Solarplexus: Lage, Funktion und Aufbau
Veröffentlicht am 30.11.2025

Der Solarplexus ist ein Nervengeflecht. Quelle: Canva.de
Der Solarplexus, auch Sonnengeflecht genannt, ist ein Nervengeflecht in unserem oberen Bauchraum. Er steuert zahlreiche unbewusste Körperfunktionen wie Atmung, Verdauung sowie Kreislauf und übernimmt damit eine zentrale Rolle im vegetativen Nervensystem. Durch seine Verbindungen zu wichtigen Organen beeinflusst der Solarplexus sowohl körperliche Abläufe als auch unsere Reaktionen auf Stress und emotionale Reize. Aber wie genau ist der Solarplexus aufgebaut, wo liegt er und welche Funktionen erfüllt er in unserem Körper?
Was ist der Solarplexus?
Der Solarplexus ist ein zentrales Steuerungsnetz unseres vegetativen Nervensystems, das zahlreiche Nervenbahnen miteinander verbindet. Er dient als Kommunikationsknotenpunkt zwischen verschiedenen Organen und sorgt dafür, dass lebenswichtige Abläufe wie unsere Organaktivität und hormonelle Reaktionen aufeinander abgestimmt ablaufen. Durch seine Verbindung zu inneren Organen reagiert der Solarplexus empfindlich auf psychische und körperliche Reize.
Die Nervenfasern des Solarplexus bestehen aus sympathischen und parasympathischen Anteilen:
- Sympathische Fasern aktivieren den Körper („Stressmodus“) – z. B. durch schnellere Herzfrequenz, gehemmte Verdauung.
- Parasympathische Fasern beruhigen den Körper („Ruhemodus“) – fördern Verdauung, Atmung und Regeneration.
Lage des Solarplexus im Körper
Der Solarplexus befindet sich in unserem oberen Bauchraum, etwa hinter dem Magen und vor der Wirbelsäule. Er liegt auf Höhe unseres ersten Lendenwirbels, also ungefähr dort, wo sich der Rippenbogen teilt – zwischen Brustbein und Bauchnabel. In seiner Nähe liegen wichtige Organe wie Magen, Leber, Bauchspeicheldrüse und Zwerchfell. Durch diese zentrale Lage ist der Solarplexus eng mit vielen Organen verbunden und kann Reize aus diesem Bereich aufnehmen und weiterleiten.

Anna Liebig
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Aufbau des Solarplexus
Der Solarplexus besteht neben dem dichten Netz von Nervenfasern zusätzlich aus mehreren Nervenknoten (Ganglien).
| Ganglion (Nervenknoten) | Lage |
|---|---|
| Ganglion coeliacum (Zöliakalganglion) | Beidseitig der Bauchaorta, oberhalb der Nierenarterien |
| Ganglion mesentericum superius | Unterhalb des Zöliakalganglions, am oberen Mesenterialarterienast |
| Ganglion aorticorenale | Nahe der Nierenarterien |
Welche Organe und Nervenfasern sind mit dem Solarplexus verbunden?
Seine Hauptfunktion ist die Weiterleitung und Koordination von Nervenimpulsen zwischen unserem Gehirn und unseren inneren Organen wie Magen, Leber, Darm und Nieren. Dadurch reguliert er wichtige Prozesse wie Verdauung, Atmung, Blutdruck und Stoffwechsel. Zudem spielt er eine Rolle bei Stressreaktionen, indem er Signale zur Aktivierung oder Beruhigung des Körpers weitergibt.
Magen
Der Solarplexus beeinflusst die Tätigkeit unseres Magens, indem er die Muskelbewegungen und die Ausschüttung von Magensaft steuert. Dadurch wird unsere Verdauung reguliert und an die momentanen körperlichen Bedürfnisse angepasst. Bei Stress oder Angst kann der Solarplexus über die sympathischen Nervenfasern eine Verkrampfung unseres Magens auslösen, das bekannte „flaue Gefühl im Bauch“.
Verlauf:
- Sympathische Fasern: Rückenmark (Th5–Th9) → Nervi splanchnici majores → Ganglion coeliacum (Solarplexus) → Magen → Hemmung der Verdauung.
- Parasympathische Fasern: Nervus vagus → Solarplexus → Magen → Förderung der Verdauung.
Leber
Auch unsere Leber steht über Nervenverbindungen mit dem Solarplexus in Kontakt. Hier steuert er Stoffwechselvorgänge wie die Speicherung und Freisetzung von Energie. Im sogenannten „Stressmodus“ aktiviert der Solarplexus über sympathische Impulse die Energieabgabe, damit unser Körper schnell auf Belastung reagieren kann.
Verlauf:
- Sympathische Fasern: Rückenmark (Th7–Th10) → Nervi splanchnici → Ganglion coeliacum (Solarplexus) → Leber → Aktivierung bei Stress, Zuckerfreisetzung.
- Parasympathische Fasern: Nervus vagus → Solarplexus → Leber → Förderung von Gallenfluss und Stoffwechsel im Ruhezustand
Bauchspeicheldrüse
Unsere Bauchspeicheldrüse wird durch den Solarplexus in ihrer Tätigkeit unterstützt. Die Nervenverbindungen regulieren die Abgabe von Verdauungsenzymen und Hormonen wie Insulin. Dadurch wird unsere Verdauung im Dünndarm und unsere Blutzuckerregulation beeinflusst.
Verlauf:
- Sympathische Fasern: Rückenmark (Th6–Th10) → Nn. splanchnici → Ganglion coeliacum / mesentericum superius (Solarplexus) → Bauchspeicheldrüse → Hemmung der Enzym- und Insulinfreisetzung bei Stress.
- Parasympathische Fasern: Nervus vagus → Solarplexus → Bauchspeicheldrüse → Förderung der Verdauung und Insulinproduktion in Ruhe.
Milz
Die Milz ist für den Abbau unserer alten Blutzellen und die Abwehr von Krankheitserregern zuständig. In Stresssituationen sorgt die Aktivierung des sympathischen Nervensystems dafür, dass mehr Blut in unseren Kreislauf abgegeben wird, um den Körper leistungsfähiger zu machen.
Verlauf:
- Sympathische Fasern: Rückenmark (Th6–Th10) → Nn. splanchnici majores → Ganglion coeliacum (Solarplexus) → Milz → Regulierung der Durchblutung und Blutzellfreisetzung bei Stress.
- Parasympathische Fasern: Nervus vagus → schwache Verbindung zur Milz → geringe Bedeutung.
Darm
Über den Solarplexus werden auch unsere Bewegungen und Sekretionen im Dünn- und Dickdarm gesteuert. Parasympathische Impulse fördern die Verdauung, während sympathische Reize sie hemmen. Dadurch wird erklärt, warum Angst oder Aufregung häufig unsere Darmtätigkeit beeinflussen.
Verlauf:
- Sympathische Fasern: Rückenmark (Th9–L2) → Nn. splanchnici → Ganglion coeliacum / mesentericum superius / inferius (Solarplexus) → Darm → Hemmung der Verdauung bei Stress.
- Parasympathische Fasern: Nervus vagus (für oberen Darm) und Sakralmark (S2–S4, für unteren Darm) → Förderung der Verdauung in Ruhe.
Nieren und Nebennieren
Unsere Nieren und Nebennieren stehen in enger Verbindung mit dem Solarplexus. Über diese Nervenbahnen wird die Durchblutung unserer Nieren geregelt, und unsere Nebennieren erhalten Impulse zur Ausschüttung von Stresshormonen wie Adrenalin. Dies beeinflusst unseren Blutdruck, unsere Herzfrequenz und unsere Stoffwechselaktivität.
Verlauf:
- Sympathische Fasern: Rückenmark (Th10–L1) → Nervi splanchnici → Ganglion aorticorenale (Solarplexus) → Nieren → Regulation von Durchblutung und Reninfreisetzung.
- Nebennieren: Präganglionäre Fasern → direkt zu Nebennierenmark → Ausschüttung von Adrenalin und Noradrenalin (Stressreaktion).
- Parasympathische Fasern: Geringe Vagusverbindung zu den Nieren, keine zu den Nebennieren.
Zwerchfell
Das Zwerchfell, unserer wichtigster Atemmuskel, ist funktionell ebenfalls mit dem Solarplexus verbunden. Emotionale oder körperliche Anspannung kann hier über das Nervensystem ein Druck- oder Engegefühl in unserem oberen Bauch auslösen, ein Zeichen der engen Verbindung zwischen Körper, Nervensystem und Emotionen.
Verlauf:
- Somatische Innervation: Nervus phrenicus (C3–C5) → direkte Steuerung der Zwerchfellbewegung.
- Vegetative Verbindung: Über sympathische und parasympathische Fasern (Solarplexus, Nervus vagus) → Einfluss auf Atemrhythmus, Entspannung und emotionale Reaktionen.
Typische Krankheitsbilder und Beschwerden, die vom Solarplexus ausgehen
Störungen im Bereich des Solarplexus können sich auf den gesamten Körper auswirken und führen häufig zu charakteristischen Symptomen, die von Verdauungsproblemen bis hin zu emotionaler Anspannung reichen.
1. Funktionelle Verdauungsstörungen
- Beispiele: Reizdarmsyndrom, funktionelle Dyspepsie (Verdauungsbeschwerden ohne organische Ursache).
- Ursache: Störungen in der Signalweiterleitung zwischen Solarplexus und Darm bzw. Magen können Bewegungen, Sekretion und Durchblutung beeinträchtigen.
- Symptome: Bauchschmerzen, Völlegefühl, Blähungen, Übelkeit.
2. Stressbedingte Beschwerden
- Beispiele: Nervöse Magen- oder Darmbeschwerden, psychosomatische Schmerzen im Oberbauch.
- Ursache: Überaktivierung unserer sympathischen Nervenfasern im Solarplexus während Stress, Angst oder Panik.
- Symptome: Enge- oder Druckgefühl im Bauch, Herzrasen, Schwitzen, Übelkeit.
3. Traumatische Verletzungen
- Beispiele: Prellung oder Schlag auf den Solarplexus (z.B. bei Unfällen oder Sport).
- Ursache: Direktes Trauma auf unser Nervengeflecht.
- Symptome: Starke Schmerzen, Atemnot, vorübergehende Lähmung der Zwerchfellbewegung, Schwindel oder Kreislaufprobleme.
4. Vegetative Dysregulation
- Beispiele: Kreislaufprobleme, unregelmäßiger Herzschlag, Blutdruckschwankungen.
- Ursache: Fehlsteuerungen in unserem Solarplexus können vegetative Funktionen wie Herz-Kreislauf und Verdauung beeinträchtigen.
- Symptome: Schwindel, Ohnmachtsgefühle, Übelkeit, Magen-Darm-Probleme.
Fazit
Da jeder von uns einen Solarplexus besitzt, ist auch jeder Mensch von seiner Funktion und seinem Zustand unmittelbar betroffen. Er beeinflusst, wie wir atmen, verdauen, Energie umsetzen und auf Belastungen reagieren. Ob körperlich oder emotional – ein ausgeglichener Solarplexus trägt wesentlich zu Wohlbefinden, innerer Ruhe und Gesundheit bei.
Häufige Fragen zum Solarplexus
Was ist der Solarplexus?
Der Solarplexus ist ein großes Nervengeflecht im oberen Bauchraum, das Teil des vegetativen Nervensystems ist. Er steuert unbewusste Körperfunktionen wie Verdauung, Atmung, Kreislauf und Stoffwechsel.
Welches Gefühl sitzt im Solarplexus?
Im Solarplexus werden Emotionen wie Angst, Stress oder Aufregung besonders deutlich spürbar. Er gilt als Zentrum für innere Stärke, Selbstbewusstsein und emotionale Balance.
Was passiert bei einem Schlag in den Solarplexus?
Ein Schlag auf den Solarplexus führt zu einem plötzlichen Schmerz und oft zu kurzzeitiger Atemnot, weil sich das Zwerchfell verkrampft. Betroffene verspüren dabei ein starkes Druckgefühl und manchmal Schwindel oder Übelkeit.
Was sind die Symptome von Solarplexus-Problemen?
Typische Symptome sind Druck- oder Brenngefühl im Oberbauch, flache Atmung, Übelkeit oder Nervosität. Sie können durch Stress, emotionale Belastung oder körperliche Verspannungen ausgelöst werden.
Medizinische und rechtliche Hinweise:
Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und ersetzt keinesfalls eine professionelle medizinische Beratung. Die enthaltenen Informationen sind nicht dafür geeignet, eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen zu beginnen bzw. abzubrechen. Bei gesundheitlichen Anliegen und zur Klärung individueller Fragen sollte stets ein qualifizierter Arzt oder eine qualifizierte Ärztin konsultiert werden. Im Falle gesundheitlicher Probleme ist es wichtig, rechtzeitig ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Quellen
- DocCheck Flexikon, Dr. Frank Antwerpes et. al., Plexus solaris; aufgerufen am 08.11.2025 von https://flexikon.doccheck.com/de/Plexus_solaris
- DocCheck Flexikon, Dr. Frank Antwerpes et. al., Ganglia coeliaca; aufgerufen am 08.11.2025 von https://flexikon.doccheck.com/de/Ganglia_coeliaca
- DocCheck Flexikon, Dr. Frank Antwerpes et. al., Ganglion mesentericum superius, aufgerufen am 08.11.2025 von https://flexikon.doccheck.com/de/Ganglion_mesentericum_superius
- DocCheck Flexikon, Dr. Frank Antwerpes et. al., Ganglia aorticorenalia; aufgerufen am 08.11.2025 von https://flexikon.doccheck.com/de/Ganglia_aorticorenalia
- AMBOSS SE, Kapitel: Vegetatives Nervensystem; Kapitel zuletzt aktualisiert am 09.09.2025, Stand: 08.11.2025; https://next.amboss.com/de/article/oo001S?q=plexus%20solaris#Ye2606d85253583ac37a482f0b02efb0a
- Welzo, Dr. Zeeshan Afzal, Solarplexus Schmerzen: Symptome, Ursachen und Behandlung; aufgerufen am 08.11.2025 von https://welzo.com/de-eu/blogs/storungen/solarplexus-schmerzen-symptome-ursachen-und-behandlung











