- Pflegeheime werden von Pflegekräften am häufigsten als bevorzugter Einrichtungstyp genannt.
- Im Gesamtdurchschnitt bieten Krankenhäuser die höchsten Gehälter.
- Rehakliniken bieten Pflegehilfs- und Leitungskräften die höchsten Durchschnittsgehälter.
Berlin, 28. September 2026 – Pflegeheime sind bei Pflegekräften der beliebteste Einrichtungstyp. Die höchsten durchschnittlichen Gehaltsangebote kommen jedoch aus Krankenhäusern. Das zeigen zwei Auswertungen der Jobplattform Pflegia (www.pflegia.de) zu Bewerbungspräferenzen und ausgeschriebenen Gehältern. Während 31 Prozent der erfassten Präferenzen auf Pflegeheime entfallen, bieten Krankenhäuser über alle untersuchten Pflegeberufe hinweg durchschnittlich 4.333 Euro brutto im Monat und somit das höchste Gehalt. In stationären Pflegeeinrichtungen sind es 4.160 Euro. Betrachtet man Pflegehilfs-, Pflegefach- und Leitungskräfte getrennt, verändert sich das Ranking allerdings deutlich.
Krankenhäuser liegen nur knapp vor Rehakliniken
Im Gesamtdurchschnitt bieten Krankenhäuser mit 4.333 Euro brutto im Monat die höchsten Gehälter. Rehakliniken folgen mit 4.317 Euro nahezu gleichauf. Stationäre Pflegeeinrichtungen kommen auf 4.160 Euro, ambulante Dienste auf 4.027 Euro. Zwischen Krankenhäusern und ambulanten Diensten liegen damit durchschnittlich 306 Euro im Monat.
Dieses Ranking berücksichtigt unterschiedliche Berufe und Positionen gemeinsam. Für Pflegekräfte ist daher vor allem der Vergleich innerhalb ihrer Qualifikationsstufe aussagekräftig.
Rehakliniken zahlen Pflegehilfs- und Leitungskräften am meisten
Bei Pflegehilfskräften zeigen sich die größten Unterschiede zwischen den Einrichtungstypen. Rehakliniken bieten durchschnittlich 3.675 Euro brutto im Monat, ambulante Dienste 3.459 Euro und stationäre Pflegeeinrichtungen 3.423 Euro. Krankenhäuser liegen bei 3.240 Euro. Die Differenz zwischen Rehakliniken und Krankenhäusern beträgt damit 435 Euro im Monat beziehungsweise 5.220 Euro auf ein Jahr gerechnet.
Auch bei Leitungskräften stehen Rehakliniken mit durchschnittlich 4.925 Euro an erster Stelle. Es folgen ambulante Dienste mit 4.880 Euro, stationäre Pflegeeinrichtungen mit 4.774 Euro und Krankenhäuser mit 4.698 Euro. Zu dieser Gruppe zählen unter anderem Stations-, Wohnbereichs-, Pflegedienst- und Einrichtungsleitungen.
Bei examinierten Pflegefachkräften liegen die Angebote dagegen eng beieinander. Krankenhäuser bieten durchschnittlich 4.342 Euro brutto im Monat, ambulante Dienste 4.320 Euro, stationäre Pflegeeinrichtungen 4.309 Euro und Rehakliniken 4.280 Euro. Zwischen dem höchsten und niedrigsten Wert liegen lediglich 62 Euro monatlich.
„Die Frage, welcher Einrichtungstyp am besten zahlt, lässt sich nicht allgemein beantworten. Krankenhäuser liegen zwar im Gesamtdurchschnitt vorn, für Pflegehilfs- und Leitungskräfte bieten in unserer Auswertung jedoch Rehakliniken die höchsten Grundgehälter. Zuschläge für Nacht-, Wochenend- oder Feiertagsdienste sowie Schicht-, Bereitschafts- und Funktionszulagen wurden dabei nicht berücksichtigt. Gerade in Krankenhäusern und anderen Einrichtungen mit Rund-um-die-Uhr-Versorgung können diese Bestandteile den tatsächlichen Verdienst spürbar erhöhen. Pflegekräfte sollten deshalb nicht nur die Grundgehälter innerhalb ihrer Qualifikationsstufe vergleichen, sondern auch den geltenden Tarifvertrag, das Schichtmodell und die konkret angebotenen Zulagen berücksichtigen“, sagt Felix Westphal, Mitgründer und Geschäftsführer von Pflegia.
Pflegeheime werden am häufigsten bevorzugt
Für eine separate Analyse hat Pflegia mehr als 333.000 Angaben zu den Bewerbungspräferenzen von Pflegekräften ausgewertet. Pflegeheime wurden mit 31 Prozent am häufigsten als bevorzugter Einrichtungstyp genannt. Krankenhäuser folgen mit 24 Prozent und ambulante Dienste mit 19 Prozent. Rehakliniken erreichen 0,34 Prozent.
Aus dem geringen Präferenzanteil der Rehakliniken lässt sich allerdings nicht unmittelbar auf ihre Attraktivität schließen: Sie sind auf dem Arbeitsmarkt seltener vertreten als die anderen untersuchten Einrichtungstypen. Der Vergleich von Präferenzen und Gehaltsangeboten zeigt dennoch, dass das höchste ausgeschriebene Gehalt und der am häufigsten genannte Wunscharbeitgeber nicht zusammenfallen.
Über die Untersuchung
Für den Pflegia-Gehaltsreport 2026 wurden 12.458 Stellenanzeigen ausgewertet, die zwischen August 2024 und August 2025 auf Pflegia veröffentlicht wurden. Berücksichtigt wurden ausschließlich Vollzeitstellen mit mindestens 38 Wochenstunden und einer konkreten Angabe zum monatlichen Bruttogehalt. Die Auswertung nach Einrichtungstyp basiert auf den ausgeschriebenen Durchschnittsgehältern in Krankenhäusern, Rehakliniken, stationären Pflegeeinrichtungen und ambulanten Diensten. In den Stellenanzeigen ausgewiesene Boni und Zuschläge wurden nicht berücksichtigt. Für den Vergleich nach Qualifikationsstufen wurden elf Pflegeberufe in drei Gruppen zusammengefasst:
- Pflegehilfskräfte
- Pflegefachkräfte einschließlich examinierter Pflegefachkräfte, Altenpflegefachkräfte, Kinderkrankenpfleger:innen und Hygienefachkräfte
- Leitungskräfte mit Personal- und Organisationsverantwortung, darunter Stations-, Wohnbereichs-, Pflegedienst- und Einrichtungsleitungen
Die Werte zeigen die in Stellenanzeigen angebotenen Gehälter. Das individuell tatsächlich gezahlte Gehalt kann unter anderem von Berufserfahrung, konkreter Position, Tarifbindung, Arbeitszeit, Schichtmodell und zusätzlichen Zulagen abhängen.
Die Auswertung der Einrichtungspräferenzen basiert auf Angaben registrierter Pflegekräfte zu ihren Bewerbungspräferenzen auf der Plattform Pflegia. Berücksichtigt wurden alle Interaktionen im Zeitraum vom 1. Februar 2025 bis zum 31. Januar 2026 (n = 333.413), die nach bevorzugtem Einrichtungstyp aggregiert und ausgewertet wurden. Bei den gestellten Fragen waren Mehrfachnennungen möglich.
Über Pflegia
Pflegia ist eines der führenden Jobportale für Pflegekräfte. Das Unternehmen mit Sitz in Berlin wurde 2019 von Felix Westphal, Lennart Steuer und Masoud Shahryari gegründet und verfolgt das Ziel, mehr Transparenz und Fairness in den Bewerbungsprozess im Pflegesektor zu bringen. Kern des Modells ist ein umgedrehter Bewerbungsprozess: Arbeitgeber bewerben sich bei den Pflegekräften, nicht andersherum. Damit soll die klassische Rollenverteilung aufgebrochen und ein stärkerer Fokus auf die Bedürfnisse der Pflegekräfte gelegt werden. Ergänzend dazu bietet Pflegia Informationen zu Gehältern, Arbeitszeiten und weiteren Bedingungen, um die Vergleichbarkeit und Entscheidungsfindung für Bewerbende zu erleichtern. Das Unternehmen setzt auf eine erfolgsbasierte Preisstruktur für Arbeitgeber und kombiniert technische Automatisierung – etwa durch KI-gestützte Lebenslaufverarbeitung – mit persönlicher Begleitung auf beiden Seiten des Marktplatzes. Monatlich vermittelt Pflegia derzeit rund 1.000 Pflegekräfte an Einrichtungen im gesamten Bundesgebiet. Aktuell nutzen über 900.000 Pflegekräfte und rund 10.500 Arbeitgeber die Plattform, auf der etwa 30.000 offene Stellen ausgeschrieben sind.