Hautkrebs erkennen: Symptome und Hinweise für Pflegekräfte
Veröffentlicht am 13.09.2026

Pflegekräfte sollten Hautveränderungen bei Patient:innen aufmerksam beobachten. Bildquelle: Canva.de
Hautkrebs zählt zu den häufigsten Krebserkrankungen. Das Tückische daran ist, dass er gerade im frühen Stadium häufig keine Schmerzen verursacht. Gleichzeitig sind erste Veränderungen der Haut oft mit bloßem Auge erkennbar. Für dich als Pflegekraft ist das besonders relevant. Bei der Körperpflege, beim Waschen, An- und Auskleiden oder bei der Wundversorgung hast du regelmäßig Gelegenheit, die Haut deiner Patientinnen und Patienten zu beobachten.
Doch wie sieht Hautkrebs aus? Welche Symptome solltest du kennen? Und welche Rolle spielt die Pflege bei der Früherkennung? In diesem Artikel erfährst du, wie du auffällige Hautveränderungen erkennst, welche Arten von Hautkrebs es gibt und wie sie behandelt werden.
Das Wichtigste in Kürze
- 🔎 Hautkrebs kann früh sichtbare Veränderungen verursachen: Neue oder sich verändernde Pigmentflecken, schlecht heilende Wunden, Krusten, Knoten oder raue Hautstellen können auffällig sein.
- ☀️ UV-Strahlung ist ein wichtiger Risikofaktor: Sowohl natürliche Sonnenstrahlung als auch künstliche UV-Strahlung aus Solarien können das Hautkrebsrisiko erhöhen.
- 🩺 Zu den häufigsten Hautkrebsarten gehören Basalzellkarzinom, Plattenepithelkarzinom und malignes Melanom: Sie unterscheiden sich unter anderem in Aussehen, Wachstum und Behandlung.
- 👩⚕️ Pflegekräfte können Veränderungen frühzeitig wahrnehmen: Auffällige Hautstellen sollten beobachtet, möglichst genau dokumentiert und zur ärztlichen Abklärung weitergegeben werden.
- 🔤 Die ABCDE-Regel bietet Orientierung bei Pigmentflecken: Asymmetrie, Begrenzung, Farbe, Durchmesser und Entwicklung können Hinweise auf auffällige Veränderungen geben. Die Regel ersetzt jedoch keine ärztliche Untersuchung.
- 🧴 UV-Schutz ist ein wichtiger Bestandteil der Prävention: Schatten, schützende Kleidung und geeigneter Sonnenschutz können dazu beitragen, die UV-Belastung zu reduzieren.

Anna Liebig
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Hautkrebs erkennen: Warum Früherkennung wichtig ist
Wie sieht Hautkrebs aus?
Hautkrebs kann unterschiedlich aussehen. Auffällig können beispielsweise neue oder sich verändernde Pigmentflecken, raue oder schuppige Hautstellen, Knötchen, wiederkehrende Krusten oder schlecht heilende Wunden sein. Das Aussehen hängt unter anderem von der jeweiligen Hautkrebsart ab.
- Basalzellkarzinom: häufig glasiges, weißliches oder rötliches Knötchen oder eine schlecht heilende Hautstelle
- Plattenepithelkarzinom: häufig raue, schuppige, gerötete oder verhärtete Hautstelle
- Malignes Melanom: häufig neuer oder sich verändernder Pigmentfleck
Nicht jede auffällige Hautveränderung ist Hautkrebs. Eine sichere Diagnose kann nur ärztlich gestellt werden.
Der Begriff „Hautkrebs” umfasst verschiedene bösartige Erkrankungen der Haut. Umgangssprachlich wird häufig zwischen weißem und schwarzem Hautkrebs unterschieden. Die häufigsten Formen sind das Basalzellkarzinom, das Plattenepithelkarzinom und das maligne Melanom. Sie unterscheiden sich unter anderem hinsichtlich ihres Aussehens, ihres Wachstums und ihrer Behandlung.
Hautkrebs kann bereits in einem frühen Stadium sichtbare Veränderungen verursachen. Diese sind allerdings nicht immer eindeutig. So kann eine rote, schuppige oder veränderte Hautstelle beispielsweise auch eine harmlose Ursache haben. Deshalb gilt: Eine auffällige Veränderung solltest du nicht selbst diagnostizieren, sondern beobachten, dokumentieren und zur ärztlichen Abklärung weitergeben.
Welche Ursachen und Risikofaktoren gibt es?
Der wichtigste Risikofaktor für die Entstehung der meisten Hautkrebsarten ist UV-Strahlung. Dazu gehört sowohl die natürliche Sonnenstrahlung als auch die künstliche UV-Strahlung aus Solarien. Auch UV-Strahlung, die nicht unmittelbar zu einem Sonnenbrand führt, kann die Haut langfristig schädigen.
Weitere Risikofaktoren können unter anderem sein:
- heller Hauttyp,
- häufige oder intensive Sonnenexposition,
- ungewöhnlich aussehende oder zahlreiche Muttermale.
- familiäre Vorbelastung.
- bestimmte Vorerkrankungen oder ein geschwächtes Immunsystem.
- höheres Lebensalter.
Für die Pflege bedeutet das: Ein aufmerksamer Blick auf Veränderungen der Haut lohnt sich besonders bei Menschen mit hoher UV-Belastung oder entsprechenden Risikofaktoren.
Hautkrebs-Arten im Überblick
| Hautkrebsart | Typische Hautveränderungen | Besonderheit |
|---|---|---|
| Basalzellkarzinom (Basaliom) | Glasiges oder rötliches Knötchen, Kruste, schlecht heilende Stelle | Wächst meist langsam |
| Plattenepithelkarzinom (Spinaliom) | Raue, schuppige, gerötete oder verhärtete Stelle | Kann in umliegendes Gewebe wachsen und metastasieren |
| Malignes Melanom | Auffälliger oder sich verändernder Pigmentfleck | Kann früh Metastasen bilden |
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Weißer Hautkrebs: Basalzellkarzinom
Das Basalzellkarzinom, auch Basaliom genannt, gehört zu den Formen des weißen Hautkrebses. Es tritt häufig an Körperstellen auf, die regelmäßig der Sonne ausgesetzt sind, zum Beispiel im Gesicht, an der Nase, an den Ohren oder auf der unbehaarten Kopfhaut.
Mögliche Anzeichen sind:
- ein glasiges, weißliches oder rötliches Knötchen,
- feine, sichtbare Blutgefäße,
- wiederkehrende Krusten.
- eine kleine Wunde, die nicht richtig abheilt.
- eine narbenähnliche Hautveränderung sowie
- Jucken, Brennen oder ein Spannungsgefühl.
Eine solche Hautstelle kann über längere Zeit unscheinbar bleiben. Gerade deshalb kann die Beobachtung durch Pflegekräfte sehr wertvoll sein.
Weißer Hautkrebs: Plattenepithelkarzinom
Ein Plattenepithelkarzinom entsteht häufig auf chronisch lichtgeschädigter Haut. Eine mögliche Vorstufe ist die aktinische Keratose, eine raue, oft rötliche Hautveränderung, die durch UV-Strahlung verursacht wird.
Auffällig sind raue, gerötete oder schuppende Hautbereiche. Manche Stellen fühlen sich verhärtet oder wie Sandpapier an. Im weiteren Verlauf können sich Knoten, Krusten oder schlecht heilende Wunden entwickeln. Auch Blutungen oder Schmerzen sind möglich.
Schwarzer Hautkrebs: Malignes Melanom
Das maligne Melanom wird umgangssprachlich auch als „schwarzer Hautkrebs” bezeichnet. Es entsteht aus pigmentbildenden Zellen und kann sich entweder aus einem bestehenden Muttermal entwickeln oder neu entstehen.
Bei der Beurteilung von Pigmentflecken ist die ABCDE-Regel eine wichtige Orientierung:
- A – Asymmetrie: Der Fleck ist ungleichmäßig geformt.
- B – Begrenzung: Der Rand ist unregelmäßig oder unscharf.
- C – Colour: Der Fleck weist unterschiedliche Farbtöne auf.
- D – Durchmesser: Größere Pigmentflecken können auffällig sein.
- E – Entwicklung: Der Fleck verändert sich beispielsweise in Größe, Form oder Farbe.
Auch das sogenannte „Ugly Duckling Sign“ („hässliches Entlein“) kann hilfreich sein: Ein Muttermal, das deutlich anders aussieht als die übrigen Pigmentmale einer Person, sollte genauer beobachtet und gegebenenfalls ärztlich abgeklärt werden.
Hautkrebs-Symptome: Darauf solltest du in der Pflege achten
Bei der täglichen Pflege solltest du auf Veränderungen achten, die vorher nicht vorhanden waren oder sich verändert haben. Dazu gehören beispielsweise:
- neue Hautveränderungen,
- sich vergrößernde oder verfärbende Muttermale,
- schlecht heilende Wunden,
- wiederkehrende Krusten oder Blutungen.
- raue oder schuppige Hautstellen sowie
- neu entstandene Knoten,
- verhärtete Hautbereiche,
- auffällige Veränderungen an Nägeln oder an schwer einsehbaren Körperstellen.
Hautkrebs kann grundsätzlich an nahezu jeder Körperstelle entstehen. Deshalb sollten bei einer umfassenden Hautbeobachtung auch der Rücken, die Kopfhaut, die Fußsohlen, die Zehenzwischenräume sowie die Bereiche unter den Finger- und Fußnägeln berücksichtigt werden.
Welche Rolle spielt die Pflege bei der Früherkennung?
Als Pflegekraft stellst du keine Diagnose. Trotzdem kannst du eine wichtige Rolle bei der Hautkrebsfrüherkennung spielen. Gerade bei pflegebedürftigen Menschen ist eine regelmäßige Beobachtung der Haut besonders wichtig. Denn manche Patientinnen und Patienten können aufgrund eingeschränkter Beweglichkeit, Sehfähigkeit oder Selbstpflegekompetenz bestimmte Körperstellen nicht selbst kontrollieren.
Wenn dir eine ungewöhnliche Hautstelle auffällt, beschreibe möglichst konkret, was du beobachtest. Anstatt zu sagen: „Das sieht nach Hautkrebs aus“, könntest du beispielsweise Folgendes dokumentieren: „Seit mehreren Wochen bestehende, gerötete und schuppige Hautstelle am linken Unterarm, circa 1 cm groß, wiederholt verkrustet.“ So regst du eine ärztliche Abklärung an, ohne selbst eine Diagnose zu stellen.
Wie wird Hautkrebs diagnostiziert?
Die Diagnose beginnt zunächst mit der Betrachtung der Haut. Bei auffälligen Veränderungen kann eine Untersuchung mit einem Dermatoskop durchgeführt werden. Besteht ein konkreter Verdacht, wird in der Regel eine Gewebeprobe (Biopsie) entnommen und feingeweblich untersucht. Erst diese Untersuchung kann Hautkrebs sicher bestätigen.
Hautkrebs behandeln: Welche Möglichkeiten gibt es?
Die Behandlung von Hautkrebs hängt von der Art, Größe, Lage und dem Stadium des Tumors ab.
Bei weißem Hautkrebs ist die operative Entfernung in vielen Fällen die wichtigste Behandlungsmethode. Bei bestimmten kleinen oder oberflächlichen Basalzellkarzinomen können je nach Situation auch lokale Verfahren wie Cremes, Vereisung oder eine photodynamische Therapie zum Einsatz kommen. Bei fortgeschrittenen Erkrankungen kommen unter anderem Bestrahlung, zielgerichtete Medikamente oder Immuntherapien infrage.
Auch beim malignen Melanom ist die Operation eine zentrale Behandlungsoption. Je nach Stadium können im Anschluss weitere Therapien, beispielsweise Immuntherapien oder zielgerichtete Medikamente, notwendig sein. Bei fortgeschrittenem oder metastasiertem Melanom spielen insbesondere systemische Therapien eine wichtige Rolle.
Was bedeutet die Behandlung für die Pflege?
Nach einer Operation können unter anderem die folgenden pflegerischen Aufgaben relevant sein:
- Wundbeobachtung und -versorgung,
- Schmerzbeobachtung und -management,
- Beobachtung auf Entzündungszeichen,
- Unterstützung bei der Körperpflege,
- Anleitung zum Umgang mit der Wunde sowie
- Beobachtung von Nebenwirkungen einer medikamentösen Therapie,
- psychosoziale Unterstützung
Gerade bei einer Krebsdiagnose kann außerdem der Umgang mit Ängsten und Unsicherheiten eine wichtige Rolle spielen.
Hautkrebs vorbeugen: UV-Schutz nicht vergessen
Der wichtigste beeinflussbare Risikofaktor für Hautkrebs ist UV-Strahlung. Deshalb ist ein konsequenter UV-Schutz entscheidend für die Prävention. Dazu gehören schützende Kleidung und Kopfbedeckungen, der Aufenthalt im Schatten sowie geeignete Sonnenschutzmittel. Solarien sollten vermieden werden.
Auch die regelmäßige Selbstbeobachtung der Haut ist sinnvoll. Sie ersetzt jedoch nicht die ärztliche Hautkrebs-Früherkennung. In Deutschland können gesetzlich Versicherte ab 35 Jahren alle zwei Jahre am Hautkrebs-Screening teilnehmen.
Fazit: Hautkrebs erkennen und Veränderungen ernst nehmen
Hautkrebs zu erkennen, beginnt häufig mit einem aufmerksamen Blick. Als Pflegekraft hast du im Alltag immer wieder die Gelegenheit, Hautveränderungen wahrzunehmen. Besonders wichtig sind dabei neue oder sich verändernden Pigmentflecken, schlecht heilende Wunden, wiederkehrende Krusten, raue oder schuppige Stellen sowie ungewöhnliche Knoten.
Dabei gilt: Du musst Hautkrebs nicht selbst erkennen oder diagnostizieren. Deine Aufgabe besteht vielmehr darin, Veränderungen aufmerksam wahrzunehmen, nachvollziehbar zu dokumentieren und bei Bedarf eine ärztliche Abklärung anzuregen.
Mit diesem geschulten Blick leistest du einen wichtigen Beitrag zur Früherkennung und trägst möglicherweise dazu bei, dass Hautkrebs rechtzeitig behandelt werden kann.
Häufige Fragen zu Hautkrebs
Ist Hautkrebs immer sichtbar?
Nicht jede Hautveränderung ist mit bloßem Auge eindeutig als Hautkrebs erkennbar. Bei auffälligen Veränderungen ist deshalb eine ärztliche Untersuchung empfehlenswert.
Kann Hautkrebs auch bei jungen Menschen auftreten?
Ja. Grundsätzlich kann Hautkrebs in jedem Alter auftreten, auch wenn bestimmte Formen mit zunehmendem Alter häufiger werden.
Ist ein Muttermal automatisch gefährlich?
Nein, die meisten Muttermale sind gutartig. Auffällig sind insbesondere neue oder sich verändernde Pigmentmale.
Kann Hautkrebs vererbt werden?
Eine familiäre bzw. genetische Veranlagung kann das Risiko für bestimmte Hautkrebsarten erhöhen. Sie ist jedoch nur einer von mehreren Risikofaktoren.
Muss jede auffällige Hautstelle sofort behandelt werden?
Nein, zunächst muss geklärt werden, um welche Hautveränderung es sich handelt. Nicht jede auffällige Stelle ist Hautkrebs.
Quellen
Amboss.de > Basalzellkarzinom. Zuletzt abgerufen am 07.09.2026 https://next.amboss.com/de/article/rk0f6T?q=basalzellkarzinom
Amboss.de > Malignes Melanom. Zuletzt abgerufen am 07.09.2026 https://next.amboss.com/de/article/qk0CKT?q=malignes+melanom
Stiftung Deutsche Krebshilfe > Hautkrebs. Zuletzt abgerufen am 07.09.2026 https://www.krebshilfe.de/informieren/ueber-krebs/krebsarten/hautkrebs/
Thieme - Laryngo-Rhino-Otologie 2024; 103(S01): 100 – 124. Rudolph V, Leven A, Eisenburger R et al. Die interdisziplinäre Behandlung von Hautkrebs.
Leitlinienprogramm Onkologie / AWMF – S3-Leitlinie Melanom. Zuletzt abgerufen am 09.09.2026 https://hub.leitlinienprogramm-onkologie.de/leitlinie/malignes-melanom
Krebsinformationsdienst des DKFZ. Zuletzt abgerufen am 09.09.2026 https://www.krebsinformationsdienst.de
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