Stationsleitung - Gehalt
Veröffentlicht am 21.05.2025

Als Stationsleitung trägst du auf einer Station in einem Krankenhaus, Pflegeheim oder einer anderen Pflegeeinrichtung die Verantwortung – zum Beispiel für die Dienstplanung, die Organisation der Abläufe und oft auch für die Stimmung im Team. Du bist also nicht nur für Patient:innen, sondern auch für Kolleg:innen eine wichtige Ansprechperson. Viele Pfleger:innen fragen sich irgendwann: Lohnt sich dieser Schritt auch finanziell? Schließlich bedeutet mehr Verantwortung auch oft mehr Stress. Das Gehalt spielt daher bei der Entscheidung, ob du Stationsleiter:in werden möchtest, eine große Rolle.
Stationsleitung - Gehalt während der Weiterbildung
Bevor du als Stationsleiter:in arbeiten kannst, brauchst du eine spezielle Weiterbildung zur Stationsleitung. Diese Weiterbildung dauert zwischen 6 und 24 Monaten, je nachdem, ob du sie in Vollzeit oder berufsbegleitend machst. Aber: Wirst du während dieser Zeit bezahlt?

Anna Liebig
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Wenn du schon als Pflegefachkraft arbeitest und die Weiterbildung berufsbegleitend machst: In diesem Fall erhältst du weiterhin dein ganz normales Gehalt als Pflegefachkraft. Oft übernimmt der Arbeitgeber sogar die Kosten der Weiterbildung – oder beteiligt sich daran.
Wenn du die Weiterbildung in Vollzeit machst (ohne gleichzeitig zu arbeiten): Dann hängt es stark davon ab, ob du ein Stipendium, eine Förderung (z. B. vom Arbeitsamt) oder Unterstützung vom Arbeitgeber bekommst. Ohne diese Unterstützung bekommst du während dieser Zeit kein Gehalt, musst dich also selbst finanzieren.
Was verdient eine Stationsleitung brutto?
Zuerst einmal: „Brutto“ bedeutet das Gehalt, bevor Steuern, Sozialabgaben (wie Kranken- und Rentenversicherung) und andere Abzüge abgezogen werden. Das ist also der Betrag, der auf deinem Arbeitsvertrag steht – aber nicht der, der am Ende auf deinem Konto landet.
Das Bruttogehalt einer Stationsleitung hängt von mehreren Faktoren ab:
- Träger: öffentlich (z. B. Unikliniken), kirchlich (z. B. Caritas, Diakonie) oder privat
- Tarifvertrag: z. B. TVöD (Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst) oder AVR (bei kirchlichen Einrichtungen)
- Berufserfahrung: Je mehr Erfahrung, desto höher die Eingruppierung
- Region: In manchen Bundesländern wird etwas besser gezahlt als in anderen
Bruttogehälter nach TVöD-P (öffentlicher Dienst)
Stationsleiter:innen in öffentlichen Einrichtungen (z. B. Unikliniken, städtische Krankenhäuser) werden nach TVöD-P bezahlt:
- Entgeltgruppe P 12: normale Stationsleitung
- Entgeltgruppe P 13: Stationsleitung mit besonders viel Verantwortung, z. B. große Station, mehrere Bereiche
TVÖD-P:
| Entgeltgruppe | alte Werte bis 04/2026 | neue Werte ab 05/2026 |
|---|---|---|
| P12 Stufe 2 | ca. 4.530 € | ca. 4.657 € |
| P12 Stufe 4 | ca. 5.025 € | ca. 5.166 € |
| P13 Stufe 2 | ca. 4.760 € | ca. 4.895 € |
| P13 Stufe 4 | ca. 5.280 € | ca. 5.431 € |
Stationsleitung Gehalt nach TVÖD-P - Beispiele nach Berufserfahrung
| Berufserfahrung | Entgeltgruppe / Stufe | Bruttogehalt pro Monat |
|---|---|---|
| Frisch nach der Weiterbildung | P 12, Stufe 2 | 4.657 € |
| Nach 3 Jahren als Stationsleitung | P 12, Stufe 3 | 4.803 € |
| Nach 6 Jahren | P 12, Stufe 4 | 5.166 € |
| Nach 10 Jahren | P 12, Stufe 5 | 5.389 € |
| Mit über 15 Jahren Erfahrung | P 12, Stufe 6 | 5.494 € |
| Großstation / hohe Verantwortung | P 13, Stufe 6 | 5.780 € |
Kirchliche Einrichtungen (Caritas, Diakonie)
Kirchliche Einrichtungen wie die Caritas und die Diakonie haben eigene Tarifverträge, die sogenannten AVR (Arbeitsvertragsrichtlinien). Diese sind stark an den TVöD-P angelehnt, unterscheiden sich aber je nach Region und Einrichtung leicht.
Das bedeutet konkret:
- Stationsleiter:innen haben hier meist ein ähnliches Gehaltsniveau wie im öffentlichen Dienst.
- Sie werden häufig in die Vergütungsgruppen EG 12 oder EG 13 eingruppiert, vergleichbar mit P 12 oder P 13 beim TVöD.
- Zusätzlich gibt es in vielen Häusern noch spezifische kirchliche Zulagen, z. B. Dienstgeberbeiträge zu bestimmten Altersvorsorgen.
| Erfahrung / Verantwortung | Gehalt bei Caritas/Diakonie (brutto pro Monat) |
|---|---|
| Berufseinsteiger:in als Stationsleitung | ca. 4.500 – 4.800 € |
| Mit ca. 5 Jahren Erfahrung | ca. 5.000 – 5.300 € |
| Großstation / hohe Verantwortung | ca. 5.400 – 5.600 € |
Wichtig zu wissen:
- Bei kirchlichen Arbeitgebern spielt oft die persönliche Lebensführung eine Rolle (z. B. Mitgliedschaft in der Kirche).
- Manche Träger bieten eigene Zusatzleistungen, z. B. höhere Kinderzuschläge oder Familienzulagen.
- Der genaue Tarifvertrag kann zwischen Caritas (AVR Caritas) und Diakonie (AVR Diakonie) variieren – hier lohnt sich ein Blick ins Kleingedruckte oder ein Gespräch mit der Personalstelle.
Private Einrichtungen
Private Träger sind sehr unterschiedlich: Von kleinen Pflegeheimen über private Kliniken bis hin zu großen Ketten wie Helios, Asklepios oder Schön-Kliniken. Es gibt keinen einheitlichen Tarifvertrag, viele Einrichtungen verhandeln die Gehälter individuell.
| Erfahrung / Verantwortung | Gehalt bei Caritas/Diakonie (brutto pro Monat) |
|---|---|
| Berufseinsteiger:in als Stationsleitung | ca. 4.500 – 4.800 € |
| Mit ca. 5 Jahren Erfahrung | ca. 5.000 – 5.300 € |
| Großstation / hohe Verantwortung | ca. 5.400 – 5.600 € |
Besonderheiten bei privaten Trägern:
- Mehr Spielraum bei der individuellen Gehaltsverhandlung.
- Kein automatisches Stufenmodell wie im TVöD → regelmäßige Erhöhungen müssen selbst ausgehandelt werden!
- Zusatzleistungen (z. B. Erfolgsprämien, Bonuszahlungen, Dienstwagen, private Altersvorsorge) können das Gesamtpaket verbessern.
Was verdient eine Stationsleitung netto?
Netto ist der Betrag, der nach Abzug von Steuern und Sozialabgaben auf deinem Konto landet – also dein „echtes“ Einkommen. Vom Bruttogehalt werden abgezogen:
- Lohnsteuer
- Solidaritätszuschlag (meist nur bei sehr hohem Einkommen)
- Kirchensteuer (falls du Mitglied bist)
- Sozialversicherungen (Kranken-, Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung)
Wie viel am Ende netto übrig bleibt, hängt von mehreren Faktoren ab:
- Steuerklasse: Steuerklasse I (ledig), III (verheiratet, Hauptverdiener:in), V (verheiratet, Zweitverdiener:in), II (alleinerziehend), IV (verheiratet, beide etwa gleiches Einkommen)
- Kinderfreibeträge: Kinder senken die Steuerlast, erhöhen also dein Netto.
- Bundesland (Kirchensteuer): in Bayern und Baden-Württemberg ca. 8 %, sonst ca. 9 % Kirchensteuer auf die Lohnsteuer
- Krankenversicherung (gesetzlich oder privat)
- Zuschläge und Zulagen: Schicht-, Nacht-, Sonntags- oder Feiertagszuschläge sind oft steuerfrei und können dein Netto deutlich verbessern!
In öffentlichen Einrichtungen, die nach TVÖD-P bezahlen, erwarten dich zum Beispiel die folgenden Netto-Gehälter (exemplarisch für: ledig, Steuerklasse I, keine Kinder, gesetzlich versichert, keine Kirchensteuer). Bitte beachte: Bei anderen persönlichen Situationen (z. B. Steuerklasse III, Kinder, private Versicherung) kann das Netto deutlich abweichen.
| Berufserfahrung | Entgeltgruppe / Stufe | Bruttogehalt pro Monat | Netto (ca.) pro Monat |
|---|---|---|---|
| Frisch nach der Weiterbildung | P 12, Stufe 2 | 4.657 € | 2.900 – 3.050 € |
| Nach 3 Jahren als Stationsleitung | P 12, Stufe 3 | 4.803 € | 3.000 – 3.150 € |
| Nach 6 Jahren | P 12, Stufe 4 | 5.166 € | 3.150 – 3.300 € |
| Nach 10 Jahren | P 12, Stufe 5 | 5.389 € | 3.250 – 3.400 € |
| Mit über 15 Jahren Erfahrung | P 12, Stufe 6 | 5.494 € | 3.300 – 3.500 € |
| Großstation / hohe Verantwortung | P 13, Stufe 6 | 5.780 € | 3.450 – 3.650 € |
Stationsleitung - Gehalt im Vergleich mit anderen Pflegeberufen
Und wie schneidet das Gehalt als Stationsleitung im Vergleich mit anderen Pflegeberufen ab? Ein Blick in die folgende Gehaltstabelle zeigt - die Bezahlung kann sich sehen lassen!
| Beruf | Durchschnittliches Bruttogehalt pro Monat |
|---|---|
| Assistenzarzt/ärztin | 6.620 € |
| Heim- und Einrichtungsleiter:in | 5.758 € |
| Stationsleitung | 5.082 € |
| Pflegedienstleitung | 4.694 € |
| Praxisanleiter:in | 4.622 € |
| Fachkrankenpfleger:in | 4.394 € |
| Pflegefachkraft | 3.944 € |
| Klinikmanager:in | 3.548 € |
| Patientenmanager:in | 2.778 € |
Was bedeutet das für dich?
- Stationsleitung → Spitzenposition unter den Pflegeberufen: Mit durchschnittlich 5.082 € brutto pro Monat liegt die Stationsleitung deutlich über Pflegefachkraft, Praxisanleiter:in oder Fachkrankenpfleger:in.
- Heimleitung / Einrichtungsleitung → noch mehr Verantwortung, noch mehr Gehalt: Mit durchschnittlich 5.758 € brutto verdienen Einrichtungsleiter:innen am meisten unter den nicht-ärztlichen Pflegeberufen.
- Assistenzärzt:innen → ganz oben in der Gehaltsskala: Mit 6.620 € brutto liegen Ärzt:innen klar vorne, oft aber bei längeren Arbeitszeiten und mehr Bereitschaftsdiensten.
- Pflegedienstleitung → fast gleichauf mit Stationsleitung: Die PDL verdient im Schnitt 4.694 € brutto – oft bei weniger direkter Patientenarbeit, dafür mehr Organisations- und Personalverantwortung.
Warum verdient eine Stationsleitung mehr als andere Pflegekräfte?
- Verantwortung für das ganze Team
- Dienstplanung, Urlaubsplanung, Qualitätsmanagement
- Schnittstelle zwischen Pflegeteam, Ärzt:innen und Verwaltung
- Oft auch Budgetverantwortung und Personalführung
Gehalt als Stationsleiter:in - Fazit
Der Schritt zur Stationsleitung ist ein großer – aber er kann sich lohnen, nicht nur finanziell, sondern auch persönlich. Du übernimmst Verantwortung für dein Team, planst die Abläufe auf der Station, bist Ansprechpartner:in für Kolleg:innen und arbeitest eng mit der Pflegedienstleitung und Ärzt:innen zusammen.
Das spiegelt sich auch im Gehalt wider: Mit durchschnittlich rund 5.000 € brutto im Monat liegst du deutlich über vielen anderen Pflegeberufen. Je nach Berufserfahrung, Tarifvertrag und Bundesland kann es sogar deutlich mehr sein – vor allem in öffentlichen oder kirchlichen Einrichtungen.
Aber: Das Geld ist nur ein Teil der Entscheidung. Stationsleitung bedeutet auch:
- mehr organisatorische Aufgaben,
- oft weniger direkte Pflegearbeit,
- Verantwortung für Personal, Dienstpläne und Qualität.
Überlege dir gut, was dir Freude macht. Wenn du Lust auf Organisation, Teamführung und Gestaltung hast, könnte die Stationsleitung genau das Richtige für dich sein. Informiere dich genau über Gehalt, Vertragsbedingungen und Unterstützungsmöglichkeiten – und scheue dich nicht, in Gehaltsverhandlungen aktiv zu werden!
Häufige Fragen zum Gehalt der Stationsleitung
Wie viel verdient eine Stationsleitung im TVöD?
Je nach Erfahrung und Stufe liegt das Bruttogehalt meist zwischen ca. 4.600 € und 5.800 € monatlich (TVöD P12 bis P13, Stand 2026). Mit Zulagen kann es höher ausfallen.
Welche Entgeltgruppe gilt für Stationsleitungen?
Stationsleitungen werden überwiegend in P12 oder P13 eingruppiert.
- P12: kleinere bis mittlere Stationen
- P13: große Stationen oder hohe Verantwortung
Wie entwickelt sich das Gehalt mit Erfahrung?
Mit steigender Stufe im TVöD wächst das Gehalt automatisch:
- Einstieg nach Weiterbildung: ca. 4.650 €
- Mit Erfahrung (10+ Jahre): ca. 5.300–5.500 €
- Höhere Verantwortung (P13): bis ca. 5.800 € und mehr
Ist Stationsleitung im TVöD gut bezahlt?
Im Pflegebereich zählt es zu den besser bezahlten Positionen.
Allerdings steht dem Gehalt eine hohe Verantwortung und organisatorische Belastung gegenüber.
Quellen
- StepStone.de. (o. D.). Gehalt als Stationsleiter:in. Abgerufen am 7. Mai 2025, von www.stepstone.de/gehalt/Stationsleiter-in.html
- Gehalt.de. (o. D.). Stationsleitung – Gehalt und Verdienstmöglichkeiten. Abgerufen am 7. Mai 2025, von www.gehalt.de/beruf/stationsleitung
- Indeed Karriere-Ratgeber. (o. D.). Stationsleitung: Gehalt und Aufgaben im Überblick. Abgerufen am 7. Mai 2025, von www.de.indeed.com/karriere-guide/karriereplanung/stationsleitung-gehalt
- Glassdoor.de. (o. D.). Gehälter für Stationsleitung. Abgerufen am 7. Mai 2025, von www.glassdoor.de/Gehälter/stationsleitung-gehalt-SRCH_KO0,15.htm











