erkennst du erste Anzeichen einer Blutvergiftung bei einer Patientin? |
| Kommunikation und Begleitung | Auch Gespräche mit Patient:innen und Angehörigen sind Thema – z. B. bei Ängsten oder schlechter Prognose. | Wie beruhigst du einen älteren Patienten, der Angst vor der Dialyse hat? |
Der praktische Teil – Lernen am echten Menschen
In der Praxis bist du direkt im Dialysezentrum oder Krankenhaus dabei. Du arbeitest Seite an Seite mit erfahrenen Pflegekräften und betreust echte Patient:innen. Du darfst zunehmend mehr selbst übernehmen – unter Anleitung natürlich.
| Lernbereich | Inhalt / Tätigkeit |
|---|---|
| Blutdruck und Gewicht messen | Du misst den Blutdruck und das Gewicht der Patient:innen, bevor die Behandlung beginnt – wichtig für die Flüssigkeitsmenge. |
| Patient:innen anschließen | Du schließt Patient:innen an die Maschine an, kontrollierst die Schlauchverbindungen und achtest darauf, dass alles korrekt ist. |
| Behandlung überwachen | Du beobachtest die Behandlung, misst regelmäßig den Blutdruck und reagierst bei Problemen. |
| Dokumentation | Du dokumentierst alles genau: Werte, Auffälligkeiten – wichtig für die Nachsorge. |
| Gespräche führen | Du führst Gespräche mit Patient:innen, hörst zu und bist eine wichtige Bezugsperson. |
Abschluss der Weiterbildung
Deine Weiterbildung zur Dialysefachkraft schließt du mit einer praktischen und einer mündlichen Abschlussprüfung ab. Bestehst du sie, erhältst du ein Zertifikat, das dich zur Arbeit als Dialyseschwester/-pfleger berechtigt.

Dialyseschwester/-pfleger - Arbeitsorte
Als Dialysefachkraft hast du viele Möglichkeiten, wo du arbeiten kannst. Überall dort, wo Menschen mit Nierenerkrankungen behandelt werden, wirst du gebraucht. Hier sind die wichtigsten Einsatzorte:
Ambulante Dialysezentren (Dialysepraxen)
Das ist der häufigste Arbeitsplatz für Dialysefachkräfte. Die meisten Patient:innen kommen hier mehrmals pro Woche zur Behandlung – oft über viele Jahre hinweg. Die Behandlungen sind genau geplant, zum Beispiel:
- Montag, Mittwoch, Freitag oder
- Dienstag, Donnerstag, Samstag
Vorteile:
- Feste Tagesstrukturen
- Kaum Nachtdienste
- Enge Beziehung zu „Stammpatient:innen“
Krankenhäuser (stationäre Dialyse)
In vielen Kliniken gibt es eigene Dialyseabteilungen – vor allem bei schweren Nierenerkrankungen oder wenn jemand plötzlich eine Dialyse braucht (z. B. nach einer Operation). Auch auf Intensivstationen wird oft Dialyse durchgeführt.
Beispiel: Eine Patientin auf der Intensivstation hat plötzlich ein akutes Nierenversagen. Du wirst gerufen, um die Dialyse durchzuführen – direkt am Krankenbett, mit einem speziellen Gerät.
Vorteile:
- Viel Abwechslung
- Zusammenarbeit mit Ärzt:innen und anderen Fachbereichen
- Erfahrung mit akuten Notfällen
Pflegeheime mit Dialyseanbindung
Manche Pflegeheime arbeiten mit Dialysezentren zusammen oder haben eine eigene kleine Einheit. So müssen ältere Menschen nicht extra ins Krankenhaus oder eine Praxis gebracht werden.
Beispiel: Du arbeitest in einem Pflegeheim, wo du regelmäßig zwei Bewohner:innen zur Dialyse begleitest oder sogar vor Ort behandelst – in einem kleinen Raum mit transportabler Maschine.
Vorteile:
- Kurze Wege für die Patient:innen
- Kombination aus Pflege und Dialyse
- Abwechslung im Arbeitsalltag
Häusliche Dialyse (z. B. Peritonealdialyse)
Einige Patient:innen dialysieren sich zu Hause – meist mit der sogenannten Bauchfelldialyse. Dafür brauchen sie Schulung, Begleitung und regelmäßige Kontrollen. Hier kommst du als Fachkraft ins Spiel.
Beispiel: Du besuchst Frau Schneider zu Hause, überprüfst ihr Dialysegerät, kontrollierst ihre Werte und beantwortest Fragen. Du hilfst ihr, selbstständig mit ihrer Erkrankung umzugehen.
Vorteile:
- Selbstständiges Arbeiten
- Viel Kontakt mit Patient:innen in ihrem Alltag
- Möglichkeit, in der ambulanten Pflege zu arbeiten
Notfall- und mobile Dialyse-Einheiten
In manchen Regionen gibt es mobile Teams, die kurzfristig in Krankenhäusern, Heimen oder bei Hausbesuchen eingesetzt werden – zum Beispiel bei Stromausfällen, Katastrophen oder plötzlichen Krankheitsfällen.
Vorteile:
- Viel unterwegs
- Spannend und abwechslungsreich
- Arbeit in besonderen Situationen
Weiterbildung als Dialyseschwester/-pfleger - Die wichtigsten Fragen
Was ist überhaupt eine Dialyseschwester bzw. ein Dialysepfleger?
Eine Dialyseschwester oder ein Dialysepfleger ist eine Pflegefachkraft mit spezieller Weiterbildung im Bereich Nierenersatztherapie. Du betreust Menschen, deren Nieren nicht mehr richtig arbeiten, und begleitest sie bei der Blutwäsche (Dialyse).
Welche Ausbildung brauche ich dafür?
Du brauchst eine abgeschlossene Pflegeausbildung, z. B. als Pflegefachfrau/-mann oder Gesundheits- und Krankenpfleger:in. Erst danach kannst du dich zur Dialysefachkraft weiterbilden.
Wie lange dauert die Weiterbildung?
Das hängt davon ab, ob du sie in Vollzeit oder berufsbegleitend machst. In der Regel dauert sie zwischen 3 und 12 Monaten.
Ist die Arbeit anstrengend oder gefährlich?
Die Arbeit kann körperlich und emotional herausfordernd sein – vor allem, weil du oft chronisch kranke Menschen begleitest. Aber du wirst gut geschult und arbeitest im Team. Richtig gefährlich ist sie bei sorgfältiger Hygiene und Technik nicht.
Was kann ich als Krankenschwester noch arbeiten?
Neben der klassischen Stationsarbeit bieten sich zahlreiche Spezialisierungen an – zum Beispiel als Dialyseschwester in ambulanten Zentren oder Kliniken. Diese Tätigkeit ist oft planbarer, beinhaltet weniger Schichtdienste und erfordert eine gezielte Weiterbildung in der Nephrologie.
Um als Dialyseschwester zu arbeiten, brauchst du eine abgeschlossene Ausbildung als Gesundheits- und Krankenpfleger:in. Viele Einrichtungen ermöglichen den Einstieg direkt „on the job“ und bieten eine strukturierte Einarbeitung. Zusätzlich kannst du eine fachbezogene Weiterbildung in der Nephrologie absolvieren, die deine Kenntnisse vertieft und dich für spezialisierte Aufgaben qualifiziert.
Quellen:
- Bundesagentur für Arbeit. (o. D.). Berufsprofil Dialyseschwester/-pfleger. Abgerufen am 28. April 2025, von www.arbeitsagentur.de/berufenet/beruf/8856
- Bundesagentur für Arbeit. (o. D.). Berufsprofil Pflegefachmann/-frau. Abgerufen am 28. April 2025, von www.arbeitsagentur.de/berufenet/beruf/14453
- Institut für Weiterbildung in der Nephrologie (IfW). (o. D.). Kursangebot: Fort- und Weiterbildung Dialyse und Nephrologie. Abgerufen am 28. April 2025, von www.ifw-dialyse.de/kursangebot-fort-und-weiterbildung-dialyse-und-nephrologie/
- Bildungsakademie Universitätsmedizin Essen. (o. D.). Fachweiterbildung Pflege in der Nephrologie (DKG). Abgerufen am 28. April 2025, von www.bildungsakademie.ume.de/fort-und-weiterbildung/fachweiterbildung-pflege-in-der-nephrologie-dkg/











